KW 27: EU-Parlament: Mehr Förderung für den Mittelstand, Auf dem Weg zur Vollbeschäftigung, Mindestlohn ist gut für die Wirtschaft

AUS POLITIK UND MITTELSTAND

EU-Parlament: Mehr Förderung für den Mittelstand: Das Europaparlament will mit mehr Fördergeldern und weniger Bürokratie Mittelständler umwerben. Ein entsprechender Beschluss fordert die EU-Kommission auf, die offizielle Definition für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) anzupassen. Dadurch soll die Zahl der Betriebe erhöht werden, die in den Genuss von Förderung kommen können. Bislang gelten nur Firmen mit höchstens 249 Mitarbeitern und 50 Millionen Umsatz im Jahr als KMU. Konkrete neue Kriterien nennt der Beschluss allerdings nicht. Dem Bundesverband der Deutschen Industrie geht der Vorstoß nicht weit genug. „Die Europäische Kommission sollte zügig einen mutigeren Vorschlag machen“, so der stellvertretende BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch.
faz.net

Auf dem Weg zur Vollbeschäftigung: Der Arbeitsmarkt in Deutschland entwickelt sich weiter prächtig. Immer mehr Regionen melden Vollbeschäftigung. Jeder fünfte Deutsche lebt bereits in einem Landkreis mit Vollbeschäftigung. Führend sind wie erwartet Bayern und Baden-Württemberg – dort ist eine Arbeitslosigkeit unter drei Prozent bereits flächendeckend. Aber auch Hessen, Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg holen auf. Zwar könnte der Trend durch Rückschläge für die Konjunktur wie der weltweite Handelskrieg abgeschwächt werden. In den nächsten Jahren wird aber vor allem durch den demografischen Wandel weiterhin mit einer starken Nachfrage nach Arbeitskräften gerechnet.
faz.net

Mindestlohn ist gut für die Wirtschaft: Laut Berechnungen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung IMK hat der Mindestlohn nicht nur den betroffenen Arbeitnehmern geholfen, die bis zu 20 Prozent mehr Geld in der Tasche hatten. Der Mindestlohn war für den Anstieg des Konsums in Deutschland mit verantwortlich und damit gut für die gesamte Volkswirtschaft. „Der Mindestlohn nützt vielen Menschen und schadet niemandem in Deutschland“, betont Arbeitsminister Hubertus Heil. Durch den Mindestlohn liegt die Wirtschaftsleistung konstant um 0,25 Prozent höher als ohne. Höhere Steuereinnahmen machen wiederum mehr Investitionen möglich. Darum erhöht sich das Wirtschaftswachstum sogar um weitere 0,5 Prozent.
sueddeutsche.de

Die Rechte der Minijobber: Insgesamt gehen hierzulande rund 7,5 Millionen Menschen einer geringfügigen Beschäftigung auf 450-Euro-Basis nach. Viele von ihnen fühlen sich als Arbeitnehmer zweiter Klasse. Das bestätigt Marta Böning vom Deutschen Gewerkschaftsbund: „Viele Minijobber kennen ihre Rechte nicht und es existieren viele Irrtümer.“ Rechtlich gesehen sind geringfügig Beschäftige Arbeitnehmer wie alle anderen auch. „Wenigen ist bewusst, dass geringfügig Beschäftigte als Teilzeitbeschäftigte gelten“, sagt Kati Kunze, Fachanwältin für Arbeitsrecht. Viele nehmen an, dass sie jede Arbeit erledigen müssen, die ihr Chef ihnen aufträgt. Zwar muss ein Arbeitsvertrag nicht schriftlich vorliegen. „Allerdings ist der Arbeitgeber verpflichtet, eine schriftliche Information über die wesentlichen Vertragsbedingungen zu erteilen“, sagt Marta Böning.
tagesspiegel.de

Befristete Verträge auf Rekordhoch: Die Zahl der Beschäftigten mit einem befristeten Arbeitsvertrag hat im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung waren etwa 3,15 Millionen Menschen hierzulande befristet beschäftigt – also jeder Zwölfte der rund 38 Millionen Beschäftigten. Nur sechs von hundert Betroffenen haben diese Form der Beschäftigung freiwillig gewählt. Etwa die Hälfte der Verträge wird ohne sachlichen Grund befristet. Im ersten Halbjahr 2017 waren 42 Prozent der Vertragsänderungen bei Befristungen auf innerbetriebliche Übernahmen zurückzuführen, hieß es weiter. 33 Prozent der auslaufenden befristeten Verträge wurden verlängert, 25 Prozent beendet.
tagesspiegel.de

