KW 32: Berliner Digitalprämie für den Mittelstand, Mehrwertsteuersenkung zeigt kaum Wirkung, Digitale Plattform soll Fachkräftemangel ausgleichen

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Berliner Digitalprämie für den Mittelstand: Das Land Berlin hat eine Digitalprämie für Unternehmen aus dem Mittelstand angekündigt, um diese in der Corona-Krise zu unterstützen. Jedem Unternehmen, dass die Prämie beantragt, stehen bis zu 17.000 Euro zur Verfügung, mit denen konkrete Digitalisierungsvorhaben in Angriff genommen werden können. So können die Unternehmen beispielsweise Geld für Schulungen oder die IT-Sicherheit beantragen. Das Förderprogramm umfasst insgesamt 80 Millionen Euro. „Wir nutzen die Coronakrise als Turbo für die Digitalisierung von Wirtschaft und Verwaltung. Die Berliner Unternehmen sollen aus dieser Krise besser gerüstet herausgehen. Wir unterstützen kleine und mittlere Unternehmen bei dieser Herausforderung und stärken somit die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes in einer zunehmend digitalisierten Welt“, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop von den Grünen.
tagesspiegel.de

Neuzulassungen von Autos laufen schleppend: Deutsche Autohändler kritisieren die derzeit langen Wartezeiten für Autozulassungen. Laut dem Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen KfZ-Gewerbes (ZDK), Axel Koblitz, dauere eine Neuzulassung in Berlin derzeit rund sechs Wochen. Auch in Frankfurt und in Köln käme es demnach zu sehr langen Wartezeiten. Roman Still, Chef der Autohandelsgruppe AVA nennt die Situation „geschäftsverhindernd“. Dabei steigt der Bedarf nach Neuwagen erstmals seit Beginn der Krise wieder. Das erste Halbjahr 2020 verzeichnete einen Rückgang der Neuzulassungen um 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotzdem warnt der Verband der Automobilindustrie vor dem Druck, der auf der Branche lastet. Laut dem Verband soll der Autoabsatz etwa 2,8 Millionen betragen – ein Rückgang von 23 Prozent im Vergleich zu 2019. Bei den Elektroautos zeigt sich hingegen ein anderer Trend. Im Juli betrug die Zahl der neugelassenen Autos mit Elektroantrieb 16.798, was einem Plus von 181 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Dazu beitragen würde auch die Innovationsprämie der Bundesregierung, sagt der Experte Stefan Bratzel.
businessinsider.de

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Uhrenwerk Weimar: Eine international angesehene Marke, deren Ursprung sich bis in das Jahr 1950 zurückverfolgen lässt, kehrt zurück. Inspiriert von Henry van de Velde und dem Bauhaus entsteht das neue “Uhrenwerk Weimar” in der Tradition einer Verbindung aus Kultur und Kompetenz, die in Weimar erfunden wurde, aber heute auf der ganzen Welt zuhause ist. Gemeinsam mit dem Antwerpener Designer Ronald Steffen wurden drei Armbanduhren-Modelle entwickelt: “Henry van de Velde”, “Luftbrücke Berlin” und “Royal Union”.
uhrenwerk-weimar.de

Mehrwertsteuersenkung zeigt kaum Wirkung: Vor einem Monat wurde die Mehrwertsteuer vorübergehend gesenkt, um die Wirtschaft zu unterstützen. Einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) zufolge, zeigt die Senkung bislang jedoch kaum Wirkung. Nur 13 Prozent der befragten Unternehmen (ausgenommen der Lebensmittelhandel) bewerten die Maßnahme als hilfreich, um den Konsum zu steigern. „Der Wumms, den man von der Mehrwertsteuersenkung erwartet hat, ist bei uns im Modehandel nicht angekommen“, bestätigt auch Rolf Pangels, der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Textil (BTE). Gerade im Modehandel gäbe es derzeit ohnehin viele Rabatte, die Mehrwertsteuersenkung hätte deshalb kaum Wirkung. Beim Kauf von Möbeln sei die Wirkung hingegen eher zu spüren, berichtet der Geschäftsführer des Verbands der deutschen Möbelindustrie (VDM), Jan Kurth: „Wenn sie bei einer Küche ein paar Hundert Euro sparen können, macht sich das bemerkbar und bringt den einen oder anderen dazu, zuzugreifen.“ Die Elektronik- und Haushaltsgerätehändler zeigen sich bislang skeptisch, ob die Senkung greift. Bislang gebe es keine gesicherten Informationen über deren Wirkung, sagt der stellvertretende Geschäftsführer des Handelsverbandes Technik (BVT), Joachim Dünkelmann.
wiwo.de

