KW 48: Handelsverband warnt vor Schlangen vor Geschäften, MDax schrumpft, Tobias Rappers über Teamwork im Mittelstand

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Handelsverband warnt vor Schlangen vor Geschäften: Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt vor langen Schlangen vor Geschäften, sollte die Bundesregierung die strengen Auflagen umsetzen, die geplant sind. Die Bundesregierung schlägt vor, nur noch einen Kunden pro 25 Quadratmeter in Geschäften zu erlauben. Derzeit sind ein Kunde pro zehn Quadratmeter zugelassen. Dies könnte „am Ende zu neuen Hamsterkäufen im Lebensmittelhandel führen“, warnt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Der HDE fordert einen Verbleib bei den bestehenden Regelungen, auch um Infektionen zu verhindern, wenn viele Menschen im Winter vor den Geschäften warten. Die Hygienekonzepte der Geschäfte hätten sich bewährt, glaubt Genth. Der HDE teilt außerdem mit, dass die Umsätze im innerstädtischen Einzelhandel in den vergangenen Wochen um rund ein Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gefallen seien. Die Kunden würden die Stadtzentren meiden. In der dritten Novemberwoche habe die Zahl der Kunden im Schnitt um rund 40 Prozent niedriger gelegen als ein Jahr zuvor.
spiegel.de, n-tv.de

Viele Unternehmen von Insolvenz bedroht: Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter 13.000 Unternehmen zeigt die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise. So drohen rund neun Prozent der Firmen die baldige Insolvenz. Bei 80 Prozent der akut bedrohten Unternehmen handelt es sich um kleine Betriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern. Rund die Hälfte fürchtet, in den nächsten drei Monaten insolvent zu gehen. Neben den kleinen Unternehmen sind jedoch zunehmend auch Industrieunternehmen betroffen. Bei teuren Produkten und hohen Investitionen müssten viele von ihnen in Vorleistung gehen. Der DIHK schlägt deshalb unter anderem die Schaffung eines speziellen Fonds für Unternehmen mit Umsätzen von 10 bis 50 Millionen Euro vor. Die Eigenkapitalsituation müsse nach Ansicht des DIHK dringend gestärkt werden.
n-tv.de, spiegel.de

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Uhrenwerk Weimar: Eine international angesehene Marke, deren Ursprung sich bis in das Jahr 1950 zurückverfolgen lässt, kehrt zurück. Inspiriert von Henry van de Velde und dem Bauhaus entsteht das neue “Uhrenwerk Weimar” in der Tradition einer Verbindung aus Kultur und Kompetenz, die in Weimar erfunden wurde, aber heute auf der ganzen Welt zuhause ist. Gemeinsam mit dem Antwerpener Designer Ronald Steffen wurden drei Armbanduhren-Modelle entwickelt: “Henry van de Velde”, “Luftbrücke Berlin” und “Royal Union”.
uhrenwerk-weimar.de

MDax schrumpft: Der Dax wird sich vergrößern. Im Zuge der Reform des deutschen Leitindexes werden künftig 40 statt wie bisher 30 Unternehmen geführt. Dafür wird der MDax für mittelgroße Unternehmen von 60 auf 50 schrumpfen. Mit der Reform wird der Dax künftig rund 94 Prozent des Wertes börsennotierter deutscher Unternehmen abbilden. Eine der wichtigsten Neuerungen sieht vor, dass Dax-Kandidaten in den zwei letzten Finanzberichten vor Aufnahme in den Index Gewinne vor Steuern und Abschreibungen aufweisen müssen. Dies könnte jedoch dafür sorgen, dass aufstrebende Unternehmen nicht mehr aufgenommen werden. Zwischenzeitlich war unklar, ob Airbus möglicherweise aus dem Dax ausgeschlossen werden könnte. Möglich wäre dies durch eine Regelung geworden, die Unternehmen ausschließt, deren Umsatz zu mehr als zehn Prozent aus dem Verkauf „kontroverser Waffen“ entspringt. Der Vorschlag wurde schlussendlich jedoch nicht in die neuen Regeln des Dax aufgenommen.
spiegel.de, tagesschau.de

