KW 36: Kölsch-Brauereien in Prozess um Bierkartell freigesprochen, Halbleiter-Engpass – Daimler nimmt Produktion an mehreren Standorten wieder auf, Kritik an Erbschaftsteuer – Geld fehle den Unternehmen dann an anderer Stelle

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Kölsch-Brauereien in Prozess um Bierkartell freigesprochen: Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat zugunsten der drei Kölsch-Brauereien Früh, Gaffel und Erzquell geurteilt. In dem Verfahren wurden die Brauereien und zwei Manager vom Vorwurf illegaler Preisabsprachen freigesprochen. In dem Verfahren ging es um die Frage, ob die Brauereien im Rahmen einer Sitzung des Wettbewerbsausschusses des Brauereiverbandes NRW im September 2007 kartellrechtswidrige Preisabsprachen getroffen hatten. Zuvor hatte das Bundeskartellamt gegen die drei Brauereien Bußgelder von mehr als acht Millionen Euro veranlasst. Dagegen waren diese wiederum vor das OLG gezogen, in dem Verfahren hatte sich laut „Kölner Stadtanzeiger“ bereits zuvor eine deutliche Reduzierung des Bußgelds verdeutlicht. Insgesamt verhängte das Bundeskartellamt in den Jahren 2013 und 2014 Geldbußen in Höhe von rund 338 Millionen Euro, gegen elf Brauereien und 14 Verantwortliche.
spiegel.de, stern.de

Halbleiter-Engpass – Daimler nimmt Produktion an mehreren Standorten wieder auf: Nach einem Produktionsstopp in einigen seiner Mercedes-Werke wegen des Halbleiter-Engpasses fährt der Autobauer Daimler die Maschinen nächste Woche wieder hoch. Nur am Standort Sindelfingen werde die Produktion wie bislang weiter in Teilbereichen stillstehen, teilte der Stuttgarter Konzern auf Anfrage mit. Meistens würden betroffene Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, Zahlen nannte Daimler nicht. Die anderen Werke sollen wieder „nahezu uneingeschränkt“ laufen, hieß es.
spiegel.de, finanzen.net

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Steuern sind und bleiben ein heikles Thema: Im Bundestagswahlkampf werden sie wieder hitzig debattiert! Kommt die große Steuerreform? Gibt es künftig mehr oder weniger Einkommenssteuer? Und was passiert mit der Unternehmenssteuer, der sogenannten „Reichensteuer“ und der Erbschaftssteuer? Der Steuerpolitische-Check gibt einen Einblick in die Steuerpolitik der Parteien und einen Aufschluss für Selbstständige sowie Unternehmen. Die Journalistin Jessica Schwarzer spricht mit dem Geschäftsführer der ETL SteuerRecht GmbH, Dietrich Loll über Einkommenssteuern, Steuern im Bereich Klima und auch soziale Themen wie die Grunderwerbssteuer. Das Experten-Interview von Deutschlands führender Steuerberatungsgruppe nimmt das Thema Steuerpolitik unter die Lupe und gewährt einen interessanten Einblick und Überblick über Steuern in Bezug auf mögliche Koalitionen. youtube.com

Kritik an Erbschaftsteuer – Geld fehle den Unternehmen dann an anderer Stelle: Einige Parteien versprechen in ihren Programmen für die Bundestagswahl Reformen der Erbschaftsteuer. Eine höhere Erbschaftsteuer würde Familienunternehmen hierzulande aus Sicht des Industrie-Branchenverbands BDI ungewollt an den Kapitalmarkt bringen. Er kenne mehrere Familienunternehmer, denen klar sei, dass weder die Firma noch die Eigentümer beim nächsten Generationswechsel die fällige Erbschaftsteuer bestreiten könnten, sagte Siegfried Russwurm, Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie e.V. Erbschaften machen Studien zufolge mit dem bisherigen Steuermodell die Vermögenden noch reicher, unter anderem, weil für Betriebsvermögen großzügige Sonderregelungen gelten.
handelsblatt.com, wiwo.de

Industriebetriebe kündigen wegen Materialmangel höhere Preise an: Rohstoffe wie Mikrochips oder Holz sind knapp und werden für Firmen immer teurer. Die Industrie will laut Ifo-Institut die Aufschläge nun an die Kunden weitergeben. Mehrere Branchen könnte das besonders treffen. Die stark gestiegenen Einkaufspreise für die Vorprodukte würden den Unternehmen weiterhin zu schaffen machen, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe zu einer Umfrage des Wirtschaftsforschungsinstituts. Die Preiserwartungen seien auf einen Rekordwert geklettert und die Unternehmen würden die gestiegenen Einkaufspreise an ihre Kunden weitergeben. Besonders in der Elektroindustrie und der Metallbranche könnten die Kunden von wachsenden Preisen betroffen sein, die zuletzt massiv steigende Inflation dürfte in vielen Bereichen dazu beitragen. Auch die chemische Industrie und der Maschinenbau wollen ihre Leistungen verteuern. Die Autobranche hingegen sehe vergleichsweise wenig Spielraum für Preiserhöhungen.
spiegel.de, zeit.de

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Biontech wird zum Booster für den Pharmastandort hierzulande: Das Mainzer Biotech-Unternehmen, das letztes Jahr noch keinerlei Erlöse erzielte, hat für das erste Halbjahr rund 7,3 Milliarden Euro Umsatz ausgewiesen und strebt für das Gesamtjahr nach bisherigen Prognosen knapp 16 Milliarden Euro Umsatz an. Das wiederum entspricht einem Drittel des Gesamtumsatzes, den die Pharmaindustrie am Standort Deutschland letztes Jahr erzielte. Das ein einzelnes Produkt eine ganze Industrie nach oben wirft, passiert nicht alle Tage. Für die Pharmaindustrie hierzulande zeichnet sich nun genau eine solche Entwicklung ab. Die Branche dürfte im Jahr 2021 dank des erfolgreichen Covid-Impfstoffs von Biontech einen außergewöhnlichen Wachstumssprung vollbringen. Nach Einschätzung von Branchenvertretern bringt das wiederum Möglichkeiten, auch längerfristig eine höhere Wertschöpfung im Pharmasektor zu schaffen.
handelsblatt.com

