KW 50: Mittelstand mahnt die Politik zu möglichst einheitlichen Vorgaben in der Corona-Krise, Novemberhilfen fließen vielerorts erst im Januar, Cyberrisiken des Homeoffices werden häufig unterschätzt

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Mittelstand mahnt die Politik zu möglichst einheitlichen Vorgaben in der Corona-Krise: Mit einer emotionalen Rede hat sich Kanzlerin Angela Merkel während der gestrigen Generaldebatte im Bundestag für einen harten Lockdown nach Weihnachten eingesetzt. Sie halte es für richtig, unter anderem die Geschäfte nach Weihnachten bis mindestens zum 10. Januar zu schließen, so die Kanzlerin. Wirtschaftsverbände fürchten unterdessen eine Verschlechterung der Lage. Ein harter Lockdown nach Weihnachten wäre nach Ansicht des Präsidenten des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Josef Sanktjohanser, „ein herber Schlag für den Handel.“ Im Rahmen einer Telefonkonferenz der AG Mittelstand plädierte Sanktjohanser für eine gerechtere und gleichmäßige Verteilung der Unternehmenshilfen. Jedoch sollte die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht nicht ins neue Jahr verlängert werden: „Man sollte das Recht nicht so verbiegen, dass nicht marktfähige Unternehmen am Leben erhalten werden.
Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand bat unterdessen die Politik um ein möglichst einheitliches Vorgehen und die Vermeidung vieler bundeslandabhängiger Corona-Regelungen. Zudem forderte die AG Mittelstand mehr Unterstützung von der Bundesregierung, beispielsweise durch weniger Arbeitsmarkt-Regulierung, Verbesserung der Liquidität und Steuersenkungen für Unternehmen auf 25 Prozent.
tagesschau.de, rp-online.de, tagesschau.de

Novemberhilfen fließen vielerorts erst im Januar: Statt „schnell und unbürokratisch“ verzögert und aufwändig: Die geplanten Novemberhilfen der Bundesregierungen wurden noch nicht ausgezahlt. Lediglich eine Abschlagszahlung kam bisher bei den Antragstellern an. Wie das Wirtschaftsministerium mitteilte, kann der Bund „den Ländern die dafür notwendige Software noch nicht zur Verfügung stellen.“ So kann es passieren, dass die Novemberhilfen erst im Januar 2021 bei den Antragstellern eingehen. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger unterstrich die Dringlichkeit der Thematik. Die Unternehmen warten „händeringend“ auf die Gelder. Die bisher getätigten Abschlagszahlungen reichen insbesondere für größere Betriebe nicht, um Fixkosten zu decken. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier habe zwischenzeitlich zugesagt, höhere Abschlagszahlungen zu prüfen.
tagesschau.de, sueddeutsche.de, rnd.de

ANZEIGE

Uhrenwerk Weimar: Eine international angesehene Marke, deren Ursprung sich bis in das Jahr 1950 zurückverfolgen lässt, kehrt zurück. Inspiriert von Henry van de Velde und dem Bauhaus entsteht das neue “Uhrenwerk Weimar” in der Tradition einer Verbindung aus Kultur und Kompetenz, die in Weimar erfunden wurde, aber heute auf der ganzen Welt zuhause ist. Gemeinsam mit dem Antwerpener Designer Ronald Steffen wurden drei Armbanduhren-Modelle entwickelt: “Henry van de Velde”, “Luftbrücke Berlin” und “Royal Union”.
uhrenwerk-weimar.de

Cyberrisiken des Homeoffices werden häufig unterschätzt: Im Rahmen einer repräsentativen Umfrage unter 503 Kleinunternehmen in verschiedenen Teilen der Schweiz fand das Markt- und Sozialforschungsinstitut gfs-zürich heraus, dass KMUs die Risiken des Homeoffice oftmals unterschätzten – und das, obwohl bereits 25 Prozent der Schweizer KMUs Opfer von Cyberangriffen wurden. Bei zwei Dritteln der befragten Unternehmen stehen weder regelmässige Mitarbeiterschulungen zum Thema Cybersicherheit auf dem Programm, noch gibt es präventive Sicherheitsmaßnahmen, wie beispielsweise einen Notfallplan für die Sicherstellung der Geschäftsfortführung oder ein festgelegtes Sicherheitskonzept. Der Leiter des Kompetenzzentrum Cyber Risk beim Schweizer Versicherer Mobiliar, Andreas Hölzli, erklärte fühlen sich viele Unternehmen wohl einfach zu sicher. Ein Backup oder die Auslagerung der IT-Sicherheit reiche nicht aus.
it-markt.ch

