KW 41: Rezession, Wettbewerbsfähigkeit, Sustainable Finance

AUS POLITIK UND MITTELSTAND

Auf dem Weg in die Rezession?: Die deutsche Industrie ist auf dem besten Wege in eine Rezession zu rutschen. Zumindest geben die aktuellen Zahlen keinen Grund hoffnungsvoll in die nächste Zeit zu blicken. Laut Statistischem Bundesamt gingen die Arbeitsaufträge im verarbeitenden Gewerbe im August um 0,6 Prozent zurück. Erwartet waren eigentlich nur 0,3 Prozent. Und auch der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) musste negative Zahlen vermelden. Beobachter machen vor allem die Handelskonflikte und den Brexit für die schlechten Zahlen verantwortlich. Zumindest für den Brexit gibt es auch konkrete Zahlen. Holger Bingmann, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Dienstleistungen, Außenhandel (BGA), sprach im Interview mit der Rheinischen Post von 3,5 Milliarden Euro, die sich „in Luft aufgelöst“ hätten.
tagesschau.de (Industrie), Rheinische Post (Brexit)

Deutschland fällt bei Wettbewerbsfähigkeit zurück: Nach der jährlichen Statistik des Weltwirtschaftsforums fällt Deutschland bei der Wettbewerbsfähigkeit von Rang drei auf Rang sieben zurück. Hongkong, Niederlande, Schweiz und Japan überholten Deutschland in den letzten zwölf Monaten. Auf Platz eins liegt Singapur vor den USA. Die Untersuchung basiert auf Indikatoren aus dem Finanzsystem, der Infrastruktur, Bildung oder Arbeitsmarktbedingungen
tagesschau.de

VDA ohne Präsident: Der Verband der Automobilindustrie (VDA) ist immer noch auf der Suche nach einem neuen Präsidenten. Nachdem Bernhard Mattes nach langen Querelen zurückgetreten ist, fährt der Verband, man könnte sagen, autonom. Die Art und Weise, wie die sehr kurze Ära Matthes zu Ende ging, macht den Job offensichtlich nicht sonderlich attraktiv. Aus der Branche hieß es, er sei mehr oder weniger heraus gemobbt worden. Der „Tagesspiegel“ zitierte einen Branchenvertreter mit den Worten, Matthes sei seines Amtes nicht würdig gewesen. Im Gespräch für seine Nachfolge sind so prominente Namen wie Cem Özdemir, Sigmar Gabriel und Günter Oettinger. Auch eine Frau wäre denkbar, aber es ist nicht klar, ob die Branche dafür schon bereit ist. Derweil investieren die deutschen Auto-Konzerne immer mehr in Ungarn. Dort wird nächstes Jahr eine umfangreiche Teststrecke eröffnet, auf der die Autobauer auch ihre IT-Systeme testen können. Die komplette Anlage wird mit einem 5G-Netzwerk ausgestattet. VW musste sich übrigens vor wenigen Tagen noch Kritik von EVP-Fraktionschef Manfred Weber gefallen lassen, dass die Firma trotz der gegenwärtigen politischen Situation kräftig in der Türkei investiert. Zu Ungarn hört man von ihm nichts.
tagesspiegel.de (VDA), faz.net (Ungarn), zeit.de (Weber)

Wo sind die Erfinder?: Die Regierung hat dem Chef des Kölner Software-Unternehmens Open-Xchange, Rafael Laguna de la Vera, den Auftrag erteilt, die Bundesagentur für Sprunginnovationen aufzubauen. Sie soll aus Deutschland wieder ein Land der Erfinder machen. Denn das große Erfindungen hierzulande gemacht wurden, ist lange her. Im Interview mit „Spiegel Online“ sagte Laguna, die letzte große deutsche Erfindung sei das Auto gewesen. In der neuen Agentur soll es darum gehen, junge digitale Innovationen zu fördern und sie irgendwann auf den Markt entlassen. Dabei gibt es keine branchenspezifischen Vorgaben, allerdings sollen die Themen Umwelt und Klima im Fokus stehen. Laguna mahnte die Politik dabei vor allem an, für eine nachhaltige finanzielle Förderung für die Start Ups zu sorgen, damit diese nicht so leicht von ausländischen Unternehmen oder Funds aufgekauft werden können.
spiegel.de

