KW 28: G20 beschließen globale Mindeststeuer für Unternehmen, CSU-Chef Markus Söder besteht auf Steuersenkungen, Beirat Junge Digitale Wirtschaft fordert „Disziplinierung der Presse“

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

G20 beschließen globale Mindeststeuer für Unternehmen: Die G20-Finanzminister haben sich auf eine globale Mindeststeuer von 15 Prozent sowie eine neue Verteilung der Besteuerungsrechte unter den Staaten geeinigt. Diese sollen 2023 in Kraft treten, die letzten Fragen sollen bis Oktober diesen Jahres geklärt werden. Auf Arbeitsebene haben bereits 132 von 139 Staaten unter dem Dach der Industriestaaten-Organisation OECD zugestimmt. Mit der Mindeststeuer von 15 Prozent soll verhindert werden, dass Unternehmen ihren Sitz in Niedrigsteuerländer verlagern und Staaten somit ihre Unternehmenssteuern im gegenseitigen Wettkampf immer weiter senken. Viele global agierende Konzerne – besonders große Digitalunternehmen wie Amazon und Google – verlagern ihre Gewinne oft in Länder mit niedrigen Steuersätzen. Vom deutschen Finanzministerium heißt es, dies sei unfair gegenüber kleinen Betrieben. Künftig sollen internationale Unternehmen nun nicht mehr in ihrem Heimatland Steuern zahlen, sondern überall dort, wo sie auch gute Geschäfte machen. In der Folge stellte die EU-Kommission ihre Pläne zur Digitalabgabe zurück, da sie nicht mehr als notwendig angesehen wird.
spiegel.de, heise.de, deutschlandfunk.de (Digitalsteuer)

CSU-Chef Markus Söder besteht auf Steuersenkungen: In einem Interview hatte CDU-Chef und Unionskanzlerkandidat Armin Laschet erklärt, dass für Steuererleichterungen das Geld fehle. Nun sprach sich CSU-Chef Markus Söder in der unionsinternen Debatte über die Steuerpolitik für Entlastungen aus. Diese seien „das Herzstück“ der Steuerpolitik von CDU und CSU, was sich auch im gemeinsamen Wahlprogramm wiederfinde. Die Union hatte in den Entwürfen zu ihrem Wahlprogramm deutlich Steuerentlastungen für Unternehmen und Arbeitgeber in Aussicht gestellt. In der letztlich beschlossenen Version wurden diese bereits abgespeckt und unter Finanzvorbehalt gestellt. Damit geht Söder auf Distanz zu Unions-Kanzlerkandidat Laschet.
welt.de, rnd.de, spiegel.de

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Beirat Junge Digitale Wirtschaft fordert „Disziplinierung der Presse“: Der Beirat Junge Digitale Wirtschaft, in dem sich einflussreiche Vertreter der Gründerszene finden lassen, will verhindern, dass Journalisten Unternehmen beim Börsengang stören. Das ging aus einer Veröffentlichung auf der Website des Bundeswirtschaftsministeriums unter dem Titel „Positionspapier zum Thema Börsengänge Deutscher Start-ups“ hervor, in der die „Disziplinierung der Presse“ gefordert wird. Das Gremium gibt in dem Papier der Presse eine Mitschuld am schwächelnden IPO-Markt, der Staat solle für die „Gewährleistung einer ausgewogenen Berichterstattung“ sorgen. Namentlich als Autoren genannt werden Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer, Investor Christoph Gerlinger von der German Startups Group und Alex von Frankenberg, Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds. Das Bundeswirtschaftsministerium distanzierte sich von den Inhalten des Positionspapiers und nahm es später wieder von der Website. Investor Christoph Gerlinger hat sich bereits selbst als Autor der kritischen Passagen geoutet und Wirtschaftsminister Peter Altmaier bereits seinen Rücktritt angeboten. Die Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer zeigt sich schockiert von der veröffentlichten Version. Sie habe an der entscheidenden Sitzung des Beirats nicht teilnehmen können und sich deshalb nicht in die Entwicklung und Veröffentlichung eingebracht.
handelsblatt.com, tagesspiegel.de, spiegel.de

China erhöht Druck auf Tech-Konzerne: Die chinesische Regierung hat eine deutlich schärfere Kontrolle von chinesischen Unternehmen, die im Ausland an der Börse gehandelt werden, angekündigt. Dies hat weitgehende Auswirkungen auf die Kapitalbeschaffung aufstrebender chinesischer Firmen an ausländischen Kapitalmärkten. Die neuen Regeln sollen besonders auf „Datensicherheit, grenzüberschreitenden Datenfluss und die Verwaltung vertraulicher Informationen“ zielen. Die chinesische Regierung fürchtet, Unternehmen könnten von den dortigen Behörden gezwungen werden, ihre wachsenden Datenmengen zur Verfügung zu stellen. Die Ankündigung der Vorschriften folgte auf das überraschende Vorgehen der Behörden gegen den Fahrdienstvermittler und Uber-Rivalen Didi Chuxing, der in der Woche zuvor in New York an die Börse ging.
tagesschau.de, manager-magazin.de

