KW11: Zukunftszentren sollen Mittelstand fit für Digitalisierung machen, Top 100 der erfolgreichsten kleinen und mittleren Unternehmen, was eine Übernahmegründung für Vorteile bietet

AUS POLITIK UND MITTELSTAND

Zukunftszentren sollen Mittelstand fit für Digitalisierung machen: Vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen fällt der Umstieg auf digitale Verwaltungs- und Produktionsprozesse nicht leicht, da die dafür nötigen Personalabteilungen meist kleiner ausfallen als in großen Konzernen, die sich digitale Strategien ausarbeiten lassen. Daher will nun das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit einem Förderprogramm helfen. In sogenannten Zukunftszentren sollen KMU mit Weiterbildungen und Beratungen für den digitalen Wandel gewappnet werden. Im Herbst soll feststehen, wer gefördert wird. 36 Millionen Euro gibt es dann für die folgenden zwei Jahre vom Bund und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, dazu kommen regionale Mittel. Die Zukunftszentren sollen allerdings erst in den neuen Bundesländern entstehen, da es für die Fördermittel Vorgaben gibt. Der zuständige Staatssekretär Björn Böhning erklärt, dass Unternehmen so lernen können, welche Qualifikationen sie in der Digitalisierung brauchen und wie die Beschäftigten auf den neuesten Stand kommen.
tagesschau.de

Top 100 der erfolgreichsten kleinen und mittleren Unternehmen: Seit mittlerweile zwölf Jahren untersucht Sebastian Theopold, Autor des Top 100-Rankings der erfolgreichsten Mittelständler, den deutschen Mittelstand. Für die Studie werden über eine Spanne von fünf Jahren Wachstumsraten und Ertragsquoten von Unternehmen mit einer Umsatzgröße zwischen zehn Millionen und einer Milliarden Euro verglichen. Wer diese Zahlen heranzieht, bekommt erstaunliche Ergebnisse. Die erfolgreichsten deutschen Mittelständer liegen alle weit über dem landesweiten Durchschnitt und hängen dabei sogar Dax-Konzerne ab. Die Top 100 kommen auf ein Erlöswachstum von 11,5 Prozent sowie auf eine Gewinnquote von 14,2 Prozent. Die Top 5 der erfolgreichsten Mittelständer sind allesamt in Bayern und Baden-Württemberg angesiedelt.
welt.de

Digitalisierung treibt Fusionen und Übernahmen voran: Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group hat sich der Wert von Fusionen und Übernahmen, die den Erwerb von digitalem Know-How zum Ziel haben, mehr als verdoppelt. Deren Wert lag 2017 noch bei 658 Milliarden Dollar, 2012 waren es lediglich 278 Milliarden Dollar gewesen. Besonders im Fokus stünden Finanz-Start-ups, Internet-der-Dinge-Geschäftsmodelle, Robotertechnik und Mobilitätslösungen. Firmenkäufe würden vorrangig genutzt, um Wachstum zu beschleunigen und zusätzliches Know-how ins Unternehmen zu holen.
handelsblatt.com

Deutschland-Index der Digitalisierung veröffentlicht: Forscher des Kompetenzzentrums Öffentliche IT am Fraunhofer-Institut stellten am Montag in Berlin den Digitalindex 2019 vor. Auf dem Siegertreppchen der Digitalisierung findet sich Berlin auf dem ersten Platz, gefolgt von Hamburg und Bremen. In den neuen Bundesländern sieht es in Sachen Digitalisierung vergleichsweise schlecht aus. Jedoch stellten die Forscher fest, dass vor allem in Sachen Infrastruktur und private Internetnutzung eine bundesweite Annäherung der digitalen Lebensverhältnisse zu beobachten ist. Für ihren Index haben die Forscher nicht nur auf den Breitbandausbau und andere Infrastrukturdaten geschaut, sondern auch zahlreiche andere Indikatoren berücksichtigt, wie etwa die Zahl der Informatikstudenten in einem Bundesland oder unbesetzte IT-Stellen. Außerdem haben sie Kommunen nach ihrem öffentlichen WLAN-Angebot gefragt und über 300 kommunale Webportale untersucht. Laut Index verfügt Hamburg über die beste digitale Verwaltung aller Bundesländer.
heise.de

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Der Einfluss von Medien auf Gerichtsverfahren: Mitteständler sehen sich immer wieder in juristische Auseinandersetzungen verwickelt. Wichtig dann: Auch im Gerichtssaal der Öffentlichkeit bestehen, damit der gute Ruf keine Kratzer bekommt. Die Krisen-PR-Agentur CONSILIUM hat nun mit der Uni Mainz untersucht, wie Gerichtsverfahren von Medienberichten beeinflusst werden und was sie mit der Öffentlichkeit machen. Das Ergebnis: Überraschend deutlich. Was sich daraus für die Medienarbeit von Mittelständlern ableiten lässt:
consilium.media

