KW 33: Pflicht zum Insolvenzantrag weiterhin ausgesetzt, Britische Wirtschaft bricht zusammen, Bruttolöhne stark gesunken

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Pflicht zum Insolvenzantrag weiterhin ausgesetztt: Im März hatte die Bundesregierung beschlossen, die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen bis Ende September wegen der Corona-Pandemie vorübergehend auszusetzen. Unternehmen können damit über Monate auf einen Insolvenzantrag verzichten. Justizministerin Christine Lambrecht will damit überschuldeten Unternehmen helfen. Sie schlägt weiter vor, Unternehmen von dieser Pflicht bis Ende März 2021 zu befreien. Damit wolle man überschuldete Unternehmen Zeit geben „sich durch das in vielen Branchen wieder anziehende Wirtschaftsgeschehen oder staatliche Hilfsangebote sanieren zu können“, erklärte Lambrecht am Samstag in Berlin. Ziel sei es massenhafte Pleiten zu verhindern und Arbeitsplätze zu sichern. Die verlängerte Aussetzung gilt allerdings nur für Firmen, die überschuldet, hingegen nicht zahlungsunfähig sind. Zustimmung erhält Lambrecht mit diesem Vorschlag auch aus der Union. Man müsse aufpassen, dass man keine Zombie-Unternehmen mitschleppe, die auch schon vor Corona keine Zukunft hatten, erklärte CDU-Politiker Joachim Pfeiffer. Berichterstatterin für Insolvenzrecht in der FDP, Judith Skudelny, hingegen meint, dass der Vorschlag weder den Firmen, die eine wirtschaftliche Perspektive brauchen, noch den Gläubigern, weiterhelfe. Wichtiger sei das Vorantreiben für das Frühjahr angekündigte Verbraucherinsolvenzrechtsreform und ein Schutzschirmverfahren für kleine und mittlere Betriebe, sagte Skudelny.
faz.net

Britische Wirtschaft bricht zusammen: Wegen der Corona-Pandemie ist die britische Wirtschaft so stark wie noch nie eingebrochen. Die Wirtschaft Großbritanniens schrumpft so stark wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen. In den Monaten April bis Juni ging das Bruttoinlandsprodukt um über 20 Prozent zurück, verglichen mit den ersten drei Monaten des Jahres. Verglichen zu jedem anderen Staat der sieben Wirtschaftsnationen ist der britische Zusammenbruch größer und gar doppelt so groß wie in Deutschland. In Deutschland schrumpfte die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal mit 10,1 Prozent. Jonathan Athow vom Office for National Statistics erklärte, dass die Wirtschaft sich begann im Juni zu langsam zu erholen. Gegenüber zu Mai legte sie um 8,7 Prozent zu. Das öffentliche Leben wurde in Großbritannien erst später wieder hochgefahren, weil es auch stärker betroffen ist. Die britischen Notenbank prognostiziert, dass das Bruttoinlandsprodukt dieses Jahr insgesamt um 9,5 Prozent fallen wird – ein Konjunktureinbruch, den es seit 100 Jahren in Großbritannien nicht mehr gegeben hat.
sueddeutsche.de

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Uhrenwerk Weimar: Eine international angesehene Marke, deren Ursprung sich bis in das Jahr 1950 zurückverfolgen lässt, kehrt zurück. Inspiriert von Henry van de Velde und dem Bauhaus entsteht das neue “Uhrenwerk Weimar” in der Tradition einer Verbindung aus Kultur und Kompetenz, die in Weimar erfunden wurde, aber heute auf der ganzen Welt zuhause ist. Gemeinsam mit dem Antwerpener Designer Ronald Steffen wurden drei Armbanduhren-Modelle entwickelt: “Henry van de Velde”, “Luftbrücke Berlin” und “Royal Union”.
uhrenwerk-weimar.de

Insolvenzgefahr bleibt weiterhin hoch: Kleine und mittlere Unternehmen lösen sich langsam aus dem Corona-Schock und stufen ihre Geschäftslage wieder etwas besser ein. KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib erklärt, dass es den kleinen und mittleren Unternehmen nach dem dem Absturz im April ein recht ordentlicher Neustart gelungen und die Weichen für ein hohes Wachstum im Sommerquartal gestellt seien. Erhebliche Risiken bestehen jedoch noch hinsichtlich vieler Unternehmensinsolvenzen: In der Industrie seien deutlich mehr Beschäftigte von Insolvenzen betroffen. Die Bundesregierung hat nun die strengen Regeln zur Anmeldung einer drohenden Zahlungsunfähigkeit bis Ende September gelockert, um Unternehmen auszuhelfen und einer Pleitewelle vorzubeugen.
faz.net

