KW 33: CDU-Wirtschaftsrat gegen „Spurwechsel“, Deutsche Wirtschaft beschleunigt, Fachkräftemangel im Bauhandwerk

AUS POLITIK UND MITTELSTAND

CDU-Wirtschaftsrat gegen „Spurwechsel“: Das Institut der deutschen Wirtschaft wirbt dafür, dass auch abgelehnte Asylbewerber, die einen Ausbildungsplatz haben, bleiben dürfen. Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) fordert, dass ein „Spurwechsel“ möglich sein müsse. Dem CDU-Wirtschaftsrat geht das zu weit. „Es darf keine weiteren Anreize für irreguläre Zuwanderung über den Asylparagraphen und damit in unsere Sozialsysteme geben“, sagt Generalsekretär Wolfgang Steiger. „Es würde dagegen das falsche Signal in die Welt gesendet, dass Deutschland irreguläre Migranten bei Aufnahme irgendeiner Arbeit mit einem Aufenthaltstitel belohnt“. Den Fachkräftemangel werde das nicht lösen. „Die Wirtschaft braucht hochqualifizierte und spezialisierte Zuwanderer, um die Deutschland auf dem internationalen Arbeitsmarkt aktiv werben muss.“
n-tv.de

Deutsche Wirtschaft beschleunigt: Die deutsche Wirtschaft hat ihr Wachstum im zweiten Quartal trotz des Handelsstreits mit den USA und weiterer internationaler Turbulenzen gesteigert. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von April bis Juni dank der guten Binnenkonjunktur um 0,5 Prozent, nachdem es zu Jahresbeginn nur zu revidiert 0,4 (bisher: 0,3) Prozent gereicht hatte. Damit fallen die Zahlen besser aus, als die meisten Ökonomen angenommen haben. „Die deutsche Wirtschaft hat den Vorwärtsgang eingelegt und im Frühjahr ganz ordentlich beschleunigt“, sagte der Deutschland-Chefvolkswirt der Großbank UniCredit, Andreas Rees. Dafür sei die starke Binnenwirtschaft mit einem starken Konsum verantwortlich. Dieser profitiere von einem guten Arbeitsmarkt.
tagesspiegel.de

Fachkräftemangel im Bauhandwerk: Der Fachkräftemangel im Bau hat sich weiter zugespitzt. „Das hat zur Folge, dass unsere Kunden immer länger warten müssen. Darüber sind natürlich auch unsere Betriebe gar nicht froh, denn die wollen ihre Aufträge schnell und gut erledigen. Betroffen sind inzwischen auch Stammkunden“, sagt Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer. So fehlen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 150.000 Handwerker. Betroffen ist auch der Bau neuer Wohnungen. Während Hochbauunternehmen ihre Lücke mit Arbeitskräften aus dem Ausland füllen können, fehlen im Bauhandwerk die Kräfte. Nach Angaben der staatlichen Förderbank KfW werden in diesem Jahr rund 300.000 neue Wohnungen fertiggestellt. Zur Bekämpfung der Wohnungsnot wären allerdings bis 2020 im 350.000 bis 400.000 neue Wohneinheiten jährlich nötig.
faz.net, spiegel.de

Flüchtlinge retten die Ausbildungsbilanz: Erstmals seit 2011 ist die Zahl neuer Auszubildender gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr fingen 2017 1,1 Prozent oder 5.700 mehr Auszubildende eine Ausbildung an. Insgesamt stieg die Zahl der Auszubildenden auf 515.700. Das Plus kam zustande, weil mehr Asylbewerber aus Afghanistan und Syrien eine Ausbildung begannen. Der Anstieg bei ausländischen Berufsanfängern betrug 36,2 Prozent. Insgesamt stieg die Anzahl der neuen Ausbildungsverträge bei den Männern um 3,7 Prozent. Bei Frauen gibt es hingegen einen Rückgang um 2,9 Prozent. Und es wurde weniger abgebrochen. Rund 146.000 Ausbildungsverträge wurden vorzeitig aufgelöst – 400 weniger als noch im Vorjahr.
spiegel.de

