KW 12: Bund und Länder verlängern Lockdown, Wirtschaft reagiert erleichtert auf Rücknahme der „Osterruhe“, Gastgewerbe verzeichnet Umsatzeinbruch im Lockdown

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Bund und Länder verlängern Lockdown, nehmen aber „Osterruhe“ zurück: Nach fast 12-stündiger Verhandlung inklusive einer zeitweiligen Unterbrechung haben sich die Teilnehmer der Ministerpräsidentenkonferenz auf eine Verlängerung der geltenden Corona-Maßnahmen bis zum 18. April und einen fast vollständigen Lockdown über die Ostertage geeinigt. Vor allem letzteres sorgte anschließend für heftige Kontroversen. Dennoch sollte zwischen dem 1. und dem 5. April ein fünftägiges Herunterfahren aller gesellschaftlich nicht notwendigen Bereiche inklusive der Supermärkte, die nur am Ostersamstag noch hätten öffnen dürfen, stattfinden. Diesen Beschluss zog Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch allerdings zurück und nahm öffentlich die Verantwortung dafür auf sich. Die angestrebten Maßnahmen hätten angesichts der dritten Corona-Welle gute Gründe gehabt, seien aber in der Kürze der Zeit aber nicht gut genug umsetzbar. So war unklar, ob die „Ruhetage“ als Feiertage gelten sollten und welche Auswirkungen dies auf arbeitsrechtliche Fragen gehabt hätte.
faz.net

Wirtschaft reagiert erleichtert auf Rücknahme der „Osterruhe“: Angesichts der massiven rechtlichen Unklarheiten und dem heftigen Gegenwind von Wirtschaftsverbänden und -vertretern hat die Bundesregierung den am Montag beschlossenen verschärften Oster-Lockdown zurückgenommen. In der Wirtschaft sorgte dies für spürbare Erleichterung. So äußerte der Handelsverband HDE seinen Respekt vor der Entscheidung Merkels, Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger lobte die Rücknahme als Zeichen von „Führungsstärke“. Auch der Verband der Automobilindustrie zeigte sich erleichtert. Er hatte zuvor beim „Autogipfel“ am Dienstagabend vor den hohen branchenübergreifenden Schäden einer Osterruhe gewarnt und gemahnt, dass plötzliche Betriebsstilllegungen für eine international vernetzte Wirtschaft nicht darstellbar seien.
tagesschau.de, saechsische.de

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Gastgewerbe verzeichnet Umsatzeinbruch im Lockdown: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Einnahmen des Gastgewerbes zwischen dem ersten Lockdown im März vergangenen Jahres und dem Januar dieses Jahres um 47,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eingebrochen. Wie die Behörde mitteilte, hätte es seit dem Beginn der Pandemie keinen Monat gegeben, in dem die Zahlen der Branche das Niveau des Vorjahres erreicht hätten. Besonders dramatisch war der Rückgang der Einnahmen in den Monaten April und Dezember 2020 mit 74,7 beziehungsweise 71,1 Prozent. Und auch im August, dem umsatzstärksten Monat des Jahres, erzielte die Branche 20,5 Prozent weniger Umsatz als im August 2019. Während die Gastronomie insgesamt Einbußen in Höhe von 42,7 Prozent verzeichnen musste, brachen die Einnahmen der Hotellerie um 54,8 Prozent ein. Die Zahl der Beschäftigten im Gastgewerbe sank trotz Kurzarbeit um 19,2 Prozent.
tagesschau.de, rnd.de

Ifo-Prognose rechnet mit enormen Kosten zur Bewältigung der Pandemiefolgen: Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung hat angesichts von Impfchaos und Orientierungslosigkeit der Politik die Konjunkturprognose für das letzte Jahr nach unten korrigiert. Gingen die Ökonomen im Dezember 2020 noch von einer raschen Erholung der deutschen Wirtschaft und einem BIP-Wachstum von 4,2 Prozent aus, senkten sie ihre Einschätzung nun auf eine Steigerung von nur noch 3,7 Prozent. Auch in diesem Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt nur um 3,2 Prozent steigen. Die Bewältigung der Krise wird die deutsche Wirtschaft darüber hinaus bis zu 405 Milliarden Euro kosten, so die Ifo-Analysten. Kritisiert wurden im Bericht vor allem kurzfristige Lockerungen, die angesichts steigender Infektionszahlen wieder zurückgenommen werden müssten und so Unternehmen teurer zu stehen kämen als eine langfristige Strategie.
businessinsider.de