Emeram sorgt für Bewegung auf dem Energie-Dienstleistungsmarkt: Die auf mittelständische Unternehmen spezialisierte Beteiligungsgesellschaft Emeram Capital Partners sorgt mit der Übernahme der Tenié und Gores GmbH (TuG) für Bewegung auf dem hierzulande stark fragmentierten Markt für Heizungs- und Wasser-Messdienstleistungen. Laut Berichten des Handelsblatts sind weitere Übernahmen geplant. „Wir steigen in einen dynamischen Markt ein, dessen fragmentierte Struktur in Kombination mit dem anstehenden Technologiewechsel hin zu funkbasierten Messgeräten erhebliches Wachstumspotenzial bietet“, so Emeram-Partner Markus Gyssler.
handelsblatt.com

ANZEIGE

ETL – Deutschlands führende Steuerberatungsgruppe mit Tipps zum Jahreswechsel: Ein turbulentes Jahr voller Herausforderungen geht zu Ende. Und egal ob Unternehmer, Selbstständige, Arbeitnehmer oder Familien – im neuen Jahr erwarten Sie zahlreiche steuerrechtliche Änderungen. Ob Soli-Wegfall, Wiedereinführung der degressiven AfA, Regelungen zum Investitionsabzugsbetrag oder Steuerrechtliche Fragen im Zusammenhang mit Corona-Hilfen und Home-Office: Mit den Ratschlägen der ETL umgehen Sie potenzielle Fallstricke und lernen Möglichkeiten kennen, zu einem zumindest in steuerlicher Hinsicht versöhnlichen Jahresausklang zu finden.
youtube.com

Haribo-Chef Riegel verteidigt Werkschließung im sächsischen Wilkau-Haßlau: Vor rund einem Monat hatte Weingummi-Hersteller Haribo – seines Zeichens Weltmarktführer in diesem Segment – angekündigt, das Werk in der Nähe von Zwickau zum Jahresende zu schließen. 150 Beschäftigte sind von der Schließung betroffen. Nun hat sich Hans Guido Riegel in dem Fall zu Wort gemeldet. Die Entscheidung sei Haribo alles andere als leicht gefallen, jedoch gehöre „zur unternehmerischen Verantwortung […] auch, unpopuläre Entscheidungen zu fällen“ wenn es notwendig sei, so der Konzernchef gegenüber dem Handelsblatt. Es wären „unverhältnismäßige Investitionen“ notwendig, um das sächsische Werk aufrechtzuerhalten und die Produktion an die Anforderungen der Zukunft auszurichten, so Riegel weiter. Die Schließung sei auch vor dem Hintergrund der Pandemie zu betrachten: Durch weggebrochene Absatzmärkte fehlen dem Konzern „ein Volumen, das der dreifachen Menge der Jahresproduktion des Werkes in Wilkau-Haßlau entspricht.“ Nun soll das einzige ostdeutsche Haribo-Werk in wenigen Wochen für immer schließen.
handelsblatt.com

Kurzmeldungen
Nur 68 Frauen an der Spitze der 500 größten Firmen: Der Mittelstand hat ein Männerproblem handelsblatt.com
Innovationskultur für den Mittelstand mittelstandinbayern.de
Warum der Mittelstand die präventive Sanierung kritisiert finance-magazin.de
Unterschätzter Kostenhebel: SSD-Upgrade im Mittelstand news.samsung.com

RAT UND TAT

Gefälschte Mails zu Coronahilfen der EU-Kommission in Umlauf: Cyberkriminelle verschicken im Namen der Europäischen Kommission sogenannte Phishing-Mails an kleinere und mittlere Unternehmen. Wie die Deutsche Vertretung der EU-Kommission in Berlin mitteilte, würden Betrüger versuchen, so an sensible Unternehmensdaten zu gelangen.
In den Mails hätten sie Coornahilfen, beispielsweise die sogenannte Überbrückungshilfe II oder einen speziellen EU-Weihnachtsbonus in Aussicht gestellt. Über Formulare, die die Absender mit der Mail schicken, wollen sie an wichtige Daten wie Kontodaten, Umsatzsteuer-ID oder Handelsregisternummern herankommen. Da die Betrüger real existente Mail-Adressen nachahmen, wirken die E-Mails auf den ersten Blick echt. Deshalb ist es umso wichtiger, den Absender einer Mail genau zu prüfen und gegebenenfalls weder die Mail noch ihren Anhang zu öffnen. Von der Phishing-Attacke betroffen waren insbesondere T-Online-Nutzer, andere Provider führten bessere Sicherheitsprüfungen durch, markierten die Mails beispielsweise als Spam. Die Deutsche Telekom hat angekündigt, sich des Problems anzunehmen
br.de

