KW 31: Leifeld-Übernahme gescheitert, Forschungsprämie: Mittelstand warnt vor „Mogelpackung“,

AUS POLITIK UND MITTELSTAND

China-Übernahme des westfälischen Maschinenbauers Leifeld gescheitert: Es wäre der erste Fall gewesen, in dem die Bundesregierung die Übernahme eines deutschen Unternehmens durch eine chinesische Firma untersagt hätte. Doch der Investor Yantar Taihai ist dem nun zuvorgekommen und hat Abstand davon genommen, die Mehrheit am Ahlener Mittelständler Leifeld Metal Spinning zu übernehmen. „Der Interessent hat seinen Antrag auf eine Unbedenklichkeitsbescheinigung beim Wirtschaftsministerium zurückgezogen“, sagte Leifeld-Hauptaktionär Georg Kofler am Mittwoch. Leifeld produziert dünne Metalle, die in der Autoindustrie und möglicherweise auch in der Nuklearindustrie verwendet werden. Die Bundesregierung war zuletzt fest entschlossen, einen Technologietransfer nach China in dem sensiblen Sektor zu verhindern.
faz.net, spiegel.de, handelsblatt.com

Forschungsprämie: Mittelstand warnt vor „Mogelpackung“: Bei der Förderung von Forschung und Entwicklung fordert Mittelstandspräsident Mario Ohoven Verbesserungen. „Das geplante Gesetz, soweit bekannt, sieht zwar aus wie die Erfüllung einer alten Forderung des Mittelstands, ist aber in Wahrheit eine Mogelpackung.“ Vor allem die Grenzen bei der Auszahlung der Forschungsprämie stoßen ihn auf. „Bei 250 Beschäftigten soll Schluss sein. Der forschende Mittelstand in Deutschland ist jedoch deutlich größer als in anderen EU-Ländern. Deshalb sollte die Obergrenze mindestens verdoppelt werden.“ Ohoven schwebt ferner eine 15-prozentige Zulage vor. Im Entwurf der Regierung sind es nur zehn Prozent.
finanzen.net

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Der Einfluss von Medien auf Gerichtsverfahren: Mitteständler sehen sich immer wieder in juristische Auseinandersetzungen verwickelt. Wichtig dann: Auch im Gerichtssaal der Öffentlichkeit bestehen, damit der gute Ruf keine Kratzer bekommt. Die Krisen-PR-Agentur CONSILIUM hat nun mit der Uni Mainz untersucht, wie Gerichtsverfahren von Medienberichten beeinflusst werden und was sie mit der Öffentlichkeit machen. Das Ergebnis: Überraschend deutlich. Was sich daraus für die Medienarbeit von Mittelständlern ableiten lässt:
consilium.media

Polen will Fachkräfte aus den Philippinen importieren: Die polnische Regierung will wegen des zunehmenden Fachkräftemangels Arbeiter von den Philippinen anwerben. Die Verhandlungen mit der philippinischen Regierung seien „auf einem guten Weg“ und könnten im Herbst zur Unterzeichnung eines Anwerbeabkommens führen, sagte der stellvertretende Arbeitsminister Stanislaw Szwed. Er verwies auf die „kulturelle Nähe“ beider Länder – „insbesondere durch die katholische Konfession“. Kurios, denn die nationalkonservative Regierung in Warschau verfolgt eigentlich eine fremdenfeindliche Politik und lehnt zum Beispiel die Aufnahme von Geflüchteten ab. Aber weil die Geburtenrate niedrig, die Gesellschaft immer älter und die Abwanderung hoch ist, muss auch Polen kreativ werden.
spiegel.de

Lifestyle-Produkt Trinkflasche: Weil Plastikflaschen, Coffee-To-Go-Becher und Tetra Paks unsere Erde und die Meere zumüllen, greifen immer mehr Verbraucher auf ihre individuelle Trinkflasche zurück. Es gibt sie aus Plastik, Glas und Edelstahl, mit Klappen oder Schraubverschluss, mit Filter oder Einsätzen für Obst. Los geht es ab fünf Euro, die Edelvariante kann gerne 150 Euro kosten. Soziale Netzwerke und virales Marketing können heute einer kleinen Trinkflasche große Aufmerksamkeit verschaffen. Idealistische Flaschenproduzenten wie Paul Kupfer und Georg Tarne aus Berlin („Soulbottles“) wollen mit ihren Produkten Konsum und Nachhaltigkeit vereinen, denn Plastik ist nach ihrer Vorstellung keine Privatsache mehr.
sueddeutsche.de

BGH bestätigt Abschaffung der Störerhaftung: Das 2017 beschlossene Ende der sogenannten Störerhaftung bei Urheberrechtsverletzungen wurde nun vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe als europarechtskonform bestätigt. Betreiber von offenen Wlan-Hotspots können demnach nicht mehr haftbar gemacht werden, wenn andere Nutzer ihren Anschluss für illegale Uploads von urheberrechtlich geschütztem Material missbrauchen. Dieses neue Telemediengesetz sei mit dem Europarecht vereinbar, da das geschädigte Unternehmen die Möglichkeit hat, den Wlan-Betreiber gerichtlich zur Sperrung bestimmter Inhalte zu verpflichten. Damit sei das Urheberrecht ausreichend geschützt, bestätigten die Richter in dem Grundsatz-Urteil.
faz.net, spiegel.de