Territory Mittelstandsstudie: Made in Germany verliert Strahlkraft springerprofessional.de

Chefetagen: Noch immer mehr Männer als Frauen in Führungspositionen weser-kurier.de

Projektmanagement-Software: Einfachere Zusammenarbeit für den Mittelstand t3n.de

RAT UND TAT

Was eine Übernahmegründung für Vorteile bietet: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 60.000 sogennanter Übernahmegründungen getätigt. Dabei handelt es sich um den Kauf einer bestehenden Firma anstelle einer Neugründung. Der 37-jährige Elektroingenieur Görkem Göktürk ist einer von ihnen. Anstatt ein Startup aus der Taufe zu heben, kaufte Görkem Göktürk die bereits bestehende Firma Rego X-Ray. In den vergangenen fünf Jahren hat der Elektroingenieur den Hersteller von technischem Röntgenzubehör saniert und neu positioniert. Göktürk sieht klare Vorteile bei Übernahmegründungen. Wertvolles Know-How und bereits akquirierte Expertise geht so nicht verloren und kann zielführend weitergenutzt werden. Doch einfach bleibt eine solche Übernahme nicht. Göktürk war von Anfang an klar, dass er nicht nur eine bestehende Firma, sondern auch einen Sanierungsfall übernehmen würde. Er war dabei jedoch sehr erfolgreich. Die Firma wächst bis heute stetig weiter.
marktundmittelstand.de

Deutsche Firmen planen mit hartem Brexit: Ein geordneter Austritt Großbritanniens aus der EU rückt mittlerweile in immer größere Ferne. Das britische Unterhaus hat am Dienstagabend das mit der EU ausgehandelte Brexit-Abkommen erneut abgelehnt. 242 Abgeordnete stimmten mit Ja, 391 Parlamentarier mit Nein. Die EU-Seite bedauerte das Nein des britischen Parlaments zum Brexit-Vertrag. Sprecher von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tust erklärten, man habe alles Erdenkliche für eine Einigung getan. Die EU reagierte darauf mit der Ankündigung, Zölle auf britische Waren erheben zu wollen. Auch die Unternehmen treibt die Sorge um den Brexit um. Eine noch unveröffentlichte Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte in Kooperation mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie zeigt nun, dass deutsche Unternehmen kaum Vertrauen in die politischen Prozesse jenseits der Ärmelkanals haben – rund 36 Prozent der befragten gehen von einem Austritt ohne Vertrag aus. Knapp die Hälfte der Unternehmen erwartet durch einen harten Brexit einen hohen oder sehr hohen Schaden fürs eigene Unternehmen. Auch Jobs sind in Gefahr, jedes vierte Unternehmen plant für diesen Fall mit Stellenstreichungen. Trotz des Brexit-Chaos sprechen sich die meisten Unternehmen jedoch für mehr Europa aus.
de.reuters.comspiegel.de

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AUS GESPROCHEN

„Viele Mittelständler können mit ihrer Kultur, ihren Werten ganz ausgezeichnet punkten. Das merkt man aber erst, wenn man dort arbeitet und nicht, wenn man sich nur über mögliche Arbeitgeber informiert.”

Prof. Dr. Christoph Beck, einer der Autoren der Studie „Arbeitgeber Mittelstand: Kommunikation in Zeiten der Digitalisierung“ legt mittelständischen Unternehmens ans Herz, sich mehr um ihre Kommunikations- und Werbestrategien zu kümmern. Nur so können die richtigen Talente für vakante Stellen gefunden werden. Prof. Dr. Beck prophezeit, dass der Konkurrenzkampf um Bewerber in Zukunft zunehmen wird.

saatkorn.com

AUS DER REIHE

Internationale Arbeitsorganisation feiert Jubiläum: Am 28. Juni 1919 wurde im Zuge des Friedensvertrags von Versailles die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) gegründet. Ihr Ziel ist die Schaffung und Durchsetzung von internationalen Normen für Arbeitnehmerrechte. Zentrale Forderungen waren die Einführung der 48-Stunden-Woche, der Mutterschutz sowie die Bekämpfung von Kinderarbeit. Anlässlich des Jubiläums sprach Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei einem Festakt und machte sich dabei für die Einführung der mittlerweile gescheiterten Digitalsteuer stark. Digitalunternehmen dürften sich ihrer Steuerpflicht nicht entziehen. Um die Menschen auf den Arbeitsmarkt der Zukunft vorzubereiten, müsse rechtzeitig in die Digitalisierung investiert werden. Steinmeier wies in seiner Rede außerdem auf Deutschlands Verantwortung für Arbeitnehmerrechte in globalen Wertschöpfungsketten hin. Schlechte Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern dürften die Menschen in Deutschland nicht kalt lassen.
faz.netfr.de