Kurzmeldungen

Massiv gestiegene Verbraucherpreise: Inflation im Euroraum auf höchstem Stand seit fast zehn Jahren spiegel.de
Kooperation: Payback bekommt das Bekleidungsunternehmen C&A als Partner handelsblatt.com
Klimaschutz: Greenpeace und Umwelthilfe klagen gegen deutsche Autokonzerne handelsblatt.com
Autonomes Fahren: Ford wirbt Topmanager von Apple ab spiegel.de
Börse: Dax geht mit deutlichem Minus aus dem Handel manager-magazin.de

RAT UND TAT

Energiewende in Gefahr – Chipmangel bremst nun auch die Solarbranche aus: Der größte Solarkonzern hierzulande kürzt wegen Halbleiter-Mangels seine Gewinnprognose. Der Rest der Branche merkt auch die Folgen der Krise, denn ohne Halbleiter, keine Energiewende. Die kleinen Elektronik-Bauteile sind der wichtigste Bestandteil von jedem einzelnen Wechselrichter, die es für die Erzeugung von Sonnenstrom benötigt. Die weltweite Halbleiter-Industrie steckt aber derzeit in der Krise. Auch die Solarbranche bleibt von dem Chipmangel mittlerweile nicht mehr verschont. Am Montag passte der Wechselrichterhersteller SMA Solar aus Kassel sogar seine Prognose für das laufende Jahr an. Für 2021 rechnet der PV-Konzern nur noch mit einem Gewinn zwischen 50 und 65 Millionen Euro, statt wie bisher bis zu 95 Millionen Euro. Man habe schon seit Beginn des Jahres mit dem Chipmangel zu kämpfen gehabt, aber die Entwicklungen der letzten Wochen wären überrascht gewesen. Die Situation habe sich nun noch einmal deutlich zugespitzt, sagte CEO Jürgen Reinert im Gespräch mit dem Handelsblatt. Erste große Projekte seien deshalb schon ins nächste Jahr verschoben worden.
handelsblatt.com

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Deutsche-Bank-Chef für Fusionen – aber vorerst nicht bei eigener Bank: In der Finanzwelt spielt Größe eine immer wichtigere Rolle. Ohne Fusionen unter Europas Banken wird es zukünftig nicht gehen, davon ist Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing überzeugt. Sein eigenes Haus sei aber für eine Fusion noch nicht gut genug aufgestellt. Er wünscht sich jedoch größere Banken in ganz Europa. Man müsse endlich die Größenvorteile Europas nutzen, sagte er zudem. Es könne nicht im Sinne der Banken hierzulande sein, dass alle globalen Institute ihren Sitz außerhalb Europas hätten. Eine gemeinsame Kapitalmarktunion sei daher dringend notwendig, forderte Sewing, der seit Sommer auch Präsident des Bankenverbands BdB ist. Auch die Deutsche Bank sei durch den vor rund zwei Jahren gestarteten Umbau auf einem sehr guten Weg und werde von Quartal zu Quartal besser. Sewing hatte ganze Abteilungen zugemacht und riskante Geschäfte im Investmentbanking abgebaut, dadurch fallen weltweit 18.000 Jobs weg. Bis Ende des Jahres 2022 soll der Umbau fertig sein. Damit in Zukunft grenzüberschreitene Zusammenschlüsse möglich seien, müsse Europa seinen Binnenmarkt schnellstmöglich stärken und die seit Jahren geplante Kapitalmarktunion voranbringen, sagte Sewing. Man könne sich da keinen evolutionären Weg mehr leisten, es brauche einen großen Sprung nach vorn. Nur mit größeren Banken könne auch das Wirtschaftswachstum in Europa vorangetrieben werden. Für Europa stehe viel auf dem Spiel. In diesem Jahrzehnt werde sich entscheiden, wer die Weltwirtschaft im 21. Jahrhundert künftig dominiere. Und Europa werde alles in die Waagschale werfen müssen, um nicht zu den Verlierern zu gehören.
manager-magazin.de

AUS GESPROCHEN

Bis zum Ende des Jahres sind damit die geplanten zwei Milliarden Euro Gewerbesteuer relativ sicher möglich

sagte der Frankfurter Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) am Dienstag.
sueddeutsche.de

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AUS DER REIHE

Finanzbeamter rief sich stundenlang selbst an, um Arbeitszeit zu schinden: Ein schwedischer Finanzbeamter hat stundenlang seine eigene Telefonnummer angerufen, um sich vor der Arbeit zu drücken. Der 28-Jährige rief sich selbst mit seinem Mobiltelefon an, um keine Anrufe von Kundinnen und Kunden entgegennehmen zu müssen. Das geht aus einem Disziplinarbericht der schwedischen Steuerbehörde hervor. Der Mann habe zwischen dem 10. März und dem 5. Mai 32-mal seinen eigenen Anschluss angerufen. Damit erschien er im System seines Arbeitgebers als besetzt und alle Anrufe wurden an andere Mitarbeiter weitergeleitet. Er habe insgesamt 55 Arbeitsstunden damit füllen können, was sieben Arbeitstagen entspreche. Dem Mann droht nun die Entlassung.
spiegel.de