KW51: Regierung einigt sich auf Zuwanderungsgesetz, Mittelstand hat Angst vor Abschwung, digitale Herausforderungen, Blockchain in der Exportfinanzierung

AUS POLITIK UND MITTELSTAND

Regierung einigt sich auf Zuwanderungsgesetz: Die Bundesregierung hat sich auf einen Entwurf für ein Fachkräftezuwanderungsgesetz geeinigt, welches am Mittwoch im Kabinett verabschiedet werden soll. Zentraler Punkt des neuen Gesetzesentwurfs waren vor allem Lockerungen für Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Die SPD will, dass abgelehnte, aber geduldete und gut integrierte Asylbewerber mit Arbeitsplatz ebenfalls bleiben können. Das Fachkräftegesetz soll losgelöst werden von der Beschäftigungs- und Ausbildungsduldung. Ebenfalls soll für Zuwanderer aus Nicht-EU-Staaten die bisherige Beschränkung auf Engpassberufe entfallen. Das Handwerk lobt, dass die Weichen für ein modernes Zuwanderungsrecht gestellt würden. Kritiker meinen, dass das Gesetz nicht genug Rücksicht auf den tatsächlichen Bedarf der Unternehmer nimmt und ihnen keine Entscheidungskompetenzen über Fachkräfte einräumt.
sueddeutsche.de handwerksblatt.de

Mittelstand hat Angst vor Abschwung: Die exportorientierte deutsche Wirtschaft hat heiklen geopolitischer Entwicklungen wie der Euro-Krise, dem Brexit und Trumps Handelskrieg gut stand gehalten. Auch auf dem Arbeitsmarkt halten Aufschwung, Rekordbeschäftigung und historisch niedrige Arbeitslosigkeit an. Jetzt allerdings scheint der Wendepunkt gekommen zu sein, zahlreiche Wirtschaftsinstitute korrigierten ihre Prognosen nach unten. Das zeigt sich auch im Mittelstand – laut einer Studie ist nun auch dort die Verunsicherung angekommen. Trotz gut laufender Geschäfte und einer guten Verfassung ist das Vertrauen in den Aufschwung sowie der Optimismus zurückgegangen. Seit dem Frühjahr haben sich die Geschäftserwartungen der kleinen und mittelgroßen Unternehmen erheblich verschlechtert und sind erstmals seit dem Herbst 2015 wieder unter den langjährigen Durchschnitt gefallen. Am schlechtesten ist die Stimmung in der Landwirtschaft.
welt.de

Digitale Herausforderungen für den Mittelstand: Laut einer Umfrage in über 200 Unternehmen der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer setzt sich die Mehrheit von ihnen sehr aktiv mit der digitalen Transformation auseinander – für sie bedeutet Digitalisierung in der Praxis vor allem eine Optimierung von Kundenkommunikation und Marketing über Soziale Medien sowie verbesserte interne Verwaltungsabläufe. In den nächsten fünf Jahren erwarten drei Viertel der Unternehmen, dass sie ihre Prozesse oder ihr Geschäftsmodell durch die Digitalisierung anpassen müssen. Zurückhaltend bei der Digitalisierung sind rund 60 Prozent der Unternehmer vor allem wegen der Gewährleistung der IT-Sicherheit.
lokalkompass.de

Blockchain kann die Exportfinanzierung vereinfachen: Die Blockchain-Technologie bietet exportorientierten Mittelständlern viele Vorteile. Transaktionen für Exportwaren können einige Zeit in Anspruch nehmen – für Mittelständler ein Hindernis. Die Einbindung der Blockchain-Technologie in die Handelsfinanzierung könnte helfen, die Prozesse zu vereinfachen und deutlich zu beschleunigen, denn die Digitalisierung verspricht eine unbürokratische Handelsabwicklung ohne Dokumente. Auch Buchführungssysteme sind basierend auf Bitcoin möglich. Beim Einsatz in der Handelsfinanzierung würde die Blockchain alle am Handel beteiligten Parteien – Importeur, Exporteur, Banken, Transporteure, Zoll- und Steuerbehörden – über eine dezentrale Datenbank direkt miteinander verbinden. Auch die Sicherheit ist durch die Verschlüsselung der Daten erhöht. Bis die Technologie im Alltag genutzt werden kann, müssen jedoch noch einige regulatorische Aspekte geklärt werden.
marktundmittelstand.de

Wirtschaftsprognosen weiter rückläufig: Laut Ifo sank das Geschäftsklima-Barometer im Dezember auf 101,0 Punkte von zuvor 102,0 Zählern – der vierte Monat mit Rückgang in Folge. Führungskräfte beurteilten sowohl ihre Geschäftslage als auch ihre Aussichten für das kommende halbe Jahre schlechter. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im zu Ende gehenden Jahr um 1,5 Prozent und 2019 sogar nur noch um 1,1 Prozent zulegen. Bislang waren sie von jeweils 1,9 Prozent ausgegangen.
n-tv.de

