KW 44: KfW-Studie: Jede sechste Firma streicht Stellen, Wirtschaftsminister Altmaier plant Verlängerung der Corona-Überbrückungshilfen, EuGH-Urteil zu Verbraucherrechten

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

KfW-Studie: Jede sechste Firma streicht Stellen: Aufgrund der anhaltenden Corona-Krise muss der deutsche Mittelstand mit deutlich sinkenden Umsätzen rechnen. Infolgedessen streicht jede sechste Firma Stellen und es könnten laut einer Studie der staatlichen Förderbank KfW 1,1 Millionen Jobs wegfallen. 16 Prozent der Mittelständler gaben an, für die Kostensenkung die Zahl ihrer Stellen zu reduzieren. Durchschnittlich wollen sie daher auf jeden fünften Mitarbeiter verzichten. Erst 2019 hatte der Deutsche Mittelstand einen Rekordwert von 32,3 Millionen Angestellten erreicht. Insgesamt verfüge der Mittelstand in Deutschland aber über eine hohe finanzielle Widerstandskraft, erklärte Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. Die Studie zeige, dass sich viele Unternehmen besser auf die Folgen der Pandemie einstellen und sich jeder dritte Mittelständler im Falle eines erneuten Lockdowns mit ausreichenden Reserven gerüstet sähe.
tagesschau.de

Wirtschaftsminister Altmaier plant Verlängerung der Corona-Überbrückungshilfen: Wirtschaftsminister Peter Altmaier plant die Überbrückungshilfen für Selbstständige und mittelständische Unternehmen bis Mitte 2021 zu verlängern. Man wolle Unternehmen die größtmögliche Planungssicherheit ermöglichen, so der Wirtschaftsminister. Derzeit prüfe die Bundesregierung die Verlängerung von Maßnahmen, wie etwa die Überbrückungshilfen für Unternehmen, die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht oder Schnellkredite der KfW für Unternehmer. Besonders das Gastgewerbe kämpfe ums Überleben, sagte Guido Zöllick vom Branchenverband Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands. Ohne weitere Staatshilfen seien die dramatischen Umsatzeinbrüche in der Pandemie nicht aufzufangen. Er fordert daher die Fixkosten-Zuschüsse von derzeit maximal 50.000 Euro pro Unternehmen auf 250.000 Euro anzuheben und sprach er sich für einen Unternehmerlohn aus, solange die Firmen keine normalen Umsätze hätten. Altmaier zeigte sich offen für die Idee. Es habe sich gezeigt, dass eine Art Kurzarbeitergeld für Selbständige nötig sei.
handelsblatt.com, de.reuters.com, tagesspiegel.de, n-tv.de

 

 

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#IKPK20 – Und es hat auch „zoom“ gemacht: Eine internationale Konferenz in Corona-Zeiten? Challenge Accepted! Attention Media hat die Internationale Konferenz für politische Kommunikation 2020 begleitet und für den reibungslosen Ablauf von Livestreams, hybriden Diskussionen und Talks mit Gästen aus aller Welt gesorgt. Wie geht das? Das erfahren Sie hier: linkedin.com

WEF-Bericht: Digitalisierung vernichtet Arbeitsplätze: Nach einer Analyse des World Economic Forum (WEF) beschleunigt die Corona-Pandemie die Vernichtung von Arbeitsplätzen durch Automatisierung und Digitalisierung. Gleichzeitig jedoch verlangsame sich die Schaffung neuer Jobs. Dies geht aus dem Bericht „Die Zukunft der Arbeit 2020“ des WEF hervor. Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie habe die Transformation immens beschleunigt. Experten schätzen, dass bis 2025 85 Millionen Arbeitsplätze in mittleren und großen Unternehmen aus 26 untersuchten Ländern verloren gehen – insbesondere Aufgabenbereiche wie die Dateneingabe, Buchhaltung und Verwaltungsaufgaben seien von Automatisierungs- und Digitalisierungsprozessen betroffen. Daher sind Fortbildungen von Mitarbeitern für neue Aufgaben von besonderer Bedeutung für die Zukunft. Personalchefs und Strategiemanager aus fast 300 Unternehmen mit acht Millionen Beschäftigten nahmen an der Umfrage teil.
faz.net