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Berlin Bubble: Was bewegt Berlin-Mitte? In unserem wöchentlichen Podcast „Berlin Bubble“ diskutieren Matthias Bannas, Egon Huschitt und Stefan Mauer, was im politischen Berlin auf der Agenda steht. info-fm.de

Curevac-Impfstoff macht Fortschritte: Im vergangenen Jahr wurde das biopharmazeutische Unternehmen Curevac zum Hoffnungsträger im Rennen um einen wirksamen Corona-Impfstoff ernannt. Gerüchte um ein Übernahmeinteresse der USA unter Ex-Präsident Donald Trump machten die Runde. Ein Jahr später gilt das mittelständische Unternehmen mit Sitz in Tübingen eher als Nachzügler. Nun allerdings soll sich der eigene Impfstoff mit dem Namen „CVnCoV“ in der zulassungsrelevanten Phase 2b/3 und darüber hinaus im rollierenden Zulassungsverfahren bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA befinden. Noch im Sommer soll der Impfstoff, für dessen Entwicklung die Bundesregierung insgesamt rund 550 Millionen Euro zugeschossen hat, zugelassen werden. In Tübingen kalkuliert man mit einer Gesamt-Produktion von bis zu 300 Millionen Dosen, was nach Einschätzung des Bundes jedoch dazu führe, dass mit einem flächendeckenden Einsatz in Deutschland erst im Oktober
gerechnet werden könne.
marktundmittelstand.de, tagesschau.de

Kurzmeldungen:

  • Nordrhein-Westfalen setzt Pandemiebeschränkungen im Einzelhandel wieder in Kraft spiegel.de
  • Studie: Tarifbindung sinkt, Beschäftigte ohne Tarifvertrag arbeiten länger und verdienen weniger rnd.de
  • Wegen steigender Inzidenz: Mallorca schließt Innenräume von Gastlokalen n-tv.de
  • Roboterbauer Kuka setzt auf Neuanfang mit neuem Betriebssystem handelsblatt.com
  • Koalition beschließt höheren Steuerfreibetrag für Mitarbeiterbeteiligungen handelsblatt.com
  • Telekom-Studie bescheinigt Mittelstand Digitalisierungsschub durch Corona e-3.de

RAT UND TAT

Medienspezialisten starten Content-Netzwerk-Deutschland: Die Kommunikations-Spezialisten Fasel & Fasel, die Münchner Agentur Paradiesneun, das Kling Klang Hörbildbüro, die Rippler Media GmbH, der Journalist Sebastian Bröder und die Attention Media Agency GmbH haben das Content-Netzwerk Deutschland gegründet. Zusammen will man ab sofort durch die hochwertige Produktion von Texten, Audio- und Bewegtbild-Inhalten sowie Webinaren rund um das Thema Kommunikation eine „schlagkräftige Alternative zu klassischen Full-Service-Agenturen“ anbieten. Die Partner bündeln damit ihre Erfahrungen im Content-Business, die sie seit Jahrzehnten mit unterschiedlichen Schwerpunkten einer Vielzahl von Kunden, seien es mittelständische Familienbetriebe, Global Player oder öffentliche Einrichtungen, zur Verfügung stellen.
medienrot.de, cnd.media

Neues Jobportal soll Sichtbarkeit von Familienunternehmen verstärken: Viele Familienunternehmen leiden an Fachkräftemangel. Für viele qualifizierte Absolventen sind sie oftmals kaum sichtbar auf dem Stellenmarkt oder kommen aufgrund ihrer regionalen Lage kaum infrage. Das neu gestartete Jobportal „Karriere im Familienunternehmen“ will nun für mehr Sichtbarkeit dieser Betriebe sorgen und die Benefits der Unternehmen als Arbeitgeber in den Vordergrund rücken. Das Portal ist durch die gemeinsame Initiative des Entrepreneurs Clubs, eine Netzwerkplattform für Unternehmen, und verschiedenen familiengeführten Betrieben, entstanden. Derzeit sind rund 50 Unternehmen auf der Jobseite aktiv, die zusammen etwa 3.600 offene Stellen anbieten.
maschinenmarkt.vogel.de, sueddeutsche.de

