KW 41: Familienunternehmer fordern schnelles Zuwanderungsgesetz, Unternehmen nutzen digitale Förderprogramme nicht, Warnung vor dem digitalen Notstand

NEUIGKEITEN AUS DEM MITTELSTAND

Familienunternehmer fordern schnelles Zuwanderungsgesetz: Vor dem Beginn der politischen Sondierungen über eine Regierungsbildung machen die Familienunternehmer Druck auf die Politik und fordern ein schnelles Zuwanderungsgesetz. Nach dem Präsidenten des Verbands der Familienunternehmer, Reinhold von Eben-Worlée, gebe es viele Bereiche, die ohne ausländische Arbeitskräfte nicht wachsen könnten. Allein durch die Rente mit 63 würden hunderttausende Arbeitnehmer fehlen, wegen der Demographie kämen weitere Millionen dazu.
tagesspiegel.de

Wirtschaftsrat begrüßt Kompromiss bei Zuwanderung: Der Wirtschaftsrat der Union begrüßt den zwischen CDU und CSU erzielten Kompromiss. Es sei wichtig, dass es keine weitere Auseinandersetzung um Begrifflichkeiten mehr gebe, sagt Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates. Die Demografische Lücke könne nur durch qualifizierte Zuwanderung geschlossen werden. Allerdings sei es richtig, die verdeckte Einwanderung in die Sozialsysteme zu begrenzen.
wirtschaftsrat.de

Unternehmen nutzen digitale Förderprogramme nicht: Nur zwölf Prozent der Unternehmen im Mittelstand geben laut einer Studie der KfW mehr als 40.000 Euro im Jahr für digitale Projekte aus. Dabei gäbe es zahlreiche Möglichkeiten für derartige Investitionen Förderung zu bekommen. Teilweise haben Bundesländer eigene Förderprogramme. So unterstützt Bayern mit dem „Digitalbonus Bayern“ Maßnahmen zur Erhöhung der IT-Sicherheit mit Zuschüssen von bis zu 50.000 Euro. Auch die EU-Initiative „Horizont 2020“ ist für kleine und mittlere Unternehmen interessant. Hier gibt es seit Kurzem eine eigene Förderlinie für KMU mit niedrigeren Bewerbungshürden.
it-business.de

Warnung vor dem digitalen Notstand: Mario Ohoven,Präsident des BVMW, und Dr. Oliver Grün, Präsident des IT-Mittelstands (BITMi), schlagen Alarm. Deutschland, befinde sich im digitalen Notstand. Bereits die erste digitale Revolution mit Google, Facebook und Co. habe man verschlafen, jetzt drohe auch die produzierende Wirtschaft abgehängt zu werden. Die Bundesregierung greife mit ihrem Ziel zu kurz, bis 2018 Breitbandanschlüsse von mindestens 50 Megabit pro Sekunde flächendeckend zu ermöglichen. Man brauche Glasfasernetze bis in die Gebäude. Mit einem Glasfaseranteil von 1,5 Prozent sei man bei einem EU-Durchschnitt von 15 Prozent Schlusslicht.
elektroniknet.de

Zukunft der Zeitarbeit: Jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland arbeitet nicht mehr in einem klassischem Arbeitsverhältnis. Innerhalb von 20 Jahren ist der Anteil von atypisch Beschäftigten von 15 auf 20,7 Prozent gestiegen. Darunter fallen befristete oder Teilzeitjobs, geringfügig Beschäftigte und Zeitarbeitnehmer. Umgekehrt nahm die Zahl sogenannter Normalarbeitnehmer mit mindestens 20 Wochenstunden und unbefristetem Vertrag nur von 24,8 auf 25,6 Millionen zu. Der Beschäftigungsboom profitiert also von den atypisch Beschäftigten. Sprengstoff auch für die anstehenden Koalitionsverhandlungen. Denn während die FDP die Lockerungen am Arbeitsrecht aufrecht erhalten will, drängen die Grünen auf Einschränkungen bei Zeitarbeit und Befristungen.
karriere.de

