KW 03: Sechs weitere Personen bei Volkswagen angeklagt, Neuer Rekordüberschuss im Bundeshaushalt, Welche Vorteile bei Kooperationen mit Startups entstehen

Liebe Mittelständler,

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, warum Ihnen der Staat vor allem bürokratische Hürden statt Hilfen zur Seite stellt? Darauf gibt es eine einfache Antwort: weil das Wirtschaftssystem, das wir als „freie Marktwirtschaft“ kennen, unter Druck steht. Wir entwickeln uns immer stärker in Richtung einer Planwirtschaft, die schon als „DDR“ gescheitert ist. Natürlich wird auch in der Marktwirtschaft geplant, aber diese Planungen erfolgen dezentral in den Köpfen der Unternehmen und Haushalte. Die Sympathie der Mittelständler gehört aber nicht einfach nur dem freien Markt oder gar in erster Linie dem Ökonomischen, sondern der Freiheit, der Vielfalt und dem Wettbewerb und eben nicht dem Zentralismus. Das ist natürlich all denjenigen ein Greuel, die mit Massen planen, allein mit Größe argumentieren, denen Quantität vor Qualität geht. Diesen Menschen möchte ich heute ein Zitat des Ökonomen und Philosophen Leopold Kohr entgegenhalten: „Das Mass aller Dinge ist daher der Mensch, nicht die Menschheit, die Gesellschaft, die Nation oder der Staat. Die beste Regierung ist die, die nicht am meisten für den Bürger tut, sondern sich am wenigsten in dessen Privatsphäre einmischt und ihn in Ruhe lässt.“

Ihr Thomas Philipp Reiter

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Sechs weitere Personen bei Volkswagen angeklagt: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig weitet den Kreis der Angeklagten im Dieselskandal aus: sechs weitere Personen müssen sich vor Gericht zu ihrer Rolle und ihren Handlungen im Rahmen der Abgasmanipulationen zwischen 2006 und 2015 erklären. Drei von den Angeklagten sollen in Führungspositionen unterhalb des Vorstands gewirkt haben. Ihnen wird schwerer Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie Steuerhinterziehung angelastet. Die anderen drei Personen sollen sich wissentlich mitschuldig gemacht haben. Um wen es sich bei den Angeklagten handelt, wurde nicht öffentlich. Sie sind in prominenter Gesellschaft: Ermittlungen laufen bereits gegen den früheren VW-Chef Martin Winterkorn sowie gegen den gegenwärtigen Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch.
faz.net, spiegel.de

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Präzision aus Tradition: Das Uhrenwerk Weimar stellt seit 1950 Präzisionstechnik und Feinmechanik für Zeitmesser her. 2017 feierte die Thüringer Traditionsmarke Wiedergeburt. Mit den Armbanduhr-Modellen „Henry van de Velde“, „Luftbrücke Berlin“ und „Royal Union“ wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen. Erleben Sie 2020 mit der ersten Automatikuhr „Palaemon“, was an Design und Technik aus Weimar möglich ist. Mehr Infos zum Uhrenwerk Weimar und seinen Modellen findet man unter www.uhrenwerk-weimar.de oder per Mail unter palaemon@weimar.watch

Neuer Rekordüberschuss im Bundeshaushalt: Finanzminister Olaf Scholz zeigte sich noch vor einem Jahr skeptisch bezüglich des Haushalts. Die fetten Jahre seien vorbei mit Hinblick auf die globale Konjunkturschwäche 2019. Da die Rezession Deutschland jedoch primär in einigen wenigen Branchen zu spüren war und die Arbeitslosenzahlen sich auf stabilem Niveau befinden, erzielt der Bund einen neuen Rekordüberschuss von 13 Milliarden Euro. 500 Millionen Euro sollen an das Verteidigungsministerium gehen, ein großer Teil geht in die Asylrücklagen. Die freigewordenen 17 Milliarden Euro aus bestehenden Rücklagen sollen laut Scholz investiert werden. Wirtschaftsminister Peter Altmaier plädiert für die Senkung des Körperschaftssteuersatzes und das Abschaffen des Solidaritätszuschlags.
n-tv.de, handelsblatt.com, sueddeutsche.de

Kahlschlag bei Opel: mehr Stellen werden abgebaut: Der Schrumpfkurs bei Opel wird massiver als gedacht. Auf Druck der Konzernmutter PSA hat sich Opel bereiterklärt bis Ende 2021 weitere 2100 Stellen abzubauen. In Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat soll der Abbau sozialverträglich mithilfe von Freiwilligenprogrammen vonstatten laufen. Die Frist für betriebsbedingte Kündigungen wurde im Gegenzug von 2023 auf 2025 verschoben. Das Werk in Rüsselsheim könnte durch den Sparkurs besonders stark getroffen werden. Insgesamt könnten in zwei Schritten bis zu 4100 Stellen abgebaut werden.
manager-magazin.de, handelsblatt.com

Blackrock fordert Klimaschutzmaßnahmen: Der größte Vermögensverwalter der Welt, Blackrock, hat sich in einem Brief an alle Konzerne und Unternehmen gewandt, an denen der Investmentfonds beteiligt ist. Chef Larry Fink droht mit Konsequenzen – Blackrock würde CEOs zur Rechenschaft ziehen, sollten sie die Klimaschutzfrage ignorieren. Fink sieht eine massive Kapitalverschiebung in den kommenden Jahren, bei denen grünes Engagement, aber auch Innovationen Green Tech eine große Rolle spielen werden. Es geht also auch um den Mehrwert, den ein Unternehmen durch Klimaschutzmaßnahmen langfristig generieren kann.
spiegel.de