-Anzeige-
Der Einfluss von Medien auf Gerichtsverfahren: Mitteständler sehen sich immer wieder in juristische Auseinandersetzungen verwickelt. Wichtig dann: Auch im Gerichtssaal der Öffentlichkeit bestehen, damit der gute Ruf keine Kratzer bekommt. Die Krisen-PR-Agentur CONSILIUM hat nun mit der Uni Mainz untersucht, wie Gerichtsverfahren von Medienberichten beeinflusst werden und was sie mit der Öffentlichkeit machen. Das Ergebnis: Überraschend deutlich. Was sich daraus für die Medienarbeit von Mittelständlern ableiten lässt:
consilium.media

Volle Betten überall: Überall an der Ost- und Nordsee sind die Strände, Hotels und Restaurants proppenvoll. „Für uns ist es das beste Jahr seit 2011“, sagt Nele Reidenbach vom Tourismusverband Vorpommern. „In diesem Sommer rufen uns täglich viele Spontanurlauber an, die noch für den nächsten Tag eine Unterkunft direkt am Wasser suchen. Solche Wünsche zu erfüllen, ist aufgrund des aktuellen Buchungsstandes nicht immer einfach.“ Auf Rügen liegt die Auslastung bei 94 bis 98 Prozent. Auch in andere Regionen Deutschlands ist die Lage gut. Die Zahl der Übernachtungen von Reisenden aus dem In- und Ausland stieg im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 214 Millionen, teilte das Statistische Bundesamt mit. „Nie war Deutschland als Reiseland sowie Kongress- und Tagungsstandort attraktiver“, sagte Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes.
tagesspiegel.de

Facharbeiter nutzen Rente mit 63: Die Rente mit 63 hat nach Ansicht von Wissenschaftlern der Rentenversicherung ihr Ziel verfehlt, angeschlagenen Berufstätigen nach langjähriger Erwerbsarbeit eine frühzeitige Rente ohne Abschläge zu ermöglichen. Stattdessen nutzen die Rente mit 63 überwiegend Facharbeiter. „Nur rund ein Fünftel der Zugänge wies vor Rentenbeginn keine Erwerbstätigkeit auf“, heißt es einem neuen Aufsatz in der Fachzeitschrift der Deutschen Rentenversicherung. Mit dem Ergebnis, „dass vor allem am Arbeitsmarkt langfristig und gut integrierten Personen der abschlagsfreie und vorgezogene Eintritt über diese Altersrente zugute kommt“.
faz.net

Rechnungshof rügt Elektroauto-Prämie spiegel.de
Deutsche Familienunternehmen sind die Verlierer im internationalen Steuerwettbewerb handelsblatt.com
Neues IT-Sicherheitsgesetz: Auch der Mittelstand soll IT-Angriffe melden wiwo.de

AUS GEZÄHLT

Waren im Wert von 112 Milliarden Euro exportierte Deutschland 2017 in die USA. Bei den Importen war China mit 100 Milliarden Euro an der Spitze. Die Türkei ist als Handelspartner für Deutschland weniger wichtig. Bei den Importen (16 Milliarden) wie auch bei den Exporten (21 Milliarden) liegt das Land auf Platz 16.
faz.net

RAT UND TAT

Heimkehrer machen Mutti glücklich: Auch Unternehmen in Mittelsachsen suchen händeringend nach Fachkräften. Im Visier sind vor allem jene, die einst zur Ausbildung oder wegen einem Arbeitsplatz die Heimat verlassen haben. Die Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH mit Sitz im sächsischen Roßwein schaltet deswegen in Stuttgart und München einen Kinospot. Im Stile eines Werbespots für eine Bausparkasse wird ein junger Mann gezeigt. „Ach, ein eigenes Haus für mich und meine Familie, bei den Preisen hier leider undenkbar.“ Es folgt ein Schwenk von den Trabantenstädten der Großstadt auf die prächtige Landschaft Mittelsachsens. „Hier gibt es fair zahlende Arbeitgeber. Verdiene als Gerüstbauer mindestens genauso so viel wie im restlichen Bundesgebiet und leiste dir so den Traum von den eigenen vier Wänden“, sagt eine Stimme. Die Aktion ist kein Einzelfall, denn viele Initiativen werben um die Rückkehr in ostdeutsche Regionen. Der Slogan einer Postkarten-Aktion aus Brandenburg etwa lautete: „Mach Mutti glücklich. Komm zurück“.
faz.net

