KW 32: Afrika für den Mittelstand, Zahl der offenen Stellen auf Rekordhoch, Vetorecht der Bundesregierung auch schon bei geringer Auslandsbeteiligung

AUS POLITIK UND MITTELSTAND

Afrika für den Mittelstand: Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat von der deutschen Wirtschaft mehr Engagement in Afrika gefordert. Nur 1.000 von 3,5 Millionen deutschen Unternehmen würden sich bislang auf dem Kontinent engagieren. Dabei hätten 42 von 54 afrikanischen Ländern im vergangenen Jahr ein höheres Wirtschaftswachstum als Deutschland verzeichnet. „Das zeigt, welche enorme Dynamik Afrika entwickeln kann“, fügte Müller hinzu. Derzeit seien vor allem chinesische, türkische und russische Unternehmen in Afrika aktiv. Um sichere Rahmenbedingungen gerade auch für mittelständische Unternehmen aus Deutschland zu schaffen, will der Minister gemeinsam mit dem Wirtschafts- und Finanzministerium ein „Entwicklungsinvestitionsgesetz“ auf den Weg bringen.
tagesspiegel.de, faz.net, spiegel.de

Zahl der offenen Stellen auf Rekordhoch: Die Zahl der offenen Stellen in deutschen Betrieben ist auf ein neues Rekordhoch geklettert. Rund 1,21 Millionen Jobs waren im zweiten Quartal 2018 noch zu besetzen, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Stellenerhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB hervorgeht. Das sind 115.000 offene Stellen mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum und fast 25.000 mehr als im ersten Quartal 2018. „Wir sind auf einem sehr hohen Niveau“, sagte IAB-Arbeitsmarktforscher Alexander Kubis.
tagesspiegel.de, spiegel.de

Exporte stabil, mehr Importe: Zwar schwächelt die deutsche Wirtschaft etwas, angesichts des Handelsstreits mit den USA und den damit verbundenen Unsicherheiten können sich die Zahlen aus dem ersten Halbjahr aber sehen lassen. „Im Juni geht es bei der Produktion – nach der erfreulichen Entwicklung im Vormonat – wieder etwas bergab. Dies dürfte allerdings auch eine Gegenreaktion auf die starke Entwicklung im Vormonat darstellen“, so Ökonom Marco Wegner von der Commerzbank. Während die Exporte stagnierten, legten die Importe um 1,2 Prozent zu und stiegen in den ersten sechs Monaten um 4,8 Prozent auf 541,3 Milliarden Euro.
spiegel.de

Vetorecht der Bundesregierung auch schon bei geringer Auslandsbeteiligung: Die Bundesregierung will zukünftig auch schon bei kleineren Beteiligungen ausländischer Investoren prüfen, ob deutsche Sicherheitsinteressen betroffen sind. Diese Investitionsprüfung soll es ab einer Beteiligung von 15 Prozent geben. „So können unsere nationalen Sicherheitsinteressen und Belange der öffentlichen Ordnung und Sicherheit besser geschützt werden“, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium. Eine entsprechende Novelle wird derzeit zwischen den Ministerien abgestimmt und soll noch in diesem Jahr in Kraft treten.
spiegel.de

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Der Einfluss von Medien auf Gerichtsverfahren: Mitteständler sehen sich immer wieder in juristische Auseinandersetzungen verwickelt. Wichtig dann: Auch im Gerichtssaal der Öffentlichkeit bestehen, damit der gute Ruf keine Kratzer bekommt. Die Krisen-PR-Agentur CONSILIUM hat nun mit der Uni Mainz untersucht, wie Gerichtsverfahren von Medienberichten beeinflusst werden und was sie mit der Öffentlichkeit machen. Das Ergebnis: Überraschend deutlich. Was sich daraus für die Medienarbeit von Mittelständlern ableiten lässt:
consilium.media

Mittelstand lehnt Crowdlending ab: Crowdlending wurde als wichtige Chance und Neuerung für den Mittelstand angesehen. Private Leiher sollten unbürokratisch und für weniger Sicherheiten als bei Banken Geld für mittelständische Projekte leihen. Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte mit dem Europäischen Kompetenzzentrum für Mittelstandsforschung der Universität Bamberg kommt zu dem Ergebnis: der Mittelstand springt auf das neue Angebot nicht an. Dabei ist das Instrument nicht unbekannt: 82 Prozent der befragten 250 Unternehmen gaben an, die Finanzierungsform zu kennen. Doch der Mittelstand denkt konservativ: Nur ein Zehntel der Befragten glaubt, dass die Hausbank künftig nicht mehr der Finanzierungspartner Nummer eins sein könnte. Knapp die Hälfte der Unternehmen will in Zukunft die Bindung zur Hausbank sogar stärken. 60 Prozent misstrauen der Crowd, nur fünf Prozent würden einen Geschäftskredit online abschließen.
faz.net

