Februar: Startup-Bundesverband lehnt ESOP-Reformpläne von Finanzminister Scholz ab

Liebe Startupinteressierte,

Shell will Ubitricity übernehmen, SAP kauft Signavio, Teamviewer kauft Xaleon, Questel kauft Innosabi – neben vielen neuen Investments und Beteiligungen startet das Jahr 2021 auch mit interessanten Übernahmen von Startups durch etablierte Unternehmen. Aber auch auf der Fondsseite passiert einiges: In den Smart City II Venture-Fonds von Eurazeo haben mit Mainova und Duisport zwei etablierte deutsche Unternehmen investiert. Das alles zeigt, dass wir nach wie vor ein aktives Startup-Ökosystem haben. Sie können dieses Ökosystem aktiv mitgestalten: als Kunde, Investor, Mentor, Partner.

Ihr
Mirco Dragowski

AKTUELL

Startup-Bundesverband lehnt ESOP-Reformpläne von Finanzminister Scholz ab: Der von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) vorgelegte Regierungsentwurf für steuerliche und bürokratische Erleichterungen für Mitarbeiterkapitalbeteiligungen (ESOP) stößt beim Bundesverband Deutsche Startups und wesentlichen Vertretern aus der Startup-Szene auf Widerstand. Seit Jahren ringen sie mit dem Bund um gesetzliche Rahmenbedingungen, die Startups in ihrer Wachstumsphase unter die Arme greifen sollen. Im Zentrum des Vorhabens steht die Novellierung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung. Arbeitgeber sollen durch steuerliche und bürokratische Erleichterungen ermutigt werden, ihre Mitarbeiter stärker am Unternehmen zu beteiligen. Der seit dem 20. Januar vorliegende Regierungsvorschlag sei allerdings ein „Rohrkrepierer“, so der Präsident des Bundesverband Deutsche Startups Christian Miele. Kritik entzündet sich vor allem am Umgang mit Startups, die älter als zehn Jahre sind und laut Scholz von den Reformen ausgeschlossen werden sollen, sowie an weiterhin zu hohen bürokratischen Hürden. Die Regeln sollen ab 1. Juli dieses Jahres gelten, bedürfen aber noch der Zustimmung von Bundestag und Bundesrat.
businessinsider.de

Fischer will eigenen „Innovations-Campus“ stärken: Die deutsche Industrieunternehmensgruppe Fischer blickt auf ein schwieriges Geschäftsjahr 2020 zurück. Der Bruttoumsatz stagnierte mit 872 Millionen Euro auf Vorjahresniveau, wobei dies insbesondere den Kernbereichen Befestigungssysteme und Automotive zu verdanken sei. Im laufen Jahr wird der Konzern seinen Fokus noch stärker auf den im Mai gegründeten „Innovations-Campus“ richten, der die hauseigenen Startups auf dem Weg zur Marktreife unterstützen soll. Von dieser Unterstützung hätten im letzten Jahr bereits einige nicht näher spezifizierte junge Unternehmen aus der Unternehmensgruppe profitiert, weshalb der eingeschlagene Weg nun auch an internationalen Standorten weiter verfolgt werde. Der Fischer-Campus soll als kreative Umgebung für neue Ideen und Innovationen dienen.
econo.de

Deutsches Startup will Fachkräftemangel im Baugewerbe bekämpfen: Die Baubranche leidet seit Jahren unter dem Problem, genügend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Laut Maximilian Viessmann, Co-Chef der Viessmann Gruppe, stellt der Fachkräftemangel mittlerweile die größte Wachstumsbremse für Handwerksbetrieb dar. Um dem Problem zu begegnen investieren Viessmann und andere namhafte Unternehmer nun rund 1,7 Millionen Euro in das Startup Power Us der Gründer Julian Lindinger (25) und Konrad Geiger (24). Vor zwei Jahren unter dem Namen „Electry“ gegründet, soll es als Online-Karriereportal für explizit technische Fachkräfte fungieren. Gründer und Investoren wollen Power Us nun zur Heimat für Absolventen technischer Ausbildungsberufe ausbauen, sowie es die Plattformen Xing und Linkedin für Bürojobs sind. Perspektivisch, so die Hoffnung der Gründer, könnte das Startup auch als Karrierecoach für Fachkräfte im Baugewerbe dienen.
handelsblatt.com