Bruttolöhne stark gesunken: Die Coronapandemie und die Kurzarbeit haben den monatlichen Bruttoverdienst von Voll- und Teilzeitbeschäftigte so stark wie seit Jahren nicht mehr sinken lassen. Das Statistische Bundesamt teilte mit, dass dieser im zweiten Quartal durchschnittlich um 2,2 Prozent fiel im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die bezahlte Wochenarbeitszeit der Beschäftigten ist demnach im Durchschnitt um 4,7 Prozent gesunken. Besonders in den Wirtschaftszweigen Beherbergung, Autoherstellung und Reiseveranstalter gab es laut des Bundesamts die größten Rückgänge der Bruttomonatsverdienste. Trotzdem konnte die Kurzarbeit Einkommensverluste der Beschäftigten zum Großteil auffangen. Die Zahl der Kurzarbeiter sei im Juli auf 5,6 Millionen gesunken. Im Mai lag sie noch bei rund sieben Millionen, wie Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts ifo zeigen.
zeit.de

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Beschleunigung der Bauprojekte: Bauprojekte sollen künftig weniger lange dauern als bisher. Das von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) eingebrachte Investitionsbeschleunigungsgesetz wurde am Mittwoch vom Bundeskabinett angenommen. Bauprojekte wie neue Bahnsteige, Mobilfunkmasten oder Windräder werden damit schneller umgesetzt werden können. Hintergrund der Beschleunigung ist, dass in der Vergangenheit viele Projekte bei ihrer Umsetzung nicht an fehlendem Geld scheiterten, sondern aufgrund der langwierigen und komplizierten Genehmigungsverfahren. Für Wirtschaftsminister Peter Altmaier sei das Gesetz „ein wichtiges Zukunftssignal für Deutschland als Investitionsstandort.“ Hierfür sollen aber auch Umweltprüfungen erleichtert werden. Und nicht nur Umweltverbände kritisieren die Maßnahmen, sondern auch die Industrie. Nach dem Gesetzentwurf soll bislang nur das Raumordnungsverfahren digital möglich sein. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) fordert daher, die Digitalisierung stärker zu nutzen und alle Unterlagen und Verfahren digital austauschen zu können.
faz.net, handelsblatt.com

Kurzmeldungen
CEO Tim Cook ist Dollarmilliardär manager-magazin.de
Entscheidung über 7 Euro mehr im Monat für Hartz-IV-Empfänger geplatzt businessinsider.de
Datenschutzabkommen gekippt – Deutsche Industrie verunsichert ict-channel.com
Digitalisierung macht den Unterschied it-zoom.de
Tesla Aktie manager-magazin.de

RAT UND TAT

Was „Generation Z“ so besonders macht: „Immer hängen die nur am Smartphone“ – mit solchen Sätzen verurteilen Ältere die Generation Z. Philip Kalweit, 20, gründete mit 17 Jahren seine eigene IT-Sicherheitsfirma „Kalweit ITS” und ist mittlerweile als „Deutschlands jüngster Auftragshacker“ bekannt. Er erklärt, dass viele immer noch nicht verstanden haben, dass der Alltag mittelbar oder direkt auf digitalen Prozessen basiere: Der öffentliche Nahverkehr. Die Banken. Selbst Tischler oder Klempner bekommen mittlerweile ihre Aufträge per Mail. Und sogar hinter der Klopapierrolle im Supermarkt — dem analogsten aller Produkte — steckt ein komplexer, digitalisierter Prozess. Daher ginge nicht darum, ob Generation Z so viel Zeit am Smartphone verbringt — sondern womit. Junge Menschen nutzen die Technologie, um sich um einen gesunden Lebensstil zu kümmern (76 Prozent), um ihre Finanzen zu managen (81 Prozent), um Neues zu lernen und ihr Allgemeinwissen zu vergrößern (88 Prozent) oder um ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen (78 Prozent). Es gibt heute ein Überangebot an Möglichkeiten, ausgelöst durch die Digitalisierung. Auch Ralf Lülsdorf, 53, ist überzeugt, dass die Generation Z die digitale Transformation für so viel Positives nutzen. Sie sind von frühester Jugend an international vernetzt, sprechen fließend in Englisch, da Filme nur noch im Original geschaut werden. Das führe auch dazu, dass Generation Z kein Verständnis für nationalistisches Gehabe aufbringen.
businessinsider.de

