KW7: Der Mittelstand muss in der Digitalisierung aktiv werden, harter Brexit gefährdet deutsche Arbeitsplätze, Gipfeltreffen der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall

AUS POLITIK UND MITTELSTAND

Der Mittelstand muss in der Digitalisierung aktiv werden: Das Thema „digitale Transformation“ ist in aller Munde. Das ist auch gut so, schließlich geht es darum, sich mit den neuen Schlüsseltechnologien vertraut zu machen und diese gewinnbringend einzusetzen. Dass dabei vielen jedoch der Zugang aufgrund von unverständlicher Sprache verwehrt bleibt, ist ein Ärgernis. Die Sprache von IT-Experten und Anbieter ist voll von Anglizismen und kann somit schwer zu verstehen sein. Das zeigt die Studie „Stand der Digitalisierung von Geschäftsprozessen zu Industrie 4.0 im Mittelstand“ der Technischen Hochschule Mittelhessen. Wenn mittelständische Zulieferbetriebe am Markt überleben wollen, gilt jedoch vor allem für sie, dass sie sich unbedingt digital transformieren müssen. Deshalb will Abas Software gemeinsam mit renommierten Partnern aus Forschung, Lehre und Beratung mit einer großen Kampagne aufklären. Unter dem plakativen Slogan „Digital OR Dead“ sollen mittelständische Betriebe ab Februar 2019 praktische Hilfmittel an die Hand bekommen. So können Firmen mit einem kompakten Test herausfinden, wie es um ihre digitale Reife bestellt ist und sich mit Unternehmen aus der gleichen Branche vergleichen. Die Nachricht dahinter ist klar – wer nicht digitalisiert, ist „tot“.
cloudcomputing-insider.de

Harter Brexit gefährdet deutsche Arbeitsplätze: Bei einem Brexit ohne Kompromiss- und Auffanglösung sind nach einer Studie des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) mehr als 100.000 deutsche Arbeitsplätze gefährdet. Die Analyse ergibt, dass vor allem Standorte von Technologiekonzernen und der Automobilindustrie betroffen wären, wie die „Welt am Sonntag“ berichtete. Nach einem ungeregelten Brexit würden wieder Zölle auf Importe nach Großbritannien erhoben. Die Simulation der Wissenschaftler erfasse nur Jobeffekte, die auf den daraus folgenden Exporteinbruch zurückzuführen seien. Weitere Brexit-Gefahren für den Arbeitsmarkt, etwa sinkende Investitionsbereitschaft, bildeten die Zahlen nicht ab. Die britische Premierministerin Theresa May will das Parlament in London Medienberichten zufolge noch einmal um mehr Zeit für Nachverhandlungen mit der EU zum Brexit bitten. Die Niederlande haben wegen des bevorstehenden Brexits bereits mehr als 40 Unternehmen aus Großbritannien abwerben können.
tagesspiegel.de, dw.com

Altmaier hält Steuersenkungen für finanzierbar: Wirtschaftsminister Peter Altmaier hält Steuersenkungen für eine gangbare Lösung, um die angeschlagene Konjunktur anzukurbeln. So sollen Arbeitsplätze geschaffen werden, indem Unternehmen entlastet werden, auch eine Abschaffung des Solidaritätszuschlags schlug Altmaier vor. Die Schritte sollen noch in dieser Legislaturperiode geklärt werden. Altmaier begründete seine Forderungen auch damit, dass die USA, Großbritannien und Frankreich Steuern bereits stark gesenkt hätten. Deutschland solle international attraktiv bleiben. Die deutsche Wirtschaft wachse anstelle der prognostizierten 1,8 Prozent nur noch 1,0 Prozent im aktuellen Jahr.
spiegel.de

Gipfeltreffen der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall: Wie zu jedem Anfang des neuen Jahres fand auch dieses Jahr wieder in Schwäbisch Hall das Gipfeltreffen der Weltmarktführer statt. Es handelt sich um die neunte Austragung der Veranstaltung. Aufgrund der prominenten Gäste wird das Treffen auch scherzhaft schwäbisches Davos genannt. So ist neben Reinhold Würth und Walter Döring auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier zu Gast. Er gab der Wirtschaftswoche vom selben Gipfel ein Interview, in dem er sich zum Weltmarktpotential deutscher Unternehmen äußerte. Das Ziel des Gipfels ist, die Fadenzieher aller Branchen zum Austausch zusammen zu bringen und sich zu vernetzen. Freundliche Hostessen verteilten während der Veranstaltung kleine Plüschfiguren, den inneren Schweinehund. Der mag als Ansporn zu verstehen sein.
kontextwochenzeitung.de

