KW 23: Neue Bußgelder gegen Volkswagen in den USA möglich, Lufthansa-Aufsichtsrat akzeptiert Bedingungen für Rettungspaket, Opel baut PSA-Modell in Rüsselsheim

Liebe Mittelständler,

Milliardenhilfen sollen die Folgen der Corona-Pandemie abmildern. Das Konjunkturpaket umfasst in den Jahren 2020 und 2021 rund 130 Milliarden Euro. Mit dem Paket sollen Arbeitsplätze erhalten und die Wirtschaftskraft Deutschlands entfesselt werden. Für die Sicherung des Mittelstands von Monate Juni bis August gibt es ein 25-Milliarden-Programm für Überbrückungshilfen. Geld gibt es für Unternehmen, deren Umsätze durch die Pandemie im April und Mai um mindestens 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück gegangen sind und bei denen die Umsatzrückgänge fortdauern. Ein Fünftel des Gesamtpakets ist explizit für den Mittelstand vorgesehen. Und noch was ist wichtig für Mittelständler: Die Mehrwertsteuer wird ab Juli für sechs Monate von 19 auf 16 Prozent gesenkt, der ermäßigte Steuersatz von sieben auf fünf Prozent.

Ihr
Egon Huschitt

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Neue Bußgelder gegen Volkswagen in den USA möglich: Nachdem das Berufungsgericht entschieden hat, dass es Volkswagen in zwei Bezirken in Florida und Utah nicht vor Bestrafung schützen könne, drohen dem Autobauer weitere Bußgelder in den USA. Obwohl Volkswagen eine Reihe von Vergleichen abgeschlossen hat, sollen regionale Behörden weiterhin die Möglichkeit haben, Klagen wegen des Dieselskandals einzureichen einzureichen. Die Richter seien sich darüber im Klaren, dass ihr Urteil eine schwere finanzielle Belastung verursachen könnte. Bis heute hat der Autohersteller 30 Milliarden Euro für den Diesel-Skandal ausgegeben, von dem ein großer Teil in die Rechtskosten und Entschädigungen in den USA geflossen ist. Sollte es zu neuen Klagen durch die Regionen kommen, könnten zusätzliche Ansprüche in Höhe von 11 Milliarden Euro fällig werden. Volkswagen kündigte an, sich weiterhin zu verteidigen und vor dem Obersten Gerichtshof zu klagen, sollte es zu weiteren Bußgeldforderungen kommen. Der Autohersteller hoffte auf ein Ende der Geldstrafe in den USA, allerdings sind weitere Haftbefehle, u.a. gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn offen.
tagesschau.de, tagesspiegel.de

Lufthansa-Aufsichtsrat akzeptiert Bedingungen für Rettungspaket: Am Montag hat das Lufthansa-Aufsichtsgremium beschlossen, den Konditionen der EU-Kommission für das staatliche Rettungspaket zuzustimmen. In de Vorwoche lehnte das Gremium die wirtschaftliche Unterstützung ab, weil man glaubte, dass die Schwächung der Drehkreuze Frankfurt und München zu schwerwiegend sei. des resultiert durch die Konditionen, die die EU an die Lufthansa stellt. Die Fluggesellschaft hat nun zugestimmt, 24 Start- und Landegenehmigungen (sogenannte Spots) an Wettbewerber an den beiden großen Flughäfen zu erteilen. Im Gegenzug kann das nationale Paket in Höhe von 9 Milliarden Euro verwendet werden. Am 25. Juni müssen lediglich die Aktionäre den Bedingungen zustimmen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr kündigte an, dass er Gespräche mit den Gewerkschaften führen müsse. Aufgrund der langsamen Erholung der Industrie muss die Kapazität angepasst werden. Die Konsequenzen für das Personal sollen mit den Sozialpartnern ausgehandelt werden.
faz.net, spiegel.de, tagesspiegel.de

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Präzision aus Tradition: Das Uhrenwerk Weimar stellt seit 1950 Präzisionstechnik und Feinmechanik für Zeitmesser her. 2017 feierte die Thüringer Traditionsmarke Wiedergeburt. Mit den Armbanduhr-Modellen „Henry van de Velde“, „Luftbrücke Berlin“ und „Royal Union“ wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen. Erleben Sie 2020 mit der ersten Automatikuhr „Palaemon“, was an Design und Technik aus Weimar möglich ist. Mehr Infos zum Uhrenwerk Weimar und seinen Modellen findet man unter www.uhrenwerk-weimar.de oder per Mail unter palaemon@weimar.watch

Opel baut PSA-Modell in Rüsselsheim: Ab Mitte 2021 wird ein zusätzliches Modell im Opel-Werk in Rüsselsheim produziert. Der Kleinwagen der Muttergesellschaft PSA ist das erste Fahrzeug der französischen Gesellschaft, das Opel-Betrieben entwickelt wird. Der Bau von PSA-Fahrzeugen soll hohe Investition bringen. Im Gegenzug soll es in der Schmiede und der Getriebeherstellung zu Kürzungen kommen. Ein Sprecher erklärte dazu: „Wir werden in Kürze detailliert zu Investitionen in das Werk Rüsselsheim und einer neuen Fahrzeugallokation informieren. Damit wird eine Fokussierung auf die Fahrzeugfertigung mit höheren Volumen angestrebt“. Bisher hat die Opel-Zentrale Astra-Kleinwagen und Insignia-Fahrzeuge gebaut. Branchenberichten zufolge soll die wirtschaftliche Situation von Opel angespannt sein – das Corona-Virus belastet den Autohersteller schwer.
boerse.ard.de, handelsblatt.com

