KW 32: Vanessa Cann – „Die Firmen haben ihre Daten noch im Aktenordner“, Melitta kauft Kaffee-Startup Roastmarket auf, Deutsche Start-ups sind zunehmend auf Geld ausländischer Investoren angewiesen

 

Liebe Innovatorinnen und Innovatoren in Startups und Mittelstand,

wir alle freuen uns über neue marktfähige innovative Produkte, die es auch dem Mittelstand ermöglichen, neben der internen Innovation über zusätzliche externe Innovation stärker zu werden, neue und bessere Produkte zu bauen. Auch für Startups ist der Weg zu einem marktfähigen Produkt oft kein einfacher Weg. Branchenexpertise für eine frühe Validierung, Kundeninterviews, Produktfeedback – all das hilft Startups, um ihre Innovationen voranzubringen und zu entwickeln. Falls Sie ihre Tür für Startups öffnen wollen, um beispielsweise bei der Validierung eines Produkts mit einer Zeitspende für ein Interview zu unterstützen, dann melden Sie sich bitte bei unseren Netzwerken des Monats, bei den Gründerzentren von Hochschulen in Ihrer Region oder auch bei mir. Jeder Beitrag hilft unserem Startupökosystem und damit auch dem Mittelstand. Vielen Dank und uns allen einen sonnigen August.

Ihr

Mirco Dragowski

AKTUELL

Vanessa Cann – „Die Firmen haben ihre Daten noch im Aktenordner“: Die Geschäftsführerin des KI-Bundesverbands, Vanessa Cann spricht über Berührungsängste des Mittelstands gegenüber Start-ups für Künstliche Intelligenz und darüber, warum Gründerinnen in der Tech-Welt eine Ausnahme darstellen. Es gäbe überall Anwendungsfälle für KI und das beginne beim Recruiting und gehe bis hin zur Produktion, sagt Cann. Die junge Netzwerkerin kennt beide Seiten, die Gründer und die etablierten Unternehmen. Noch zu unsicher würden sich Mittelständler an KI herantrauen, weiß sie aus Erfahrung. Ihr Verband erarbeitet derzeit eine Übersicht über Beispielfälle, wo die Technologie der Industrie geholfen hat. Oft fehle den Unternehmen noch die Vorstellungskraft, in welchen Bereichen KI einen Mehrwert bietet und welche Gewinne damit erwirtschaftet werden können. Zugleich warnt die Expertin vor Missverständnissen, wenn es um die neue Technologie geht. KI solle nie der Selbstzweck sein, sondern nur dort eingesetzt werden, wo es Sinn ergebe.
handelsblatt.com

Melitta kauft Kaffee-Start-up Roastmarket auf: Das Kaffee-Start-up Roastmarket hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz von elf auf 23 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Das Familienunternehmen Melitta, das bereits seit zwei Jahren einen Minderheitsanteil an dem Start-up hält, hat nun gemeinsam mit der Burda-Tochter TEC das Unternehmen vollständig übernommen. Melitta hält nun 72 Prozent der Gesellschafteranteile und will Roastmarket bei weiteren Expansionen unterstützen. Das 2015 gegründete Start-up ist nach eigenen Angaben der größte Online-Kaffeehändler Deutschlands.
handelsblatt.com, businessinsider.de

Deutsche Start-ups sind zunehmend auf Geld ausländischer Investoren angewiesen: In Deutschland haben bereits 17 Tech-Firmen den Status des sogenannten Einhorns („Unicorn“) erlangt – sie wurden also mit mindestens einer Milliarde Euro bewertet. Allein in diesem Jahr kamen fünf neue hinzu. Jedoch klagt ein Fünftel der deutschen Start-ups darüber, dass sich die Situation im Vergleich zum Jahr 2020 verschlechtert habe. Die jungen Firmen erhalten zwar recht leicht Startkapital, finden jedoch für die Anschlussfinanzierung kaum Wagniskapitalgeber. Die nötigen Millionenspritzen um am Markt durchstarten zu können erhalten sie meist von ausländischen Investoren. Deshalb hat die Bundesregierung einen umfänglichen Zusatzfonds über 10 Milliarden Euro angelegt. Gemeinsam mit weiteren privaten und öffentlichen Partnern sollen dadurch mindestens 30 Milliarden Euro Wagniskapital mobilisiert werden, wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier verspricht.
tagesschau.de