Betriebsrenten in kleinen und mittleren Unternehmen: Kleine und mittlere Unternehmen nutzen kaum die Möglichkeiten der betrieblichen Altersversorgung. Dabei sei dies nach Meinung von Experten ein hervorragendes Instrument, um Mitarbeiter gewinnen und langfristig binden zu können. Mehr als 60 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer in Deutschland hatten 2015 eine Betriebsrente. Mehr als doppelt so viele wie 2001. Bei kleinen und mittleren Unternehmen liegt der Anteil allerdings nur bei 19 Prozent. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz soll dies im neuen Jahr nun ändern. Ob diese Maßnahmen tatsächlich geeignet sind, Betriebsrenten in kleinen Unternehmen zu fördern, bleibt zumindest abzuwarten.
extra-funds.de

Doppelt so viele Arbeitnehmer “kinderkrank”: Die Anzahl von Fehlzeiten von Eltern, die sich wegen der Krankheit eines Kindes als arbeitsunfähig gemeldet haben, hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. 2016 wurden 2,455 Millionen Fälle registriert, 2007 waren es 1,06 Millionen. Verdoppelt haben sich auch die Krankheitstage von 2,7 auf 5,5 Millionen. Eltern können sich bis zu zehn Tage im Jahr arbeitsunfähig melden, weil ein Kind krank ist.  Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer nannte es erfreulich, dass immer mehr Frauen nach der Geburt eines Kindes in den Job zurückkehren. Dazu gehörten auch Rahmenbedingungen wie die Option, dass Eltern ihr krankes Kind zu Hause betreuen.
faz.net

Fintech-Startup vergibt Kredite an kleine Unternehmen: Das Fintech-Startup Spotcap erhält von einem Investoren-Netzwerk eine Finanzierung über 22 Millionen Euro. Das Unternehmen vergibt Kredite an kleine und mittlere Unternehmen, 120 Millionen Euro waren dies in den vergangenen drei Jahren. Das Ganze geht schnell und einfach, der Bewerbungsprozess der Kunden dauert nur wenige Minuten. Das Unternehmen ist in Spanien, den Niederlanden, Australien, Großbritannien und seit diesem Jahr auch in Neuseeland aktiv. Nur in Deutschland nicht. Warum das? „Deutschland bleibt ein strukturell attraktiver Markt und wir schauen uns unsere Optionen fortwährend an“, sagt Gründer Jens Woloszczak. „Daher schließen wir nicht aus, dass wir mittel- oder langfristig auch in Deutschland aktiv werden“.
gruenderszene.de

EU-Medizinprodukte-Verordnung belastet den MedTech-Mittelstand schwer verbaende.com
Fahrzeugbauer Doll holt neuen Geschäftsfürer von Memminger Konkurrenten Goldhofer econo.de
Frank Wilhelmy seit 01. Oktober neuer Geschäftsführer des Wirtschaftsforums der SPD politik-kommunikation.de
Kleine und mittlere Unternehmen konnten 2016 ihren Anteil an der globalen Beschäftigung kaum erhöhen diepresse.com

ABGEZÄHLT

60 Prozent der befragten einer Studie des TÜV Rheinland erwarten hinsichtlich digitaler Transformationsprozesse „starke oder sehr starke Veränderungen für die eigenen Geschäftsmodelle“. 67 % der befragten Unternehmen rechnen mit organisatorischen Veränderungen. 30 % der Studienteilnehmer bezeichnen sich als „Digitale Pioniere“, 14 % als „Digitale Verfolger“ und 24 % als„Digitale Nachzügler“. 32 % verzeichnen als „Analoge Bewahrer“ deutliche Rückstände im Prozess der Digitalisierung.
chemietechnik.de

RAT UND TAT

Korruption als Gefahr für den Mittelstand: Experten warnen: Viele Mittelständler unterschätzen die Gefahr, die von Korruption ausgehen kann. Nach einer Studie des Wirtschaftsprüfers KPMG sehen zwar 80 Prozent der befragten Unternehmen ein hohes und sehr hohes Risiko für deutsche Unternehmen, von wirtschaftskriminellen Handlungen betroffen zu sein. Das eigene Unternehmen halten allerdings nur 32 Prozent für gefährdet. Dabei können gerade kleinere und mittlere Unternehmen bei Aufdeckung von Wirtschaftskriminalität schnell an den Rand ihrer Existenz gedrängt werden.
karriere.de