Expertinnen entwickeln Vorschläge für mehr Diversity in der Startup-Welt: Die Anzahl der Startup-Gründerinnen liegt bei unter einem Sechstel in Deutschland. Damit Diversität mehr als nur ein Lippenbekenntnis wird, haben Expertinnen und Experten Vorschläge für eine höhere Sichtbarkeit von Frauen entwickelt. Gesa Miczaika, Geschäftsführerin des Start-up-Investors Auxxo, hat mit anderen Mitgliedern des Beirats Junge Digitale Wirtschaft beim Bundeswirtschaftsministerium, ein Positionspapier entwickelt, das weibliche Gründung stärken soll. Flächendeckende Gründerkurse, selbstauferlegte Quoten in Startups sowie mehr Sichtbarkeit erfolgreicher Unternehmerinnen gehören zu den Ideen. Um allerdings tatsächlich mehr weibliche Gründungsideen zu fördern, müsse sich die Wagniskapitalstruktur auch ändern. Gegenwärtig sei sie männerdominiert und ob bewusst oder unbewusst führt dies dazu, dass Männer häufiger und mehr Wagniskapital erhalten.
bmwi.de, handelsblatt.com

Deutsche Bahn und Stuttgarter Startup testen digitalen 24-Stunden-Supermarkt: Seit dieser Woche testen die Deutsche Bahn und das Startup Smark am Bahnhof Renningen (Baden-Württemberg) Deutschlands ersten, voll digitalisierten Bahnhofs-Supermarkt, der ohne Personal auskommt und rund um die Uhr für Kunden zugänglich ist. Rund 300 Produkte umfasst das Angebot des Mini-Markts, der statt Mitarbeiter auf Robotertechnik setzt, zunächst. Kunden können diese wahlweise per App bestellen und bezahlen oder ihre Bestellung am Supermarkt-Automaten vornehmen und abschließen. Wenn das Angebot gut angenommen wird, soll das Portfolio auf bis zu 800 Produkte des täglichen Bedarfs erweitert werden.
Neben dem Stuttgarter Startup Smark arbeitet die Bahn für das Projekt mit der Lebensmittelkette Edeka Südwest zusammen.Laut Angaben der Bahn belaufen sich die Investitionskosten für das Pilotprojekt bislang auf gut eine halbe Million Euro. Insgesamt soll das Angebot an 16 sogenannten „Zukunftsbahnhöfen“ in Deutschland ausprobiert werden. Es gibt bereits andere Firmen, die ein ähnliches Konzept ausprobieren. So setzt beispielsweise das Düsseldorfer Startup Livello im Allgäu auf einen Mini-Supermarkt, der Kunden 24/7 mit Fleisch oder Käse versorgt. In den USA mischt natürlich Technologieriese Amazon mit: Seit drei Jahren betreibt der Onlinehändler einen voll digitalisierten Supermarkt ohne Kassenpersonal.
businessinsider.de

Kurzmeldungen

  • Startup-Schmiede Hasso-Plattner-Institut: Wo Ideen zu Innovationen werden wiwo.de
  • La-Famiglia-Gründerin: „Zu viele Mittelständler stolpern unvorbereitet in die digitale Zeit“ handelsblatt.com
  • Auch Bayern fordert Steuervergünstigungen für Start-up-Szene rtl.de
  • Food-Start-up Modern Bakery verschickt Gebäck als Geste des Dankes von Chefs an Mitarbeiter welt.de
  • Bund fördert Hamburger FoodTech-Bier-Startup „JoyBräu“ mit 450.000 Euro about-drinks.com
  • Europa investiert in Startups – Ist das sinnvoll? forbes.at

