KW 45: Zustände in den Fleischfabriken sind weiterhin prekär, Milliardenprogramm für die Automobil- und Zulieferindustrie, Mittelstands-Präsident Mario Ohoven ist gestorben

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Zustände in den Fleischfabriken weiterhin prekär: Die Arbeitsbedingungen in deutschen Fleischfabriken sind weiterhin prekär: sieben von zehn Arbeiter sind entweder als Werkvertragsbeschäftigte oder Leiharbeitnehmer angestellt. Dies zeigen Untersuchen der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN). Nur 20 Prozent seien fest angestellt. Im Jahr 2019 machten ein Drittel aller Firmen Werkvertragsunternehmen in der Fleischindustrie, die 63 Prozent der Beschäftigten stellen. Dazu kommen weitere 7,5 Prozent Leiharbeitnehmer. Diese Zahlen gehen aus einer Antwort der Regierung auf eine kleine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion zu den Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie hervor. Die Sprecherin für Mitbestimmung und Arbeit der Linken, Jutta Krellmann, wolle nun das Arbeitsschutzkontrollgesetz der Regierung so schnell wie möglich beschließen, nachdem die Verabschiedung des Gesetzentwurfs Ende Oktober von der Tagesordnung verschwunden war. Geplant war das Gesetz zum 1. Januar 2021 in Kraft treten zu lassen. Max Straubinger, ordentliches Mitglied im Ausschuss des Bundestags für Ernährung und Landwirtschaft, erklärte, von der Branche kontaktiert worden zu sein. Er forderte „Flexibilität“ für die Betriebe, um Saisonspitzen aufrechtzuerhalten. Der Koalitionspartner wirft der Union daher Lobbyinteressen vor.
spiegel.de

Milliardenprogramm für die Automobil- und Zulieferindustrie: Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat Eckpunktepapier für ein Hilfskonzept für die Auto- und Zulieferindustrie vorgelegt, das der Umstellung auf klimafreundliche Antriebe und automatisiertes Fahren dient. Mit dem Entwurf werden Beschlüsse des Corona-Konjunkturpakets näher bestimmt. In Industrie 4.0 und in den Umweltschutz soll mehr investiert werden und damit die Produktion modernisiert und umgewandelt werden. Des Weiteren geht es um Forschung und Entwicklung neuer Technologien. Man wolle eine nachhaltige, schnelle und technologieoffene Transformation der Fahrzeugbranche in Gang setzen, heißt es im Positionspapier. Investitionen in Höhe von zwei Milliarden Euro sollen mit bis zu 60 Prozent in Großunternehmen investiert und 80 Prozent kleine und mittlere Firmen unterstützt werden. Detailregelungen müssten nun innerhalb der Regierung abgestimmt werden. Kanzlerin Angela Merkel plant Mitte November eine weitere Konferenz mit der Automobil- und Zulieferindustrie. Das Programm soll zum 1. Januar 2021 in Kraft treten.
tagesschau.de, de.reuters.com, handelsblatt.com, heise.de

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Uhrenwerk Weimar: Eine international angesehene Marke, deren Ursprung sich bis in das Jahr 1950 zurückverfolgen lässt, kehrt zurück. Inspiriert von Henry van de Velde und dem Bauhaus entsteht das neue “Uhrenwerk Weimar” in der Tradition einer Verbindung aus Kultur und Kompetenz, die in Weimar erfunden wurde, aber heute auf der ganzen Welt zuhause ist. Gemeinsam mit dem Antwerpener Designer Ronald Steffen wurden drei Armbanduhren-Modelle entwickelt: “Henry van de Velde”, “Luftbrücke Berlin” und “Royal Union”.
uhrenwerk-weimar.de

Mittelstands-Präsident Mario Ohoven ist gestorben: Mario Ohoven ist bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Dies teilte der Bundesverband mittelständische Wirtschaft am Sonntagabend mit. „Wir verneigen uns in respektvoller Dankbarkeit vor seinem unvergleichlichen Lebenswerk“, schrieb der Verband. Präsident Ohoven war gelernter Bankkaufmann und kam selbst aus einer Unternehmerfamilie. Er führte mehr als zwei Jahrzehnte den Bundesverband mittelständischer Wirtschaft. Hierfür erhielt zahlreiche Auszeichnungen unter anderem den Europa-Preis des Europäischen Wirtschaftsinstituts (EWI) „Oscar des deutschen Mittelstandes“. Auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier reagierte bestürzt auf dessen Tod. Ohoven habe Großes für die mittelständische Wirtschaft geleistet. Er habe ihn sehr geschätzt, so Altmaier.
spiegel.de, welt.de

