KW 29: Die Einführung des digitalen Euros wird konkreter, Arbeitsminister Heil will Kurzarbeitergeld verlängern, Wirtschaft reagiert gespalten auf die EU-Klimapläne

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Die Einführung des digitalen Euros wird konkreter: Die Europäische Zentralbank startet ein zweijähriges Großprojekt für den digitalen Euro. Die Zentralbanker wollen während dieser Zeit an der Währung arbeiten. Im Fokus stehen neben den technischen Aspekten auch Datenschutz und Privatsphäre der Nutzer. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht getroffen, so Jürgen Schaaf, der mit für das Projekt zuständig ist. Erst nach Abschluss des Projekts soll über die endgültige Einführung der Digitalwährung entschieden werden. Sollte dann eine Entscheidung für die Währung fallen und eine endgültige Umsetzung beschlossen werden, kann diese nochmals einige Jahre in Anspruch nehmen.
tagesschau.de, handelsblatt.com, it-daily.de

Arbeitsminister Heil will Kurzarbeitergeld verlängern: Im Falle einer erneuten deutlichen Belastung der Wirtschaft durch Corona zieht Arbeitsminister Hubertus Heil eine Verlängerung des vereinfachten Zugangs zum Kurzarbeitergeld in Betracht. Beim Ausbruch einer vierten Welle könnte die Kurzarbeit damit über den September hinaus verlängert werden. Der vereinfachte Zugang wurde zuletzt im Juli verlängert. Bis zum 30. September können Betriebe im Moment die erleichterten Zugangsbedingungen in Anspruch nehmen. Nach diesen kann bereits Kurzarbeitergeld beantragt werden, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Normalerweise liegt die Grenze bei 30 Prozent. Mindeststunden müssen nicht aufgebaut werden.
rnd.de, welt.de, manager-magazin.de

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Wirtschaft reagiert gespalten auf die EU-Klimapläne: Deutschland ist als Industrienation besonders stark von den neuen Klimaplänen der EU betroffen. Aus der Wirtschaft gibt es sowohl Kritik als auch Lob für diese. So gibt sich Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess gelassen, da das Unternehmen bereits zuvor auf eine Absenkung der CO2-Werte von Autos und leichten Nutzfahrzeugen eingestellt war. Die eigentliche Herausforderung liegt für ihn in der Fertigung von Batteriezellen im großen Stil. Siemens-Energy-Chef Christian Bruch begrüßt das Fit-for-55-Paket, fordert jedoch mehr Tempo bei der Umsetzung. Siegfried Russwurm, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, kritisiert dagegen das Fehlen wichtiger Antworten auf zentrale Fragen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Industrie- und Innovationsstandorts Europa. Auch das faktische Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2035 sieht er kritisch. Viele energieintensive Branchen sehen durch das Klimapaket zudem ihre Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr, da nun in den Unternehmen viel Geld investiert werden muss, um die neuen Forderungen umsetzen zu können. Länder außerhalb Europas mit weniger strengen Klimaschutzaufgaben könnten dann zudem kostengünstiger produzieren.
handelsblatt.com, rnd.de, welt.de

Zahlreiche Firmen vom Hochwasser betroffen: In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind neben privaten Anwohnern auch viele Unternehmen hart vom Unwetter getroffen. Die Kosten lassen sich vielerorts noch nicht abschätzen. Die Überschwemmungen im Westen Deutschlands zählen als eine der teuersten Naturkatastrophen der vergangenen 20 Jahre. Sowohl ein Werk des Autozulieferer ZF im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr-Ahrweiler als auch die Produktionsanlagen des Kupfer-Recyclers Aurubis in Stolberg bei Aachen stehen still. Die Förderung im Braunkohletagebau Inden musste von RWE unterbrochen und die Produktion im Kraftwerk Weisweiler reduziert werden. Trotz der schweren Schäden für Unternehmen fordert Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, dass nach der Hochwasserkatastrophe die Fluthilfen auch der Landwirtschaft zukommen müssen. Die Schäden an landwirtschaftlichen Flächen, Gebäuden und Infrastruktur nähmen ersten Eindrücken zufolge in den betroffenen Gebieten ein „teils existenzbedrohendes Maß“ an, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte.
tagesschau.de, wiwo.de