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Der Einfluss von Medien auf Gerichtsverfahren: Mitteständler sehen sich immer wieder in juristische Auseinandersetzungen verwickelt. Wichtig dann: Auch im Gerichtssaal der Öffentlichkeit bestehen, damit der gute Ruf keine Kratzer bekommt. Die Krisen-PR-Agentur CONSILIUM hat nun mit der Uni Mainz untersucht, wie Gerichtsverfahren von Medienberichten beeinflusst werden und was sie mit der Öffentlichkeit machen. Das Ergebnis: Überraschend deutlich. Was sich daraus für die Medienarbeit von Mittelständlern ableiten lässt:
consilium.media

Kettler: Finanzinvestor übernimmt Kettcar-Hersteller stern.de

Integration von Flüchtlingen: Funktioniert in der Praxis besser als erwartet zeit.de

Geschäftsklima-Umfrage: Deutsche Wirtschaft fürchtet um Russlandgeschäft handelsblatt.com

RAT UND TAT

Was Mittelständler gegen steigende Rohstoffpreise tun können: Rohstoffen kommt in der Produktion mittelständischer Unternehmen eine zentrale Rolle zu – ohne sie geht nichts. Dass deren Preise daher ausschlaggebend für schwarze Zahlen sind, versteht sich von selbst. Insbesondere durch Handelsstreits und Zölle können sich Preise von Rohstoffen kurzfristig dramatisch ändern – erst kürzlich entschied die OPEC, die Ölproduktion künstlich zu verknappen. Was kann also getan werden? Höhere Rohstoffkosten kann der Mittelständler nur bedingt an seine Kunden weitergeben, Rohstoffe zu lagern macht aufgrund von Lagerkosten selten Sinn. Eine Möglichkeit ist das Finetrading. Dabei wird ein bankenunabhängiger Finanzdienstleister zwischengeschaltet, bei dem man die Rechnung später begleicht. Zuverlässige Lieferanten können durch langfristige Geschäftsbeziehungen gehalten werden. Auch langfristige Preisprognosen sind wichtig.
marktundmittelstand.de

Unternehmen müssen für saubere Luft in der Produktion sorgen: Erst kürzlich verabschiedete die EU-Kommission strengere Regeln für Feinstaubemissionen, nach der UN-Klimakonferenz ist Umweltschutz wieder in den Mittelpunkt gerückt. Das ist auch gut so – trotzdem belasten Umweltregelungen Mittelständler in ihrer Arbeit. 58 Umweltzonen in deutschen Städten bedeuten Einschränkungen im Kundenkontakt, wenn Autos nicht über erforderliche Plaketten verfügen. Auch für die Produktion gibt das Umweltbundesamt Obergrenzen in der Feinstaubbelastung vor, laut Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) sind die mit 950 Mikrogramm aber weit höher als auf den Straßen. Das Umweltamt erklärt den Unterschied mit der Tatsache, dass man äußerlichen Umwelteinflüssen ständig ausgesetzt ist, im Gegensatz zu jenen am Arbeitsplatz. Ein gutes Mittel gegen schlechte Luft in der Produktion sind technische Filter- und Absaugsysteme.
marktundmittelstand.de

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AUS GESPROCHEN

Die Absicht, die Fachkräftezuwanderung per Gesetz neu zu regeln, ist begrüßenswert. Bei dem vorliegenden Gesetzentwurf des Bundesinnenministers besteht aber aus Sicht des Mittelstands noch erheblicher Nachbesserungsbedarf. Die neuen Anforderungshürden lassen keine große Linderung des Fachkräftemangels erwarten. Deshalb muss bei den parlamentarischen Beratungen der Mittelstand als wichtigster Arbeitgeber im Land eingebunden werden. So ist es zu begrüßen, wenn Einwanderer zukünftig ihre Qualifikation in Deutschland vervollständigen können. Es kann jedoch nicht sein, dass die Bundesagentur für Arbeit alleine darüber entscheidet, wer eine Fachkraft ist und wer nicht. Hier müssen die zukünftigen Arbeitgeber bei der Kompetenzeinschätzung ein entscheidendes Wort mitreden können.

Mittelstandspräsident Mario Ohoven äußerte sich zum neuen Einwanderungsgesetz der Bundesregierung.

presseportal.de

AUS DER REIHE

Das erste Recycling-Kaufhaus der Welt: Die UN-Klimakommission dürfte stolz auf Schweden sein. Das Land ist in Sachen Umweltschutz ein echter Vorreiter und hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2045 komplett klimaneutral zu sein. Mit der ReTuna Återbruksgalleria im schwedischen Eskilstuna, rund 120 Kilometer westlich von Stockholm, gibt es nun das erste Recycling-Kaufhaus der Welt. Dort werden ausschließlich recycelte Produkte zum Kauf angeboten. In einem der 14 Shops werden neben Möbeln auch Kleidung, Computer, Audio-Zubehör, Spielsachen, Fahrräder und sogar Gartengeräte sowie Baustoffe vertrieben. Center-Managerin Anna Bergström sagt, „wenn man bei uns hinausgeht, sollte man das Gefühl haben, etwas Gutes für die Umwelt getan zu haben“. Vielleicht ist ja auch etwas für den Weihnachtseinkauf dabei?
stern.de