Mietendeckel kostet Vermieter 21 Millionen Euro pro Monat: Der Berliner Mietendeckel, dessen neue Stufe kürzlich in Kraft trat, könnte Berliner Vermieter monatlich Millionen kosten. Das Forschungsunternehmen F+B geht davon aus, dass deutlich mehr Wohnungen von der Regelung betroffen sind, als bisher vom Berliner Senat angenommen. So soll der Mietendeckel bei rund 512.000 Berliner Wohnungen greifen. Berliner Vermieter müssen die Miete für eine Wohnung dann senken, wenn sie mehr als 20 Prozent über der im Gesetz definierten Obergrenze liegt. Diese wurde vom Senat definiert und hängt von mehreren Faktoren ab. Laut F+B könnte der Mietendeckel dazu führen, dass die Vermieter in Berlin monatlich rund 21 Millionen Euro weniger einnehmen werden. Auf das Jahr gerechnet würden ihnen so 250 Millionen Euro entgehen. Zuletzt waren die Mietsteigerungen auch ohne Mietendeckel bundesweit stark zurückgegangen.
spiegel.de

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#IKPK20 – Und es hat auch „zoom“ gemacht: Eine internationale Konferenz in Corona-Zeiten? Challenge Accepted! Attention Media hat die Internationale Konferenz für politische Kommunikation 2020 begleitet und für den reibungslosen Ablauf von Livestreams, hybriden Diskussionen und Talks mit Gästen aus aller Welt gesorgt. Wie geht das? Das erfahren Sie hier: linkedin.com

KI-Trainer für den Mittelstand: Rund 28 Prozent der deutschen Unternehmen sehen Künstliche Intelligenz (KI) als Gefahr. Um diese Zahl zu verringern und das Ziel zu erreichen, weltweit führend in Sachen KI zu werden, will die Bundesregierung nun auf KI-Trainer setzen. 50 KI-Experten sollen künftig dazu beitragen, insbesondere mittelständische Unternehmen über den Einsatz Künstlicher Intelligenz aufzuklären. Die Trainer werden an 16 Mittelstand-4.0-Kompetenzzentren eingesetzt und bieten Firmenbesuche, Workshops und Roadshows. Etwa 3.400 Unternehmen seien im Rahmen des Programms bereits kontaktiert worden, so der Parlamentarische Staatssekretär Michael Meister (CDU) im Forschungsministerium. Die Initiative umfasst außerdem ein „Train-the-Trainer“-Programm, bei dem mehr als 200 Teilnehmer aus den Industrie- und Handelskammern (IHK) und den Handwerkskammern geschult werden.
wiwo.de

Kurzmeldungen
Wie Google und Amazon: So etablieren KMU Künstliche Intelligenz produktion.de
So machen Inhaber ihr Familienunternehmen krisenfest handelsblatt.com
Tracking-Systeme: So können Firmen die Corona-Regeln einhalten marktundmittelstand.de
Alibaba: Seidenstraße für den Mittelstand faz.net

RAT UND TAT

Tobias Rappers über Teamwork im Mittelstand: Im Gastbeitrag schreibt Tobias Rappers von der Mittelstandsinitiative Maschinenraum über Teamgeist im deutschen Mittelstand. Dieser habe schon zu Beginn der Corona-Krise gezeigt, dass er effizient Probleme lösen könne und in der Lage sei, schnell umzudenken. So beispielsweise als Melitta Schutzmasken statt Kaffeefilter herstellte. Die Herausforderung, vor der der Mittelstand nun stünde, ist für Rappers die Kooperation. Derzeit gebe es einige starke Einzelspieler, die nun jedoch zusammenarbeiten müssten, da der internationale Wettbewerb stetig zunimmt. Es gelte „jede Chance zu nutzen, um schneller zu lernen“. Als Beispiel nennt Rappers den Company Builder XPRESS Ventures, ein Projekt des Logistikers Fiege. Dessen Team habe es erfolgreich geschafft, Erfahrungen zu nutzen und miteinander auszutauschen.
focus.de

