KW 49: Investitionen im Mittelstand rückläufig, Zu viel Geld für Corona-Hilfen, Merkel bemängelt Lieferkettengesetz und Recht auf Homeoffice

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Dax wird erweitert: Der Deutsche Aktienindex soll im kommenden Jahr 40 statt der bisherigen 30 Unternehmen führen. Geplant ist die Erweiterung ab September 2021. Zudem wird es neben der Ausweitung auch einige wichtige Reformen geben. Nach dem Wirecard-Skandal werden Unternehmen verpflichtet, ihre Jahres- und Quartalsberichte zu veröffentlichen oder einen Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat zu bilden. Zudem müssen Dax-Kandidaten vor der Aufnahme in den Index ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in den letzten zwei Finanzberichten vorweisen. Unternehmen, deren Umsatz zu mehr als zehn Prozent aus dem Verkauf „kontroverser Waffen“ entspringt, bleiben weiterhin im Dax.
zeit.de

Merkel bemängelt Lieferkettengesetz und Recht auf Homeoffice: Während einer Videokonferenz der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände äußerte sich Kanzlerin Angela Merkel kritisch gegenüber die debattierten Gesetzesvorhaben wie das Lieferkettengesetz und das Recht auf Homeoffice. Sie betonte, dass man auch die Kostenseite der Unternehmer beachten und Lösungen finden müsse, die der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft nicht beeinträchtigten. Die deutschen Wirtschaftsverbände haben sich klar gegen die Pläne des Lieferkettengesetzes von Arbeitsminister Hubertus Heil und Entwicklungsminister Gerd Müller ausgesprochen. Im nationalen Alleingang halten sie dieses für schädlich. Hinsichtlich des Rechts auf Homeoffice wolle man Lösungen finden, wie Heil zuletzt erklärte. Kanzlerin Merkel hingegen sei „keine Freundin davon, dass wir durch einen Rechtsanspruch auf Homeoffice gleich wieder Flexibilitäten erschweren“, sagte sie. Eine Regelung über die Tarifverträge würde sie indes bevorzugen.
zeit.de, de.reuters.com

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#IKPK20 – Und es hat auch „zoom“ gemacht: Eine internationale Konferenz in Corona-Zeiten? Challenge Accepted! Attention Media hat die Internationale Konferenz für politische Kommunikation 2020 begleitet und für den reibungslosen Ablauf von Livestreams, hybriden Diskussionen und Talks mit Gästen aus aller Welt gesorgt. Wie geht das? Das erfahren Sie hier: linkedin.com

Investitionen im Mittelstand rückläufig: Nach Angaben der staatlichen Förderbank KfW werden Investitionen von Unternehmen im Zuge der Coronakrise stark zurückgehen. Beim Deutschen Mittelstand sei mit einem Investitionsminus von 37 Milliarden Euro zu rechnen, wie die KfW schätzt. Während letztes Jahr für Neuanschaffungen wie Software, Ausrüstung oder Gebäude rund 436 Milliarden Euro ausgegeben wurden, würden dieses Jahr nur noch 399 Milliarden Euro investiert werden. „Investitionsaufschwung im Mittelstand findet im laufenden Jahr ein jähes Ende“, schreiben die KfW-Volkswirte in einem Papier. Infolgedessen könnte dem Mittelstand wichtige Investitionen wie Digitalisierung und Klimaschutz entgehen. Daher sei es nun wichtig rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, Anreize für Investitionen und mit Anschubfinanzierungen zu setzen. Insbesondere müsse die Politik nun endlich das Problem des Fachkräftemangels angehen.
faz.net

