KW 20: Galeria Karstadt Kaufhof schließt Filialen, Massiver Einbruch der Verkäufe bei Volkswagen, Tipps zur Distanz im Büro

Liebe Mittelständler,

die Zeiten sind so, dass die Bundesregierung um ein weiteres Rettungspaket für Unternehmen in Deutschland nicht umhin kommen wird. Das Wiederhochfahren nicht nur der mittelständischen Wirtschaft wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Die Politik muss den Unternehmen eine Brücke bauen, um die Krise zu überstehen. Die bisherigen Hilfen sind für viele Unternehmen schlichtweg nicht ausreichend. In manchen Branchen drohen die mittelständischen Strukturen komplett wegzubrechen. Dazu gibt es viele Ideen, von steuerlichen Entlastungen bis zur Abschaffung der Vorfälligkeit der Sozialabgaben, wie schon lange gefordert.

Egal wie: die Politik darf auch den Mittelstand in seiner größten, unverschuldeten Not nicht allein lassen.

Ihr
Thomas Philipp Reiter

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Galeria Karstadt Kaufhof schließt Filialen: Die strauchelnde Kaufhaus-Kette Galeria Karstadt Kaufhof ist durch die Coronakrise zusätzlich belastet und muss auf ein Schutzschirmverfahren zur Rettung der Geschäftsaktivitäten zurückgreifen. Die Schließungen der Innenstädte in den vergangenen zwei Monaten hätten die Kette bereits 500 Millionen Euro gekostet – es wird erwartet, dass sich der Verlust bis zum Ende des Jahres auf eine Milliarde Euro belaufen wird. Als Teil des Sanierungsplans sollen Personalentlassungen und Filialschließungen diskutiert werden. Allerdings ist bisher nicht klar, wie viele Filialen betroffen sein werden. Galerie Karstadt Kaufhof ist allerdings nicht erst seit der Corona-Krise unter Druck – weil die Innenstadt mit zunehmenden E-Commerce-Angeboten immer leerer werden, haben Kaufhäuser in ganz Deutschland zu kämpfen. Die Filialschließungen dürften die Mitarbeiter enttäuschen, da die Gewerkschaft Verdi erst im vergangenen Jahr einen Tarifvertrag ausgehandelt und beim Zusammenschluss von Galeria Kaufhof undKarstadt den Erhalt aller Filialen bis 2024 verhandelt hatte.
manager-magazin.de

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Präzision aus Tradition: Das Uhrenwerk Weimar stellt seit 1950 Präzisionstechnik und Feinmechanik für Zeitmesser her. 2017 feierte die Thüringer Traditionsmarke Wiedergeburt. Mit den Armbanduhr-Modellen „Henry van de Velde“, „Luftbrücke Berlin“ und „Royal Union“ wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen. Erleben Sie 2020 mit der ersten Automatikuhr „Palaemon“, was an Design und Technik aus Weimar möglich ist. Mehr Infos zum Uhrenwerk Weimar und seinen Modellen findet man unter www.uhrenwerk-weimar.de oder per Mail unter palaemon@weimar.watch

Alle Mitarbeiter in der Fleischproduktion in NRW werden auf Coronavirus getestet: Nachdem bekannt geworden ist, dass beim Fleischproduzenten Westfleisch 230 Corona-Infektionsfälle nachgewiesen wurden, hat sich die Landesregierung Nordrhein-Westfalens dazu entschieden, alle Mitarbeiter aus der Industrie auf das Virus testen zu lassen. Grund dafür ist die Befürchtung, dass aufgrund der Art wie in der Fleischproduktion die Arbeitsprozesse organisiert werden, eine höhere Wahrscheinlichkeit für Infektionen zwischen den Arbeitnehmern besteht. Die Sicherheitsabstände können oft nicht eingehalten werden. Westfleisch hatte in einem Eilantrag gefordert, die Produktion fortsetzen zu können, nachdem das Gesundheitsamt den Betrieb in Coesfeld geschlossen hatte, allerdings wurde dieser vom Verwaltungsgericht Münster abgewiesene. Für Westfleisch arbeiten insbesondere viele Arbeitnehmer aus osteuropäischen Ländern, die nun mit Dolmetschern medizinisch untersucht werden müssen.
tagesspiegel.de, faz.net