Zugang zum Kapitalmarkt für Startups: Im Finanzausschuss des Bundestags ist am Mittwoch das Gesetz zur Ausübung von Optionen der EU-Prospektverordnung abschließend beraten worden. Kritiker bemängeln, dass Deutschland mit seiner nationalen Anpassung den eigenen Wirtschaftsstandort damit nur bedingt stärkt. Vor allem, weil die dringend geforderte Berücksichtigung von GmbH-Anteilen erneut vertagt worden ist. Das Problem: Fast alle jungen und innovativen Unternehmen werden in Deutschland als GmbH gegründet. Sie haben damit zurzeit keine Möglichkeit der Finanzierung auf der Basis von Eigenkapitalanteilen über Crowdinvesting. „Wir würden die echten Eigenkapital-Beteiligungen gerne auch für die Frühphasenfinanzierung anbieten. Durch die derzeitige gesetzliche Situation, samt der damit verbundenen Prospektpflichten, können wir jedoch erst Wachstums-Finanzierungsrunden ab 3 Millionen Euro wirtschaftlich abbilden,“ sagt Tamo Zwinge, Gründer und Geschäftsführer von Companisto, der im Bundestag für den Bundesverband Crowdfunding seine Position vorgetragen hat.
boerse.de

Monopolkommission: Online-Preisgestaltung soll mehr kontrolliert werden wiwo.de
MdB Thomas L. Kemmerich vertritt FDP im Unterausschuss „Regionale Wirtschaftsförderung und ERP-Wirtschaftspläne“ fdp-thueringen.de
CDU-Wirtschaftsrat stellt Mietpreisbremse infrage handelsblatt.com
Harals Christ wird Mittelstandsbeauftragter der SPD manager-magazin.de

AUS GEZÄHLT

Fast 15 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen haben laut einer aktuellen Studie keine ausreichenden Mittel zur Finanzierung nötiger betrieblicher Investitionen.
springerprofessional.de

RAT UND TAT

Sicherheitslücken bei Sicherheitsanbietern: Durch jüngste Berichte über Sicherheitslücken und Datenklau geraten IT-Sicherheitsanbieter immer mehr ins Zwielicht. Die Frage, welche Daten Sicherheitsfirmen aus den IT-Systemen ihrer Kunden fischen und was sie mit denen anstellen, ist bei allen Anbietern selbst für Spezialisten kaum zu beantworten. Recherchen der Wirtschaftswoche zeigen: Transparenz zu dieser existenziell wichtigen Frage fehlt in der Branche fast völlig. Unternehmen wie Kaspersky, Symantec, Trend Micro und Sophos locken ihre Kunden mit dem Versprechen, ein Bollwerk gegen die immer dreisteren Angriffe professioneller Cyberbanden aufbauen zu können. Ob sich die Sicherheitsanbieter dabei aber an die vertraglich vereinbarten Zugriffsmöglichkeiten halten, lässt sich kaum kontrollieren.
wiwo.de

Fachkräfte zielgenau ansprechen: In Sachen Ansprache potentieller Arbeitnehmer fällt Unternehmen neben Karriere und hohem Gehalt oft nichts ein. Dabei sind die Bedürfnisse der umworbenen Facharbeiter oft komplexer. Eine Studie des Portals meinestadt.de kommt zu dem Ergebnis, dass Facharbeitern vor allem die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes, ein gutes Betriebsklima und ein pünktliches Gehalt wichtig sind. Stellenbeschreibungen sollten mehr darauf ausgerichtet sein. Warum mit einer hohen Vergütung und Karrieremöglichkeiten werben, wenn die angesprochenen Bewerber einen unbefristeten Vertrag und gute Stimmung im Team bevorzugen?
wiwo.de

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AUS GESPROCHEN

„Kleinere Unternehmen, Mittelständler, könnten sich das Programm durchaus leisten. Wir erwarten außerdem, dass wir dadurch weniger Menschen einstellen, die nicht passen und den Konzern wieder verlassen. Eine falsche Einstellung – die ist richtig teuer.”

Thomas Belker, Personalchef der Talanx-Versicherung, lässt die Stimmen potentieller Mitarbeiter durch künstliche Intelligenz auf ihre Persönlichkeit hin untersuchen.
tagesspiegel.de

AUS DER REIHE

Student entwickelt Airbag fürs Smartphone: „Active Damping“ nennt der 25-jährige Philip Frenzel die Technologie seine iPhone-Schutzhülle. Beschleunigungssensoren bemerken, wenn das Gerät fällt, und lösen das Ausfahren mechanischer Metallfedern aus, die den Aufprall abdämpfen sollen.  Anders als bei herkömmlichen Airbags ist dieser aber wiederverwendbar. Frenzel hat die Technologie im Rahmen seiner Bachelorarbeit in Mechatronik entwickelt und will sie nun mit einem neu gegründeten Startup auf den Markt bringen. Eine erste Crowdfunding-Kampagne soll Ende Juli starten, aktuell liegt der Preis der Hülle bei 50 Euro.
gruenderszene.de