Der Online-Handel boomt: Der deutsche Einzelhandel – sowohl online als auch in stationären Läden – floriert. Dies zeigen die kürzlich vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen bis Oktober. So nahm die Branche im Oktober 8,2 Prozent mehr ein als im Vorjahresmonat und zum September stiegen die Umsätze um 2,6 Prozent. Der Einzelhandel habe Niveau vor der Corona-Krise schon weit übertroffen, wie die Analysten erklären. Die Erlöse im Oktober lagen real bereits 5,9 Prozent höher, als im Februar. Allerdings beinhalten die neuen Zahlen noch nicht die Auswirkungen des Lockdown-Light vom 2. November. Obwohl die Regelungen den Handel kaum einschränken, laste die Angst der Menschen dennoch auf der Kauflaune.
manager-magazin.de

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Uhrenwerk Weimar: Eine international angesehene Marke, deren Ursprung sich bis in das Jahr 1950 zurückverfolgen lässt, kehrt zurück. Inspiriert von Henry van de Velde und dem Bauhaus entsteht das neue “Uhrenwerk Weimar” in der Tradition einer Verbindung aus Kultur und Kompetenz, die in Weimar erfunden wurde, aber heute auf der ganzen Welt zuhause ist. Gemeinsam mit dem Antwerpener Designer Ronald Steffen wurden drei Armbanduhren-Modelle entwickelt: “Henry van de Velde”, “Luftbrücke Berlin” und “Royal Union”.
uhrenwerk-weimar.de

Zu viel Geld für Corona-Hilfen: Laut des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) seien die November- und Dezemberhilfen der Bundesregierung in Höhe von 10 Milliarden Euro zu hoch. Einige Betriebe würden zum teil mehr durch die Entschädigung verdienen als durch die reguläre Öffnung. Dies sei darauf zurückzuführen, dass die Hälfte der Kosten der Betriebe variabel sei. Und Obwohl die Betriebe geschlossen bleiben und damit auch keine Kosten anfallen, wird ihnen 75 Prozent des Umsatzes vom November 2019 erstattet. Einige Branchen hätten zwar hohe Fixkosten, wie IW-Steuerökonom Tobias Hentze gleichzeitig betont, dennoch könnte fast jeder dritte Euro von den rund 30 Milliarden Euro für November und Dezember zu viel sein. „Wir werden uns Gedanken machen müssen, was wir machen, wenn wir längere weitreichende Beschränkungen brauchen“, so Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Claudia Müller, Mittelstandsbeauftragte der Grünen-Fraktion im Bundestag, kritisierte die Hilfen und forderte „Corona-Hilfen, die auch langfristig gerecht funktionieren und bei denen verantwortlich mit Steuergeldern umgegangen wird“.
welt.de, spiegel.de, tagesspiegel.de

Kurzmeldungen

Großbritannien erteilt Zulassung für den Corona-Impfstoff handelsblatt.com
Digitalisierungsindex zeigt Schwächen im Mittelstand handelsblatt.com
BMWi fördert Digitalisierung im Mittelstand egovernment-computing.de
Das gesellschaftliche Klima in Deutschland wird rauer spiegel.de

RAT UND TAT

Viele Unternehmen setzen auf Künstliche Intelligenz: Jedes zweite Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern ist der Überzeugung, dass Künstliche Intelligenz (KI) relevant und damit die Schlüsseltechnologie für die eigene Wettbewerbsfähigkeit ist. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des IT-Dienstleisters Tata Consultancy Services. 57 Prozent der befragten Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern steht KI eher oder sehr aufgeschlossen gegenüber. Sechs Prozent lehnen die Technologie ganz ab. Dennoch fehlt es den Unternehmen an der richtigen Umsetzung: gerade einmal 13 Prozent setzten die Technologie ein. Rund 15 Prozent wollen künftig KI in ihre Unternehmensstrategie einplanen und nutzen.
industrie.de