Koalition plant digitale Rentenübersicht: Der Überblick über die Rentenvorsorge soll digitalisiert werden. Union und SPD haben einen Gesetzesentwurf zur Verbesserung der Transparenz in der Alterssicherung und der Rehabilitation sowie zur Modernisierung der Sozialversicherungswahlen vorgelegt. Auf einem elektronischen Portal sollen Bürger künftig gebündelt den Stand ihrer Anwartschaften aus der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Alterssicherung abrufen können. Derzeit fehle eine übersichtliche Darstellung aller Ansprüche. Dies soll durch die Digitale Rentenübersicht ermöglicht werden.
handelsblatt.com

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Lockdown Light kostet die deutsche Wirtschaft 19,3 Milliarden Euro: Angesichts steigender Infektionszahlen gelten ab kommenden Montag deutschlandweit strengere Kontaktbeschränkungen. Während Industrieverbände den Kurs als überwiegend positiv bewerten, leiden andere Branchen sehr darunter: Gastronomie und Hotels wird es am härtesten treffen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet Einbußen in Höhe von 5,8 Milliarden Euro. Weiterhin haben die Forscher für die Bereiche Sport, Kultur und Unterhaltung Verluste in Höhe von 2,1 Milliarden Euro berechnet. Allein der November werde die deutsche Wirtschaft rund 19,3 Milliarden Euro kosten: 5,2 Milliarden Euro für die deutsche Industrie und weitere 1,3 Milliarden Euro für den Handel. Auch die Zahl der Beschäftigten dürfte im laufenden vierten Quartal um knapp 100.000 sinken. Rund 591.000 Menschen könnten im Jahr 2020 ihren Job verlieren. Gemeinsam wollen Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Finanzminister Olaf Scholz daher Hilfen in Höhe von zehn Milliarden Euro zur Verfügung stellen.
handelsblatt.com, tagesschau.de

Kurzmeldungen

  • BIP in Deutschland weiterhin stabil faz.net
  • Unternehmen in Deutschland kämpfen mit Liquiditätsproblemen handelsblatt.com
  • Wirecard-Manager Marsalek war österreichischer V-Mann tagesspiegel.de
  • Reiseverband warnt vor Pleitewelle aufgrund des Übernachtungsverbots rnd.de

RAT UND TAT

NRW-Landesregierung will KMU mit ihrem Programm ‚Mittelstand Innovativ & Digital“: Die Corona-Krise bringt den Mittelstand unter Druck. Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen will daher kleine und mittlere Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen in ihrer Innovations- und Digitalisierungskraft unterstützen. Denn die Krise hat nicht nur den Ist-Zustand vieler Betriebe aufgezeigt, sondern auch dass der eigene Digitalisierungsgrad eines Unternehmens ein entscheidendes Element ist, um durch die Krise zu kommen. Mit dem Programm Mittelstand Innovativ & Digital (MID) hat das Bundesland dafür 11,8 Millionen Euro Landesmittel zur Verfügung gestellt. Die eigenen Produkte, Dienstleistungen und Produktionsverfahren sollen innovativ und intelligent weiter- oder neu entwickelt werden. Sogenannte „Digital Hubs“ bieten Unternehmen zum einen Hilfestellung für die Digitalisierung und Optimierung von Geschäftsmodellen. Gleichzeitig erhalten Betriebe auch Zugang in die Welt und Ökosysteme der Startups.
handwerksblatt.de

Logistik 4.0 – Blockchain für die Logistik: Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) hat das erste Blockchain-Gerät für die Logistik entwickelt und vorgestellt. Temperaturempfindliche Waren wie Lebensmittel, Medikamente oder Impfstoffe könnten künftig entlang weltweiter Lieferketten kontrolliert werden. Daten von Lieferketten werden vom Blockchain-fähigen IoT-Gerät in Echtzeit erfasst und enthält eine autonome Real-Time-Steuerung. Positions- und Sensordaten überwachen dabei Transportketten. Es hat eine Akkulaufzeit zwischen 14 Tagen (Dauerbetrieb) und zwei Jahren (Low-Power-Betrieb) und ist 5G-kompatibel. Die Blockchain-Technologie wird es nicht nur ermöglichen Daten zu generieren, sondern reelle Werte würden künftig rechts- und prozesssicher verhandelt und gebucht werden, erklärt Prof. Michael Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML.
industry-of-things.de