Fehlstart für Kreuzfahrtbranche: Für die Kreuzfahrtbranche laufen die ersten Startversuche nach Beginn der Pandemie bislang eher schlecht. Die norwegische Reederei Hurtigruten musste seine Kreuzfahrten im Zuge eines Corona-Ausbruches auf einem Schiff wiedereingestellt. Mindestens 40 Personen an Bord hatten sich mit dem Virus infiziert. Die norwegische Regierung beschloss, Landgänge mit mehr als hundert Personen für die kommenden zwei Wochen zu verbieten. „Unser eigenes Versagen sowie der jüngste Anstieg der Infektionen auf internationaler Ebene haben uns dazu veranlasst, alle Expeditionskreuzfahrten in norwegischen und internationalen Gewässern einzustellen“, sagte Hurtigrutens Chef Daniel Skjeldam. Auch andere Reiseunternehmen mussten am Montag Einschränkungen hinnehmen. So sagte die Rostocker Reederei Aida Cruises Kreuzfahrten auf der Ostsee, die für August geplant waren, ab, da eine nötige Freigabe durch Italien nicht erfolgt sei. Das Unternehmen Tui Cruises musste ebenfalls den Start einer Schifffahrt absagen. Es sei nicht gelungen, Mitarbeiter aus anderen Ländern rechtzeitig an deren Einsatzort zu bringen. Sowohl bei Aida als auch bei Tui war es in der jüngsten Zeit zu Corona-Fällen unter Crew-Mitgliedern gekommen.
manager-magazin.de

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Entwurf für ERP-Wirtschaftsplangesetz 2021 steht Die Bundesregierung hat den Entwurf zum ERP-Wirtschaftsplangesetz 2021 verabschiedet, der es mittelständischen Unternehmen ermöglicht, zinsgünstige Finanzierungen und Beteiligungskapital mit einem Volumen von rund 7,9 Milliarden Euro zu erhalten. Schwerpunkte der Förderung sind Wagniskapital- und Beteiligungsfinanzierungen, die Modernisierung von Unternehmen sowie die Förderung von Innovationen und Digitalisierung. KMU haben die Möglichkeit, Kredite mit einem Gesamtvolumen von zwei Milliarden Euro zu erhalten. Wirtschaftsminister Peter Altmaier sagte, die Förderung könne „den deutschen Mittelstand kraftvoll dabei unterstützen, die wirtschaftlichen Herausforderungen der Corona-Pandemie zu meistern. Denn eine funktionierende Versorgung mit günstigen Krediten und Beteiligungskapital ist entscheidend für die Nutzung der Wachstumspotentiale unseres Mittelstands. Dazu leisten wir mit dem ERP-Sondervermögen einen wichtigen Beitrag“.
handwerksblatt.de

Kurzmeldungen
Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum mit Blockchain-Fokus blockchain-insider.de
3500 Jobs in Gefahr: Media Markt und Saturn droht Stellenabbau n-tv.de
Bund stellt 50 Millionen für E-Mobilität im Mittelstand bereit finanzen.net
Klimaschutzoffensive für den Mittelstand background.tagesspiegel.de