Thyssenkrupp-Chefin Merz drängt auf schnellen Umbau: Am Dienstag stellte der Stahlkonzern Thyssenkrupp die Quartalszahlen vor, aus denen massive Verluste deutlich wurden. Allein die Stahlsparte hat für einen Verlust von 372 Millionen Euro gesorgt. Die Aktie brach zwischendurch um zwölf Prozent ein. Konzernchefin Martina Merz hatte sich vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen an die Mitarbeiter in einem Schreiben gewandt und auf den Ernst der Lage hingewiesen. Merz erklärte, dass das Unternehmen beim Umbau schneller agieren müsse, damit die Erlöse aus dem Verkauf der lukrativen Fahrstuhl-Sparte reichen. Die Ungewissheit auf dem Automobilmarkt belastet Thyssenkrupp zusätzlich. „Wir müssen uns daher zu Realismus zwingen und schlicht auf Sicht fahren“, schrieb Merz an ihre Mitarbeiter.
manager-magazin.de, tagesschau.de

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Kommunikation in Zeiten des Coronavirus: Das Coronavirus schränkt unser soziales Leben ein – richtigerweise müssen Menschen vor lebensgefährlichen Infektionen geschützt werden. Wenn Begegnungsräume nicht mehr erreichbar sind, verlieren wir Möglichkeiten zum Austausch und Lernen. Wer nach Verbindung sucht, nutzt digitale Alternativen. Wir unterstützen dabei, Begegnungen online zu schaffen – mit Veranstaltungsstreams können Sie die wichtigen menschlichen Verbindungen dennoch knüpfen.
livestreaming-berlin.tv

Massiver Einbruch der Verkäufe bei Volkswagen: Der Absatz des niedersächsischen Autobauers Volkswagen ist im April in Deutschland um 67 Prozent eingebrochen. Die Coronakrise sorgt weltweit für Verunsicherung: in Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien sei der Verkauf wegen des Lockdowns sogar um satte 99 Prozent abgesackt. In den USA hingegen betrug das Absatzminus „nur“ 35 Prozent. Volkswagen-Vertriebschef Jürgen Stackmann sieht jedoch positive Zeichen aus China, wo sich der Markt wieder normalisieren würde. Damit der Verkauf in Deutschland wieder angekurbelt werden würde, hat Volkswagen ein Maßnahmenpaket entwickelt, das Kunden locken soll. Dabei sollen neue Leasing- und Finanzierungstarife für Neu- und Gebrauchtwagen gelten und Kunden sollen ihre Ratenzahlung problemlos verlängern können, sollten sie arbeitslos geworden sein.
n-tv.de, manager-magazin.de

Kurzmeldungen

  • Kartellamt rechnet mit Übernahmewelle sueddeutsche.de
  • Gericht kassiert außerordentliche Kündigung des Motoren-Chefs von VW faz.net
  • Deutsche Bank baut wieder Stellen ab faz.net
  • Schlecker-Insolvenzverwalter scheitert mit Millionenklage zeit.de
  • Europäische Wirtschaftsverbände fordern in Coronakrise „beispiellose“ Hilfen tagesspiegel.de