EuGH-Urteil zu Verbraucherrechten: Lässt sich ein Käufer eine Ware speziell anfertigen, so hat dies Auswirkungen auf das Widerrufsrecht. Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg entschied, dass das Widerrufsrecht bei Maßanfertigungen ausgeschlossen ist. Dies gelte auch dann, wenn die Fertigung des Produkts noch nicht begonnen habe. Wann mit der Herstellung der Ware begonnen wird, entscheide schließlich der Unternehmer allein. Der Kunde erfahre dies meist nicht und könne auch nicht darauf einwirken. Im konkreten Fall ging es um eine Schadensersatzklage der Firma Möbel Kraft vor dem Amtsgericht (AG) Potsdam gegen eine Kundin. Diese hatte auf einer Messe eine Einbauküche verkauft und einige auf die Kundin zugeschnittenen Veränderungen geplant. Die Kundin widerrief sie den Vertrag innerhalb der 14-Tage-Frist für Verträge im Fernabsatz. Dagegen zog der Möbelhersteller vor Gericht und bekam durch das Urteil Recht.
lto.de, tagesschau.de, faz.net

 

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Uhrenwerk Weimar: Eine international angesehene Marke, deren Ursprung sich bis in das Jahr 1950 zurückverfolgen lässt, kehrt zurück. Inspiriert von Henry van de Velde und dem Bauhaus entsteht das neue “Uhrenwerk Weimar” in der Tradition einer Verbindung aus Kultur und Kompetenz, die in Weimar erfunden wurde, aber heute auf der ganzen Welt zuhause ist. Gemeinsam mit dem Antwerpener Designer Ronald Steffen wurden drei Armbanduhren-Modelle entwickelt: “Henry van de Velde”, “Luftbrücke Berlin” und “Royal Union”.
uhrenwerk-weimar.de

Lagarde plant dauerhaften EU-Aufbaufonds: Wie aus einem Interview mit der französischen Tageszeitung Le Monde hervorgeht, plädiert die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, für die Einrichtung eines permanenten EU-Aufbaufonds. Hinsichtlich des 750 Milliarden schweren Corona-Aufbaufonds der Europäischen Union erklärte EZB-Präsidentin Lagarde: „Es ist das Ziel der Kommission, in der Lage zu sein, diese Mittel Anfang 2021 zu verteilen und dieser Zeitplan muss eingehalten werden. (…) Wir sollten die Möglichkeit diskutieren, dass es im europäischen Instrumentenkasten verbleibt, damit es wieder verwendet werden kann, wenn ähnliche Umstände eintreten.“ Allerdings könnte eine solche Aussage eine neue Diskussionswelle über den Sinn und Unsinn einer gemeinsamen europäischen Finanzpolitik hervorrufen. Manfred Weber, Fraktionschef der konservativen EVP-Gruppe im Europaparlament, betonte dementsprechend, er wolle die Hilfen blockieren, sollte die Auszahlung der Gelder nicht an die EU-rechtlichen Bedingungen wie Rechtsstaatlichkeit gekoppelt sein.
faz.net

Kurzmeldungen

RAT UND TAT

Manager zweifeln an Flexibilität ihrer eigenen Firmen: Führungskräfte in deutschen Unternehmen zweifeln an der Anpassungsfähigkeit ihrer eigenen Unternehmen. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation. Rund 70 Prozent der Geschäftsführer, Bereichsleiter und Gesellschafter von den 126 befragten Unternehmen seien teils oder ganz unzufrieden mit der digitalen Transformation ihrer Firmen. Es fehle an Offenheit, Geschwindigkeit, Beteiligung, Experimentierfreude und Risikobereitschaft. Insbesondere die Zusammenarbeit und Kommunikation über Distanz oder der Umgang mit Daten bereiten den Führungskräften große Sorge und seien noch immer unzureichend. Personalberater Peter Horndasch von Rochus Mummert zeigt sich dennoch optimistisch und hofft, dass die Krise eine Chance darstellt, die nötigen Transformationsprozesse voranzutreiben.
spiegel.de

