KW 41: Veganz geht an die Börse und will eigene Produktion ausweiten, Erstes Stahlunternehmen verlangt staatliche Hilfe, Zalando startet Reparaturservice für Kleidung

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Veganz geht an die Börse und will eigene Produktion ausweiten: Gründer Jan Bredack hat bereits im Jahr 2019 sein Unternehmen Veganz in eine AG umgewandelt. Dieses Jahr hat er in zwei Runden in Privatplatzierungen neue Anteilseigner dazugeholt. Man glaube, dass man ein vielschichtiges Wachstumspotenzial habe und dass nun der richtige Zeitpunkt für einen Börsengang von Veganz sei, erklärt Gründer und Vorstandschef Bredack. Im Lauf der nächsten Monate soll die Aktie zum ersten Mal im Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse notiert werden. Man sehe ein positives Momentum für vegane Lebensmittel, das durch unterschiedliche Trends getrieben werde, wie zum Beispiel das steigende Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei der Ernährung und für Tierschutz, so Bredack. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach zufolge geben acht Millionen Bürger hierzulande an, Vegetarier zu sein. Eine weitere Million Deutsche ernähren sich der Umfrage nach vegan. Immer mehr Menschen verringern im Zuge der Debatte um den Klimaschutz zudem ihren Fleischkonsum.
handelsblatt.com, tagesspiegel.de, zeit.de

Erstes Stahlunternehmen verlangt staatliche Hilfe: Lange konnten sich Unternehmen an den Strombörsen günstig mit Elektrizität eindecken. Damals zahlten Unternehmen knapp 20 Euro für die Megawattstunde Strom. Doch die Zeiten sind vorbei. Die Preise steigen stetig. Im September überstiegen sie 200 Euro, in der Spitze sogar 400 Euro. Ein ähnliches Niveau gab es 2008. Beim Rohöl aber auch auf dem Gasmarkt gibt es vergleichbare Entwicklungen. Nun fordert ein erstes Unternehmen staatliche Unterstützung wegen der hohen Energiekosten. Man brauche nun unmittelbar eine Entlastung, sagt der Chef der Swiss Steel Group, Frank Koch. Sein Unternehmen besitzt hierzulande eine Reihe von Stahlwerken, die aus Altmetall mithilfe von Elektrizität neue Stähle herstellt. In den vier Standorten der Deutschen Edelstahl Werke Nordrhein-Westfalen arbeiten zudem etwa 4000 Beschäftigte.
spiegel.de

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Steuern sind und bleiben ein heikles Thema: Kommt die große Steuerreform? Gibt es künftig mehr oder weniger Einkommenssteuer? Und was passiert mit der Unternehmenssteuer, der sogenannten „Reichensteuer“ und der Erbschaftssteuer? Der Steuerpolitische-Check gibt einen Einblick in die Steuerpolitik der Parteien und einen Aufschluss für Selbstständige sowie Unternehmen. Die Journalistin Jessica Schwarzer spricht mit dem Geschäftsführer der ETL SteuerRecht GmbH, Dietrich Loll über Einkommenssteuern, Steuern im Bereich Klima und auch soziale Themen wie die Grunderwerbssteuer. Das Experten-Interview von Deutschlands führender Steuerberatungsgruppe nimmt das Thema Steuerpolitik unter die Lupe und gewährt einen interessanten Einblick und Überblick über Steuern in Bezug auf mögliche Koalitionen. youtube.com

Zalando startet Reparaturservice für Kleidung: Gemeinsam mit dem Londoner Start-up Save Your Wardrobe startet Zalando einen Reparaturservice für Textilien. Seit vergangenen Montag können Kunden in Berlin über das Logistiknetzwerk von Zalando beschädigte Kleidungsstücke an regionale Reinigungsbetriebe, Schuster oder Änderungsschneidereien weitergeben. Durch das Partnerunternehmen Save Your Wardrobe werden die Qualität der Arbeitsleistung und die Nachhaltigkeit der benutzten Produkte sichergestellt. Man führe eine umfassende Überprüfung aller Anbieter durch, ließ die Gründerin des Unternehmens, Hasna Kourda, verlauten. Die Hälfte aller Modekonsumentinnen glaube laut Umfrage, es würde ihnen helfen, nachhaltiger zu handeln, wenn Modelabels und Einzelhändler einen Service für die Pflege und Reparatur anbieten würden, sagte die Verantwortliche für Zirkuläres Wirtschaften bei Zalando, Laura Coppen. Das Angebot soll im nächsten Schritt auch in Düsseldorf starten.
spiegel.de, berliner-zeitung.de