RAT UND TAT

Führung aus der Ferne kann gelingen: Für viele Führungspersönlichkeiten ist die Corona-Krise eine Herausforderung, da sie ihre Mitarbeiter nicht mehr sehen. Schnell greift die Sorge, dass Prozesse unkontrollierte Wege nehmen, allerdings ist es möglich eine starke Führung auch aus der Distanz aufzubauen. Wesentlich dafür ist zum einen, dass die Kommunikation klar und einheitlich ist – Mitarbeiter müssen umso mehr wissen, welche Ziele es gibt, wenn das Nachfragen mit einem Aufwand verbunden wäre. Feste Ergebnisse und Meilensteine müssen auch in der Homework-Phase eingeplant sein – in dieser Ausnahmesituation geht es darum, dass die Ergebnisse stimmen und nicht, dass die Präsenzzeit erfüllt wird. Dennoch müssen Chefs Verantwortung dafür übernehmen, dass Hindernisse bei der Arbeit beseitigt werden – insbesondere, wenn diese technischer Natur sind. Ohne gute Ausstattung fällt es schwerer gute Ergebnisse zu erzielen.
cio.de

SAP empfiehlt digitales Treasury Management, um gut durch die Krise zu kommen: In Zeiten der Unsicherheit und Wirtschaftskrisen ist es für Unternehmen unabdingbar die Kontrolle und Übersicht über ihre Finanzen zu bewahren. SAP empfiehlt die Zahlungsziele zu verkürzen sowie Forderungsbestände bei Kunden schnellstmöglich zu liquidieren. Es ist wesentlich eine Übersicht über die finanzielle Lage des Unternehmens zu gewinnen, um im Zweifel in starker Verhandlungsposition zu Kunden, Lieferanten und Partnern zu sein. Vorausschauendes Planen wird umso wichtiger. Digitale Analysetools können dabei helfen, gute Entscheidungen auf Grundlage der Unternehmensdaten zu treffen.
industrie.de

Tipps zur Distanz im Büro: Die Immobilienberatung Cushman & Wakefield hat ein Konzept ausgearbeitet, nach welchem es gelingen kann, ausreichend Distanz im Büro zu halten, um Ansteckungen mit dem Corona-Virus zu vermeiden. Ein wesentliches Element ist es Bürowege in Einbahnstraßen aufzuteilen – auf diese Weise sollen sich Mitarbeiter beispielsweise in Großraumbüros nicht entgegenlaufen. Zusätzlich wird dringend empfohlen die Tische auseinander zu ziehen, klare Hygieneregeln für die Bürotische zu etablieren und einen Verantwortlichen zu ernennen, der den Distanzierungsprozess begleitet.
capital.de

Sicherheitslücken im Homeoffice schließen: Im Homeoffice bestehen Gefahren für die Cybersicherheit – Unternehmen können allerdings das Risiko minimieren. Empfohlen wird Zwei-Faktor-Authentifizierungen einzuführen, wenn sich Mitarbeiter in das Firmennetz einloggen – E-Mailadresse und Passwort allein reichen nicht für einen hohen Sicherheitsstandard. Falls Mitarbeiter mit ihren privaten PCs aus dem Homeoffice arbeiten, muss die Frage geklärt werden, ob Virenscanner installiert sind, um potenzielle Schadsoftware zu neutralisieren. Allerdings muss beim Update von Schutzsoftware auch gewährleistet werden, dass es zu keiner Manipulation kommt – digitale Signaturen können bei diesem Prozess mehr Sicherheit schaffen.
security-insider.de

AUS GESPROCHEN

Es geht darum, dass wir verantwortungsvoll und so klug handeln, dass der Euro weiterbestehen kann, soll und wird.

Kanzlerin Angela Merkel äußert Verständnis für die Anleihenkäufe der EZB trotz des kritischen Urteils des Bundesverfassungsgerichts gegen die Finanzinstitution.
faz.net

AUS DER REIHE

Bisher wenige Entlassungen im Mittelstand: In mehr als der Hälfte der mittelständischen Betriebe sind Mitarbeiter in Kurzarbeit wegen der Coronakrise, um die massiven Einbußen abzufedern. Allerdings soll es nicht zu Entlassungen kommen. Eine Umfrage zeigt, dass weniger als neun Prozent der Mittelständler tatsächlich Entlassungen planen. Der Mittelstand erweist sich als robust.
handelsblatt.com