KW 2: Deutschland ist für Familienunternehmen immer weniger attraktiv, Coronahilfen – Alles, nur nicht „schnell und unbürokratisch“, Debatte um Homeoffice-Pflicht

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Deutschland ist für Familienunternehmen immer weniger attraktiv: Wie aus dem „Länderindex Familienunternehmen“ des Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW hervorgeht, haben Familienunternehmen in Deutschland eher suboptimale Rahmenbedingungen. Die Studie wurde von der Stiftung Familienunternehmen in Auftrag gegeben und untersucht viele für Unternehmen ausschlaggebende Faktoren: Steuern, Arbeitskosten, Produktivität, Humankapital, Regulierung, Finanzierung, Infrastruktur und Institutionen sowie die Energie. Im Vergleich mit 21 weiteren Industrienationen befindet sich Deutschland auf dem 17. Platz. Zwar noch vor Frankreich, Spanien, Japan und Italien, aber dennoch sehr weit hinten für eine Nation, die Mittelständler und Familienunternehmen als Herz seiner Wirtschaft begreift. Vor einem Jahr lag Deutschland noch auf Platz 14. Standortschwächen hierzulande seien unter anderem die vergleichsweise hohen Unternehmenssteuern und Arbeitskosten. Spitzenreiter sind die USA, gefolgt von UK und den Niederlanden.
manager-magazin.de

Lebensmittelhändler Tegut steigert seinen Umsatz: 2019 konnte das hessische Unternehmen seinen Umsatz um 18 Prozent steigern. Der Unternehmensumsatz habe sich von 1,069 Milliarden Euro auf 1,26 Milliarden erhöht. In einer Pressemitteilung teilt Tegut mit, dass „das vergangene Jahr habe dazu beigetragen, dass die Menschen eine andere Perspektive auf ihre Gesundheit entwickelt und bewusster eingekauft hätten,“ wodurch der Verkaufsanteil an Bio-Lebensmitteln und regionalen Gütern angestiegen sei.
Durch das Plus gelang es Tegut, mehr Personal einzustellen. Den nun insgesamt 8.000 Beschäftigen zahlte der Fuldaer Händler Corona-Boni, insgesamt ist hierbei von zwei Millionen Euro „Corona-Sonderleistungen“ die Rede. Das entspricht auf 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilt rund 250 Euro pro Person.
Zudem hat die Kette 2020 in Fulda seinen ersten Laden ohne Personal eröffnet, ein Pilotprojekt, das laut Firmenchef Thomas Gutberlet „wegweisend“ für den Einzelhandel sein könnte.
faz.net

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ETL – Deutschlands führende Steuerberatungsgruppe mit Tipps zum Jahreswechsel: Ein turbulentes Jahr voller Herausforderungen geht zu Ende. Und egal ob Unternehmer, Selbstständige, Arbeitnehmer oder Familien – im neuen Jahr erwarten Sie zahlreiche steuerrechtliche Änderungen. Ob Soli-Wegfall, Wiedereinführung der degressiven AfA, Regelungen zum Investitionsabzugsbetrag oder Steuerrechtliche Fragen im Zusammenhang mit Corona-Hilfen und Home-Office: Mit den Ratschlägen der ETL umgehen Sie potenzielle Fallstricke und lernen Möglichkeiten kennen, zu einem zumindest in steuerlicher Hinsicht versöhnlichen Jahresausklang zu finden.
youtube.com

Coronahilfen – Alles, nur nicht „schnell und unbürokratisch“: Eigentlich sollen sie Wirtschaft und Unternehmen durch die Krise helfen, doch gut gemeint ist nicht immer gut. Sowohl Steuerberater als auch Unternehmen klagen über die nur schleppend anlaufende Ausschüttung der Coronahilfen sowie den großen, bürokratischen Aufwand. „Schnell und unbürokratisch“ sollte geholfen werden. Doch die Realität sieht anders aus. Erst am Dienstag verkündete das Wirtschaftsministerium, die technischen Probleme im Zusammenhang mit den Novemberhilfen seien endlich behoben, man könne nun mit der Auszahlung beginnen. Bislang wurden lediglich Abschlagszahlungen getätigt. In Zahlen: Das Finanzministerium geht von 15 Milliarden Euro für die umsatzbezogene Novemberhilfen aus, von denen bislang erst 1,3 Milliarden Euro gezahlt wurden.
Unternehmen und Selbstständige, die im Rahmen der Pandemieeindämmung von Schließungen betroffen sind, erhalten vom Staat bis zu 75 Prozent des entsprechenden Vorjahresmonats-Umsatz. Doch dafür müssen sie zumeist einen Steuerberater verpflichten. Insbesondere die Neuregelung zur sogenannten „Überbrückungshilfe II“ sorgt für schlechte Stimmung. Um ihre Fixkosten (oder immerhin einen Teil davon) erstattet zu bekommen, müssen Antragsteller diese „ungedeckten Fixkosten“ erst einmal nachweisen. Grund dafür sind beihilferechtliche Beanstandungen seitens der Europäischen Kommission. Da diese Neuregelungen nicht von Beginn des November-Lockdowns an klar kommuniziert wurden, ist nun mit falsch gestellten Anträgen, Rückzahlungsforderungen und vielem mehr zu rechnen.
tagesschau.de, spiegel.de, tagesspiegel.de