RAT UND TAT

Digitale Plattform soll Fachkräftemangel ausgleichen: Das Forschungsprojekt Service-Meister will den Fachkräftemangel im Mittelstand mit einem KI-basierten, digitalen Service-Ökosystem bekämpfen. Besonders im Bereich der Wartung von Anlagen und Maschinen fehle das nötige Fachwissen. Die Plattform soll dabei helfen, den internationalen Vorsprung der deutschen Mittelstandsunternehmen zu sichern, erklärt Andreas Weiss, Geschäftsbereichsleiter Digitale Geschäftsmodelle im eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. Künstliche Intelligenz erweise sich speziell bei Predictive Maintenance, der vorausschauenden Wartung, als nützlich, sagt Dr. Fred Jopp, Big Data Analyst und Head of Industrial Projectmanagement von der USU Software AG, der ebenfalls am Projekt beteiligt ist. Auch die örtlichen Handwerkskammern sollen in die Nutzung der Plattform miteinbezogen werden, um den richtigen Umgang mit dieser zu vermitteln. Im vergangenen Jahr zählte Service-Meister zu den Gewinnern des KI-Innovationswettbewerbs der Bundesregierung. Die Plattform soll in den nächsten drei Jahren Schritt für Schritt weiterentwickelt werden.
digital-engineering-magazin.de

Wie KMU die Frage nach der Unternehmensnachfolge angehen können: Im Gastbeitrag schreibt Jan Friedrich über die Unternehmensnachfolge, die für viele deutsche Mittelstandsunternehmen ein Problem darstellt. So könnten laut KfW Research bis zu 450.000 mittelständische Unternehmen in den nächsten Jahren den Markt verlassen, weil sie keinen Nachfolger finden. Um dies zu vermeiden, müssten sich Chefs schon frühzeitig mit der Nachfolge beschäftigen sowie Innovation und Digitalisierung in Angriff nehmen. Bei der Frage nach der Nachfolge lohne es sich, die Mitarbeiter mit ins Boot zu holen sowie die Zukunftsfähigkeit möglichst genau zu analysieren, um den Nachfolgern den Start zu erleichtern. Dies ließe sich mit Markenchecks erreichen, für die es einige Dienstleister gibt. Ein weiterer wichtiger Faktor für die Zukunftsfähigkeit stelle der Stand der Digitalisierung dar. Mitarbeiter können mithilfe von Workshops und Fortbildungen für diese fit gemacht werden.
focus.de

Start-up-Förderungen lassen auf sich warten: Den deutschen Start-ups fehlt wegen der Corona-Krise das Kapital. In Berlin gibt es für sie deshalb nun bis zu 800.000 Euro von der Investitionsbank Berlin (IBB) in Form von Wandelanleihen. Das Unterstützungsprogramm hat ein Gesamtvolumen von 140 Millionen Euro. Rund 150 Berliner Start-ups sollen damit unterstützt werden. Ein weiteres Hilfspaket in Höhe von zwei Milliarden Euro wurde bereits im April auf Bundesebene beschlossen. Die ersten Gelder können jedoch erst jetzt ausgezahlt werden. Grund dafür ist, dass nur die Investoren der Start-ups die Investitionshilfen beantragen können. Die KfW zahlt 50 Prozent des Kapitals dazu. Außerdem werden Investoren dazu verpflichtet, sich auch an anderen Firmen aus dem Fonds zu beteiligen, um zu verhindern, dass nur einige wenige Start-ups gefördert werden. Nach Angaben der KfW wurden bislang insgesamt 75 Anträge von elf Venture-Capital-Fonds bewilligt, deren Volumen 375 Millionen Euro beträgt.
background.tagesspiegel.de

AUS GESPROCHEN

Wir wollen verhindern, dass es zu einem Sterben der Geschäfte in den Innenstädten kommt.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier will ein drohendes Ladensterben in den Innenstädten mit digitalen Angeboten und Stadtteilkonzepten verhindern.
spiegel.de

AUS DER REIHE

Die Coronakrise hat dazu geführt, dass die Zahl der offenen Stellen in Deutschland deutlich gesunken ist. Laut dem Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) liegt die Zahl derzeit bei 893.000 – 36 Prozent weniger als vor der Krise. In den verschiedenen Branchen zeigen sich deutliche Unterschiede. So ist die Industrie mit 56 Prozent weniger Stellen am stärksten betroffen. Waren hier 2019 noch 151.000 Stellen frei, so liegt die Zahl nun nur noch bei 66.000. Auch die Dienstleistungsbranche muss einen starken Rückgang verbuchen. In der öffentlichen Verwaltung und der Sozialversicherung stieg die Zahl der offenen Stellen hingegen gering.
n-tv.de, zeit.de