KW 51: Finanzminister Scholz kündigt weitere Milliardenhilfen an, Ökonomen fürchten erhebliche wirtschaftliche Folgen des Shutdowns, Corona hinterlässt Spuren auf Ausbildungsmarkt

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Finanzminister Scholz kündigt weitere Milliardenhilfen wegen deutschlandweiten Shutdown an: Seit Mittwoch ist Deutschland im zweiten bundesweiten Shutdown. Das beschlossen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer am Sonntag angesichts der weiter rasant steigenden Infizierten- und Todeszahlen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Nun müssen ab dem 16. Dezember bis mindestens 10. Januar 2021 alle Einzelhandelsgeschäfte schließen, ausgenommen Läden mit Waren und Dienstleistungen für den täglichen Bedarf. Finanzminister Olaf Scholz kündigte am Sonntag „sehr umfassende Überbrückungshilfen“ für betroffene Unternehmen an. So würde der Bund von ihnen bis zu 90 Prozent der Fixkosten übernehmen. des Weiteren werde die Höchstgrenze der Überbrückungshilfe von 200.000 auf 500.000 angehoben. Zwar erwartet Scholz dadurch entstehende Kosten von mehr als elf Milliarden Euro monatlich, jedoch werde man „allen beistehen, die Hilfe, Beistand und Unterstützung brauchen“. Angedacht seien auch steuerliche Erleichterungen und Abschreibungsmöglichkeiten für Waren, die nun liegen bleiben. Dagegen zeigte sich der Einzelhandelsverband HDE besorgt und sprach von einer „existenzbedrohenden Lage“. Ihm zufolge würden die vorgesehenen Hilfsgelder „bei Weitem“ nicht reichen.
tagesschau.de, tagesspiegel.de

Ökonomen fürchten erhebliche wirtschaftliche Folgen des Shutdowns: Zahlreiche renommierte Ökonomen haben sich alarmiert gezeigt angesichts der wirtschaftlichen Folgen des erneuten Shutdowns. Zwar äußerten u.a. Ifo-Präsident Clemens Fuest und der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Marcel Fratzscher ihre Zustimmung zum harten Lockdown über Weihnachten. Der sei wirtschaftlich richtig und müsse als Investition verstanden werden, einen härteren und längeren Lockdown zu vermeiden. Dennoch befürchtet das DIW Gesamtkosten in Höhe von 58 Milliarden Euro im kommenden Jahr auf die Wirtschaft zukommen. Weitere Ökonomen gehen davon aus, dass sich ein sogenannter Double Dip, also eine erneute Rezession durch den plötzlichen Abbruch einer Erholungsphase, nicht vermeiden lasse. Ein Einbruch vergleichbar mit dem im Frühjahr sei aber Stand jetzt nicht wahrscheinlich.
tagesspiegel.de, zeit.de
spiegel.de

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Uhrenwerk Weimar: Eine international angesehene Marke, deren Ursprung sich bis in das Jahr 1950 zurückverfolgen lässt, kehrt zurück. Inspiriert von Henry van de Velde und dem Bauhaus entsteht das neue “Uhrenwerk Weimar” in der Tradition einer Verbindung aus Kultur und Kompetenz, die in Weimar erfunden wurde, aber heute auf der ganzen Welt zuhause ist. Gemeinsam mit dem Antwerpener Designer Ronald Steffen wurden drei Armbanduhren-Modelle entwickelt: “Henry van de Velde”, “Luftbrücke Berlin” und “Royal Union”.
uhrenwerk-weimar.de

DGB fordert Arbeitsplatzsicherheit: Die im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) organisierten Gewerkschaften fordern Jobgarantien in der Corona-Krise von der Politik. Die Pandemie zeige, dass Minijobs keinerlei Absicherung bedeutet würden, so der Geschäftsführer DGB Mittelfranken, Stephan Doll. Darüber hinaus fordert der DGB, Staatliche Corona-Hilfen an eine Beschäftigungsgarantie zu knüpfen. Regina Schleser von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert von der bayerischen Staatsregierung eine Soforthilfe von 1.000 Euro für Beschäftigte in der Gastro sowie die Aussetzung der Steuerprogression in diesem Jahr.
br.de

