KW10: Sauerländische Weltmarktführer trotzen Fachkräftemangel, Wirtschaft begrüßt Milliarden-Förderung für Forschung, warum hat der Mittelstand Angst vor der Transformation?

AUS POLITIK UND MITTELSTAND

Sauerländische Weltmarktführer trotzen Fachkräftemangel: Das eher ländliche Südwestfalen ist die Heimat von besonders vielen Weltmarktführern – in kaum einer Region Deutschlands gibt es so viele Hidden Champions wie dort, 166 Weltmarktführer haben ihren Sitz in der Region. Etwa 50 von ihnen kommen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, weitere 30 jeweils aus der Gebäudetechnik und der Automotivbranche. Für IHK-Arnsberg Präsident Andreas Rother behauptet sich das Sauerland besonders gut gegen den Fachkräftemangel, der dem Mittelstand zunehmend Sorgen bereitet. Neben der Tatsache, dass die meisten Unternehmen inhabergeführt sind, sieht Rother einen weiteren Vorteil in der Nischenstrategie, welche die sauerländischen Unternehmen verfolgen. Die zentrale Lage in der Mitte Deutschlands sowie die steigenden Immobilienpreise in Städten zögen laut Rother viele Familien in die Region. Er ist deshalb davon überzeugt, dass die Region auch in Zukunft erfolgreich bleiben wird.
marktundmittelstand.de

Wirtschaft begrüßt Milliarden-Förderung für Forschung: Finanzminister Olaf Scholz will Forschung und Entwicklung in den Unternehmen für vier Jahre mit einem Gesamtvolumen von fünf Milliarden Euro fördern. Die jährliche Summe von 1,25 Milliarden Euro soll je zur Hälfte vom Bund und von den Ländern finanziert werden. Scholz löst mit der Ankündigung eine Zusage aus dem Koalitionsvertrag ein. Die Wirtschaft fordert seit Langem ergänzend zur Projektförderung auch eine steuerliche Forschungsförderung, wie sie in den meisten Industriestaaten existiert. Wirtschaftsminister Peter Altmaier setze sich laut einer Sprecherin bereits seit Langem für eine steuerliche Forschungsförderung ein. Deutschland sei eines der sieben von 35 OECD-Ländern, das seine Wirtschaft mit diesem Instrument noch nicht unterstützt.
de.reuters.com

Opposition macht Druck für mehr Handel mit Iran: Trotz der zusammen mit Frankreich und Großbritannien Ende Januar in Paris etablierten Tauschbörse, welche den Handel mit dem Iran entgegen der US-Sanktionen aufrecht erhalten sollte, musste die Bundesregierung einräumen, dass der Handel mit dem Land in den letzten Monaten zurückgegangen sei. Auch deutsche Exporteure kritisieren das „Instrument in Support of Trade Exchanges“ als wirkungslos. Die Linke wirft der Regierung vor, sich den US-Vorgaben zu beugen, da die für Instex vorgesehenen Warengruppen von den US-Sanktionen ausgenommen sind. Diese sollen die Lebensbedingungen der einfachen Bevölkerung in Iran verbessern. Auf iranischer Seite könnte die Kritik an Lippenbekenntnissen zu internationalen Handelsabkommen zu steigendem Druck auf Reformkräfte im Land führen.
handelsblatt.com

EU-Verkehrsausschuss stimmt für Abschaffung der Zeitumstellung: Der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments stimmte am Montag für eine Abschaffung der Zeitumstellung ab 2021. Allerdings gibt es noch Hürden, da die EU-Mitgliedstaaten noch entscheiden müssen, wie sie künftig mit der Zeitumstellung umgehen wollen. Jeder Mitgliedstaat soll selbst entscheiden können, wie er mit der Abschaffung der Zeitumstellung umgehen will. So wäre ein Flickenteppich der Zeitzonen in Europa möglich. Die EU-Staaten stimmten sich derzeit noch ab, was einige Zeit in Anspruch nehme. Zudem müssten die wirtschaftlichen Auswirkungen genau analysiert werden. Käme für alle 17 Staaten die dauerhafte Sommerzeit, hieße das für Spanien im Winter Dunkelheit bis kurz vor 10.00 Uhr morgens. Einigen sich alle auf Winterzeit, würde es in Warschau im Sommer schon um 03.00 Uhr hell. Nachdem im vergangenen Jahr die Europäer mit einer überwältigenden Mehrheit für die Abschaffung der Zeitumstellung stimmten, sollte die Abschaffung bereits in diesem Jahr durchgesetzt werden. Die EU-Verkehrsminister verweisen nun darauf, dass Wirtschaft und Verkehrswesen länger bräuchten, um sich auf die Änderung einzustellen.
spiegel.de

