KW 25: Gastgewerbe mit größten Umsatzeinbrüchen, Ausbildungsprämie für kleine und mittelständische Unternehmen, Zusammenarbeit mit externen Experten

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Gastgewerbe zeigt sich mit größten Umsatzeinbrüchen durch Corona-Maßnahmen:
Der Berliner Mittelstand soll mit der Soforthilfe V geholfen werden. Ein Drittel der Anträge auf Überbrückungshilfen kämen aus dem Gastgewerbe, so die Senatswirtschaftsverwaltung. Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitenden sind berechtigt einen solchen Antrag zu stellen. Davon gibt es in Berlin 17.000. Die Industrie- und Handelskammer steht dem Soforthilfepaket indes kritisch gegenüber. Problematisch sei, dass Unternehmen zunächst zu einer Kreditaufnahme bei der Staatsbank KfW gedrängt würden und erst dann Zuschüsse erhielten, wenn ein Kredit nicht bewilligt wird, so IHK-Präsidentin Beatrice Kramm.
tagesspiegel.de

Ausbildungsprämie für kleine und mittelständische Unternehmen: Die Covis-19-Krise solle zu keiner Krise für junge Menschen werden. Ziel sei es die berufliche Zukunft junger Menschen und die Fachkräftesicherung. Um Ausbildungsplätze zu sichern, plant das Bundeskabinett eine Ausbildungsprämie in Höhe von 500 Millionen Euro. Sind Betriebe in der Lage die Zahl der Lehrstellen konstant zu halten, erhalten sie für jeden für 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einen einmaligen Zuschuss von 2000 Euro. Die Prämie steigt auf 3.000 Euro, falls sie mehr Ausbildungsplätze anbieten. Bis zu 280 Millionen Euro soll die Ausbildungsprämie kosten. Weitere Hilfen soll es geben, wenn die Betriebe Kurzarbeit für Lehrlinge vermeiden oder Auszubildende aus insolventen Betrieben übernehmen.
zeit.de

Klimawandel versus Konjunktur: Angesichts des globalen Shutdowns liegen Verkehr und  Industrieproduktion am Boden, mittelständische Unternehmen weisen extreme Umsatzeinbußen vor – doch die Umweltverschmutzung nimmt ab. Weniger Menschen sind in Fahrzeugen unterwegs, Produktionen sind zurückgefahren worden und Fabriken mussten schließen. Auch in Deutschland ist mit einem Rückgang der CO2 -Emmissionen zu rechnen.  Allein in Deutschland könnten durch die Corona-Maßnahmen 30 bis 100 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden und Deutschland würde damit sein Klimaziel deutlich übertreffen. Man könnte die Krise daher auch als Chance sehen, die Energiewende zu beschleunigen und die Investitionen zum Wiederaufbau der Wirtschaft nach der Coronakrise in den Klimaschutz zu lenken.
bvmw.de

Aufruf mittelständiger Unternehmen zur Zusammenarbeit mit externen Experten: In kaum einem anderen Land wie in Deutschland gibt es so viele mittelständige Unternehmen. Nicht umsonst sind verkörpern der Mittelstand das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Durch eine hohe Innovationskraft könnten mittelständige Unternehmen noch weiter vorangetrieben. Hier zeigte sich in der Vergangenheit jedoch, dass mittelständische Unternehmen zu wenige Arbeitskräfte haben, die in der Lage sind, solche Innovationen zu forcieren. Nur jedes dritte mittelständische Unternehmen plane größere Investitionen in die Entwicklung von Innovationen, so das Ergebnis einer Studie der DZ Bank. Entscheidender Punkt ist in erster Linie nicht das fehlende Budget, sondern der Mangel an Fachkräften und Experten.
mittelstand-nachrichten.de

Kurzmeldungen
Deutlich weniger Unterbrechung in den Lieferketten für Maschinenbauer faz.net
Handwerksverband rechnet mit Abschwung ab Jahresmitte handelsblatt.com
Mit va-Q-tec sorgen Würzburger weltweit für die Hälfte aller Transporte von Corona-Test-Kits handelsblatt.com
Norma will Fabrik schließen und Stellen am Stammsitz abbauen faz.net

RAT UND TAT

Produktionsdatenbasierte Kredite: Ein saisonbedingtes Tief kann zur Belastung der Liquidität eines Unternehmens führen. Denn die Kreditraten für die noch nicht abbezahlten Produktionsmaschinen werden auch bei geringem Umsatz in voller Höhe fällig. Durch die zunehmende Digitalisierung im Maschinenpark sind Modelle möglich, bei denen die Rückzahlung an die Produktionsleistung des Unternehmens gekoppelt ist.  In vielen der heutigen verkauften Maschinen sind Sensoren verbaut, die Daten wie Stillstandszeiten erfassen und damit ein solches Finanzierungsmodell möglich machen. Wenn diese Infos nicht nur intern benutzt werden, sondern auch an den Finanzdienstleister, können diese sehen wie sich die wirtschaftliche Auswirkung der Maschine für das Unternehmen verhält und Kreditkonditionen können sich danach berechnen lassen.
marktundmittelstand.de

„Der Handel hat Großes geleistet“- HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth im Interview: Lebensmittelhandel, Drogerien und Baumärkte hätten absolut professionell reagiert und binnen kürzester Zeit die notwendigen Maßnahmen getroffen, um den Zutritt zu kontrollieren sowie Hygiene- und Abstandsregeln durchzusetzen, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Denn trotz Hamsterkäufe galt es die Versorgungssicherheit und die Lieferketten stabil zu halten. „>Nun ginge es darum, trotz der massiven ökonomischen Einbußen und unter erschwerten Bedingungen den Neustart zu meistern. Denn auch nach den schrittweisen Wieder­eröffnungen bleibt die Konsumlaune im Keller. Je nach Lage und Sortiment erzielen die Händler nur 20 bis 50 Prozent ihrer üblichen Umsätze. Menschen läge es zwar am Herzen, ihren lokalen Handel zu unterstützen, dennoch sei ein relevantes Volumen des Konsums ins Internet abwandert, so Genth.
handelsjournal.de

AUS GESPROCHEN

Ich brauche meine Mitarbeiter konstant; auch die Duz-Kultur kennen wir nicht.

Trigema-Chef Wolfang Grupp im Interview – Ein Gespräch über den Wandel der Arbeitswelt und warum er diesem skeptisch gegenübersteht.
focus.de

AUS DER REIHE

Kaiserslautern stellt Insolvenzantrag: Der vielmalige deutsche Meister hat 24 Millionen Euro Schulden. Der Insolvenzantrag wurde beim Amtsgericht Kaiserslautern bereits eingereicht. Der Verein strebe nun ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung an, eine sogenannte Planinsolvenz. Damit könnte sich der Klub sanieren und den drohenden Absturz doch noch abwenden. Niemanden sei die Entscheidung leichtgefallen. Durch eine mittel- und langfristige wirtschaftliche Sanierung könnten Handlungsspielräume spürbar erweitert und dem Spielbetrieb den Rücken freigehalten werden, so Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt.
zeit.de