KW 42: Kanzlerin besorgt um Maschinenbau, Chemieindustrie durch Mobilitätswende bedroht, Schaeffler baut stellen ab, SAP mit neuer Spitze

Starke mittelständische Unternehmen zeichnen sich durch eine ausgeprägte Führungskultur aus. Nur wer sein Bestes gibt, kann von den anderen Gefolgschaft erwarten. Doch was heißt Führung heutzutage? Sie fängt vor allem beim Unternehmer selbst an. Kein Mensch ist perfekt, doch der aufrichtige Wille zählt. Abgeschmierte Karrieren wie Middelhoff oder Winterkorn? Von denen lesen wir. Von denen, die sich verpflichtet fühlen, die überzeugend und erfolgreich führen, wissen in der Regel nur wenige Eingeweihte. Erfolgreiche Mittelständler müssen sich entscheiden, wo sie stehen wollen. In den Klatschspalten oder inmitten von Menschen, die ihnen begeistert folgen. Mittelstandsperspektiven richten sich an letztere.
-Thomas Philipp Reiter


AUS POLITIK UND MITTELSTAND

Kanzlerin Merkel besorgt über Maschinenbau: Am Dienstagvormittag drückte Kanzlerin Angela Merkel auf einer Veranstaltung des Maschinenbau-Verbands VDMA ihre Besorgnis über die Konjunktur aus. Die Branche fungiere wie eine Art Frühwarnsystem und die Ausschläge deuten in Richtung Rezession hin. Erst kürzlich hat der Internationale Währungsfonds die globale Wachstumsprognose nach unten korrigiert – außer Italien gibt es kein schwächer wachsendes Industrieland als Deutschland. Merkel sieht die Unsicherheit des Brexit sowie die Auswirkungen des Handelsstreits zwischen China und den USA als Hauptgründe für die Konjunkturflaute der exportorientierten Volkswirtschaft Deutschlands.
faz.net

Chemieindustrie durch Mobilitätswende bedroht: Sie stellen Lacke, Dichtungen und Kunststoffkomponenten her – jeder zehnte Job in der Chemieindustrie und jeder fünfte Arbeitsplatz spezifisch in der Kunststoffbranche ist mit der Autoproduktion verbunden. Über 700.000 Beschäftigte hat die gesamte Branche und die Umrüstung auf Elektroautos bedroht viele Arbeitsplätze – dies fanden das Fraunhofer Institut und die Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE heraus. Kunststoffelemente werden nämlich bei der Mobilitätswende an Bedeutung verlieren.
handelsblatt.com

Schaeffler baut 1300 stellen ab: In Herzogenrauch wird der Autozulieferer Schaeffler als Teil eines im März beschlossenen Transformationspakets 1300 Stellen abbauen. Die schwächelnden Konjunktur sowie die Handelskonflikte zwischen China und den USA treffen das Unternehmen schwer, das weltweit 90.000 Personen beschäftigt. Die Führungsebene betonte, dass beim Stellenabbau das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit geboten ist – das heißt, dass sowohl Unternehmen, als auch betroffene Mitarbeiter mit den Konditionen zum Ausscheiden einverstanden sein müssen.
faz.net

SAP mit neuer Vorstandsvorsitzenden: Fliegender Wechsel beim DAX-Konzern SAP: Bill McDermott gibt überraschend seinen Posten ab, es folgt Jennifer Morgan, die gemeinsam mit dem bisherigen Organisationsvorstand Christian Klein das Softwareunternehmen führen wird. McDermott hat SAP strategisch und finanziell gut aufgestellt, allerdings gibt es Probleme mit der Kundenzufriedenheit. Die 48-jährige Amerikanerin ist seit 2017 Vorstandsmitglied, der 39-jährige Klein hingegen seit 2018.
handelsblatt.com

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Der Einfluss von Medien auf Gerichtsverfahren: Mitteständler sehen sich immer wieder in juristische Auseinandersetzungen verwickelt. Wichtig dann: Auch im Gerichtssaal der Öffentlichkeit bestehen, damit der gute Ruf keine Kratzer bekommt. Die Krisen-PR-Agentur CONSILIUM hat nun mit der Uni Mainz untersucht, wie Gerichtsverfahren von Medienberichten beeinflusst werden und was sie mit der Öffentlichkeit machen. Das Ergebnis: Überraschend deutlich. Was sich daraus für die Medienarbeit von Mittelständlern ableiten lässt:
consilium.media

Handelsstreit: Diese deutschen Firmen werden von US-Zöllen betroffen sein sueddeutsche.de
EU-Kommission: Widerstand deutscher Unternehmen gegen Von der Leyen handelsblatt.com
Kettcar-Hersteller: Kettler verkündet endgültiges Aus spiegel.de


RAT UND TAT

Klug in die Gesundheitsbranche investieren: Die Digitalisierung der Gesundheitsbranche schreitet mit großen Schritten voran – dafür gibt es auch allen Anlass: der Fachkräftemangel in der Pflege sowie die Überalterung der Gesellschaft schaffen einen Bedarf nach modernen Lösungen. Ob bei der Telemedizin, Gesundheitsamts oder der Vernetzung von bestehenden Gesundheitssystemen – immer mehr Player betreten die Bühne. Diese sind auch eine Chance für Investoren. Der Trend im Bereich E-Health ist klar: es geht bergauf. Dafür lohnt es sich die wichtigsten Akteure in Deutschland unter die Lupe zu nehmen – das Siegel „Made in Germany“ ist nämlich noch immer ein Garant für Qualität und Vertrauen.
focus.de

Neues Fracht-Tracking-Verfahren entwickelt: Was für Privatkunden bei Online-Bestellungen längst möglich ist, soll nun auch für die Logistik-Branche umgesetzt werden: das Nachverfolgen von Frachtsendungen. Das BPW Innovation LAB hat mit dem „BPW CargoTracer“ ein System entwickelt, bei dem alle 20 Minuten per Funk der Standort der Frachtlieferung übermittelt wird – die Daten werden über Microsoft Azure verarbeitet und sind einsehbar. Der Sender wird dabei am Frachtcontainer befestigt und schließt eine Lücke. Häufig haben Speditionen kein Interesse daran, Informationen über die Route weiterzugeben, da sie für Verspätungen selbst verantwortlich sein können – der Tracker umschifft dieses Problem.
cio.de

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AUS GESPROCHEN

„Wir müssen bereit sein, Bürokratie abzubauen. Wir müssen bereit sein, Steuern zu senken, damit das dann wieder reinvestiert werden kann in die Unternehmen.”

Wirtschaftsminister Peter Altmaier besinnt sich auf Ludwig Erhard zurück und fordert ein Konjunkturprogramm für Deutschland.

faz.net


AUS DER REIHE

Drama bei Wilke: Listerien, die zu drei Todesfällen führten, eine Ermittlung gegen den Geschäftsführer wegen fahrlässiger Tötung und nun die Erkenntnis, dass die Überprüfung des Wurstherstellers nicht ordnungsgemäß verlief. Die hessische Verbraucherschutzministern Priska Hinz räumte ein, dass im September nach einer Kontrolle unzureichende Informationen durch den Landkreis weitergeleitet wurden. Während immer mehr erschütternde Details bekannt werden, sollen detaillierte Untersuchungen klären, wie es den dramatischen Zuständen kommen konnte.
n-tv.de

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