KW13: CDU-Ministerien nehmen kaum Mittelständler auf Delegationsreisen mit, Einwanderungsgesetz auf unbestimmte Zeit verschoben, Europäisch-Afrikanische Mittelstandsallianz gegründet

AUS POLITIK UND MITTELSTAND

CDU-Ministerien nehmen kaum Mittelständler auf Delegationsreisen mit: Auf Delegationsreisen des Bundeswirtschafts-, des Landwirtschafts- und Bildungsministeriums sind Vertreter von KMU seltene Gäste. Dabei hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier noch bei seinem Amtsantritt angekündigt, sein Ministerium nun vor allem auf den Mittelstand ausrichten zu wollen. Wie aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine kleine Anfrage des wirtschaftspolitischen Sprechers der FDP, Reinhard Houben, hervorgeht, stammt kaum ein Drittel der Unternehmer auf Delegationsreisen aus kleinen und mittleren Unternehmen. Bei anderen CDU-geführten Ministerien sieht die Lage sogar noch drastischer aus: Auf Reisen des Bildungs- und des Landwirtschaftsministeriums waren überhaupt keine Vertreter von KMU anzutreffen. „Wie schon bei der planwirtschaftlichen Industriestrategie von Peter Altmaier zeigt sich, dass die Union sich zunehmend vom deutschen Mittelstand abwendet“, kritisiert FDP-Mann Houben. Ausgewogener macht es das Umwelt- sowie das Arbeitsministerium. Dort waren rund die Hälfte der Vertreter Mittelständler.
wiwo.de

Einwanderungsgesetz auf unbestimmte Zeit verschoben: Die große Koalition hat eine ursprünglich für diesen Donnerstag geplante Beratung über das Fachkräfteeinwanderungsgesetz auf unbestimmte Zeit verschoben. Hintergrund ist die bisher fehlende Einigung über die geplanten Reformen zu erleichterten Abschiebungen. CDU und CSU sehen diese Reform als Voraussetzung für eine Fortführung der Gespräche. Das „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ von Innenminister Horst Seehofer sieht eine eingeschränkte Duldung von Ausreisepflichtigen vor, die ihre eigene Abschiebung behindern. Die Grünen kritisierten Seehofers Vorschlag. Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) bezeichnet das Fachkräfteeinwanderungsgesetz als Schritt in die richtige Richtung. Allerdings werde es für Ausländer noch immer zu schwierig bleiben nachzuweisen, dass ihre Qualifikation einer deutschen Ausbildung gleichwertig ist. Industrie und Wirtschaft erhoffen sich von einem geregelten Einwanderungsgesetz eine Verbesserung des Fachkräftemangels.
faz.net

Europäisch-Afrikanische Mittelstandsallianz gegründet: Am 21. März trafen sich 150 europäische und afrikanische Unternehmerverbände zum Mittelstandsgipfel Europa-Afrika, der unter der Schirmherrschaft der Europäischen Kommission stattfand. Ziel des Gipfels war es, den Austausch zwischen mittelständischen Unternehmen nördlich und südlich des Mittelmeers anzuregen und dabei die Rolle des Mittelstands als Rückgrat der Wirtschaft und Gesellschaft nach europäischem Vorbild zu bestärken. Neben Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) und weiteren europäischen Vertretern waren zahlreiche hochrangige Vertreter aus Afrika dabei. Youssouf Moussa Dawaleh, Präsident der Pan-Afrikanischen Handelskammer PACCI, der Vize-Präsident des ivorischen Mittelstandsverbandes FIPME, Dr. Diomandé Moussa waren unter anderem vor Ort. Der deutsche und europäische Mittelstandspräsident Mario Ohoven betonte in seiner Eröffnungsrede, dass Afrika die Zukunft sei: „Ein starkes Afrika braucht einen starken, gut organisierten Mittelstand und eine hervorragende Zusammenarbeit mit der Politik, die die Rahmenbedingungen schafft.“ Es gelte nun, das Potential Afrikas zu sehen und zu verwirklichen.
business-on.de

Altmaier will Industrie vor der teuren Energiewende schützen: Wirtschaftsminister Peter Altmaier will die Unternehmen vor den steigenden Kosten der Energiewende schützen. Auf der Klausurtagung Energie- und Umweltpolitik des Wirtschaftsrates der CDU versprach Altmaier, jegliche energiepolitische Vorhaben klar mit ihren Kosten zu deklarieren. Die Gesamtbelastung dürfe durch die Energiewende nicht erhöht werden. Vielmehr sollen die internationalen Wettbewerbsnachteile durch hohe Energiekosten in Deutschland abgebaut werden. Eine nachträgliche Verschärfung der Klimaziele lehnte Altmaier jedoch ab. Die im Klimaabkommen von Paris vereinbarte Reduktion der Treibhausgase zwischen 80 und 90 Prozent bis zum Jahre 2050 halte er für „machbar“, alles andere solle vorerst nicht entschieden werden. Von der Wirtschaft erwarte der Minister Lösungsvorschläge, wie die bis 2030 geplante CO2-Minderung erreicht werden könne. Dies gelte insbesondere für die Autoindustrie.
welt.de