Wann lohnt es sich, externe Hilfe bei der Unternehmensstrukturierung in Anspruch zu nehmen? Von der Tätigkeit als Einzelunternehmer zum Geschäftsführer eines kleinen Unternehmens mit ein paar Angestellten. Dieser Werdegang ist am Markt häufig vertreten. Doch die Unternehmensstruktur wächst nicht einfach mit und ergibt sich nur in den seltensten Fällen organisch. Vielmehr muss sie gezielt verändert werden. Umstrukturierungen sind dabei nicht mit Unzufriedenheit mit dem Führungsstil oder Kritik gleichzusetzen, sondern viel mehr als das zu verstehen, was sie sind: Konstruktive Kritik zur Optimierung der Abläufe und damit der Unternehmensleistung.
Verschließt man sich solchen Veränderungen und hält stattdessen an alten Abläufen oder Strukturen fest, läuft man viel eher Gefahr, dass die Mitarbeiterzufriedenheit und damit die Produktivität einer Firma sinkt.
An dieser Stelle kann ein Change Manager dabei helfen, Probleme zu erkennen und ihre Ursachen langfristig zu verändern. So können Unternehmen passgenau und langfristig wachsen. Von der Expertise des Change Managements ist abhängig, ob ein Veränderungsprozess wirklich fruchtet und Erfolge zeigt. Deshalb sollten Unternehmen sich diesbezüglich an kompetente Experten wenden.
mittelstand-nachrichten.de

Blockchain-Technologie auch für KMUs sinnvoll: Nicht nur die Finanzbranche, auch kleine und mittlere Unternehmen können von der Blockchain-Technologie profitieren. Anwendungsfelder sind hierbei beispielsweise globalisierte Geschäftsbeziehungen und Wertschöpfungsketten, die mithilfe der Technologie überwacht und strukturiert werden können. Banken können mittelständische Kunden mit Blockchain-Lösungen dabei unterstützen, nachhaltige Kundenbeziehungen aufzubauen. Auch in Bereichen wie der Vertragserstellung und -überprüfung, dem sogenannten „Smart Contracting“ bietet Blockchain-Technologie das Potenzial für Erleichterungen: Ob Beteiligungsvertrag, Versicherungspolice, Steuerklärung oder Bilanz: in all diesen Bereichen könnte die Technologie eingesetzt werden und Mittelständlern eine Arbeitserleichterung bieten.
blockchain-insider.de

Deutschlands Unternehmen sind Vorreiter in Sachen Klimaschutz: Die internationale Umweltorganisation CDP beurteilt in regelmäßigen Abständen die Klimaschutzbestrebungen deutscher Unternehmen. 19 von ihnen wurden nun Bestnoten bescheinigt. In keinem anderen Land Kontinentaleuropas gab es mehr Auszeichnungen.
Weltweit wurden 317 Unternehmen mit dem Prädikat „A“ ausgezeichnet. – Um die Hälfte mehr als noch vor einem Jahr. Besonders freuen durfte sich beispielsweise der deutsche Duft- und Geschmackstoff-Hersteller Symrise: Er wurde in allen drei Kategorien – Klima, Wälder und Wasser – mit der Bestnote prämiert.
Insgesamt hat die Nicht-Regierungsorganisation mehr als 5.800 Firmen analysiert. Die Kategorisierung erfolgt auf den von den Unternehmen zur Verfügung gestellten Daten. Auch für die Finanzbranche ist die Bewertung CDPs nicht unerheblich, beraten sie doch auch Großinvestoren, die auf der Suche nach klimafreundlichen Anlagemöglichkeiten sind.
pv-magazine.de

AUS GESPROCHEN

Der deutsche Mittelstand verfügt über sehr viel wertvolles Know-how, was ihn für Angreifer interessant macht. […] Deshalb ist es für mittlere Unternehmen umso wichtiger, den Schutz ihrer IT nicht zu vernachlässigen und Budgets clever einzusetzen.

Ingo Gehrke, Senior Director & General Manager, Medium Business, bei Dell Technologies, hält eine Stärkung des „digitalen Immunsystems“ im Mittelstand für unabdingbar.
marktundmittelstand.de

AUS DER REIHE

Trotz Corona: Junge Unternehmensgründungen in NRW steigen: In Nordrhein-Westfalen haben sich Start-Up-Gründer nicht von der Pandemie abhalten lassen: Allein im ersten Halbjahr 2020 gab es dort 17 Prozent mehr Gründungen als im Vorjahreshalbjahr.
zeit.de