Boeing zahlt Entschädigung an Tui: Der Reiskonzern Tui hat mit dem US-amerikanischen Flugzeughersteller eine Vereinbarung über eine Entschädigungszahlung getroffen. Hintergrund sind Schwierigkeiten mit dem Boeing-Flugzeugmodell 737 Max, von dem Tui 61 bestellt hat. Fünfzehn Flugzeuge wurden ausgeliefert und waren im Einsatz, aber nachdem die 737 Max in Indonesien und Äthiopien abgestürzt war, kam es zum weltweiten Grounding. Davon ist auch Tui betroffen. Für Tui beliefen sich die Kosten für den Austausch des Flugzeugs sowie damit verbundene Ausgaben auf 293 Millionen Euro. Boeing erklärte sich bereit die meisten Verluste zu tragen. Darüber hinaus erfolgt die Auslieferung der verbleibenden Flugzeuge über einen längeren Zeitraum als ursprünglich angesetzt. Die alle Reiseveranstalter ist auch Tui gegenwärtig stark vom Einbruch der Reisetätigkeiten betroffen. Boeing leidet auch unter der Stagnation des Tourismus. Bisher hat das Unternehmen mehr als 8 Milliarden US-Dollar als Entschädigung für den 737 Max gezahlt.
faz.net

Wirecard könnte in die Ramschbewertung abrutschen: Die amerikanische Ratingagentur Moody’s droht mit einer Herabstufung des bayerischen Zahlungsunternehmens Wirecard von seinem gegenwärtigen Status „Baa3“. Das Rating soll Auskunft über die Bonität des Unternehmens geben. Baa3 gilt als stabile Note, die den Anlegern signalisieren soll, dass die Investition sicher seien. Darunter beginnt jedoch das Ramschniveau. Grund für die mögliche Herabstufung ist der Vorwurf der Bilanzfälschung, der trotz Prüfung weiterhin besteht. Die mehrfachen Verzögerungen im Jahresabschluss 2019 sorgten zusätzlich für Unsicherheit und erhöhten den Druck auf das Unternehmen. Die Anleger reagierten prompt auf die Meldung. Der Aktienwert von Wirecard ging um 1,1% zurück.
manager-magazin.de, deraktionaer.de

Kurzmeldungen

  • Berliner Flughafen Tegel bleibt doch am Netz sueddeutsche.de
  • Thüringer Unternehmen rechnen nicht mit schneller Erholung mdr.de
  • Arbeitslosenzahl steigt im Mai um 169 000 sueddeutsche.de
  • Insolvenzsorgen um deutsche Unternehmen lassen nach handelsblatt.com
  • Gaia-X: Unternehmen wollen digitale Souveränität heise.de
  • Cyber-Angriffe auf deutsche Unternehmen steigen an n-tv.de
  • Deutsche Unternehmen werden ausgespäht computerwoche.de

RAT UND TAT

Arbeitgeber dürfen Einhalten von Abstandsregelungen nicht per Video überprüfen: Um die Corona-Pandemie einzudämmen, müssen Arbeitgeber bestimmte Hygieneanforderungen erfüllen. Videoaufzeichnungen sollten nicht verwendet werden, um zu überprüfen, ob Mitarbeiter diese Verordnung einhalten. Dies verstößt gegen geltendes Arbeitsrecht. Ein Gericht unterstrich dies, nachdem es in einem Logistikunternehmen die Mitarbeiter per Video überwachte.
svz.de

Der moderne Arbeitsplatz braucht starke Hardware und Kollaboration: Die techconsult-Studie „My Modern Workplace“ hat untersucht, welche Faktoren bei modernen Arbeitsplätzen erfüllt werden müssen. Eine wesentliche Erkenntnis ist, dass die Hardware stark sein muss, wenn Arbeitnehmer flexibel Arbeitsorte haben – egal, ob beim Kunden oder im Homeoffice. Zusätzlich brauchen Arbeitnehmer Kollaborationsplattformen, um sich auch jenseits der räumlichen Distanz mit Kollegen austauschen zu können. Arbeitnehmer glauben, dass dadurch die Produktivität und Motivation steigern kann.
digitaler-mittelstand.de

Digitale Konferenzen hochwertiger gestalten: Digitale Konferenzen und Veranstaltungen sind mittlerweile etabliert – die Corona-Krise hat die Berührungsängste vor Videocalls genommen. Allerdings ziehen sich Fehler auch weiterhin durch. Experten empfehlen daher für hochwertige Videoformate Moderatoren anzustellen und Inhalte vorab auf Relevanz zu prüfen. Ferner sollten klare Zeitslots für Themenblöcke reserviert werden. Diejenigen, die präsentieren sollten zudem stehen – die Sitzhaltung ist häufig unvorteilhaft.
wz.de

AUS GESPROCHEN

Die EU muss jetzt politisch und wirtschaftlich zusammenstehen. Ohne diesen Zusammenhalt in Europa wäre unser Wohlstand noch in weitaus größerem Maße gefährdet.

RWE-Chef Rolf Schmitz sieht den europäischen Zusammenhalt als notwendig an.
faz.net

AUS DER REIHE

Mai wurde Solarstrom-Rekordmonat: Das gute Wetter im vergangenen Monat sorgt dafür, dass immer mehr Sonnenenergie ins Netz eingespeist wird. Im Mai wurde ein neuer Rekord aufgestellt: Die Stromerzeugung erreichte 5,7 Milliarden kWh, eine Steigerung von rund 1 Milliarde kWh gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Mai war der vierte Monat in Folge mit einer höheren Photovoltaik-Stromerzeugung als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
spiegel.de