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Der Einfluss von Medien auf Gerichtsverfahren: Mitteständler sehen sich immer wieder in juristische Auseinandersetzungen verwickelt. Wichtig dann: Auch im Gerichtssaal der Öffentlichkeit bestehen, damit der gute Ruf keine Kratzer bekommt. Die Krisen-PR-Agentur CONSILIUM hat nun mit der Uni Mainz untersucht, wie Gerichtsverfahren von Medienberichten beeinflusst werden und was sie mit der Öffentlichkeit machen. Das Ergebnis: Überraschend deutlich. Was sich daraus für die Medienarbeit von Mittelständlern ableiten lässt:
consilium.media

KfW-Studie: Immer weniger Chefinnen im Mittelstand maz-online.de

Produktivität: Große Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen Betrieben zeit.de

Deutsche Arbeitnehmer: Mehr als 61 Milliarden Arbeitsstunden handelsblatt.com

Notfallplan: Wie Mittelständler Krisen meistern wiwo.de

RAT UND TAT

Warum hat der Mittelstand Angst vor der Transformation? Der digitale Umbruch könnte eine große Zahl mittelständischer Unternehmen in finanzielle Bedrängnis bringen, wie die Studie Finanzierungsmonitor 2019 zeigt. Für diese hat der Finanzdienstleister Creditshelf gemeinsam mit der TU Darmstadt 200 Finanzentscheider aus mittelständischen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen befragt und kam dabei zu dem Ergebnis, dass 71 Prozent der Unternehmen befürchten , ihnen könnte im digitalen Umbruch die finanzielle Kraft ausgehen. Daniel Bartsch, Vorstand und Gründungspartner von Creditshelf, warnt davor, dass dass der Großteil des Sektors nicht in der Lage sein werde, die nun wichtigen Weichenstellungen in Richtung digitaler Geschäftsmodelle vorzunehmen. Auch wenn sich gerade mittelständische Betriebe in vergangenen Phasen des wirtschaftlichen Abschwungs immer wieder erfolgreich auf ihre Innovationskraft besonnen hätten, könnte es diesmal anders laufen, so die Studienautoren.
t3n.de

Umgang mit dem Fachkräftemangel gefährdet den Mittelstand: Gerade im Handwerk zeigt sich, wie gravierend der Fachkräftemangel für Mittelständische Unternehmen sein kann. Jeder Tag, der vergeht, ohne dass ein geeigneter Bewerber für eine offene Stelle gefunden wurde, kostet Unternehmen Geld. Davon gab es im vergangenen Jahr in Deutschland viele: 107 Tage hat es durchschnittlich gedauert, bis Unternehmen eine offene Stelle besetzt hatten. Dem deutschen Mittelstand entgehen nach Schätzungen von EY pro Jahr knapp 50 Milliarden Euro Umsatz, weil sie nicht genügend Mitarbeiter finden und deshalb Aufträge ablehnen müssen. Der DIHK-Arbeitsmarktreport warnt davor, dass sich dies auch negativ auf die Innovationskraft eines Unternehmens auswirken könne.
welt.de

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AUS GESPROCHEN

„Das hält zwar die Kosten gering, wird aber durch eine geringe Wirksamkeit bei mittleren und großen Unternehmen erkauft.”

ZEW-Experten loben die Idee von Finanzminister Scholz zur Steuerförderung der Forschung, bemängeln jedoch, dass nur die Hälfte der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Unternehmen förderfähig wird und dass auf zwei Millionen Euro begrenzt ist.

handelsblatt.com

AUS DER REIHE

Väter nehmen sich nicht mehr Zeit für ihre Kinder, selbst wenn sie es können: Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeigt große Differenzen zwischen den Geschlechtern auf. Während Väter ihre Kinder pro Arbeitswoche rund acht Stunden betreuen, sind es bei Müttern ganze 21 Stunden. Wissenschaftlerin Yvonne Lott, Expertin für Gender und Arbeitszeit am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI), ging der Frage nach, ob die beworbenen flexiblen Arbeitszeitmodelle einen positiven Einfluss auf die Betreuungszeit hätten. Mütter und Väter arbeiten demnach durchweg mehr, wenn sie Homeoffice machen oder ihre Arbeitszeit selbst bestimmen können. Gleichzeitig wenden Väter nicht mehr Zeit für die Betreuung ihrer Kinder auf. An Freizeit und Schlaf sparen wiederum beide Geschlechter.
spiegel.de