Handelskammer Hamburg regt Lotsenprogramm für Nutzung von KI-Systemen an: Potenziale für die Nutzung von KI-Systemen soll angetrieben werden. Denn stimmt das Know-How, kann der Einsatz von Künstlicher Intelligenz für Unternehmen reizvoll und vor allem lukrativ sein. Dies sieht die Handelskammer Hamburg genauso und fordert ein „Lotsenprogramm“ für Unternehmen. „Wir brauchen ein Lotsenprogramm für die Nutzung der künstlichen Intelligenz, mit dem den Betrieben in Einzelgesprächen die Potenziale dieser Technologie aufgezeigt werden können,“ erklärt Malte Heyne, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg. Zusammen mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum wolle man Beratungsgespräche anbieten und damit besonders kleine Unternehmen im Umgang mit KI-Systemen unter die Arme greifen. Mittels der Corona-Konjunkturmittel des Bundes könnte das Programm finanziert werden.
welt.de

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Ihre Botschaft gut hörbar: Podcasts führen Ihren Siegeszug fort und bieten für Unternehmen, Medienhäuser und Privatpersonen eine neue Bandbreite an Möglichkeiten Menschen zu erreichen. In unserem Podcast-Studio in Berlin-Mitte können Sie Ihre eigenen Audio-Formate aufzeichnen. Gerne unterstützen wir Sie von der Konzeption bis zur Postproduktion und dem Vertrieb. Kommen wir in Kontakt: podcastproduktion.berlin

Blockchain in der Immobilienwirtschaft: Um den Nutzen und die Potenziale der Blockchain-Technologie in der Immobilienbranche zu fördern, initiierte Schweden 2016 ein Pilotprojekt, für das das Consulting-Unternehmen Kairos Future, das Telekommunikationsuntermnehmen „Telia“ und das Blockchain-Start-up „Chromaway“ verantwortlich waren. Ziel war es die Blockchain vom Verkaufsprozess bis zum Grundbucheintrag für alle involvierten Parteien, also Banken, das Grundbuchamt, Makler, Käufer und Verkäufer, transparent zu machen und Kosten in Höhe von 100 Millionen Euro pro Jahr einzusparen. Hierfür nahmen sie den mühsamen und komplizierten Verkaufsprozess bei Immobilien genauer unter die Lupe. Bisher sei die Lösung noch nicht landesweit einsetzbar und das Projekt droht zu stagnieren.
diepresse.com

AUS GESPROCHEN

„Insgesamt verfügt der Mittelstand in Deutschland über eine hohe finanzielle Widerstandskraft. Die Unternehmen haben in den vergangenen Jahren einen hohen Bestand an Eigenkapital aufgebaut, wovon sie nun profitieren.“

Dr. Fritzi Köhler-Geib Chefvolkswirtin der KfW erklärt, dass Mittelständler mit ausreichenden Reserven gerüstet seien.
tagesschau.de

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AUS DER REIHE

Eigene Bierkreationen mittels KI?: Forscher der Universität Luzern in der Schweiz haben einen Bier-Rezept-Generator entwickelt, der Bier in höchster Qualität garantieren soll. Hierfür haben die Forscher über 150.000 Rezepte aus dem Internet gesammelt und davon 70.000 in die Software eingearbeitet. Diese überprüft Zutaten-Kombinationen, die entweder zusammenpassen oder nicht. Nach vielen Testvorgängen verspricht der Algorithmus die Zutaten-Kombi für ein perfektes Bier zu kennen. Gibt man verschiedene Zutaten in den Bier-Rezept-Generator ein, schlägt das Programm passende Komponenten vor. Der eigenen Biervariationen sollte damit nicht mehr im Wege stehen.
srf.ch