Berliner Senat leitet Bußgeldverfahren gegen Gorillas ein: Gegen das Lieferdienst-Start-up Gorillas wurde vom Berliner Senat ein Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen das Arbeitsschutzgesetz eingeleitet. Die Verletzungen sollen an mindestens 13 Standorten des Unternehmens in Berlin aufgefallen sein. Gorillas wird bereits seit längerem immer wieder von den eigenen Fahrern wegen Unregelmäßigkeiten bei der Bezahlung, hohem Druck, befristeten Verträgen sowie kaputten Dienst-E-Bikes kritisiert. Aus diesen Gründen wurden in den vergangenen Monaten auch verschiedene Lager von Gorillas bestreikt. Bei den vergangenen Vorfällen hat das Unternehmen eine Verbesserung in Aussicht gestellt, sich aber zu den aktuellen Vorwürfen noch nicht geäußert.
businessinsider.de, golem.de

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Berliner Tiergesundheits-Startup Felmo sammelt 15 Millionen Euro ein: Das 2019 gegründete Start-up Felmo ermöglicht es Tierbesitzern, den Tierarzt nach Hause kommen zu lassen. Der Hausbesuch des Arztes lässt sich online über die App buchen. Zudem kann die Behandlung des Tieres darüber weitere verfolgt werden – etwa durch einen Chat mit dem behandelnden Arzt. Der Service steht momentan in zehn Regionen Deutschlands zur Verfügung. Das Unternehmen hat in einer aktuellen Finanzierungsrunde nun weitere 15 Millionen Euro erhalten – angeführt von Burdaprincipal Investments. Auch die Bestandsinvestoren HV Capital, Redalpine und 468 Capital sind mitgezogen. Das Start-up sammelte erst vor einem halben Jahr eine Millionen-Finanzierung ein. Mit dem frischen Kapital soll die Reichweite der App ausgeweitet werden.
businessinsider.de, eu-startups.com

Eine Flatrate für E-Autos für alle Ladesäulen: Das Start-up Elva bringt in einer App alle Ladesäulen für E-Autos auf den Straßen Deutschlands zusammen. Abhängig vom Fahrzeugtyp bietet das Unternehmen zudem einen Flatrate-Preis an – Fahrer können dafür an jeder Ladesäule so viel Strom beziehen, wie sie benötigen. Da sich die Flatrate-Preise besonders für Vielfahrer lohnen, hat das Start-up zudem einen Flex-Tarif mit einem Limit von 25 Kilowattstunden für neun Euro im Monat aufgesetzt. Auch können die Fahrzeughalter über die App jederzeit einsehen, welche Ladesäulen gerade in Betrieb sind und welche sich für den eigenen Fahrzeugtyp eigenen. Europaweit sind in der App mittlerweile 150.000 Lademöglichkeiten integriert. Die Flatrates dürfen bisher nur Privatkunden nutzen, Gewerbekunden und Lieferdienste sind ausgeschlossen.
welt.de, businessinsider.de