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Erneuerbare Energien und Digitalisierung: Das Erfolgsgeheimnis von Viessmann: Der Heizungs- und Klimaanlagenbauer Viessmann hat im Corona-Jahr 2020 trotz aller ökonomischen Herausforderungen und Rahmenbedingungen einen Umsatzrekord verzeichnet. Insgesamt konnte das mittelständische Familienunternehmen die Erlöse um 6 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro steigern. Zudem wurden 450 neue Stellen geschaffen, wodurch die Belegschaft auf 12.750 Beschäftigte angewachsen ist. Nach eigenen Angaben beruht der Erfolg im Wesentlichen im konsequenten Vertrauen auf digitale Dienstleistungen und Klimalösungen auf der Basis erneuerbarer Energien. So zeichneten grüne Technologien 2020 bereits für rund die Hälfte des Umsatzes verantwortlich. Beide Strategien hätten die Geschäftsmodelle des Unternehmens rechtzeitig Krisenfest und residiert gegenüber externen Schocks gemacht.
zeit.de, handelsblatt.com, energie-und-management.de

Impftempo als Wettbewerbsvorteil? Warum das nicht immer gilt: Im globalen Konkurrenzdruck gerät das Tempo der nationalen Impfstrategien für Unternehmen zum Wettbewerbs- und damit Erfolgsfaktor. Hierzulande wird derzeit neidisch in die USA und Großbritannien geschaut, wo die Impfkampagnen wesentlich schneller vonstatten gehen als in Deutschland. Doch Tempo allein reicht nicht, wie eine US-Studie nun feststellt. Demnach habe eine schnelle Ausweitung der Förderfähigkeit zu einem enormen Anstieg der Nachfrage geführt, der sich für einige Staaten als zu groß erwies und damit ernsthafte Hindernisse bei der Verteilung hervorbrachte. Ohne die dafür nötige Infrastruktur bereitstellen zu können habe die eigentliche Implikation, schnell große Impffortschritte zu erzielen, letztlich zum genauen Gegenteil geführt.
marktundmittelstand.de

AUS GESPROCHEN

Damit gehen nicht nur Arbeits- und Ausbildungsplätze in großer Zahl verloren, ganze Branchen wie Beherbergung und Gastronomie nähern sich so einem wirtschaftlichen Totalschaden.

Der Chefvolkswirt des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Hans-Jürgen Völz, erwartet durch die Verlängerung des Lockdowns zahlreiche Pleiten.
presse-augsburg.de

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livestreaming-berlin.tv – Social Distancing schränkt unsere sozialen Begegnungsräume ein. Um den Austausch untereinander zu fördern, braucht daher es digitale Alternativen. Wir unterstützen Sie dabei, Begegnungen online zu schaffen: mit virtuellen Konferenzen oder Event-Live-Streams bringen Sie den interkulturellen Austausch voran. Kommen wir in Kontakt
livestreaming-berlin.tv

AUS DER REIHE

Goldman Sachs plant Mini-Entlastung für überarbeitete Jungbanker: Viele Jungbanker beim US-amerikanischen Investmentbanking- und Wertpapierhandelsunternehmen Goldman Sachs arbeiten 100 Stunden in der Woche und gönnen sich nur 5 Stunden Schlaf pro Nacht. Das geht aus einer internen Umfrage des Unternehmens hervor, dessen Ergebnisse im Internet gelandet sind und von der Geschäftsführung nicht dementiert wurden. Die Konzernspitze hat nun ein Einsehen mit dem Nachwuchs – oder bemüht sich zumindest darum. Künftig werde sich das Management anstrengen, zumindest einen freien Tag in der Woche zu gewährleisten. Mitarbeiter sollen demnach, sofern nicht unbedingt notwendig, zwischen Freitag 21 Uhr und Sonntagmorgen nicht arbeiten müssen. Die durchgehend vom Konjunktiv geprägte Rhetorik verweist auf die enormen Abhängigkeitsverhältnisse und den hohen Druck in der Branche. Diese ist nicht unbedingt für den hohen gewerkschaftlichen Organisationsgrad und die offensive Streikkultur bekannt, um Arbeitnehmerinteressen Nachdruck zu verleihen.
spiegel.de

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