KW9: Firmen aus Deutschland und den USA dominieren Top 500 der Familienunternehmen, Bayern kassiert Mittelstand mit Google-Steuer ab, May will Parlament über Brexit-Verschiebung abstimmen lassen

AUS POLITIK UND MITTELSTAND

Firmen aus Deutschland und den USA dominieren Top 500 der Familienunternehmen: In der aktuellen Rangliste der 500 weltgrößten Familienunternehmen bilden deutsche Unternehmen nach US-Amerikanischen Firmen die zweitgrößte Gruppe. Demnach steht der Wolfsburger Autobauer Volkswagen nach dem US-Amerikanischen Supermarktriesen Walmart an zweiter Stelle der größten Unternehmen. Sieben der 25 umsatzstärksten Familienfirmen weltweit haben ihren Sitz in Deutschland. Der Gesamtumsatz der 79 deutschen Familienunternehmen beträgt zusammen 1,42 Billionen US-Dollar. Damit belegt Deutschland im Länderranking Platz zwei hinter den USA mit 122 Unternehmen. Laut Studie werden die meisten der 500 weltgrößten Familienunternehmen von familienfremden männlichen Managern geführt. Die Diversität im operativen Management und in den Aufsichtsgremien sei geringer als bei der Fortune-500-Liste.
handelsblatt.com

Bayern kassiert Mittelstand mit Google-Steuer ab: Bayerische Finanzbehörden fordern von Unternehmen Steuerzahlungen für Google-Werbung, mit dem Verweis, die Unternehmen sollen sich diese von Google zurückholen. Daher regt sich derzeit Unmut gegen die Praxis von Finanzminister Albert Füracker und seiner Finanzverwaltung. Nach Recherchen des ZDF-Magazins „Frontal 21“ hatten Finanzbehörden in Bayern von Firmen 15 Prozent Quellensteuer auf ihre Zahlungen für Werbung an Online-Giganten gefordert – und zwar bis zu sieben Jahre rückwirkend. Mittelstandspräsident Mario Ohoven kritisierte die Regelung als mittelstandsfeindlich und empörend. Das Finanzministerium erwidert, es wolle die Praxis auf der Bundesebene prüfen lassen.
merkur.de

Viele Chefsessel im Mittelstand bald leer: Allein bis Ende kommenden Jahres brauchen 227.000 kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland einen Nachfolger. Zwar sei das Bewusstsein über die Herausforderungen eines Generationswechsels in den Führungsetagen deutlich gestiegen, dennoch wird es für viele Unternehmen für eine zeitige Übergabe knapp. Zu diesem Ergebnis kam die Research-Abteilung der KfW Bankengruppe nach einer Unternehmensbefragung. Demnach sei bereits mehr als jeder fünfte Firmeninhaber mittlerweile älter als 60 Jahre, gleichzeitig sei die Bereitschaft, in die Selbstständigkeit zu gehen, gesunken. Dem Mittelstand fehlt der Nachwuchs an Chefs und Chefinnen. Der Nachfolger stammt immer seltener aus der selben Familie wie der aktuelle Geschäftsführer.
iwd.de

May will Parlament über Brexit-Verschiebung abstimmen lassen: Die britische Premierministerin Theresa May hat im Unterhaus angekündigt, über einen EU-Austritt ohne Abkommen und eine mögliche Verschiebung des Austritts abstimmen zu lassen. Ein kurzer und begrenzter Aufschub sei möglich, wenn sich bis Mitte März im Unterhaus keine Mehrheit für eine andere Lösung abzeichne, sagte May am Dienstag. Der bislang für den 29. März geplante EU-Austritt könne bis Ende Juni aufgeschoben werden. Voraussetzung sei, dass das Unterhaus sowohl gegen den mit Brüssel ausgehandelten Brexit-Vertrag als auch gegen einen harten Brexit ohne Austrittsvertrag stimme. In diesem Fall werde ihre Regierung dem Unterhaus am 14. März eine Vorlage zur Verschiebung des Austrittstermins zuleiten. Die Premierministerin machte klar, dass sie persönlich nach wie vor gegen eine Verschiebung des Austrittsdatums sei. Auch die Gefahr eines No-Deal Brexits sei damit nicht vom Tisch.
tagesspiegel.de, zeit.de