450.000 mittelständische Unternehmen könnte das Aus drohen: Damit der deutsche Mittelstand angesichts der künftigen Herausforderungen überleben können, sollte vor allem jetzt den Begriffen Unternehmensnachfolge und Digitalisierung eine besondere Bedeutung zu kommen, meint Jan Friedrich, Experte für Unternehmensnachfolge im Mittelstand. Laut einer Studie des KfW Research könnten in den kommenden Jahren 450.000 mittelständische Unternehmen den Markt verlassen, da sie keinen Nachfolger haben (davon etwa 100.000 Firmen bis Ende 2021). Friedrich empfiehlt, dass sich Senior-Chefs bereits drei Jahre vor Übergabe um eine Nachfolge kümmern müssen. Mitarbeiter sollten hierfür auch als Träger des Firmen-Know-hows unmittelbar in diesen Change-Prozess involviert werden. Auch muss geprüft werden, wie fortgeschritten der jeweilige Betrieb hinsichtlich des digitalen Wandels ist. Sollten sich Prozesse und Abläufe automatisieren lassen, um beispielsweise Mitarbeiter zu entlasten, Kosten einzusparen und Kunden individueller anzusprechen, muss dieser Workflows effizienter gestaltet werden. Daher heißt es, Digitalisierung aktiv gestalten. Das digitale Know-how kann in Form von Weiterbildungen oder Workshops gefördert werden. Digitalisierung stellt einen weiteren Parameter dar, um das Überleben des deutschen Mittelstands zu sichern.
focus.de

Serviceplattform soll ab 2022 mit Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung dem gesamten Mittelstand helfen: Das Forschungsprojekt Service-Meister will dem deutschen Mittelstand bei der Anwendung und Umsetzung der Künstlichen Intelligenz Unterstützung bieten. Denn gerade das Know-how-Aufbau zur KI für den Mittelstand sei der Dreh und Angelpunkt, sagt Andreas Weiss, Geschäftsbereichsleiter Digitale Geschäftsmodelle im eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. Das nötige Service-Wissen zu industriellen Anlagen übersteige das Wissen einzelner Servicetechniker und Unternehmen. Hinsichtlich des bestehenden Fachkräftemangel stünde der deutsche Mittelstand in den nächsten Jahren vor der enormen Herausforderung, seinen internationalen Vorsprung bei Dienstleistungen zu sichern. Daher plant Service-Meister Fortbildungen für Mittelständler zu Digitalisierung und zur Künstlichen Intelligenz. Weiterhin soll es Schulungsangebote in Zusammenarbeit mit Handwerkskammern geben. Service-Meister hat sich im KI-Innovationswettbewerb der Bundesregierung erfolgreich durchgesetzt und wird gefördert. Ab 2022 wird eine Plattform, die Serviceprozesse mit künstlicher Intelligenz unterstützt, den Mittelstand im Digitalisierungsprozess unter die Arme greifen.
mittelstand-nachrichten.de, digital-engineering-magazin.de

Drei Technologien zur Beschleunigung der digitalen Transformation: Es gab eine Zeit, in der die digitale Transformation nur ein weiterer To-Do-Punkt auf der Tagesordnung der meisten Unternehmen war. Nach dem Ausbruch von Covid-19 kamen diese Tage gewaltsam zum Stillstand und Unternehmen müssen heute nach jeder Möglichkeit suchen, diese zu beschleunigen. Jedes Unternehmen, das versucht seine Digitalisierungsprozesse zu beschleunigen, sollte daher vor allem KI und Analytics, Cloud Computing und Internet Of Things Beachtung schenken. Der Wert, den künstliche Intelligenz einem Unternehmen bringen kann, ist unübertroffen. KI-gesteuerte Analysen ermöglichen es, über konventionelle Strategien hinauszugehen, um die Auswirkungen der Pandemie zu bekämpfen. IoT-Lösungen haben sich als äußerst hilfreich erwiesen, wenn es darum geht, die nötige Flexibilität und Widerstandsfähigkeit zu entwickeln, um unvorhergesehenen Veränderungen begegnen zu können.
forbes.com

AUS GESPROCHEN

Der Vorstoß ist ein jämmerlicher Versuch der SPD, die bestehenden wirtschaftlichen Probleme erst nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sichtbar werden zu lassen.“
Nach Ansicht von FDP-Abgeordnete Judith Skudelny werde der Vorstoß der Bundesjustizministerin weder den Firmen, die eine wirtschaftliche Perspektive brauchen, noch den Gläubigern, die in Vertrauen auf die Regierung weiter in Vorleistung gehen, helfen.
faz.net

AUS DER REIHE

Rassismusvorwürfe bei FC Bayern:FC Bayern prüft Rassismusvorwürfe gegen einen Trainer der Nachwuchsförderung. In Whatsapp-Chats solle sich dieser vermehrt rassistisch geäußert haben. Es gebe allerdings keine Anzeige gegen den Klub. Die Münchner Polizei habe die Ermittlungen aufgenommen und betonte gleichzeitig, dass derzeit vieles noch unklar sei. Konkrete Vorwürfe würden daher erst einmal herausgearbeitet. Bereits 2018 soll es vier anonyme Schreiben an die FC-Bayern-Vereinsführung gegeben haben, von Eltern der Spieler, in denen dem betroffenen Trainer über nicht nur rassistische, sonder auch homophobe Äußerungen vorgeworfen wurden. Wann erste Erkenntnisse vorliegen werden, ist zunächst unklar, da für die Polizei keine „Eilbedürftigkeit“ bestehe.
zeit.de, br.de