Saudis versilbern weitere Aramco-Aktien n-tv.de
Thyssenkrupp prüft angeblich erneut Stahlfusion mit Salzgitter manager-magazin.de
Kohle-Debakel löst neue Debatte über Chefposten bei Siemens aus handelsblatt.com
Deutsche Werften verlieren Bieterrennen um Kampfschiffauftrag – Jobabbau droht handelsblatt.com
10.000 Arbeitsplätze bei Real in Gefahr tagesspiegel.de
Deutsche Start-ups erhalten so viel Geld wie noch nie faz.net

RAT UND TAT

Einsatz von KI in Unternehmen muss Sinn ergeben: Eine Studie von MMC enttarnte, viele selbsternannte „KI-Unternehmen“: 40 Prozent von ihnen nutzten Künstliche Intelligenz gar nicht, sondern mimten Algorithmen, die nach außen danach aussahen. Die Skepsis gegenüber dem KI-Einsatz in Unternehmen ist weit verbreitet. Experten mahnen zur Besonnenheit: Künstliche Intelligenz kann durchaus einen Nutzen erzielen, jedoch sollte KI nie das Ziel, sondern das Instrument sein. Aus Trendgründen sollte niemand auf KI-Systeme umsteigen, jedoch informiert abwägen, auf welche Weise das Unternehmen effizienter gemacht werden könnte und mit welchem technologischen Einsatz.
it-daily.net

Deutsche Arbeitnehmer belastet und demotiviert: Eine EY-Studie zeigt, wie schlecht es mit Motivation deutscher Arbeitnehmer steht: die Tendenz geht dahin, dass vor allem Arbeitnehmer zwischen 30 und 39 nur zu einem Fünftel von ihrem Job begeistert sind – mit dem Alter steigt die Motivation. Auch bewerten die eher jüngeren Befragten, dass die Arbeitsbelastung durch die Digitalisierung mehrheitlich zugenommen habe. Fehlende Motivation der Arbeitnehmer kostet die Deutsche Wirtschaft Milliarden von Euro. Arbeitnehmer sind gut beraten zu reflektieren, woran die fehlende Motivation liegt und ob E-Mails am Handy und ständige Erreichbarkeit bei ihren Mitarbeitern nicht zu einer negativen Einstellung führen.
new-work-journal.de

Welche Vorteile bei Kooperationen mit Startups entstehen: Das Institut der Deutschen Wirtschaft führte Expertengespräche über die Frage, wie Mittelständler von Kooperationen mit Startups profitieren können. Es gibt klare Vorteile – vor allem, um digitales Knowhow nachzuholen. Außerdem werden Mittelständler auch für Fachkräfte attraktiver, wenn sie mit jungen, modernen Unternehmen kooperieren. Nicht zuletzt besteht im Erfolgsfall auch die Chance auf lukrative Beteiligungen. Aber es gibt auch Nachteile, die Mittelständler einkalkulieren müssen: es kann sich herausfordernd sein, gemeinsame Ziele zu finden, da die Kluft zwischen den Unternehmen groß sein kann. Auch interner Widerstand oder die Unzuverlässigkeit von Startups können problematisch werden. Mittelständler müssen darauf vorbereitet sein, um sich die Vorteile von Kooperationen zunutze zu machen.
gruenderszene.de

Was Unternehmen mit Windows 7 beachten müssen: In dieser Woche beendete Microsoft den Support für Windows 7 – das Betriebssystem ist jedoch noch immer weit verbreitet. Der Marktanteil liegt zwischen 25 und 30 Prozent. Ein bedeutender Teil entfällt auf Behörden und Unternehmen. Was vielen nicht klar ist: mit jedem Tag, an dem Windows 7 weiterläuft, wird das Risiko für Cyberkriminalität größer. Der Support ist nämlich in der Regel damit beschäftigt, sogenannte Patches für Sicherheitslücken stets weiterentwickeln. Die bekannten Update-Installationen sorgen dafür, dass die Rechner sicher bleiben. Dies bleibt nun aus. Nutzer können auf ein anderes Betriebssystem wie Linux wechseln oder tatsächlich zu Windows 10 aufrüsten – nichts tun ist die schlechteste Option.
sueddeutsche.de

AUS GESPROCHEN

Da kommt der Bierdeckel wieder zum Vorschein, aber anders – beidseitig beschrieben.

CDU-Politiker Friedrich Merz möchte die Steuererklärung vereinfachen und eine strikte Trennung zwischen Privatpersonen und Firmen erwirken.
spiegel.de

AUS DER REIHE

Yamaha warnt vor Nachahmung in Musikkiste nach spektakulärer Flucht: Automanager Carlos Ghosn verließ Japan auf filmreife Art: er versteckte sich in einer Kiste für Audioequippment und ließ sich in einen Privatjet verlagern. Auf diese Weise floh er vor der japanischen Justiz. Nun warnt Musikhersteller Yamaha vor Nachahmern, die es bereits zur Genüge in den sozialen Medien gibt. Musikkoffer seien für Instrumente und Zubehör gedacht – nicht für Fluchtpläne.
stern.de