CDU-Wirtschaftsrat kritisiert Auszahlung der letzten Kredittranche für Griechenland in Höhe von 15 Milliarden Euro tagesschau.de
Eine Million Rentner haben einen Minijob wiwo.de
Mittelstand mangelt es an Kontakten zu Start-ups industrieanzeiger.industrie.de

AUS GEZÄHLT

70 Prozent der 55 bis 64 Jahre alten Deutschen gehen derzeit einer Beschäftigung nach – 15 Jahre zuvor waren es nur 39 Prozent. Das geht aus dem sogenannten „Golden Age Index“ hervor, den die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers vorgelegt hat.
faz.net

RAT UND TAT

Sparkassen führen Bezahlen per Smartphone ein: Das kontaktlose Bezahlen per Smartphone wird auch hierzulande flächendeckend möglich. Ein Großteil der deutschen Sparkassen, 306 von 385, bieten den Dienst seit diesem Montag an. Die Mehrheit der Volks- und Raiffeisenbanken wollen im August folgen. Deutsche Bank und Commerzbank bieten das mobile Bezahlen bereits an. Um den Bezahldienst auf seinem Smartphone zu nutzen, braucht man zusätzlich eine Bezahl-App seiner Bank. Bei den Sparkassen heißt sie „Mobiles Bezahlen“, die Volks- und Raiffeisenbanken haben den Dienst in ihre „VR Banking“-App integriert. Noch ist die Bereitschaft der Deutschen, mit dem Smartphone zu bezahlen, allerdings gering. 96 Prozent haben es einer Umfrage der Beratungsgesellschaft Deloitte zufolge noch nie ausprobiert und sehen darin auch keinen Mehrwert.
tagesspiegel.de, faz.net, spiegel.de, sueddeutsche.de

Zalando erobert die Fußgängerzone: Am Samstag hat der Online-Modehändler Zalando einen Kosmetikladen als Offline-Store in Berlin eröffnet. Im Frühjahr hat Zalando begonnen, im Internet auch Kosmetik zu verkaufen. Es war die erste große Erweiterung des Sortiments seit sechs Jahren. Doch nun macht das Unternehmen etablierten Wettbewerbern wie Douglas auch in den Fußgängerzonen Konkurrenz. Damit folgt Zalando einem Trend, der die gesamte Branche erfasst hat. Lange wurde den Online-Händlern vorgeworfen, für ein Ladensterben und Veröden der Innenstädte verantwortlich zu sein. Doch während sich viele etablierte Anbieter noch immer damit schwer tun, ihre Verkaufserfolge ins Netz zu übertragen, erobern die jungen Anbieter inzwischen längst selbst die Innenstädte. Von den 1.000 größten deutschen Online-Shops haben schon 57 Prozent eigene Filialen, zeigt eine Studie der Kölner Handelsforscher vom EHI Retailinstitut.
tagesspiegel.de

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AUS GESPROCHEN

„Schiere Größe und eine Milliarde Euro in der Hand heißt noch nicht, dass man die Digitalisierung meistert.”

Ferry Heilemann vom Startup Freighthub will die Logistikbranche endlich digital machen und tritt dabei gegen Branchenriesen wie Kühne und Nagel oder DHL an.
wiwo.de

„Präsident Trump muss einsehen, dass auch Arbeitsplätze in den USA von einem fairen und freien Handel abhängen. Fairness darf nicht allein an Handelsbilanzfragen gemessen werden.”

Michael Frenzel, Präsident des SPD-Wirtschaftsforums wertet den Besuch von EU-Kommissionspräsident Juncker bei US-Präsident Donald Trump „aus Sicht der deutschen Wirtschaft als Erfolg“.
vorwaerts.de

AUS DER REIHE

Gründer-Parasit im Darm von Katzen entdeckt: Ein Parasit im Darm von Katzen soll einer neuen Studie zufolge den Gründergeist fördern. Im Zentrum der Untersuchung von Stefanie Johnson, Professorin für Leadership an der Boulder Universität in Colorado, steht ein mikroskopisch kleiner, bogenförmiger Parasit namens Toxoplasma gondii. Zwei Milliarden Menschen auf der Welt tragen ihn schätzungsweise in sich, in Deutschland tummelt er sich nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in etwa der Hälfte der Bevölkerung. Der Parasit ist in der Regel unbedenklich, um aber Katzen-Körper zu erreichen, entwickelt er Sporen, die Zellen befallen und sich auch im Gehirn ausbreiten. An Mäusen wurde nun nachgewiesen: Infizierte Mäuse haben weniger Angst und leben riskanter. Landet der Erreger im Menschen, das zeigen weitere Untersuchungen, könnte das ebenfalls zu risikofreudigeren Verhaltensänderungen führen.
wiwo.de