Welche Finanzierungsmöglichkeiten haben Unternehmen für Digitalisierungsvorhaben? Schlagwörter wie Big Data, Industrie 4.0 und KI bereiten vielen mittelständischen Unternehmen vor allem finanzielle Sorgen. Anders als Start-Ups müssen diese meist auf Eigenkapital zurückgreifen, um Investitionen in die Zukunft zu tätigen. Kredite spielen für KMUs nach wie vor nur eine geringe Rolle. Dabei werden die Unternehmen in Zukunft nicht um Digitalisierungsvorhaben herumkommen. Dafür benötigt es neben Datenbanken, Vernetzungsstrategien und mehr jedoch auch qualifiziertes Personal. Für die Finanzierung bietet sich beispielsweise ein Kredit der staatlichen Förderbank KfW an. Dieser kommt vor allem für Unternehmen in Frage, die bereits erfolgreich in ihrem jeweiligen Marktsegment arbeiten. Die KfW stellt Kredite für Vorhaben aus, die innovationsfreudig und digital sind.
it-daily.net

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Weshalb so wenig Frauen in deutschen Vorständen sitzen: Die Große Koalition hat sich auf eine Frauenquote in Vorständen von Unternehmen geeinigt. Börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern im Vorstand sollen mindestens mit einer Managerin besetzt werden. Für öffentliche Unternehmen gelten ähnliche Bedingungen. In den drei Dax Indizes haben derzeit 101 Unternehmen keine einzige Frau in ihrem Vorstand. Darunter befinden sich auch prominente Kandidaten wie Bayer oder die Deutsche Wohnen. In der Zeit der Krise hat sich die Anzahl der Frauen in Führungspositionen noch einmal verringert. Ulrike Widuwilt, Managing Partnerin der US-Personalberatung Russell Reynolds, glaubt, Frauen hätten es bislang aus zwei Gründen nur selten in Führungspositionen in Unternehmen geschafft. Einerseits würden die meisten Unternehmen nur Managerinnen suchen, die bereits Vorstände sind. Andererseits sei die Motivation dafür bisher eher gering gewesen. Widuwilt schlägt vor, Managern Boni zu bezahlen, wenn sie Frauen in die Vorstände berufen. Dies sei in ausländischen Unternehmen bereits üblich.
wiwo.de

AUS GESPROCHEN

Bund und Länder müssen zudem endlich verbindlich erklären, wie die Hilfen für angeschlagene Unternehmen im November ausgezahlt und im Dezember unbürokratisch fortgeführt werden sollen.

Markus Jerger, Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) über die Pläne der Regierung für Dezemberhilfen.
wallstreet-online.de

AUS DER REIHE

Spielwarenbranche im Höhenflug: Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen konnte die Spielwarenbranche in den vergangenen Monaten  satte Gewinne einfahren. So verzeichnet unter anderem der Modelleisenbahnhersteller Märklin eine stark gewachsene Nachfrage nach seinen Produkten. Vor allem Services wie die Aufbauhilfe seien derzeit neben dem reinen Verkauf der Modelle gefragt. „Corona-Zeit ist Familien-Zeit“, bestätigt der Geschäftsführer des Bundesverbands des Spielwaren-Einzelhandels, Steffen Kahnt. Er glaubt, dass die Deutschen bis Ende des Jahres 3,7 Milliarden Euro für Spielzeug ausgegeben haben werden. Das entspricht einer  Steigerung von mehr als acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
spiegel.de