KW 35: Koalition einigt sich beim Kurzarbeitergeld, Gegen Investitionsbank IBB wird wegen Untreue-Verdachts ermittelt, Regierung bringt grüne Anleihe heraus

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Koalition einigt sich beim Kurzarbeitergeld: Union und SPD haben sich auf die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes auf bis zu 24 Monate geeinigt. Sie soll bis zum Ende des kommenden Jahres gelten. Die Entscheidung gilt auch für die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes auf bis zu 87 Prozent des Nettoeinkommens für Personen mit Kindern. Unternehmen in Kurzarbeit werden bis zum 30. Juni 2021 die Sozialbeiträge von der Bundesagentur für Arbeit übernommen. Sie können eine volle Erstattung bis Ende 2021 erhalten, wenn sie ihre Arbeitnehmer in Kurzarbeit für mindestens 120 Stunden weiterbilden.
faz.net, spiegel.de

Gegen Investitionsbank IBB wird wegen Untreue-Verdachts ermittelt: Wegen des Verdachts auf Untreue und Beihilfe zur Untreue im Zusammenhang mit Corona-Hilfsgeldern ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Berliner Förderbank IBB. Die Ermittlungen richten sich gegen vier Vorstände sowie einen Mitarbeiter. In 2200 Fällen soll die IBB nicht ausreichend geprüft haben, ob es einen Bedarf bei der Verteilung der Corona-Hilfsgelder gegeben hat – dort soll es zu Missbrauch gekommen sein. Dies entfaltet eine politische Sprengkraft, da der Berliner Senat unbürokratische und schnelle Lösungen gefordert hatte. Unternehmen unterstützen diese Gangart, da sie Firmen in Not tatsächlich schnelle Abhilfe bot. Auf Anfrage des Tagesspiegels zeigte sich die IBB gelassen: „Wir haben bereits in der Vergangenheit gut mit Staatsanwaltschaft und LKA zusammengearbeitet und werden dies weiterhin tun, um dazu beizutragen, den Sachverhalt zügig aufzuklären“, hieß es in einem Statement.
tagesspiegel.de, zeit.de

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Uhrenwerk Weimar: Eine international angesehene Marke, deren Ursprung sich bis in das Jahr 1950 zurückverfolgen lässt, kehrt zurück. Inspiriert von Henry van de Velde und dem Bauhaus entsteht das neue “Uhrenwerk Weimar” in der Tradition einer Verbindung aus Kultur und Kompetenz, die in Weimar erfunden wurde, aber heute auf der ganzen Welt zuhause ist. Gemeinsam mit dem Antwerpener Designer Ronald Steffen wurden drei Armbanduhren-Modelle entwickelt: “Henry van de Velde”, “Luftbrücke Berlin” und “Royal Union”.
uhrenwerk-weimar.de

Regierung bringt grüne Anleihe heraus: Im September startet die erste staatliche Anleihe der Regierung. Mit ihr sollen Klimaschutzprojekte und der Energiewandel finanziert werden. Sie umfasst ein Volumen von vier Milliarden Euro mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Finanzstaatssekretär Jörg Kukies erklärte, dass im vierten Quartal eine weitere Anleihe auf den Markt gebracht wird – das Gesamtvolumen der Green Bonds soll sich dann auf elf Milliarden Euro belaufen. 2021 seien weitere Papiere dieser Art geplant. Projekten aus den Bereichen Verkehr, Internationale Zusammenarbeit, Forschung, Innovation und Information, Energie und Industrie und der Landwirtschaft sollen mit den Green Bonds finanziert werden. Dazu gehören unter anderem Schritte zur Reduktion der CO2-Emissionen im Verkehr. Kukies erklärte bei einer Pressekonferenz, dass Investoren volle Transparenz haben sollen, damit diese wüssten, „dass grün drin ist, wenn grün draufsteht“.
tagesspiegel.de, n-tv.de, manager-magazin.de

Britische Kanzleien bereiten Sammelklage gegen Daimler vor: Daimler kommt nicht zur Ruhe. Nach juristischen Auseinandersetzungen im Rahmen des Diesel-Skandals, geht es nun um Probleme mit Benziner in Großbritannien. Mehrere Kanzleien seien dabei Sammelklagen vorzubereiten. Dabei soll von Entschädigungssummen von bis zu 10.000 britischen Pfund pro Fahrzeug die Rede sein. Stuttgart zeigt sich defensiv: „Wir halten die vorgebrachten Ansprüche für unbegründet und werden uns gegen eine Group Action mit allen juristischen Mitteln verteidigen“, hieß es bei Daimler. Ein Urteil gegen Volkswagen im Rahmen der umstrittenen Abschaltvorrichtung gilt als Beispiele für einen rechtlichen Streit gegen Daimler-Tochter Mercedes.
faz.net