CASE DES MONATS

Wie Ghost Gefühl ins Autofahrerlebnis bringt:
Das Startup „Ghost – feel it“ hat eine Software entwickelt, mit welcher Autofahrsitze mit Sensoren ausgestattet werden, die in bestimmten Situationen vibrieren. Die haptische Information, die darüber an die Fahrerinnen und Fahrer übertragen wird, kann eine Entlastung sein. Viele Autofahrerinnen und -fahrer sind nämlich bereits mit audiovisuellen Reizen am Armaturenbrett und Sprechanlagen überladen. Die Information über Bewegung im Autositz kann die Sicherheit und Aufmerksamkeit erhöhen. Mit der Ghost-Software können Hersteller Sitze auch ohne großes technisches Know-How anpassen. Wie die Technologie funktionieren kann, demonstrierte das Unternehmen bei der Expo von Startup Autobahn – der Innovationsplattform von Daimler. Ghost entwickelte eine Lösung dafür, Fahrerinnen und Fahrer darauf aufmerksam zu machen, wenn sie abbiegen müssen. Die Vibration setzt entsprechend der Fahrtrichtung im Sitz auf der linken oder rechten Seite ein. Startup Autobahn hat erfolgreiche Produktimplementierungen in Kooperation mit jungen Unternehmen zum Ziel.
ghost-feel.it

ZITAT DES MONATS

Der deutsche Mittelstand ist ziemlich träge. Der will die Zukunft nicht selbst gestalten. Sondern er reagiert nur auf Innovationen anderer großer Unternehmen. Und das macht mir Sorge.

Lin Kayser, Serienunternehmer und Mitgründer des 3D-Druck-Startups Hyperganic, im Interview mit der „Wirtschaftswoche“ über die Ambitionen seines KI-basierten 3D-Druck-Startups und den anfangs zögerlichen Umgang deutscher Hersteller mit der Technologie.
wiwo.de

ZAHL DES MONATS

93,8 Prozent der Deutschen wünschen sich mehr Investitionen in nachhaltige Start-ups.
Das geht aus einer Appinio-Studio im Auftrag des Company Builders „Better Ventures“ hervor.
horizont.net

NETZWERK DES MONATS

BayStartUP unterstützt bayerische Gründer: Das bayerische Startup-Netzwerk BayStartUP verbindet Industrie, Startups und Investoren im Freistaat. 2014 gegründet, begleitet das Netzwerk mittlerweile eine Vielzahl an Unternehmen, die insgesamt über 13.000 Beschäftigte haben. Zu den betreuten Projekten gehören auch Flixbus und eGym. Zwischen 2015 und 2019 fanden 259 Finanzierungsrunden satt, bei denen 263 Millionen Euro vergeben wurden. BayStartUP legt einen großen Wert auf das Netzwerken. Zu den Partnern gehören Coworking-Spaces, Hochschulen, Kommunen und Gründerhubs. Das Bayerische Wirtschaftsministerium unterstützt BayStartUP.
baystartup.de

OLDSCHOOL

Virtuelle Meetings helfen dem Klima: Eine Befragung des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und des Borderstep Instituts hat ergeben, dass mit Videokonferenzen jährlich knapp drei Millionen Treibhausgasemissionen eingespart werden können. Nach Angaben des Umweltministeriums waren im Jahr 2019 knapp 805 Millionen Tonnen Treibhausgase ausgestoßen worden. Davon entfielen laut VCD-Studie rund 12 Millionen Tonnen auf Dienstreisen. In den Berechnungen seien ebenfalls die Klimaeffekte von Videokonferenzen mit eingeschlossen, erklärte Jens Clausen, einer der Studienautoren. Eine Dienstreise von Stuttgart nach Berlin verursache für zwei Personen selbst bei einer Anreise per Bahn 65 Kilogramm Kohlenstoffdioxid (CO2). Bei einem virtuellen Meeting fielen für Rechenzentrum, Kommunikationswege und Endgeräte rund ein Kilogramm an.
tagesschau.de, heise.de

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