KW 30: Zusammenarbeit mit Startups: Da ist noch Luft, Sprachassistenten: Deutsche weiterhin skeptisch, Verdrängung im Bio-Markt

AUS POLITIK UND MITTELSTAND

Zusammenarbeit mit Startups: Da ist noch Luft: Mehr als die Hälfte der Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern arbeitet mit einem Startup zusammen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der TU München. Der Digitalverband Bitkom lenkt den Blick auf kleinere Unternehmen. Hier ist die Quote etwas schlechter. 61 Prozent der Firmen ab 20 Mitarbeitern arbeiten nicht mit Startups zusammen. Bei Firmen mit über 500 Mitarbeitern haben immerhin 59 Prozent  eine Kooperation. „Gerade der Mittelstand tut sich noch häufig schwer damit, die Digitalisierung aktiv zu gestalten und für das eigene Unternehmen zu nutzen. Startups können hierbei eine wichtige Unterstützung sein — und sie können zugleich von den Erfahrungen und Kontakten der etablierten Unternehmen profitieren“, rät Bitkom-Präsident Achim Berg und fordert den Mittelstand zu mehr Kooperationen auf.
munich-startup.de

Sprachassistenten: Deutsche weiterhin skeptisch: Auch wenn sich Sprachassistenten wie der Google-Assistant etablieren, ein Großteil der Deutschen sieht die Technologie immer noch kritisch. Eine neue Studie im Auftrag der E-Mail-Plattformen GMX und Web.de ergab, dass über 56 Prozent der Bundesbürger Sprachassistenten auch in Zukunft ablehnen – die meisten von ihnen gaben an, „keine Vorteile für mich“ zu sehen. 30,5 Prozent haben „Bedenken, dass meine Kommunikation permanent überwacht wird“. Jan Oetjen, Geschäftsführer von GMX und Web.de, ist sich dennoch sicher: „Sprachassistenten sind auf dem Vormarsch und werden in fünf Jahren aus unserem Leben genauso wenig wegzudenken sein wie heute das Smartphone.“
wuv.de, lead-digital.de

Verdrängung im Bio-Markt: Deutschlands Discounter und Drogeriemärkte erobern im Bio-Segment immer größere Marktanteile. Fast zwei Drittel der Ausgaben der Bürger für Bio-Lebensmitteln landen inzwischen in ihren Kassen. „Es bedarf wenig prognostischer Fähigkeiten, um für den Bio-Fachhandel einen Konsolidierungsprozess vorauszusehen, in dem nur einige der heute aktiven Player überleben werden“, beschreibt der Handelsexperte Joachim Riedl von der Hochschule Hof den Druck, der auf kleinere Händler ausgeübt wird. Zwar wächst der Bio-Markt stetig – im letzten Jahr waren es sechs Prozent. Doch davon profitieren in der Regel nur die großen Händler.
spiegel.de

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Der Einfluss von Medien auf Gerichtsverfahren: Mittelständler sehen sich immer wieder in juristische Auseinandersetzungen verwickelt. Wichtig dann: Auch im Gerichtssaal der Öffentlichkeit bestehen, damit der gute Ruf keine Kratzer bekommt. Die Krisen-PR-Agentur CONSILIUM hat nun mit der Uni Mainz untersucht, wie Gerichtsverfahren von Medienberichten beeinflusst werden und was sie mit der Öffentlichkeit machen. Das Ergebnis: Überraschend deutlich. Was sich daraus für die Medienarbeit von Mittelständlern ableiten lässt:
consilium.media

Hyperloop: München ist Rekordmeister: Sie haben es wieder getan. Zum mittlerweile dritten Mal haben Studenten der TU München den Hyperloop-Wettbewerb des amerikanischen Unternehmers Elon Musk gewonnen. Die 39 Studenten aus den Bereichen Maschinenbau, Physik, Elektrotechnik, Informatik, Luft- und Raumfahrt oder Betriebswirtschaft haben am Sonntag einen Geschwindigkeitsrekord mit 467 Kilometer in der Stunde aufgestellt – fast halbe Überschallgeschwindigkeit. Erhofft hatten sie sich 600 Kilometer in der Stunde – am Ende war aber der Bremsweg zu gering für die hohe Beschleunigung. „Wir sind begeistert, dass wir fast 50 Prozent schneller gewesen sind als vor einem Jahr“, ließ die Gruppe unmittelbar nach ihrem Sieg über Twitter wissen.
faz.net, sueddeutsche.de

Münchner StartUp vermittelt Last-Minute-Flüge: Das Last-Minute-Modell erwies sich für viele Fluggesellschaften als unrentabel: Da ein Großteil der Fluggäste auf günstige Tickets kurz vor Abflug hoffte, waren viele Flüge bis dahin kaum ausgelastet. Deshalb gilt nun: Den günstigsten Preis bezahlt, wer frühzeitig bucht. Doch wie „Let’s Yalla“-Mitgründerin Katharina Seehuber erläutert: „Spontanes Reisen liegt für viele gar nicht im Bereich des Möglichen – schließlich ist es teuer, die Preise für Flugtickets steigen in den Wochen und Tagen vor Abflug enorm an. Gleichzeitig haben alle Airlines ungenutzte Restplatzkapazitäten.“ Deshalb hat sie gemeinsam mit Ori Hagai das StartUp mit gleichnamiger App ins Leben gerufen. Täglich um 20 Uhr werden Kurzentschlossenen günstige Flüge für den kommenden Tag angeboten, gebucht werden kann direkt. Bislang kooperiert „Let’s Yalla“ mit sechs deutschen Flughäfen und zwei Airlines, weitere Partner sollen folgen.
gruenderszene.de