Kontaktloses Zahlen mit Fitbit Pay: Nach dem Deutschlandstart von Google Pay, und der eigenen Bezahl-App der Sparkasse, gibt es nun eine weitere Möglichkeit zum kontaktlosen Bezahlen: Kunden der Baden-Württembergischen Bank können ab sofort ihre Smart Watch von Fitbit zum Zahlen nutzen. Beim Fitbit-Pay-System ist die PIN-Eingabe am Kassenterminal nicht von der Geldsumme abhängig, User müssen den Code einmal alle 24 Stunden eingeben. Zudem muss er neu eingegeben werden, wenn sie die Fitness-Uhr vom Handgelenk nehmen. Im Falle eines Diebstahls kann der Sicherheits-Token durch die Bank gelöscht werden, so dass keine Zahlungen mit dem Gerät mehr möglich sind. An der Kasse funktioniert der Bezahlvorgang genau wie die anderen Systeme, die Smart Watch muss einfach an den Bezahlterminal gehalten werden.
golem.de

Wut am Arbeitsplatz: Schwelende Konflikte können die Produktivität in Unternehmen stören. Vermittlung ist in solchen Fällen wichtig. Führungskräfte sollten nach Meinung von Experten früh eingreifen und den Konflikt entschärfen. „Wut ist eine Grundemotion, sie kann sich aber in ganz unterschiedlichen Symptomen äußern“, sagt Mediatorin Gaby Schramm. Aggression und offene Feindseligkeit ist dabei nur eine Seite. Wut kann auch in Depression oder innerer Kündigung münden. Dabei kann man Wut nur bedingt vermeiden oder steuern. „Weil circa 95 Prozent der Persönlichkeit vom Unterbewusstsein mit all unseren Vorerfahrungen, Erwartungshaltungen und Motiven gesteuert wird“, sagt Wirtschaftsmediatorin Dagmar de Baat Doelman.
wiwo.de

-Anzeige-
Sie lesen diesen Newsletter. Gute Entscheidung! Erreichen Sie Ihre Kunden, Wähler und Stakeholder auch mit einem Newsletter. Trotz der neuen Kommunikationsmöglichkeiten über soziale Netzwerke bleibt der Newsletter das effektivste digitale Marketingtool. Es gibt keinen direkteren Zugang für eine Botschaft zu einem Leser. Wir unterstützen Sie dabei, auch gelesen zu werden. Kontaktieren Sie uns:
newsletter@attentionmedia.de

AUS GESPROCHEN

„Wir brauchen jetzt erstens einen Breitbandgipfel zwischen dem Bund und den Ländern, bei dem die flächendeckende Versorgungsstruktur mit Breitband koordiniert wird. Zweitens ein daraus resultierendes „Breitbandleitungsausbaugesetz“ (BLag), das die zügige Umsetzung ermöglicht und entsprechenden Rechtssicherheit bietet (…). Und drittens eine Initiative der Länder, welche die digitalen Medien- und Kommunikationskompetenzen auch in die Klassenzimmer trägt und im Unterricht anwenden lässt.”

Der Thüringer FDP-Landesvorsitzende Thomas L. Kemmerich stellt anlässlich des diese Woche veröffentlichten Bildungsmonitors des IW Köln fest: Der Digitalisierungsmissstand ist ein Vergehen an den Zukunftschancen der jungen Generation.
fdp-thueringen.de

„Die Bauwirtschaft gerät wegen der guten Konjunktur an ihre Grenzen. Deshalb muss der Staat den Baufirmen auf die Finger schauen. Je besser die Behörden mit gut qualifiziertem Personal ausgestattet sind, desto geringer ist die Gefahr von Baumängeln.”

Stephan Kühn, Verkehrspolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, fordert nach dem Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua: Auch Deutschland muss aufpassen.
spiegel.de

AUS DER REIHE

Deutschland produziert das meiste Eis: Von wegen Italien, Deutschland ist in der EU der Spitzenreiter bei der Eisproduktion. 517 Millionen Liter Speiseeis waren es 2017. Erst dahinter folgen Italien (511 Millionen), Frankreich (466 Millionen) und Spanien (320 Millionen). Doch gegessen wird das Eis woanders. Spitzenreiter ist Estland. Hier essen die Einwohner pro Jahr ganze 12,5 Kilogramm Eis pro Kopf. Litauen, Finnland und Schweden folgen in der Hitliste der Schleckermäuler.
faz.net