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Porsche prüft Manipulationsverdacht: Bei Porsche wird ein interner Manipulationsverdacht geprüft. Es soll bei Benziner-Modellen, die zwischen 2008 und 2013 entwickelt wurden, illegale Veränderungen an der Abgasanlage sowie an Soft- und Hardware gegeben haben. Diese Manipulationen sollen nach der Zulassungs-Typisierung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) erfolgt sein. Porsche selbst habe den Verdacht an die KBA und die Staatsanwalt Stuttgart weitergeleitet. Auch US-Behörden wurden informiert. Probleme mit der aktuellen Produktion gäbe es nicht. Der Autohersteller verkündete, dass die KBA Untersuchungen durchführe. Man werde mit den Behörden eng zusammenarbeiten, um den Verdacht aufzuklären.
n-tv.de, faz.net

Kurzmeldungen

  • Staatsanwalt sieht in VW-Abhöraffäre Hinweise auf Selbstmord manager-magazin.de
  • Metro-Chef Koch räumt Posten vorzeitig spiegel.de
  • Volkswagen testet seine Mitarbeiter selbst n-tv.de
  • Deutsche Post geht mit reichlich Cash durch die Krise handelsblatt.com
  • Weltweit sind 120 Millionen Jobs im Tourismus bedroht spiegel.de

RAT UND TAT

Wie Handschuhscanner in der Logistik helfen können: Das Schweizer Logistikunternehmen Planzer nutzt IoT, um seine Prozesse effizienter und sicherer zu gestalten. Dafür hat es seine Mitarbeiter in der Logistik mit Handschuhscannern ausgestattet – diese können Codes mit einer Entfernung von bis zu zehn Metern scannen und müssen dafür nicht den Gabelstapler verlassen. Dies führt zu einer enormen Zeitersparnis. Die Scanning-Lösung wird zudem in eine integrierte IIoT-Managementlösung eingespeist. Die Technologie soll dabei helfen Prozesse neu zu denken und Arbeitsbedingungen besser zu gestalten.
industry-of-things.de

Erfolg von IoT hängt von Sicherheitsinfrastruktur ab: Das Internet der Dinge findet immer größeren Zulauf in der Industrie sowie im Consumer-Bereich. Damit allerdings weitere skalierbare Geschäftsmodelle entwickelt werden können, bedarf es einer hohen Sicherheitsinfrastruktur. IoT funktioniert nämlich nur, wenn der Datenfluss reichlich und angepasst ist, allerdings wird der Austausch nur umgesetzt, wenn das Risiko geringgehalten wird. Bei der IoT Security gibt es allerdings noch Aufholbedarf – viele Systeme sind anfällig für Cyber-Angriffe, was die Implementierung der Technologie verlangsamt.
computerwoche.de

Blockchain kollidiert mit der DSGVO: Die Blockchain-Technologie kollidiert rechtlich mit der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Denn laut geltendem Recht muss das “Recht auf Vergessenwerden” durchgesetzt werden können – Personen, die in bestimmten Zusammenhängen nicht von Suchmaschinen gefunden werden möchten, sollen ihr Recht zum Löschen der Informationen, mit der sie in Verbindung stehen, durchsetzen können. Die Blockchain-Technologie basiert allerdings auf unveränderteren Daten mit dem Zweck der erhöhten Transparenz und Nachverfolgung. Auch die Tatsache, dass in Blockchain-Protokollen personenbezogene Daten gesichert werden können, kollidiert mit der Verordnung. Der Digitalverband Bitkom verweist auf die Interessenabwägung – es müsse ausdrücklich deutlich gemacht werden, dass Nutzer der Blockchain ein Risiko eingehen und sie sollen selbst entscheiden, ob sie dies möchten.
netzwoche.ch

Fördermöglichkeiten für vernetzte Häuser: Smart Homes können Energiekosten senken und Sicherheit und Wohlbehagen in den eigenen vier Wänden stärken. Doch die Vorteile kommen oft mit einem hohen Preis daher – im wahrsten Sinne des Wortes. Mittlerweile gibt es aber auch einige Fördermöglichkeiten für vernetzte Häuser. So bietet beispielsweise die Bankengruppe KfW Kredite für energieeffiziente Umbauarbeiten, vollständige Sanierungen oder die Sanierung, um ein Eigenheim einbruchsicher oder Barrierefrei zu machen. Häufig werden die Kredite, bei denen bis zu 50.000 Euro abgerufen werden können, noch durch zusätzlich beantragbare Zuschüsse ergänzt. Interessant ist zudem das Programm “Heizen mit erneuerbarer Energie” des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), welches Innovationen im Smart Home-Bereich oder Solaranlagen fördert.
housecontrollers.de

AUS GESPROCHEN

Die deutsche Wirtschaft ist auf Erholungskurs.

Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, über den Trend des Geschäftsklimaindex.
tagesspiegel.de

AUS DER REIHE

Studie: Mehrheit schert sich nicht um Mehrwertsteuersenkung: Laut einer Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) planen drei Viertel der Erwerbstätigen keine zusätzlichen Ausgaben infolge der Mehrwertsteuersenkung. Dies hat einen klaren Grund. Die meisten glauben nicht daran, dass Unternehmen die Preissenkung an die Verbraucher vollständig weitergeben. Nur 6 Prozent sind davon überzeugt, dass die Senkung der Preise an die Kunden „ganz überwiegend“ weitergegeben wird.
spiegel.de