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Der Einfluss von Medien auf Gerichtsverfahren: Mitteständler sehen sich immer wieder in juristische Auseinandersetzungen verwickelt. Wichtig dann: Auch im Gerichtssaal der Öffentlichkeit bestehen, damit der gute Ruf keine Kratzer bekommt. Die Krisen-PR-Agentur CONSILIUM hat nun mit der Uni Mainz untersucht, wie Gerichtsverfahren von Medienberichten beeinflusst werden und was sie mit der Öffentlichkeit machen. Das Ergebnis: Überraschend deutlich. Was sich daraus für die Medienarbeit von Mittelständlern ableiten lässt:
consilium.media

Mittelstand ohne Mitbestimmung?: detektor.fm

Offensive Mittelstand unterstützt KMU bei Selbstoptimierung: mittelstandinbayern.de

Schwaches Ergebnis für IG-Metall-Chef: tagesschau.de
RAT UND TAT

Neuerungen durch Sustainable Finance: Die Ära Junker hat für die Finanzbranche einen neuen Begriff hinterlassen: „Sustainable Finance“. Darunter ist die Verankerung ökologischer und sozialer Belange in den Kernbereichen der Finanzwirtschaft zu verstehen. Auch die Kommission unter Ursula von der Leyen wird wohl an der Idee festhalten. Im Kern geht es darum Leitlinien festzulegen, nach denen Unternehmen investieren sollen. Das Geld soll vor allem in nachhaltige Projekte fließen. Das beschränkt sich dabei nicht allein auf den Bereich Ökologie, sondern erstreckt sich auch auf die Governance-Ebene. Allerdings sind viele Banken und Unternehmen darauf noch nicht richtig eingestellt. Dabei werden die Änderungen spürbar sein. In etwa dann, wenn man für einen Kredit mehr zahlen muss, wenn das Projekt die Nachhaltigkeitskriterien nicht erfüllt.
nordwirtschaft.de

Die Chance der Krise: Mittelständische Unternehmen haben die Möglichkeiten und Perspektiven der Digitalisierung zwar oft schon erkannt. Bis zur Umsetzung ist es aber oft noch ein weiter Weg. In einem Gastbeitrag mahnt der ehemalige Bitkom-Chef August-Wilhelm Scheer die Unternehmen dazu an, die kommende wirtschaftliche Krise als Chance zu begreifen, weiter die Digitalisierung voranzutreiben. Verringert sich die Auftragslage bietet das den Firmen die Möglichkeit ihre Zeit und Kapazitäten dorthin zu stecken. Damit sie beim nächsten Aufschwung vorne mit dabei sind.
focus.de

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AUS GESPROCHEN

„“Das ständige Foul-Spiel der US-Administration hat die international ausgerichtete deutsche Wirtschaft kalt erwischt.“”

Holger Bingmann, Präsident des Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistung BGA, konsterniert angesichts der protektionistischen Handelspolitik der Amerikaner. Der BGA rechnet für die Exporte gerade noch mit einem Wachstum von 0,5 Prozent.

tagesspiegel.de

AUS DER REIHE

Schwein gehabt: Schweinefleisch ist in China eines der beliebtesten Lebensmittel überhaupt. Schweinefleisch auf dem Teller zu haben steht für Wohlstand. Dumm nur, wenn das geliebte Fleisch knapp wird. Die Afrikanische Schweinepest, von der man hierzulande kaum mehr etwas hört, grassiert in China und dezimiert die Bestände. In diesem Jahr stiegen die Preise um 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der chinesische Vizepremier Hu Chunhua sprach von einer Versorgungslücke. In der Provinz Guangxi an der Grenze zu Vietnam sind Bauern nun auf eine besonders clevere Idee gekommen. Sie haben einfach angefangen, Riesenschweine zu züchten. Die Viecher werden bis zu 500 Kilo schwer. Das ist in etwa das Gewicht eines Eisbären. Bei den derzeitigen Preisen erwirtschaften sie mit einer Schlachtung das dreifache des durchschnittlichen Monatsgehalts der Region. Think big lohnt sich.
sueddeutsche.de