Change Management für IoT-Projekte: In Sachen “ Internet der Dinge“ und dessen Umsetzung in die Unternehmensstrategie muss für Gerhard Auer, Director bei Microtronics Advisory, der Vorstand eines jeden Unternehmens bei der Umsetzung von IoT-Projekten unbedingt miteinbezogen werden. Will ein Unternehmen IoT-Projekte umsetzen, sei es von besonderer Bedeutung, dass der Vorstand versteht, worum es genau geht. Werden neue Technikprojekte ausschließlich vom IT-Team betreut, sei die Gefahr groß, dass es zu einer ausschließlichen „Insider-Geschichte“ wird. Führt man IoT-Technologien ein, sollte diese zu neuen Geschäftsmodellen führen oder bestehende Modelle zumindest optimieren. Um Insider-Blasen entgegenzuwirken, sollten daher alle Ebenen eines Unternehmens in den Prozess eingebunden werden.
industriemagazin.at

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Leere in der Lehre: Bundesweit fehlt es vielen an Azubis. In diesem Jahr ist die Anzahl der Ausbildungsbewerber um mehr als zwölf Prozent auf knapp 200.000 gesunken. Besonders der erste Lockdown im Frühjahr hat die damalige die Bewerbungsphase erschwert: Bewerbungsgespräche mussten online stattfinden. Betriebe mussten daher erstmal digital umschalten. Auch konnten die jährlichen Bewerbungsmessen der Handwerkskammer und IHK nicht wie üblich vonstattgehen, sondern aufwendige Karriereevents mussten digital aus dem Nichts hervorgebracht werden. Zudem fiel die praktische Berufsorientierung aus, bei der Schulabgänger oft Praktika in Betrieben absolvieren und gegebenenfalls übernommen bzw. eine Ausbildung beginnen wollen. Das Modell der Ausbildung sei in Gefahr. Spitzenverbände der Wirtschaft und der Deutsche Gewerkschaftsbund bezeichnen die derzeitige Situation als „Substanzverlust“ der Ausbildung. Sie fordern daher bessere Bedingungen für die Azubi-Prämien und beispielsweise den Kreis der potenziellen Empfänger von Unternehmen bis derzeit 250 auf bis 500 Beschäftigte auszuweiten.
tagesschau.de, handelsblatt.com

Umfrage: Jedes elfte Unternehmen droht die Insolvenz: Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter 13.000 Unternehmen drohen rund neun Prozent der Firmen die frühzeitige Insolvenz. Dabei handelt es sich bei 80 Prozent vor allem um kleine Betriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern. Die Hälfte dieser befürchtet, in den kommenden drei Monaten insolvent zu gehen. Zudem spüren 40 Prozent der Unternehmen die stetige Abnahme ihres Eigenkapitals. Liquiditätsengpässe machen sich bei 27 Prozent der Firmen bemerkbar. Doch nicht nur kleine Betriebe sind von der Insolvenz betroffen, sondern auch Industrieunternehmen. Oft müssten sie bei teuren Produktionen oder hohen Investitionen in Vorleistung gehen. Der DIHK fordert daher die Schaffung eines speziellen Fonds für Unternehmen mit Umsätzen von 10 bis 50 Millionen Euro. Auch müsse die Eigenkapitalsituation dringlichst gestärkt werden.
n-tv.de

AUS GESPROCHEN

Betriebsräte brauchen bessere Möglichkeiten für die Einführung und Ausgestaltung von mobiler Arbeit und Homeoffice, nicht zuletzt um neuen Spannungen im Betrieb zu begegnen, die Ausstattung zu verbessern und zu gewährleisten, dass Homeoffice in normalen Zeiten auch wirklich freiwillig bleibt

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Reiner Hoffmann, kritisiert den Gesetzentwurf zum mobilen Arbeiten.
bund-verlag.de

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AUS DER REIHE

Großbritannien lässt Corona Impfstoff zu: In Großbritannien hat die Aufsichtsbehörde für Arzneimittel Biontech und Pfizer eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff erteilt. Dies teilte die die britische Regierung am Mittwoch mit. Bereits ab kommender Woche solle der Impfstoff bereitstehen. Zunächst Bewohner von Pflegeheimen und das Gesundheits- und Pflegepersonal geimpft werden.
welt.de