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Ihr eigenes TV-Studio: Wir sind Ihr Ansprechpartner für hochwertig produzierte Videoformate und professionelles TV-Setup. Je nach Anlass – Veranstaltungen, Diskussionen, Livestreams – stellen wir Ihnen das erforderliche Equipment zur Verfügung und unterstützen Sie bei der Produktion. Wir bieten permanente und temporäre Lösungen an – sowohl für große Veranstaltungsräume als auch für kleine Speaker-Kabinen. Sprechen Sie uns an!
mein-studio.tv

EU plant den Einsatz Künstlicher Intelligenz zu regulieren: Der Einsatz Künstlicher Intelligenz wird in der Zukunft nicht mehr zu stoppen sein. Maschinelles Lernen dürfte große Bereiche der Wirtschaft umformen und Wohlstand schaffen. Einen Rechtsrahmen mit verbindlichen Regeln für die Entwicklung und Nutzung der neuen Zukunftstechnologie ist daher unabdingbar. Das sieht auch die Europäische Kommission so und will nächstes Jahr einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen. Die Deutsche Wirtschaft ist bisher gegen eine Regulierung, da Innovation aus Europa auch ausgebremst werden könnten, wie der Berufsverband Wirtschaftsrat der CDU erklärte. Dieser befürchtet, dass sich ein solcher Ansatz fast ausschließlich auf die Risiken fokussieren und daher die Chancen dieser Schlüsseltechnologie indes untergraben könnte.
welt.de

KI für die Mitarbeiterbefragung: Die Mitarbeiterbefragung ist ein aufwendiges Handwerk. Allerdings kann sie gegenseitiges Vertrauen aufbauen und die Zusammenarbeit fördern und auch zu einem spürbaren Unternehmenserfolg führen. Da umfangreiche Umfragen mit Multiple-Choice-Fragen, Skalen und Kommentarfelder meist von Hand ausgewertet werden müssen, kann die Auswertung Monate dauern und im schlimmsten Fall die Stimmung im Betrieb weiter kippen. Befragungen die auf Künstlicher Intelligenz (KI) beruhen können Muster hingegen schneller erkennen und damit Abhilfe bei regelmäßigen Mitarbeiterbefragungen schaffen. Durch die Generierung der Daten kann das System mit jeder weiteren Information dazulernen und Unternehmen auf direkte Probleme schneller eingehen und reagieren.
wuv.de

 

AUS GESPROCHEN

„Der Bericht der europäischen Aufsicht ESMA ist eine Ohrfeige für die deutsche Finanzaufsichtsbehörde Bafin.“

Die Europäische Finanzaufsicht hat Kritik über die ungenauen internen Kontrollen der Bafin ausgeübt. Linken-Fraktionsvize Fabio De Masi nimmt den Bericht zum Anlass, umfangreiche Veränderungen in der deutschen Finanzaufsicht voranzutreiben.
sueddeutsche.de

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AI-Ticker : Wöchentlich Nachrichten aus Forschung und Wissenschaft, spannende Informationen rund ums Thema Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen, Big Data und Lernende Systeme.
ai-ticker.net

AUS DER REIHE

Corona-Prämie für Siemensmitarbeiter: 200 Millionen Euro will Siemens an seine Mitarbeiter auszahlen. 23.5000 Mitarbeitern sollen eine Covid-Sonderzahlung von bis zu 1000 Euro erhalten – ausgenommen ist das obere Management. Dies hat das der Vorstand der Siemens AG beschlossen. Das Unternehmen wolle mit der Prämie seine Mitarbeiter für die außerordentlichen Leistungen und den Einsatz seine Wertschätzung zukommen lassen. Dax-Konzern gehört damit zum ersten Unternehmen, das seinen Mitarbeitern eine Prämie auszahlt. Die vergangenen Monate habe man zusammen vergleichsweise gut gemeistert, erklärte Siemens-Chef Joe Kaeser. Noch in dieses Jahr sollen alle berechtigten Mitarbeiter die Auszahlung erhalten.
faz.net, manager-magazin.de