Corona hinterlässt Spuren auf Ausbildungsmarkt: Die diesjährigen ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie kommen auch auf dem Ausbildungsmarkt zum Tragen. Wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (Bibb) mitteilte, hätten 2020 deutlich weniger Menschen eine Ausbildung begonnen als im Jahr zuvor. Zwischen Oktober 2019 und September 2020 verzeichnete das Bibb 467.500 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge. Das entspricht einem Rückgang von 57.600 oder zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dabei sind die Ursachen auf beiden Seiten, Angebot und Nachfrage, zu suchen. So wurden in diesem Jahr ganze 527.400 Ausbildungsplätze weniger angeboten – ein Rückgang von 8,8 Prozent. Doch auch die Zahl der Bewerber nahm ab – um 9,6 Prozent auf 496.800. Damit seien laut Bibb zum Start des neuen Ausbildungsjahres 59.900 Ausbildungsstellen offengeblieben, 12,8 Prozent mehr als im vorherigen Zeitraum. handelsblatt.com

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ETL – Deutschlands führende Steuerberatungsgruppe mit Tipps zum Jahreswechsel: Ein turbulentes Jahr voller Herausforderungen geht zu Ende. Und egal ob Unternehmer, Selbstständige, Arbeitnehmer oder Familien – im neuen Jahr erwarten Sie zahlreiche steuerrechtliche Änderungen. Ob Soli-Wegfall, Wiedereinführung der degressiven AfA, Regelungen zum Investitionsabzugsbetrag oder Steuerrechtliche Fragen im Zusammenhang mit Corona-Hilfen und Home-Office: Mit den Ratschlägen der ETL umgehen Sie potenzielle Fallstricke und lernen Möglichkeiten kennen, zu einem zumindest in steuerlicher Hinsicht versöhnlichen Jahresausklang zu finden.
youtube.com

Cyberattacke auf Dax-Anwärter Symrise: Der niedersächsische MDax-Konzern und Dax-Anwärter Symrise ist am Dienstag Opfer einer Cyberattacke geworden. Fast den ganzen Tag stand die Produktion beim Duft- und Aromenhersteller still. Wie Symrise bekannt gab, hätten die Täter ein Virus in das Unternehmensnetzwerk eingeschleust. Noch sei unklar, wer die Täter waren und in welchem Umfang durch die Attacke Daten verschlüsselt wurden. Symrise beliefert Nahrungs-, Konsumgüter- und Kosmetikproduzenten weltweit. Wann die Produktion wieder vollständig hochgefahren werden könne, war am Dienstagabend noch nicht bekannt.
handelsblatt.com

Kurzmeldungen:

  • Mittelständler in Angst vor Chaos-Brexit tagesschau.de
  • Hitachi Vantara bietet Enterprise-Storage speziell für mittlere Unternehmen it-business.de
  • Deutscher Mittelstands-Bund warnt vor protektionistischen Zügen bei Biden n-tv.de
  • Umfrage: Corona-Hilfen oft zu bürokratisch heise.de
  • RAT UND TAT

    Wirtschaftsministerium fördert Mittelstand bei Digitalisierung: Das Wirtschaftsministerium bietet mittelständischen Unternehmen finanzielle Fördergelder bei der Umsetzung der Digitalisierung ihrer Betrieb an. Mit dem Programm „Digital Jetzt – Investitionsförderung für KMU“ wolle man den Unternehmen Anregungen zu mehr Investitionen in digitale Technologien bieten sowie sie in die Lage versetzen, ihre Mitarbeiter hinsichtlich der dadurch entstehenden Herausforderungen zu schulen. Antragsberechtigt für den Erhalt der Fördergelder sind Betriebe mit drei bis 499 Angestellten. Zudem muss ein konkreter Digitalisierungsplan für das eigene Unternehmen vorgelegt werden. Über ein eigens eingerichtetes Portal kann sich ab jetzt beworben werden.
    ip-insider.de