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Volkswagen baut mit neuer Strategie komplett um: Der Volkswagen-Konzern will sich parallel zu seiner Umstellung auf Elektromobilität bis Mitte der 2030er-Jahre auch zu Deutschlands größtem Anbieter von Software und selbstfahrenden Autos wandeln. Das kündigte Vorstandschef Herbert Diess, dessen Vertrag vor kurzem bis 2025 verlängert wurde, bei der Präsentation der Konzernstrategie bis 2030 an. Ein Großteil der Fahrzeuge werde dann autonom fahren können und laut Diess soll VW diese Fahrzeuge dann nicht nur herstellen und verkaufen, sondern sie auch betreiben. Die Automobile sollen gemeinsam zu Teilen eines neuronalen Netzwerkes werden, welches ihre Bewegungen steuert. Dabei wird das System besser, je mehr Daten die Fahrzeuge sammeln und je länger sie unterwegs sind. In den nächsten zehn Jahren will Volkswagen mit dieser zunehmenden Digitalisierung und dem Elektroantrieb die Umwelt- und Klimanachteile des Fahrens verschwinden lassen.
handelsblatt.com, welt.de

Kurzmeldungen

Weltweiter Vergleich: Deutsche Familienunternehmen seltener umsatzstärkste Spitze tagesschau.de
Materialmangel: Baukosten steigen so stark wie seit 14 Jahren nicht mehr spiegel.de
Island: Viertagewoche ist ein „voller Erfolg“ n-tv.de
Buchmarkt: Internet-Buchläden sind laut Zahlen des Börsenvereins gefragter als Amazon faz.net
Elektromobilität: Deutsche Hersteller dominieren im ersten Halbjahr 2021 heimischen E-Auto-Markt manager-magazin.de

RAT UND TAT

Grillhersteller Weber geht an die New Yorker Börse: Der US-Grillhersteller Weber will nach einem kräftigen Umsatzsprung von 62 Prozent im zweiten Halbjahr 2020/21 (per 31. März) an die New Yorker Börse. Der Zulassungsantrag für das Debüt sei bereits bei der zuständigen US-Börsenaufsicht SEC eingereicht worden, wie das Unternehmen mitteilte. Weber ist besonders bekannt für den Holzkohle-Kugelgrill „Weber Kettle“, der vor rund 70 Jahren von Firmengründer George Stephen Sr. erfunden wurde. Noch ist unklar, wie viel Geld Weber beim Börsengang erlösen will, jedoch ist im Wertpapierprospekt bisher ein Platzhalterbetrag von 100 Millionen Dollar eingetragen. Weber hatte erst im Oktober 1,55 Milliarden Dollar bei einer Finanzierungsrunde eingenommen.
wiwo.de, manager-magazin.de, spiegel.de

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Aldis Tierwohlversprechen wird durch Klimaschutz gebremst: Die Discounterkette Aldi will bis 2030 Billigfleisch aus Stallhaltung aus der Frischetheke verbannen. Von da an soll das angebotene Fleisch nur noch von Tieren stammen, die im Freien oder wenigstens in Ställen mit Frischluftkontakt gehalten werden. Dies ist jedoch nicht so leicht möglich, da die Landwirtschaft massiv umgebaut werden muss, um Fleisch dieser Qualität anbieten zu können. Für eine Umsetzung der Pläne ist momentan weder das Bau- noch das Umweltrecht angepasst, wie Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands und Vertreter der Interessen der heimischen Bauern, äußert. Gerade für die geforderten Ställe mit Außenbereich werden wegen der bei der Tierhaltung entstehenden Emissionen nur selten Baugenehmigungen erteilt. Aldi weist jedoch diesbezüglich die Verantwortung von sich und verweist auf die Politik, deren Aufgabe die Schaffung klarer und verlässlicher Rahmenbedingungen sei. Aldi steht mit seiner Forderung jedoch nicht allein da. Auch andere Lebensmitteleinzelhändler wie Kaufland, Lidl oder Rewe haben ähnliche Pläne für den Fleischverkauf.
handelsblatt.com

AUS GESPROCHEN

Den Mittelstand treffen die Strompreise wie ein Schlag

Alexander Kronimus, Energieexperte beim Verband der Chemischen Industrie (VCI), kritisiert die hohen Strompreise, die zu einem immer gefährlicheren Standortnachteil in Deutschland werden. Durch die verschärften Klimaziele von EU und Bundesregierung könnte es zu einem weiteren Preisschub kommen.
wiwo.de

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AUS DER REIHE

Brandenburger Glückspilz erzielt Rekordgewinn von 48 Millionen Euro – und holt Geld nicht ab: Vor knapp drei Wochen hat eine bisher unbekannte Person aus Brandenburg den Eurojackpot geknackt, den siegreichen Schein jedoch bisher noch nicht eingelöst. Lotto Brandenburg sucht nun nach dem unbekannten Glückspilz. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, dass der Tippschein anonym in einem Lottoshop abgegeben wurde und mit fünf richtigen Gewinnzahlen sowie zwei korrekten Eurozahlen einen Volltreffer erzielte. Lokalmedien zufolge ist der Gewinn in Höhe von 48.195.035,90 Euro der höchste Einzelgewinn bei Lotto Brandenburg seit der Gründung im Jahr 1991.
spiegel.de

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