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Eckes-Granini erlebt Rückschläge in Russland-Rechtsstreit: In mehreren europäischen Ländern gab es Pfändungen beim Safthersteller Eckes-Granini. Der Konzern hatte 2017 den deutschen Geschäftsmann und ehemaligen Geschäftspartner  Axel Hartmann auf Schadensersatz in Millionenhöhe verklagt und den juristischen Kampf verloren. 2019 wurden Hartmann 49 Millionen Euro Schadensersatz sowie Anwalts- und Gerichtskosten zugesprochen. Von 2003 bis 2008 übernahm Hartmann den Safthersteller Gutta und produzierte dort für das Unternehmen. 2008 wurden die Anteile schließlich von Eckes-Granini veräußert. Die Firma Hartmanns sei damals „in rechtswidriger Weise“ in die Insolvenz getrieben worden, Eckes-Granini weist die Vorwürfe jedoch zurück. Das russische Urteil wurde von Ungarn bestätigt und Pfändungen veranlasst. Auch in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz wurden Vermögenswerte beschlagnahmt.
handelsblatt.com

Kurzmeldungen
Baustellen: Mehr als 4000 Ermittlungsverfahren wegen Mindestlohnverstößen im vergangenen Jahr faz.net
Agrar-Aktionsplan: EU-Länder wollen 25 Prozent Bio-Anbau bis 2030 tagesschau.de
Globale Steuerreform: Forscher warnen vor Verschonungsregeln bei der Mindeststeuer spiegel.de
Eisproduzent: Ben & Jerry’s will Geschäfte in israelischen Siedlungsgebieten aus politischen Gründen canceln tagesspiegel.de
Arbeitsschutz: Gorillas-Beschäftigte nach Treffen mit Arbeitsminister Heil wegen mangelnder Unterstützung enttäuscht zeit.de

RAT UND TAT

BSI und Fraunhofer machen Unternehmen fit für KI-Prüfungen: In Zusammenarbeit des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Fraunhofer Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS wurde eine neue Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Diese soll standardisierungsreife Prüfgrundlagen und Kriterienwerke für KI-Systeme definieren. Zudem soll sie Anschlussfähigkeit an bestehende Prüfschemata und die Kompatibilität mit den Anforderungen der geplanten EU-Regulierung für KI berücksichtigen. Als Grundlage dient der 160-Seiten-KI-Prüfkatalog des Fraunhofer IAIS. Der KI-Prüfkatalog soll Unternehmen eine Möglichkeit zur Prüfung und Zertifizierung von KI-Systemen bieten. Dadurch können Unternehmen ihre diese nach hohen Qualitätsstandards entwickeln.
bigdata-insider.de

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Cyberangriffe zählen zu den drei größten Risiken im Mittelstand: Bei einer Befragung von rund 320 mittelständischen Unternehmen und der Auswertung weiterer relevanter Erhebungen auch aus Sekundärquellen ergab sich, dass sich knapp 60 Prozent der befragten Unternehmer um die generelle Marktentwicklung sorgen, 55 Prozent um fehlende Fachkräfte und 51 Prozent vor Cyberangrriffen. Dies ergibt sich aus dem Mittelstandsradar der Landesbank Baden-Württemberg. Das Spektrum der jüngsten Angriffe, beispielsweise auf das IT-Unternehmen Kaseya durch die Hackergruppe REvil, zeigt, dass sowohl starke als auch schwache IT-Infrastrukturen angegriffen werden. Da jedes Unternehmen in das Visier der Hacker geraten kann, steigt die Bedeutung von Cyber-Sicherheitskonzepten. LBBW-Analyst Andreas Heinemann sieht zudem „eine gesteigene Cyberresilienz in den mittelständischen Unternehmen“. Durch Mitarbeiter oder firmenfremdes Personal können Datenlecks absichtlich oder versehentlich verursacht werden und damit die Gefahr von Cyberangriffen steigen. Daher kommt der Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiter eine große Bedeutung zu.
handelsblatt.com

AUS GESPROCHEN

Die Politik sollte Deutschland wettbewerbsfähiger machen. Dies führt zu mehr Arbeitsplätzen, Investitionen und Wachstum.

Professor Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen mahnt, dass Deutschland etwas an seiner Steuerpolitik ändern muss, um wieder attraktiver zu werden. Deutschland steht bei der Steuerattraktivität in Europa auf dem viertletzten Rang.
faz.net

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AUS DER REIHE

Olympia-Kandidat verschwindet aus olympischen Dorf und begibt sich in Japan auf Jobsuche: Der 20-jährige Gewichtheber Julius Ssekitoleko ist vier Tage, nachdem er sich offenbar aus seinem Trainingslager abgesetzt hatte, gefunden worden. Wie die Polizei mitteilte, befand er sich rund 170 Kilometer östlich des Trainingslagers in der Stadt Yokkaichi. Ssekitoleko hatte in der vergangenen Woche die Olympiaqualifikation verpasst und sollte eigentlich wieder nach Uganda fliegen. Stattdessen hinterließ er in seinem Hotelzimmer einen Zettel, wonach er in Japan leben und arbeiten wolle.
spiegel.de

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