KW 11: Corona-Hilfen zeitweilig gestoppt, Dessauer Mittelständler produziert Johnson & Johnson-Impfstoff, Regierung beschließt Verdopplung der Ausbildungsprämie für Betriebe

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Corona-Hilfen zeitweilig gestoppt: Wegen des Verdachts auf systematischen Betruges in mehr als 25.000 Fällen hat die Bundesregierung die Auszahlung der Corona-Soforthilfen kurzzeitig gestoppt. Unbekannte sollen sich mit falscher Identität als prüfende Dritte beim Wirtschaftsministerium angemeldet und dann für existierende Unternehmen Hilfen beantragt haben, wobei die ausgezahlte Summe dann auf das Konto der Betrüger geflossen sei. Zuerst hatte das Magazin „Business Insider“ von den Vorfällen berichtet. Am Freitag räumte das Wirtschaftsministerium die Berichte auf der eigenen Homepage ein. Nach rund einer Woche Aussetzung der Hilfszahlungen soll das Geld aber seit vergangenem Freitag wieder regulär fließen. Laut Berichten der „Welt am Sonntag“ soll auch Corona-Hilfe an mutmaßlich islamistische Extremisten geflossen sein, weshalb in Einzelfällen der Verdacht der „direkten Terrorismusfinanzierung“ im Raum stünde.
zeit.de, westfalen-blatt.de, rnd.de

Dessauer Mittelständler produziert Johnson & Johnson-Impfstoff in Deutschland: Die Dessauer Firma IDT Biologica, die im Februar bereits eine Kooperation mit AstraZeneca verkündet hatte, gab am Montag die Herstellung des US-amerikanischen Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson bekannt. Zukünftig werde man den Pharmakonzern drei Monate lang mit allen Kapazitäten bei der Abfüllung und Verpackung sowie den weltweiten Vertrieb des Vakzins unterstützen, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Auch die von Russland gewünschte Produktion des eigenen Sputnik V-Impfstoffes in Deutschland könnte von IDT übernommen werden. Ein weiterer deutscher Mittelständler, der durch Kooperationen mit den Impf-Herstellern profitiert, ist die in Halle ansässige Firma Sonotec. Sie stellt Durchfluss-Sensoren her, die sowohl bei der Produktion des Biontech/Pfizer-Impfstoffes als auch der des Johnson & Johnson-Vakzins zum Einsatz kommt.
manager-magazin.de, wiwo.de

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Uhrenwerk Weimar: Eine international angesehene Marke, deren Ursprung sich bis in das Jahr 1950 zurückverfolgen lässt, kehrt zurück. Inspiriert von Henry van de Velde und dem Bauhaus entsteht das neue “Uhrenwerk Weimar” in der Tradition einer Verbindung aus Kultur und Kompetenz, die in Weimar erfunden wurde, aber heute auf der ganzen Welt zuhause ist. Gemeinsam mit dem Antwerpener Designer Ronald Steffen wurden drei Armbanduhren-Modelle entwickelt: “Henry van de Velde”, “Luftbrücke Berlin” und “Royal Union”.
uhrenwerk-weimar.de

Regierung beschließt Verdopplung der Ausbildungsprämie für Betriebe: Die Corona-Krise drückt auch auf die Ausbildungsbereitschaft bzw. -fähigkeit Kleiner und Mittelständischer Unternehmen. Zudem sind für das Ausbildungsjahr 2021/22 derzeit rund zwölf Prozent weniger Lehrstellensuchende bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Deutschland kann es sich aber nicht leisten, in den kommenden Jahren auf gut ausgebildete Fachkräfte zu verzichten. Die Bundesregierung will deshalb Unternehmen, die weiter ausbilden wollen, finanziell unter die Arme greifen. Am Mittwoch beschloss das Kabinett daher eine Verdopplung der Ausbildungsprämie auf 6.000 Euro, sofern Betriebe ihre Ausbildungsquote erhöhen. 4.000 Euro erhalten Unternehmen, die ihre Quote halten. Zusätzlich soll es unter anderem Zuschüsse für Prüfungsvorbereitungskurse und für die Vermeidung von Kurzarbeit für Lehrlinge geben.
spiegel.de