Engpässe – Chinesischer Energiemangel trifft europäische Unternehmen: In China leiden europäische Unternehmen vermehrt unter der Energieknappheit, denn deshalb wurden und werden Stilllegungen von Betrieben in einigen Regionen des Landes angefordert. Mit der bevorstehenden Heizperiode dürften sich die Probleme noch verschärfen und eine Weile andauern, warnte der Vorsitzende der EU-Handelskammer in China, Jörg Wuttke. Zwei Drittel seines Energiebedarfs deckt China mit Kohle. Im Vergleich zum Vorjahr wurden auch Importe um 20 Prozent verringert und Kohlegruben aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Kohlepreise verdreifachten sich teilweise, was Kraftwerke nicht mehr bezahlen können. EU-Unternehmen beklagten „chaotische Zustände“. Wegen Strommangel müssten Betriebe mehrere Tage in der Woche stillstehen. Es beeinträchtige das normale Geschäft, sagte Klaus Zenkel von der EU-Kammer in Südchina. Kunden seien unzufrieden.
wiwo.de, handelsblatt.com

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Erholung der Weltwirtschaft verliert leicht an Kraft: Laut Erwartung des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird die Weltwirtschaft im kommenden Jahr etwas geringer wachsen als noch im Juli gedacht. Der IWF senkte seine Prognose für das Wachstum 2021 marginal um 0,1 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt soll demnach 2021 um 3,1 Prozent wachsen statt, wie zuvor erwartet, um 3,6 Prozent. Die zurzeit hohe Inflation werde sich bis Mitte des nächsten Jahres wieder normalisieren. Für viele Länder verbergen sich hinter der geringen Veränderung der globalen Wachstumsprognose aber deutliche Herabstufungen, wie Chefvolkswirtin Gita Gopinath erklärte. Der Ausblick für die ärmeren Entwicklungsländer habe sich deutlich verdunkelt, schrieb Gopinath mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie.
spiegel.de

Kurzmeldungen

Pleite: Brandenburger Energielieferant „Otima“ wegen hoher Gaspreise insolvent handelsblatt.com
Wie schlimm wird die Lage? Das müssen Sie zur Inflation wissen n-tv.de
Wegen Lieferengpässen: Hafen von LA soll 24 Stunden am Tag laufen spiegel.de
Immobilien: In Frankfurt ist die Gefahr einer Preisimplosion weltweit am höchsten manager-magazin.de
Lufthansa: EU-Klimapaket erhöht Kosten um 20 Milliarden Euro handelsblatt.com
Generation Z: Die Gründer-Flaute offenbart große Wissens-Lücken welt.de

RAT UND TAT

Mittelstand in Sachsen erholt sich langsam von Corona-Krise: Der sächsische Mittelstand hat sich nach dem coronabedingten Einbruch weiter erholt. Befragte Mittelständler schauen im Herbst deutlich positiver in die Zukunft. Der Geschäftsklimaindex für den sächsischen Mittelstand stieg demnach binnen Jahresfrist von minus 5,9 Punkte auf 13,3 Punkte. Bundesweit zog das Geschäftsklima sogar noch stärker an. Es gebe eine merkliche Erholung der Wirtschaft, allerdings noch entfernt vom Vor-Corona-Niveau, sagte Andreas Aumüller von Creditreform Dresden. Laut Creditreform ist die Stimmung in Sachsen bei kleinen und mittleren Unternehmen mit Blick auf steigende Auftrags- und Umsatzzahlen insgesamt gut. Rund ein Viertel der Firmen verbuchten Umsatzsteigerungen (27,5 Prozent), viele rechnen auch für die kommenden Monate mit einem Plus. Mit aktuell 28 Prozent ist der Anteil fast doppelt so hoch wie im Herbst letzten Jahres. Der Geschäftsklimaindex von Creditreform baut auf den Antworten von rund 1200 kleinen und mittleren Unternehmen im September 2021, etwa zu Umsatz, Auftragseingängen und Investitionen auf.
zeit.de