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Der Einfluss von Medien auf Gerichtsverfahren: Mitteständler sehen sich immer wieder in juristische Auseinandersetzungen verwickelt. Wichtig dann: Auch im Gerichtssaal der Öffentlichkeit bestehen, damit der gute Ruf keine Kratzer bekommt. Die Krisen-PR-Agentur CONSILIUM hat nun mit der Uni Mainz untersucht, wie Gerichtsverfahren von Medienberichten beeinflusst werden und was sie mit der Öffentlichkeit machen. Das Ergebnis: Überraschend deutlich. Was sich daraus für die Medienarbeit von Mittelständlern ableiten lässt:
consilium.media

Shoppen rund um die Uhr: Wie ein schwäbischer Mittelständer die Idee verwirklichen will handelsblatt.com

Digitalisierung: Dem Mittelstand droht das Geld auszugehen produktion.de

Verbraucherumfrage: 93 Prozent halten den Mittelstand für wenig innovativ pressesprecher.com

Kundenservice: Mittelstand setzt auf Kontakt zum Bankberater handelsblatt.com

RAT UND TAT

Warum viele Bewerber Jobangebote ablehnen: Ein Bewerbungsverfahren ist für beide Seiten kein einfaches Verfahren. Die richtigen Kandidaten für eine Stelle zu finden, kostet Zeit und Aufwand, den insbesondere der Mittelstand aufbringen muss. Dabei ist der Ausgang des Bewerbungsverfahrens nicht nur für den Bewerber ungewiss, auch Arbeitgeber müssen damit rechnen, von einem geeigneten Kandidaten eine Absage zu bekommen. Eine Studie der Online-Jobbörse Stepstone zeigt nun auf, dass sich rund 29 Prozent der deutschen Fachkräfte am Ende des Bewerbungsprozesses gegen das Vertragsangebot entscheiden. Stepstone-Geschäftsführer Sebastian Dettmers ist überzeugt, dass Arbeitgeber mehr aufrüsten müssen, um für Arbeitnehmer attraktiver zu werden.
wiwo.de

Start-up Loadfox hat eine Mitfahrzentrale für Lkw erfunden: Das Münchener Start-Up Loadfox hat eine auf intelligenten Algorithmen basierende Plattform entwickelt, welche die besten Routen und Zusammenstellungen für LKWs organisiert. Die Plattform ermöglicht es Disponenten, aus tausenden Teilladungen profitable Lkw-Touren zusammenzustellen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt fahren 58,5 Prozent der Lkws leer durch Deutschland, die Leerkilometer sind mit 23 Prozent ebenfalls hoch. Loadfox ist ein Digital Venture im Inkubator der Boston Consulting Group und des Fahrzeugbauers MAN Truck & Bus. Im November vergangenen Jahres wurde Loadfox als Start-Up des Jahres ausgezeichnet.
handelsblatt.com

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AUS GESPROCHEN

„Die deutsche Industrie behauptet sich in einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld.”

Ifo-Präsident Clemens Fusel lobte die Robustheit der deutschen Industrie gegenüber Handelshürden. Insbesondere die Baubranche blickt positiv in das vergangene Jahr zurück.

faz.net

AUS DER REIHE

Mit Cannabis gegen die Wirtschaftskrise: Die Türkei will sich in einem antiimperialistischen Ton auf alte Zeiten zurückbesinnen. Konkret bedeutet das nach Plänen von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, den „grünen Schatz“ Cannabis wieder im industriellen Stil in Anatolien anzubauen. Erdogan verwies auf seine Kindheit, als seine Mutter zu Hause Einkaufstaschen aus Hanf nähte. Diese sollen wiederverwendbar und umweltfreundlich gewesen sein. Erdogan verweist auf die „Feinde der Türkei“, genauer die drakonischen Antidrogengesetze der USA, die weltweit durchgesetzt wurden, und die er nun nicht länger hinnehmen wolle. Neben Umweltbedenken dürften allerdings eher finanzielle Überlegungen hinter den Äußerungen stecken. Es wird spekuliert, Erdoğan befolge mit seiner Begeisterung für Cannabis einen Tip der Beratungsgesellschaft McKinsey, die auch schon in Libanon für die Wiederentdeckung von Hanf warb.
sueddeutsche.de