Stand der Digitalisierung im Mittelstand: Der Fortschritt der Digitalisierung in Deutschland ist je nach Branche durchwachsen. So weist das Finanzsystem bereits einen hohen Grad auf, andere Bereiche hinken jedoch hinterher. Technologien wie das Internet der Dinge, Cloud-Computing oder Business Intelligence wird in der Regel zuerst in großen Konzernen getestet. Im Mittelstand werden Neuerungen meist als Hürde wahrgenommen. Um weiterhin als „zukunftssicher“ zu gelten, sollten Unternehmen diese Hürden aber möglichst schnell überwinden, raten Experten.
industry-of-things.de

Innovationen am Arbeitsmarkt: Vernetzt, digital, flexibel und vor allem kreativ und innovativ soll sie sein, die schöne neue Arbeitswelt 4.0. Für Mittelständler stellt sich die Frage, wie man Personalführung und Unternehmenskultur ändern müsse, um für gut qualifizierte Arbeitnehmer attraktiv zu bleiben. Zu diesen Fragen hatte die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit zusammen mit dem BVMW und der AiF F T K GmbH in die Steinbeis-Hochschule nach Berlin geladen. Ein Kernproblem sei, so Oliver Reinsch, Gründer des E-Recruiting Tools Connectoor, wie man Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenführe. Denn meistens hätten kleine Unternehmen und Startups den meisten Bedarf an jungen Talenten, seien aber leider unbekannt.
freiheit.org

ZITATE

„Ich habe generell wenig Ängste, und vor Jamaika fürchte ich mich schon gar nicht. Die deutsche Politik braucht frischen Wind. In der großen Koalition ist vieles erstarrt, wichtige Reformen sind nicht angepackt worden. Die neue Regierung, wenn sie denn so kommt, könnte eine Chance für die Wirtschaft sein, wenn die Ziele richtig definiert werden.”

Reinhold von Eben-Worlée, Chef des Familienunternehmerverbands, fordert von einer neuen Bundesregierung schnelle Reformen.
tagesspiegel.de

„Tatsächlich machen die allermeisten der deutschen Mittelständler einen großen Bogen um die Börse. Und wenn man sieht wie gut sich die vielen kleinen und größeren Mittelständler in Deutschland entwickelt haben, dann kann man mit Fug und Recht behaupten, es geht auch ohne Ausgabe von Aktien. In vielen Fällen sogar besser. Und doch gibt es mehr Mittelständler an der Börse, als man glaubt. Vergessen werden häufig Mittelstandsanleihen, also der Markt, an dem Firmen nicht Unternehmensanteile ausgeben, sondern Schuldtitel, um an Geld zu kommen.”

ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann sieht insbesondere das System der Mittelstandsanleihen mit Sorge und rechnet bei steigenden Zinsen hier mit einem „Knall“.
econo.de

EINER GEHT NOCH

Happiness Report: Auf Japans Elektronikmesse Ceatec in Tokio lassen sich zahlreiche kuriose Neuerungen bestaunen, denn kein Land ist mehr verliebt in die Möglichkeiten moderner Technologie. So soll eine ID-Karte, die ständig am Körper getragen wird, die “Glückseligkeit” des Mitarbeiters messen und von Überarbeitung und Burnout warnen. Infrarotsensoren werten aus, was dem Mitarbeiter anspannt und Stress bereitet, aber auch, was ihm gut tut. So können Mitarbeiter ihr Verhalten entsprechend ändern. Die Arbeitgeber erhalten die Daten nicht, verspricht Entwickler Hitachi. In Deutschland würde eine derartige Vollüberwachung wohl alle Betriebsräte auf die Barrikaden treiben. Auch in den USA mussten ähnliche Tests nach Protesten gestoppt werden.
handelsblatt.com

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