Deutschland faxt: Alle reden über künstliche Intelligenz und Big Data – Deutschland faxt. Bis zu 9.000 Faxe laufen über die Server der Firma Retarus – und zwar jede Minute. „Für die meisten Unternehmen“, sagt Retarus-Chef Martin Hager, „ist das Fax nach wie vor unverzichtbar.“ Das Unternehmen des 50-Jährigen gedeiht, obwohl es Technologien anbietet, die eigentlich schon längst totgesagt sind: Fax, SMS und E-Mail. Retarus macht das im Auftrag vieler Unternehmen, die Zahl der Sendungen ist zuletzt jährlich um mehr als zehn Prozent gewachsen, der Umsatz des Münchner Mittelständlers liegt bei 30 Millionen Euro.
wiwo.de

Klimaanlagen mit Rekordverkäufen welt.de
CDU-Wirtschaftsrat kritisiert Subventionierung von Rentenbeiträgen bei Midi-Jobs wallstreet-online.de
Commerzbank-Studie: Mittelstand nutzt Potenzial digitaler Daten nicht haz.de

AUS GEZÄHLT

15,03 Millionen Menschen haben im Juli 2018 Projekte auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter unterstützt. Damit hat sich die Zahl der Unterstützer innerhalb von zehn Jahren fast verdreifacht.
faz.net

RAT UND TAT

Softdrinks sind keine Lösung: Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands hat zum Höhepunkt der Hitzewelle auf die richtige Zunahme von Flüssigkeit hingewiesen. Vor allem, wer seinen Durst literweise mit Cola und Co. stillen würde, schadet seiner Gesundheit. Eine 0,5 Liter Dose eines zum Beispiel zuckerhaltigen Erfrischungsgetränks enthält in der Regel mehr als 50g Zucker. Der Konsument nimmt damit mehr als die doppelte von der WHO empfohlene tägliche Aufnahmemenge an zugesetztem Zucker zu sich. Bereits im Jahr 2014 wurde durch eine von McKinsey erstellte Studie gezeigt, dass die Kontrolle von Portionsgrößen im Kampf gegen Übergewicht mindestens genauso wirksam ist wie Steuern oder Gesundheitskampagnen. „Kleinere Dosengrößen im Handel könnten hier ein Beitrag im Kampf gegen Übergewicht und weitere Gesundheitsgefahren durch zu große Tagesportionen an Zucker oder auch Koffein, insbesondere bei Kindern sein“, so Lars Lindemann von Fachärzte-Spitzenverband.
spifa.de

Dynamische Preise im Online-Handel: Wie extrem dynamische Preise bei deutschen Anbietern ausgeprägt sind, hat nun das Marktwächterteam der Verbraucherzentrale Brandenburg analysiert. Beobachtet wurden dazu über gut einen Monat mehr als 1.000 Produktpreise bei 16 deutschen Online-Händlern, darunter Otto, Conrad, Mediamarkt und Zalando. Mit der Ausnahme von Shop-Apotheke haben alle Anbieter während des Untersuchungszeitraums ihre Preise variiert. Betroffen waren insgesamt 37 Prozent der Produkte. Die Unterschiede sind teilweise enorm, wie beispielsweise Zalando zeigt. Bei dem Modehändler schwankte der Preis für eine Stoffhose zwischen 79,95 und 199,95 Euro, der einer Daunenjacke zwischen 129,90 und 199,90 Euro. „Es lohnt sich, ein Produkt auch mal über eine Woche zu beobachten“, sagt Constanze Gaßmann, Referentin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. „Man sollte nicht dem ersten Kaufimpuls folgen“.
tagesspiegel.de, sueddeutsche.de

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AUS GESPROCHEN

„Eine Verschärfung könnte ausländische Investoren abschrecken und uns zugleich Hürden in anderen Ländern aufbauen. Wichtig wäre es, dass die Bundesregierung und die EU sich weltweit für offene Märkte und wirtschaftliche Gleichbehandlung einsetzt – auch und gerade gegenüber China.”

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben warnt angesichts der jüngsten Bestrebung der Bundesregierung, Übernahmen in sensiblen Bereichen zu erschweren, vor einer Abschottung der deutschen Wirtschaft und vor Nachteilen für deutsche Unternehmen.
spiegel.de

AUS DER REIHE

Wandel in der Erotikbranche: Online-Versandhändler wie Amorelie und Eis.de machen dem stationären Handel das Leben schwer. Im Internet können Kunden bestellen ohne die Gefahr, den Nachbarn im Sex-Shop zu treffen. Weggebrochen ist vor allem ein Bereich: Pornos. Vor 20 Jahren hätten viele Erotikfachhändler mit dem Verkauf und der Vorführung von Filmen in Kabinen noch 70 Prozent ihrer Umsätze gemacht, erklärt Uwe Kaltenberg, Geschäftsführer des Bundesverbands Erotik Handel: „Das hat sich völlig umgedreht.“ Heute seien es nur noch 30 Prozent. Konkurrenten der Fachhändler sind Streaming-Dienste: Gegen einen Betrag oder eine Pauschale können die Kunden Sexfilme gucken, ohne die Wohnung zu verlassen. Dem Verband sind vor allem Gratisportale ein Dorn im Auge: „Unserer Meinung nach kommt der riesige Schwund bei den Kunden durch die illegalen Anbieter.“
tagesspiegel.de, spiegel.de