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novalis.tv. – Wir erzählen Geschichten mit all ihren Facetten. Unsere Reportagen sind hautnah dabei und dank unserer Realisatoren mit Regieerfahrung eindrucksvoll und ästhetisch umgesetzt. novalis.productions

Mittelstand – Materialmangel nimmt Konjunkturerholung den Schwung: Fast jedes zweite mittelständische Unternehmen hierzulande kämpft einer Umfrage nach mit den Folgen von Lieferengpässen. KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib berichtete, dass die Engpässe den kleinen und mittleren Unternehmen massive Steine auf ihren Weg aus der Corona-Krise legen würden. Am meisten belastet seien das verarbeitende Gewerbe und die Bauindustrie, aber auch Handel und Dienstleister seien betroffen. Das nehme der gerade wieder angesprungenen Konjunktur zudem ihren Schwung, sagte die Chefvolkswirtin der staatlichen Förderbank. Der Umfrage zufolge, unter 2400 kleineren und mittleren Unternehmen mit einem Umsatz von maximal 500 Millionen Euro im Jahr, kämpfen 48 Prozent der rund 3,8 Millionen Mittelständler mit den Folgen von Lieferproblemen. Wegen gestiegener Kosten für Rohstoffe und Vorprodukte sieht sich jedes vierte Unternehmen gezwungen, die Preise für seine eigenen Produkte oder Dienstleistungen anzupassen. Am meisten kommt es der Umfrage nach zu Preiserhöhungen in der Baubranche mit 61 Prozent. Den Angaben zufolge kann rund jeder vierte Mittelständler Liefertermine nicht einhalten, jeder zehnte muss sogar Aufträge ablehnen, weil es an Material fehlt. Besonders in der Bauindustrie ist das ein Problem. Jedes fünfte Unternehmen ist der Umfrage nach gezwungen, Kunden abzuweisen. Jedoch gibt es nicht nur Schwierigkeiten bei Mikroprozessoren. Auch Stahl, Aluminium, Kupfer, weitere Metalle, Kunststoffe und Verpackungsmaterialien sowie Holz für die Bau- und Möbelindustrie sind knapp. In der Corona-Krise hatten viele Unternehmen ihre Kapazitäten zurückgefahren und können nicht so schnell auf die wieder anspringende Nachfrage reagieren. Dazu kommen Staus an Häfen und Handelskonflikte. Ein schnelles Ende der Lieferengpässe erwartet der Mittelstand zudem nicht. Nur 5 Prozent der betroffenen Unternehmen gehen von einer Entspannung bis zum Jahresende aus. Bis sich die Lieferengpässe auflösen würden, dürfte es dauern, sagte Köhler-Geib. Nachholeffekte könnten dann im nächsten Jahr einen Impuls für einen neuen Wachstumsschub geben.
zeit.de

AUS GESPROCHEN

Wir alle haben nichts davon, wenn in Afghanistan das gesamte Finanzsystem zusammenbricht

sagte Kanzlerin Angela Merkel.
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AUS DER REIHE

Mann täuscht aus Ungeduld einen Mord vor: Diese Rückenschmerzen müssen „mörderisch“ gewesen sein. Ein 50-Jähriger rief die Polizei an und sagte, dass er seinen Onkel erstochen habe. Daraufhin fuhren mehrere Streifenwagen, ein Notarzt und ein Rettungswagen sofort auf den Weg nach Steinheim an der Murr, nördlich von Stuttgart. Vor Ort fanden die Einsatzkräfte aber keine Leiche, sondern zwei ungeduldige Männer. Der Mann wollte nicht lange auf einen Rettungswagen für seinen Onkel warten und hatte sich deshalb scheinbar als Mörder ausgegeben. Nachdem die zwei Männer am Samstagabend zuvor eine Stunde lang auf einen Arzt gewartet hatten, habe sich der Neffe aus Ungeduld den Mord ausgedacht, hieß es. Wegen Vortäuschens einer Straftat muss sich der 50-Jährige nun der Polizei zufolge verantworten, zudem prüfen die Ermittler, ob er den Einsatz auch selbst bezahlen muss.
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