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Der Einfluss von Medien auf Gerichtsverfahren: Mitteständler sehen sich immer wieder in juristische Auseinandersetzungen verwickelt. Wichtig dann: Auch im Gerichtssaal der Öffentlichkeit bestehen, damit der gute Ruf keine Kratzer bekommt. Die Krisen-PR-Agentur CONSILIUM hat nun mit der Uni Mainz untersucht, wie Gerichtsverfahren von Medienberichten beeinflusst werden und was sie mit der Öffentlichkeit machen. Das Ergebnis: Überraschend deutlich. Was sich daraus für die Medienarbeit von Mittelständlern ableiten lässt:
consilium.media

Wirtschaftsförderung: Warum Südkorea Deutschland um seinen Mittelstand beneidet handelsblatt.com

Bayerns Silicon Valley: Der Mittelstand will mitverdienen merkur.de

Bürokratie: Wie ein Mittelständler gegen den deutschen Behördenwahnsinn kämpft wiwo.de

RAT UND TAT

Marketing im Mittelstand: Viktoria Schütz, Geschäftsführerin des familiengeführten Unternehmens Deguma-Schütz GmbH, erklärt im Interview ihre Strategie, wie sie es als Mittelständlerin mit kleinem Budget und großem ­Engagement geschafft hat, im Unternehmen ein beispielloses Marketing aufzusetzen. Denn während deutsche Mittelständler in der Qualität und Produktion ihrer Waren international ganz oben mit dabei sind, steht es um Marketing-Expertise meist weniger gut. Das Unternehmen modernisiert und überholt Maschinen verschiedenster europäischer Hersteller aus zweiter Hand und passt diese dem aktuellen Stand der Technik an. Viktoria Schütz ist für das Marketing in ihrem Unternehmen allein verantwortlich, arbeitet aber mit einer Werbeagentur zusammen. Schützes Vater hat schon seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1990 manche Marketing-Maßnahmen ­regelmäßig durchgeführt, hatte dabei jedoch keine konkrete Strategie. Erst im Jahr 2013 entwickelte die Geschäftsführerin eine. Damit ist sie nun äußerst erfolgreich.
internetworld.de

Wie stark der Brexit deutsche Regionen trifft: Eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung untersucht die Auswirkungen des Brexits auf die Regionen Großbritanniens und der EU. Für die Studie wurde auf Basis einer Modellrechnung analysiert, wie sehr die jeweiligen Handelsströme aus den Regionen nach Großbritannien durch den Brexit beeinträchtigt würden. Die höchsten Einkommensverluste in Euro pro Kopf muss mit durchschnittlich rund 900 Euro pro Kopf und Jahr Großbritannien selbst hinnehmen. Vor allem den Süden Englands soll es hart treffen. An zweiter Stelle folgt gleich Deutschland, wo Verluste in Höhe von insgesamt zehn Milliarden Euro drohen, 115 Euro pro Kopf. Die höchsten Verluste hierzulande hätte mit insgesamt gut zwei Milliarden Euro Nordrhein-Westfalen, und hier insbesondere die Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln. Mitautor Dominic Ponattu erklärt, dass vor allem Regionen mit einem „produktiven Mittelstand“ besonders betroffen wären.
spiegel.de

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AUS GESPROCHEN

„Viele mittelständische Betriebe, insbesondere in Ostdeutschland, haben traditionell gute Geschäftsbeziehungen mit Russland. Ein Drittel unserer Mitgliedsunternehmen unterhält ein Exportgeschäft. Bei fast einem Siebtel der gesamten Mitglieder wirken sich die Russland-Sanktionen negativ auf die Geschäftstätigkeit aus.”

Prof. Markus Jerger, Bundesgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, warnt vor den negativen Folgen, die dem deutschen Mittelstand durch die Sanktionen der EU gegenüber Russland entstehen. Die Bundesrepublik ist nach China Russlands zweitgrößter Handelspartner.

owc.de

AUS DER REIHE

Luftverkehr in Deutschland wegen Software-Panne eingeschränkt: Wegen einer Störung in der Software für Fluglotsen war die Deutsche Flugsicherung (DFS) am Donnerstag gezwungen, den Verkehr im südwestdeutschen Luftraum einzuschränken. Der Luftraum erstreckt sich vom Bodensee im Süden bis nach Kassel im Norden und von der französischen Grenze bis nach Thüringen. Da das System fehlerhaft arbeitete, mussten die Lotsen genauer und zeitaufwendiger hinschauen, wie eine DFS-Sprecherin erklärte. Betroffen waren die Flughäfen Stuttgart, Köln-Bonn, Frankfurt sowie teilweise Düsseldorf. Flugausfälle gab es keine, der Verkehr wurde teilweise über andere Lufträume umgeleitet.
wiwo.de