Kurzmeldungen

  • Vermögenssteuer: Deutsche Start-up-Szene fürchtet neue Steuerpläne der Bundesregierung businessinsider.de
  • Deutscher Flugtaxi-Hersteller Lilium erhält Großauftrag aus Brasilien sueddeutsche.de
  • Drei deutsche Raketenbauer-Start-ups mischen im Weltall mit manager-magazin.de
  • Frankreich will als „Start-up-Nation“ einen neuen Wirtschaftsboom erreichen handelsblatt.com
  • Manuel Neuer steigt beim Blockchain-basierten Tech-Start-up Votebase ein datacenter-insider.de
  • Interview mit Eva Schramm: Technology Innovation Manager bei 50 Hertz tandemploy.com
  • Appian übernimmt führendes Unternehmen für Process Mining appian.com
  • Frauen am Wirtschaftsstandort München sichtbar machen bei der LaMonachia-Preisverleihung munich-startup.de
  • Münchner Conversational AI Start-Up e-bot7 wurde von LivePerson übernommen presseportal.de
  • KI hilft beim Einstieg in Automation: VDMA R+A und Startup-Plattform „GO2automation“ arbeiten gemeinsam automationspraxis.industrie.de
  • Hessen setzt auf sofatutor bei Corona-Lernrückständen news4teachers.de

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CASE DES MONATS

Evonik übernimmt das Biotech-Unternehmen JeNaCell: Bereits im Jahr 2015 hatte Evonik das Potenzial von JeNaCell erkannt und sich über den eigenen Venture-Capital-Arm an dem damaligen Start-Up beteiligt. 2016 besuchte Evonik-Chef Klaus Engel das Start-up JeNaCell. Das Unternehmen sei ein hervorragendes Beispiel für die Chancen der industriellen Biotechnologie. Es sei beeindruckend, wie hier aus wissenschaftlicher Forschung marktreife Produkte entstehen würden und das sei echter Gründergeist, sagte Engel damals während des Rundgangs durch die Produktion. Fast fünf Jahre später übernimmt Evonik das Biotech-Unternehmen JeNaCell komplett und erweitert dadurch das eigene Portfolio an Biomaterialien um biotechnologisch gewonnene Cellulose. In der Medizintechnik und in der Dermatologie wird das von JeNaCell entwickelte naturidentische Material zur Versorgung von Wunden und Verbrennungen und zur Hautberuhigung eingesetzt. Die Mitarbeiter von JeNaCell werden künftig weiterhin am Entwicklungs- und Produktionsstandort in Jena beschäftigt sein. Das Portfolio von JeNaCell wird nach der vollständigen Übernahme in das Health Care-Geschäft von Evonik integriert. Der Konzern treibt dadurch die Weiterentwicklung der Wachstums-Division Nutrition & Care hin zu einem Systemlösungsanbieter und den Ausbau der divisionsweiten Technologieplattform für natürliche Materialen in der Medizintechnik voran. Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil der Systemlösungen bei Nutrition & Care von heute 20 Prozent auf über 50 Prozent gesteigert werden. Die Übernahme durch Evonik sei für JeNaCell ein Quantensprung, um das volle Potenzial der innovativen Technologie nutzen zu können, sagt Dana Kralisch, Geschäftsführerin und Mitgründerin von JeNaCell. Man freue sich, mit Evonik einen starken und zuverlässigen Partner für die Weiterentwicklung der Technologieplattform und ein neues Zuhause für das engagierte Expertenteam gefunden zu haben. Zusammen werde man die Kundenbasis erweitern und neue Anwendungsbereiche erschließen.
jenacell.com, corporate.evonik.de

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Ihre Botschaft gut hörbar: Podcasts führen Ihren Siegeszug fort und bieten für Unternehmen, Medienhäuser und Privatpersonen eine neue Bandbreite an Möglichkeiten Menschen zu erreichen. In unserem Podcast-Studio in Berlin-Mitte können Sie Ihre eigenen Audio-Formate aufzeichnen. Gerne unterstützen wir Sie von der Konzeption bis zur Postproduktion und dem Vertrieb.
Kommen wir in Kontakt: podcastproduktion.berlin

ZITAT DES MONATS

Wir müssen in Deutschland mehr Enthusiasmus für Start-ups entwickeln. Das betrifft die Presse, aber auch andere Industrien.