Dürre: Bayerns Umweltminister investiert Millionen in Wasserversorgung welt.de
Mittelstandspräsident Ohoven von Estlands Staatspräsidentin Kersti Kaljulaid für seine Verdienste geehrt presseportal.de
Baden-Württemberg will Mittelständler mit einer Prämie zu Digitalisierungsprojekten motivieren stuttgarter-zeitung.de

AUS GEZÄHLT

Sieben Milliarden Euro an Aufträgen hat die deutsche Bauwirtschaft in den ersten fünf Monaten des Jahres eingefahren. Ein Plus von 7,5 Prozent auf den höchsten, jemals gemessenen Wert.
faz.net

RAT UND TAT

Ein Coworking Space nur für Frauen: In dieser Woche eröffnet in Berlin der erste Coworking Space speziell für Frauen. Statt einen Ableger ihres Coworking Spaces Amapola zu eröffnen, probiert es die Gründerin Shaghayegh Karioon mit dem Ursprungskonzept unter dem Namen „Wonder“. Ein gemeinsamer Arbeitsplatz, an dem selbstständige Frauen, Gründerinnen und kreative Köpfe zusammenkommen können. Wie gerade solch eine Abgrenzung der Geschlechter den Unterschied zwischen Männern und Frauen verringern soll, muss Gründerin Shaghayegh Karioon oft erklären. Wie bei sich selbst beobachtet Karioon auch bei anderen Frauen oft fehlenden Mut. Nur wenige gründen ein eigenes Unternehmen. „Frauen nehmen sich oft zurück, wenn sie unter Männern sind“, sagte Karioon. Der neue Coworking Space soll deswegen eine neue Umgebung schaffen. „Ich finde, dass Gründerinnen und Managerinnen in der Gesellschaft viel stärker gefördert werden müssen“, sagt Karioon.
digitalpresent.tagesspiegel.de

Jobs für schwer Vermittelbare: Ab 1. Januar 2019 sollen Langzeitarbeitslose, die mindestens sieben Jahre lang Hartz IV bekommen haben, staatlich bezuschusste Jobs erhalten. Im Haushalt stehen für den sogenannten sozialen Arbeitsmarkt vier Milliarden Euro bereit. Angedacht sind einfache Tätigkeiten bei Arbeitgebern in der privaten Wirtschaft, sozialen Einrichtungen und Kommunen, die dann fünf Jahre lang einen Lohnkostenzuschuss vom Staat erhalten. Die Jobs sind sozialversicherungspflichtig und müssen mindestens nach dem gesetzlichen Mindestlohn vergütet werden. Ein Coach soll den langjährigen Arbeitslosen und deren Familien zur Seite stehen. Während die Beschäftigung in Deutschland seit Jahren steigt, stagniert die Zahl der Langzeitarbeitslosen bei mindestens 800 000. Arbeitsminister Hubertus Heil möchte, dass auch Härtefälle durch das neue Gesetz eine Tätigkeit in der Gesellschaft haben, „damit der Tag sich wieder strukturiert, damit Sie Kolleginnen und Kollegen haben, damit Ihnen die Decke nicht auf den Kopf fällt.“
tagesspiegel.de

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AUS GESPROCHEN

„Wir wollen die Flüchtlingsfrage europäisch lösen. Wir sollten nicht innerhalb Europas wieder Schlagbäume hochziehen, sondern endlich die Außengrenzen schützen. Ein weiterer Unterschied zur CSU ist übrigens, dass Flüchtlinge arbeiten dürfen sollten. Und wer hier arbeitet oder in Ausbildung ist, sollte nicht abgeschoben werden. Das wäre für den Mittelstand und das Handwerk, die händeringend Leute suchen, von großer Bedeutung.”

Der bayerische FDP-Spitzenkandidat Martin Hagen fordert eine harte, aber sachliche Asylpolitik und einen Asylminister auf Landesebene.
merkur.de

AUS DER REIHE

Kein Hitzefrei: Was tun, wenn in diesen Tagen es einfach zu heiß ist, um zu arbeiten? Einen Rechtsanspruch auf Hitzefrei wie in der Schule gibt es in der Arbeitswelt nicht. Die Arbeitsstättenverordnung verpflichtet den Arbeitgeber, in seinen Räumen „eine gesundheitlich zuträgliche Temperatur“ zu gewährleisten. Wenn die Lufttemperatur über 26 Grad Celsius liegt, sollte er etwas tun, um die Arbeit zu erleichtern. Zum Beispiel Ventilatoren aufstellen. Überschreitet die Temperatur 30 Grad, muss er das sogar. Bei mindestens 35 Grad ist der Raum nicht mehr geeignet. In dem Fall dürften Beschäftigte verlangen, in einen anderen Raum zu wechseln oder frei zu bekommen. Die IG BAU rät allen Draußen-Arbeitern zu einer guten Sonnencreme. Das Dachdeckerhandwerk rät: Besser Tee statt Kaffee und keinen Alkohol trinken. Das T-Shirt zur Kühlung zwischendurch anfeuchten. Früher anfangen und häufiger Erholungspausen gewähren.
tagesspiegel.de