    Hessen greift Mittelstand mit weiteren Überbrückungshilfen unter die Arme: Wie der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und der Finanzminister des Landes Michael Boddenberg (CDU) am Dienstag bekannt gaben, will Hessen angesichts des erneuten Shutdowns und der anhaltenden wirtschaftlichen Probleme weitere Unterstützung gewährleisten. Seit dem Frühjahr haben hessische Unternehmen bereits rund 8,2 Milliarden Euro vom Land bekommen. Aus dem Hessenfonds sollen nun weitere Überbrückungshilfen möglich gemacht werden. Darüber könnten sich Firmen neue Liquidität in Form von Bürgschaften oder eigenkapitalstärkenden Mitteln verschaffen. Bei den Hilfen handele es sich um stille Beteiligungen oder als Bürgschaften für Bankkredite.
    n-tv.de

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    Bund stellt weitere Überbrückungshilfen im Shutdown in Aussicht: Die Bundesregierung hat angesichts des seit Mittwoch geltenden deutschlandweiten Shutdowns umfangreiche Hilfen für direkt und indirekt betroffene Firmen und Branchen versprochen. Dazu werde man die sogenannten Überbrückungshilfen III noch einmal neu justieren. Noch seien allerdings nicht alle Details geklärt. Hauptsächlich profitieren soll der Einzelhandel von den Hilfen, für die ein Förderhöchstbetrag von 500.000 Euro pro Monat festgeschrieben wird. Das Programm soll bis Ende Juni 2021 laufen und Unternehmen, Soloselbstständigen und selbstständigen Angehörigen freier Berufe zustehen, sofern sie einen Jahresumsatz von bis zu 500 Millionen Euro aufweisen. Bedingung ist, dass ihr Umsatz in mindestens einem der beiden Monate 40 Prozent unter dem jeweiligen Vorjahreszeitraum liegt. Den voraussichtlichen Wertverlust von nun unverkäuflichen Waren will der Bund durch unbürokratische Teilabschreibungen auffangen.
    handelsblatt.com

    Studie attestiert Mittelstand erhebliche Sicherheitslücken im IT-Bereich: Eine Studie des heimischen Versicherungsverbands GDV fördert gravierende Sicherheitslücken im IT-Bereich mittlerer Unternehmen in Deutschland zutage. Dafür haben der Sicherheitsberater Michael Wiesner und Kollegen mit dem Wissen von 40 der an der Studie teilnehmenden 500 mittelständischen Unternehmen versucht, deren IT-Systeme zu hacken – mit Erfolg. Binnen zehn Minuten sei es bei 23 von ihnen möglich gewesen, sich wie Gott in den Systemen der Unternehmen zu bewegen. Hauptprobleme seien veraltete Programme, fehlende Updates und mangelhafte Mitarbeiterschulung. Als besonders anfällig hat sich das Home-Office erwiesen.
    rnd.de

    AUS GESPROCHEN

    Der Dezember ist unter normalen Umständen der wichtigste Monat im Jahr, in der Pandemie ist er ein Totalausfall

    Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, befürchtet eine Pleitewelle mit hunderttausenden Jobverlusten im Einzelhandel durch den seit Mittwoch geltenden Shutdown.
    tagesschau.de

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    AUS DER REIHE

    Süßwarenhandel zieht gemischtes Fazit des Weihnachtsverkaufes: 2020 – Ein Jahr geht so langsam auf die Zielgrade, welches nur äußerst begrenzt für die Ausschüttung vieler Glückshormone sorgen konnte. Bekanntlich macht Schokolade glücklich und so wäre zu erwarten, dass in diesem Jahr der Verkauf der Süßigkeit, ohnehin traditionell stark zur Weihnachtszeit, Verkaufsrekorde brechen könnte. Und in der Tat kann der Chef des Branchenverbands Sweets Global Networks in München, Hans Strohmaier, einen Trend zum erhöhten Konsum in den eigenen vier Wänden zwischen Oktober und Dezember feststellen. Dies gehe einher mit einer „Sehnsucht nach Heimeligkeit“. Allerdings sei der Vor-Ort-Konsum in den Innenstädten in diesem Jahr deutlich niedriger als gewohnt. Hinzu kommt nun die erneute Schließung des Einzelhandels, mitten im umsatzträchtigen Weihnachtsgeschäft. Ob also auch in dieser Saison die ansonsten weit über 100 Millionen Weihnachtsmänner verkauft werden können, ist noch ungewiss. rnd.de