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Der Einfluss von Medien auf Gerichtsverfahren: Mitteständler sehen sich immer wieder in juristische Auseinandersetzungen verwickelt. Wichtig dann: Auch im Gerichtssaal der Öffentlichkeit bestehen, damit der gute Ruf keine Kratzer bekommt. Die Krisen-PR-Agentur CONSILIUM hat nun mit der Uni Mainz untersucht, wie Gerichtsverfahren von Medienberichten beeinflusst werden und was sie mit der Öffentlichkeit machen. Das Ergebnis: Überraschend deutlich. Was sich daraus für die Medienarbeit von Mittelständlern ableiten lässt:
consilium.media

Aufholbedarf: Wer Weltmarktführer werden will, braucht Künstliche Intelligenz wiwo.de

Münchner Ifo-Institut: Wirtschaftsklima verschlechtert sich – vor allem in den Industriestaaten handelsblatt.com

Recht auf Homeoffice: Mittelstand kritisiert Vorschläge businessinsider.de

RAT UND TAT

Das zahlt der Mittelstand: Die Entlohnung der Arbeit ist ein Thema, welches oft zu Spannungen sowohl bei Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern führt. Die Aufgabe, menschliches Tun in eine finanzielle Belohnung umzurechnen, ist keine leichte. Es kann jedoch sehr hilfreich sein, Rahmenbedingungen zu kennen, an denen man sich orientieren kann. Zum einen gibt es klare gesetzliche Vorschriften: So gilt seit 2015 in Deutschland ein Mindestlohn. Von ursprünglich 8,50 Euro wurde er zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro angehoben. Zum anderen können Inhaber und Geschäftsführer einer GmbH ihr Gehalt selbst festlegen, sollten sich dabei jedoch an Branchenüblichen Standards orientieren, denn sonst droht Ärger mit dem Finanzamt. Die Gehälter in den verschiedenen Branchen schwanken zudem sehr; am meisten gezahlt wird in der Industrie. Das Durchschnittsgehalt mittelständischer Geschäftsführer liegt laut einer Studie bei rund 125.000 Euro brutto. Doch auch hier gibt es noch immer Unterschiede zwischen Ost und West. Im Westen verdient man im Schnitt 1.000 mehr im Monat. Zudem ist die Gehaltlslücke zwischen Männern und Frauen leider noch immer nicht geschlossen.
marktundmittelstand.de

EU-Kommission erwartet deutlich schwächere Konjunktur: Die Kommission hat ihre Wachstumsprognose für die Eurozone nach unten korrigiert. In den 19 Staaten der Währungsunion werde für 2019 ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,3 Prozent erwartet, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Es werde in allen EU-Ländern auch in diesem Jahr weiter Wachstum geben, sagte Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis. Die Behörde habe aber vor allem für die größten Volkswirtschaften der Eurozone ihre Prognose nach unten korrigieren müssen. Grund dafür seien externe Faktoren, etwa Handelsspannungen und die Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit in den aufstrebenden Märkten, insbesondere in China. In einigen Ländern würden zudem erneut Bedenken hinsichtlich der Verflechtung zwischen Staat und Banken und der Tragfähigkeit der Schuldenlast laut. Die Möglichkeit eines ungeordneten Brexit schaffe zusätzliche Unsicherheit.
tagesspiegel.de

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AUS GESPROCHEN

„Wir brauchen mehr Wagniskapital, damit Deutschland wieder Gründerland wird, mehr Fachkräfte, um das Wachstum des Mittelstands nicht zu drosseln, mehr Forschungsförderung und vor allem: Bei der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz müssen wir endlich klotzen, nicht länger kleckern. Drei Milliarden Euro für die KI-Strategie der Regierung verteilt über mehrere Jahre sind ein Witz!”

Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, fordert von der großen Koalition eine klare Wachstumsstrategie gegen den Abschwung und kritisiert bereits getroffene Maßnahmen als unzureichend.

focus.de

AUS DER REIHE

Whisky aus Schwaben verliert Namensstreit: Der deutsche Whisky „Glen Buchenbach“ muss sich nach einem Urteil des Landgerichts Hamburg umbenennen. Der schottische Whisky-Verband SWA hatte gegen das Produkt der Waldhornbrennerei in Berglen bei Stuttgart geklagt, weil er eine unzulässige indirekte Verwendung der geschützten geografischen Angabe „Scotch Whisky“ sah. Das Wort „Glen“ sei assoziiert mit Schottland und seinem Whiskey. Glen kommt aus dem Gälischen und bedeutet so viel wie schmales Tal. Etwa ein Viertel der Scotch-Whisky-Destillen sind nach dem jeweiligen Glen benannt. Das Hamburger Landgericht teilte die Einschätzung der Schotten.
spiegel.de