Privater Konsum in Corona-Krise eingebrochen: Der private Konsum verzeichnete im ersten Corona-Jahr 2020 den stärksten Rückgang seit 1970. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gaben die Haushalte preisbereinigt fünf Prozent weniger Geld aus als im Jahr zuvor. Besonders die Ausgaben für Hotelübernachtungen, Restaurant- oder Kneipenbesuche verzeichneten einen Rückgang um rund 33 Prozent. Gleiches gilt für die Ausgaben bei Reisen mit Bahn, Bus und Flugzeug, die im ersten Halbjahr um 28,6 Prozent und im zweiten Halbjahr um 38,6 Prozent sanken. Hingegen stieg die Nachfrage nach Möbeln und elektrischen Haushaltsgeräten in der zweiten Jahreshälfte um 7,8 Prozent im Vorjahresvergleich, und für Nahrungsmittel und Getränke gaben die Deutschen über das ganze Jahr hinweg 6,3 Prozent mehr aus.
zeit.de, rnd.de

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

BVMW kritisiert Lieferkettengesetz scharf: Vor rund zwei Wochen einigten sich die Koalitionspartner CDU/CSU und SPD auf den finalen Entwurf eines Lieferkettengesetzes, mit dem Unternehmen ihren Pflichten zur Einhaltung der Menschenrechte nachkommen sollen. Harsche Kritik daran äußert zum wiederholten Male der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW). Er forderte die Regierung auf, wachstumsfördernde Rahmenbedingungen zu entwerfen anstatt immer neue Regulierungen zu beschließen, so der NRW-Landesgeschäftsführer Herbert Schulte. Er sprach von einem regelrechten „Regulierungswahn“ und warf der Bundesregierung vor, keine Rücksicht auf die Belange der mittelständischen Wirtschaft zu nehmen. Debatten über steigende Mindestlöhne, Homeoffice-Pflichten oder die Kontrollpflichten internationaler Lieferketten seien angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie „nicht mehr nachvollziehbar“, so Schulte. Im europäischen Vergleich fällt der deutsche Vorstoß für menschenrechtliche Mindeststandards in den internationalen Lieferketten jedoch eher gemäßigt aus. Ein Entwurf des EU-Parlaments geht in seinen Forderungen deutlich weiter.
paderzeitung.de

Kurzmeldungen:

  • Projekt Digitbrain fördert KMU bei Entwicklung ihres individuellen digitalen Zwillings maschinenmarkt.vogel.de
  • Ifo-Studie: KMU könnten viel mehr Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten lassen industry-of-things.de
  • Gerichtsentscheid: Kurzarbeitern droht Urlaubskürzung merkur.de
  • Siemens hat Verkauf des Antriebsspezialisten Flender abgeschlossen chemietechnik.de
  • Fahrradmarkt wächst um 60 Prozent manager-magazin.de
  • Risiko „Dritte Welle“: Wirtschaftsweise senken Konjunkturprognose für 2021 sueddeutsche.de

RAT UND TAT

Wachsende Bedeutung der Cloud für den deutschen Mittelstand:
Im vierten Quartal des Jahres 2020 wurden in Deutschland erstmals wieder mehr Digitalexperten per Stellenausschreibung gesucht als vor der Pandemie. Das ergeben Zahlen des vom „Handelsblatt“ herausgegebenen Job-Monitors, bei dem von der Berliner Index-Gruppe alle bei gedruckten Medien, Websites und Online-Stellenbörsen inserierten Stellenanzeigen geprüft werden. Demnach sind besonders Experten für Cloud-Computing heiß begehrt. Ursache für die gestiegene Nachfrage nach Fachkräften dürfte die steigende Verbreitung von „Multi-Cloud“- und „Hybrid-Cloud“-Modellen sein. Auch Frank Schmeiler, IT-Analyst bei Techconsult, sieht das „Zeitalter der Hybrid- und Multicloud“ längst gekommen. Laut einer aktuellen Studie der Firma setzen bereits 36 Prozent des deutschen Mittelstandes auf eine Hybrid- oder Multicloud-Infrastruktur.
handelsblatt.com, it-business.de

