KW 47: Jamaika-Aus ist ein Desaster, Ohoven: Steuerflucht ist unfair, Digitalisierung bringt Dividende

AUS POLITIK & MITTELSTAND

Jamaika-Aus ist ein Desaster: Das Aus für eine Jamaika-Koalition erschüttert auch den Mittelstand. „Damit haben die sondierenden Parteien Deutschland einen Bärendienst erwiesen“, sagte Hans Peter Wollseifer Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. „Es wirft kein gutes Licht auf die Parteien und leistet jenen Kräften Vorschub, die die Funktionsfähigkeit unseres politischen Systems infrage stellen.“ „Ein Desaster für die mittelständische Wirtschaft“ bezeichnete Mario Ohoven, Präsiden des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft, die Situation. Für Planungssicherheit, damit investiert werden könne, brauche es eine Regierung. Konkret forderte Ohoven  die Abschaffung des Soli sowie Investitionen in Digitalisierung und Infrastruktur.
n-tv.de (Handwerk), n-tv.de (Interview Ohoven)

Ohoven: Steuerflucht ist unfair: Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständischer Wirtschaft, fordert nach Aufdeckung der „Paradise Papers“ ein strengeres Vorgehen gegen Steurflucht. Der Mittelstand sei hier „klar gegenüber international agierenden Großkonzernen benachteiligt“. Für die Großen habe es immer Mittel und Wege gegeben, den Fiskus auszutricksen. Milliarden-Umsätze machen und kaum Steuer zahlen, dafür habe der Mittelstand kein Verständnis.
donaukurier.de

Digitalisierung bringt Dividende: Aus der Lang­zeit­untersuchung Digitali­sierungs­index Mittel­stand hat tech­consult zum zweiten Mal einen Zwischenstand veröffentlicht. Nur langsam schreitet demnach der digitale Wandel voran. Auf einer Skala von 100 Indexpunkten hat man im Vergleich zum Vorjahr zwei Punkte auf 54 gut gemacht. „Digitales Engagement wird mit einer digitalen Dividende belohnt“, sagt Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland als Auftraggeber der Studie. Unternehmen, die einen überdurchschnittlichen Digitalisierungsindex von 58 Punkten erreichen, hätten ihren Umsatz im vergangenen Jahr um mindestens 10 % gesteigert.
mittelstandswiki.de

Flugkunden steigen auf Bus und Bahn um: Angesichts der exorbitant gestiegenen Flugpreise steigen immer mehr Kunden bei Reisen innerhalb Deutschlands auf die Bahn um. Die Buchungen hätten für die nächsten Monate um zehn Prozent zugenommen, so ein Bahnsprecher. So erwartet die Bahn in diesem Jahr einen weiteren Rekord im Fahrgastverkehr. Konkurrenz bekommt sie von Flixbus. Der größte deutsche Fernbusanbieter kann darauf hoffen, sich ebenfalls ein größeres Stück vom Kuchen abzuschneiden.
tagesspiegel.de, faz.net

Notfallplan bei IT-Sicherheit fehlt: Im Mittelstand hat mehr als die Hälfte der Unternehmen keinen IT-Notfallplan. Zu diesem Ergebnis kommt der Sicherheitsanbieter G DATA in seinem neuen Bericht IT-Security Barometer 2017. Eine Katastrophe, denn im Ernstfall bleibt so viel Zeit und Geld auf der Strecke. Verwunderlich auch deswegen, weil 92 Prozent der befragten Firmen in der Studie angegeben haben, sie würden sich mit IT-Sicherheitskonzepten und dem Schutz ihrer Daten auseinandersetzen. Immerhin: Vier von zehn Mittelständlern geben an, über ausreichende Sicherheitskonzepte zu verfügen.
security-insider.de

Frauen werden in Deutschland besonders schlecht bezahlt: Die Kluft bei der Bezahlung von Frauen und Männern ist fast nirgendwo in Europa so groß wie in Deutschland. Mit 22 Prozent Differenz beim durchschnittlichen Stundenlohn liegt die Bundesrepublik auf Platz 26 von 28 EU-Ländern. Diese Zahlen legte die EU-Kommission am Montag in Brüssel vor. Noch größer sind die Unterschiede nur noch in Tschechien mit 22,5 und in Estland mit 26,9 Prozent. Der Durchschnitt in der EU liegt bei 16,3 Prozent; in den führenden Ländern Italien und Luxemburg bei nur 5,5 Prozent.
tagesspiegel.de

Glasfaserausbau: Kabelnetzbetreiber sind nach Jamaika-Aus gelassen heise.de
SPD-Wirtschaftsforum für Sondierungsgespräche mit der Union manager-magazin.de
Startups wollen Verspätungen der Bahn vermeiden gruenderszene.de

AUS GEZÄHLT

7.000 Tonnen Elektroschrott haben Hersteller und Händler von Elektrogeräten im Mittelstand im Jahr 2016 zurückgenommen.
pressebox.de

RAT UND TAT

Grenzüberschreitendes Online-Shopping: Am Montag haben sich Vertreter von EU-Kommission, Europaparlament und EU-Mitgliedstaaten auf ein Verbot bestimmter Geoblocking-Praktiken geeinigt. So werden Händler verpflichtet, Produkte auch an Kunden in anderen EU-Ländern zu verkaufen. Geliefert werden muss allerdings nicht. Eine Selbstabholung muss aber möglich sein. Auch darf es eine automatische Umleitung auf eine landesspezifische Seite nicht mehr geben. Schließlich müssen Kreditkarten aus anderen Ländern auch akzeptiert werden. Beim Videostreaming gelten die neuen Regeln allerdings nicht. Hier hatten sich die nationalen Verbände von Produzenten, Verleihern und Kinobetreibern durchgesetzt.
derstandard.at, deutschlandfunk.de

Diversity Konferenz: Ein Lob auf die Dünnhäutigkeit: Beim Thema Vielfalt geht es gerade viel um die Frage, was sich die Beschäftigten von ihrem Chef wünschen; wie er oder sie sich verhalten soll. Die Eigenschaften, die da genannt werden – Empathie, Kommunikation, Motivation – werden oft als eher weibliche Stärken angesehen. Das, so die Annahme von Experten, sei ein Grund, weswegen mehr Frauen in Zukunft führend tätig sein würden. So sprach sich Valerie Holsboer, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, für ein “Lob auf die Dünnhäutigkeit” aus. “Ich bin eher für Führungskräfte, die ihre Umwelt wahrnehmen, ein Gespür für Menschen haben, aber gleichzeitig resilient sind, also auch mit Konflikten und Krisen umgehen können”, sagte sie.
tagesspiegel.de

AUS GESPROCHEN

„Das Programm der FDP überschneidet sich stark mit den Forderungen der Mittelstandsvereinigung.”
CDU-Mittelstandsvereinigungs-Chef Carsten Linnemann hat bei der Verleihung des MIT-Preises klare politische Präferenzen.
eigene Quelle

AUS DER REIHE

Wir würden ja wollen: Der Hamburger Netzbetreiber Willy.tel steckt beim Ausbau von FTTH-Verbindungen (Fiber To The Home) fest. Man finde schlichtweg keine Baufirmen, die die Projekte umsetzen wollten. „Von 55 Tiefbauunternehmen, die wir gerade angeschrieben haben, hat keines geantwortet,“ stellt Geschäftsführer Bernd Thielk ernüchtert fest. Die meisten Firmen seien bereits bis 2019 ausgelastet. Außerdem seien die Preise für den Tiefbau um 30 Prozent gestiegen.
golem.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.