Gründer und Investor Frank Thelen kritisiert das Positionspapier der Jungen Digitalen Wirtschaft. Dennoch warnt er vor negativer Berichterstattung über Start-ups.
handelsblatt.com

ZAHL DES MONATS

Im ersten Halbjahr 2021 flossen rund 6,1 Milliarden Euro in deutsche Start­-ups – so viel wie im ganzen Jahr 2020. Auch die Zahl der Einhörner ist deutlich angewachsen.
capital.de

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novalis.tv. – Hinterlassen Sie Eindruck – mit Ihrem Imagefilm! Wir bieten sowohl hochwertige Video- und Lichttechnik als auch ein erfahrenes professionelles Team für Ihre Videoformate. Wir stehen Ihnen von der Idee bis zur Nachbereitung zur Verfügung und produzieren Imagefilme auf höchstem ästhetischen und inhaltlichen Niveau. Sprechen Sie uns an!
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NETZWERK DES MONATS

Stift – Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung: Das Projekt ThEx innovativ begleitet und unterstützt innovative Unternehmensgründungen in Thüringen und setzt dabei auch neue Innovationsimpulse für das ergebnisreiche Wachsen bestehender Unternehmen. Der Schwerpunkt liegt als eine auf innovative Gründungs- und Wachstumsprojekte spezialisierte Anlaufstelle im Bereich Coaching und Beratung zu Geschäftsmodellentwicklung, Qualifizierung und Finanzierungsangelegenheiten. Workshops, die Identifizierung von Kooperationspartnern und Branchenkontakten, bis hin zur Ansprache von Investoren sowie die jährliche Durchführung der Investor Days Thüringen runden das umfangreiche Angebot ab. ThEx innovativ verantwortet zusätzlich für das Thüringer Regionale Innovationsprogramm (TRIP). Als erstes Thüringer Incubator-/Acceleratorprogramm soll TRIP ambitionierte Innovatoren und Start-ups in Richtung Investment Readyness bringen und bietet eine verlässliche Basis für den Markteintritt. Die Zusammenarbeit mit den Gründungsakteuren im ThEx-Verbund, dem Enterprise Europe Network, dem Thüringer Hochschulgründernetzwerk und etlichen weiteren Kooperationspartnern hierzulande sind Grundlage der Arbeit. Außerdem ist ein breites Investoren-, Branchen- und Unterstützernetzwerk vorhanden, um innovative Gründungsprojekte allumfassend und zielgerichtet voranzubringen. Zudem gibt es in Thüringen die 2-tägigen Investor Days, die Akteure der innovativen Gründerszene in Erfurt zusammenbringen. Rund 600 Teilnehmer darunter Start-ups, Wachstumsunternehmen, Kapitalgeber, potenzielle Kunden, Multiplikatoren sowie Branchenexperten machen die Investor Days Thüringen zu einem der größten Start-up-Events in der Region. Stift ist auch bei der jährlichen Vergabe des Innovationspreises Thüringen beteiligt. Damit werden herausragende Innovationen aus Thüringen gewürdigt und mit insgesamt 100.000 Euro dotiert.
stift-thueringen.de

OLDSCHOOL

Glenfiddich erzeugen Lkw-Kraftstoff aus Whisky-Abfällen: Der schottische Spirituosenbrenner Glenfiddich nutzt als Grundlage für den Treibstoff seiner Fahrzeuge zunehmend Biogas aus Reststoffen, die bei der Herstellung des Nationalgetränks anfallen. Bisher sind bereits drei Lastwagen auf dieses umgerüstet. Dadurch können für jeden jährlich rund 250 Tonnen CO2 gespart und der Ausstoß des Treibhausgases somit um 95 Prozent reduziert werden. Geplant ist, in Zukunft alle 20 Trucks des Herstellers sowie die gesamte Flotte der Musterfirma William Grant & Sons mit dem alternativen Treibstoff zu betreiben.
spiegel.de

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