Umfrage zeigt beste Mittelstandsdienstleister: Eine aktuelle Studie des Kölner Marktforschungsinstituts ServiceValue hat ein Ranking der besten Dienstleister für den deutschen Mittelstand erstellt. Dafür wurden im Auftrag der „Wirtschaftswoche“ 12.700 Entscheider, Nutzer und Einkäufer von Mittelständischen Unternehmen befragt und 44 Dienstleistungszweige berücksichtigt. Relevante Kategorien waren unter anderem, wie die Auftraggeber die Kompetenz des für sie arbeitenden Fremdpersonals und das Preis-Leistungs-Verhältnis einschätzen. Demnach dominiert im Bereich Geschäftsreisen wie im vergangenen Jahr das Lufthansa City Center, bei den Druckereien rangiert das Saxoprint-Unternehmen aus Dresden auf Platz eins.
wiwo.de

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Berlin Bubble: Was bewegt Berlin-Mitte? In unserem wöchentlichen Podcast „Berlin Bubble“ diskutieren Matthias Bannas, Egon Huschitt und Stefan Mauer, was im politischen Berlin auf der Agenda steht. info-fm.de

Warum beim Thema Nachfolge ein Gründungs- und Innovationszentrum helfen kann: Die Unternehmensnachfolge in KMU ist seit jeher ein schwieriges Thema. Nicht nur muss die Qualität beim Übergang gewahrt sein, auch die interne Stimmungslage bedarf der feinfühligen Einschätzung der Lage innerhalb der Belegschaft. Auch der richtige Zeitpunkt für eine Wachablösung an der Spitze ist schwer zu ermitteln. Für Christian Mohr, Prokurist und Mitglied der Geschäftsführung UnternehmerTUM Projekt GmbH, kann hier ein auf solche Fragen spezialisiertes Gründungs- und Innovationszentrum hilfreich sein. Ein solches könne mit Erfahrungswerten und einem externen, unvoreingenommenen Blick auf das Unternehmen, seine Zusammensetzung und Struktur sowie seine Zielsetzung wertvolle Beratung leisten.
pt-magazin.de

Ausbildung meistern trotz Corona: Nicht nur für die Betriebe selbst, auch für das Auszubildenden stellt die Lehre unter Pandemie-Bedingungen eine enorme Herausforderung dar. Für die Beraterin Ramona Mietzschke ist das eine Möglichkeit, als Azubi mit Eigeninitiative herauszustechen. Im Interview mit dem „Business Insider“ äußert sie ihre Sorge, dass viele Auszubildende sich derzeit in ihren Betrieben allein gelassen fühlen würden. Vor allem, wenn die Ausbildung nicht in Präsenz, sondern zuhause ablaufe. Gerade dann müssten Lehrlinge aber mit Selbstvertrauen und Mut für ihre Interessen einstehen. Eigenschaften, die durchaus Eindruck im Betrieb schinden. Es gelte gerade jetzt, geduldig zu bleiben, Vertrauen zu schenken und die eigene Resilienz zu stärken.
businessinsider.de

AUS GESPROCHEN

Für [Familienunternehmen] ist der Fachkräftemangel kein Sommergewitter, das schnell wieder vorbeizieht. Es ist eine andauernde Schlechtwetterlage

Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen, über die Herausforderungen von Familienunternehmen schon vor Corona, qualifiziertes Personal zu finden.
tag24.de

AUS DER REIHE

Modellprojekt: Tübingen öffnet zahlreiche Einrichtungen: Die baden-württembergische Stadt Tübingen hat am Dienstag in einem Modellprojekt die vorübergehende Öffnung mehrerer Schnellteststationen in der Stadt bekanntgegeben. Bürger können sich einen sogenannten Tagespass ausstellen lassen, der sie unter anderem zum Zutritt von Geschäften, Kinos, Restaurants im Außenbereich, Theatern und Friseuren berechtigt. Laut Oberbürgermeister Boris Palmer sei dies eine Chance zu zeigen, dass mehr Öffnungen und mehr Sicherheit zusammengehe. Die Öffnung auf Schnelltest-Basis soll der erste von mehreren Lockerungsschritten sein. Das dreiwöchige Experiment wird von der Universität Tübingen eng begleitet.
rnd.de

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