Debatte um Homeoffice-Pflicht reißt nicht ab: Corona beherrscht das Land und die Nachrichtenlage weiterhin. Neuinfektionszahlen und Inzidenzwerte steigen vielerorts – unbehelligt von den bisher getroffenen Maßnahmen – weiter an und in der Politik gibt es immer mehr Stimmen, die sich für eine pandemiebedingte Homeoffice-Verpflichtung aussprechen, wo immer es möglich ist. Erst am Montag sprach sich der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Reiner Hoffmann, in der „Süddeutschen Zeitung“ für einen Rechtsanspruch auf Homeoffice in der Coronakrise aus. Er kritisierte zudem, dass die Entscheidung über Homeoffice-Möglichkeiten einzig beim Arbeitgeber liege. Auch Katrin Göring-Eckardt folgt dieser Auffassung und erklärt: „Wir brauchen eine Corona-Arbeitsschutzverordnung, die Unternehmen verpflichtet, überall dort, wo es möglich ist, Homeoffice jetzt auch anzubieten.“
Am Mittwoch sprach sich auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil für eine solche Pflicht aus. Wo immer möglich, sollten Beschäftigten die Möglichkeit geboten werden, ins Homeoffice zu wechseln. „Das ist nicht irgendein Appell, sondern eine ganz klare Ansage von Bund und Ländern an die Wirtschaft,“ sagte Heil dem Handelsblatt. Mobiles Arbeiten willkürlich zu verweigern, sei unverantwortlich, so Heil weiter. So könnte langfristig ein Lockdown der gesamten Wirtschaft vermieden werden.
Der neue BDI-Präsident Siegfried Russwurm erklärte unterdessen, der Einsatz von Homeoffice müsse von den Betrieben selbst entschieden werden. Unternehmen sollten so weit es geht Homeofficeoptionen nutzen, doch niemand wisse besser, was gehe und was nicht, als die Betriebsparteien vor Ort, so Russwurm.
Laut Schätzungen des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) könnten 56 Prozent der Arbeitnehmer hierzulande im Homeoffice arbeiten.
tagesschau.de, faz.net, zeit.de

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Berlin Bubble: Was bewegt Berlin-Mitte? In unserem wöchentlichen Podcast „Berlin Bubble“ diskutieren Matthias Bannas, Egon Huschitt und Stefan Maurer, was im politischen Berlin auf der Agenda steht. info-fm.de

Weitere Bundesländer erlauben „Click und Collect“: Vor dem Hintergrund der andauernden Geschäftsschließungen haben stationäre Händler nur wenige Möglichkeiten, sich über Wasser zu halten: Die Einrichtung eines Onlineshops verbunden mit der Hoffnung, dass der Kundenstamm die Treue hält oder die Möglichkeit, Kunden zumindest das Vorbestellen und Abholen von Waren zu ermöglichen. Für die Zulassung dieses „Click and Collect“ genannten Modells setzt sich der Mittelstandsverbund hierzulande stark ein. Am Montag folgten auch Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen dem Aufruf des Verbunds. Nun ist das Modell einzig in Sachsen noch nicht zugelassen.
Die Vorteile von „Click und Collect“ sind nicht nur die Stärkung der stationären Händler, sondern auch eine Zeit- und Verpackungsmaterialersparnis gegenüber dem Onlinehandel.
mittelstandsverbund.de

Kurzmeldungen
Planung in Krisenzeiten: Jedes zweite KMU muss sich anpassen onetoone.de
Deutscher Robotik Verband fördert einfache Roboterlösungen für KMU elektrotechnik.vogel.de
Immobilien: Boom – aber nicht genug sueddeutsche.de
Wie tickt der Mittelstand in Sachen IT-Sicherheit? it-daily.net
Wie Bauzulieferer in der Coronakrise kreativ werden handelsblatt.com

RAT UND TAT

Cybersicherheit ist noch häufig vom „Faktor Mensch“ abhängig: Wir alle sind Menschen und Menschen machen hin und wieder Fehler. Sei es aus Unwissenheit, weil man abgelenkt oder unerfahren ist. Auch bei der betrieblichen Cybersicherheit zeigt sich dies immer wieder: Unerfahrene, ungeschulte oder unachtsame Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen häufig eine Mitschuld an Cyberattacken. Das geht aus einer Analyse der Bitdefender-Telemetrie hervor.
Umso wichtiger ist es, eine offene Unternehmenskultur zu pflegen und Beschäftigte gut zu schulen und zu informieren. Denn der „Faktor Mensch“ ist vielleicht ein Sicherheitsrisiko, aber eines, dass sich durchaus in den Griff kriegen lässt. Ein Beispiel: 93 Prozent der Mitarbeiter nutzen immer wieder alte Passwörter. Eine Unart, welcher sich durch IT-Aufklärungsarbeit und Konsequenz schnell Herr werden lässt. Zudem sollten Firmenchefs die IT-Sicherheit nicht ihrem IT-Team, sondern spezialisierten Sicherheitsdienste zur Aufgabe machen. So hat der IT-Support die Möglichkeit, die Unternehmensinfrastruktur stets auf dem neuesten Stand zu halten und das Unternehmen profitiert von der fachlichen Expertise der Sicherheitsfirmen in Sachen Cyberattacken.
zdnet.de

„Innovative Arbeitswelten im Mittelstand“ – Forschungsministerium fördert Projekte: Im Rahmen des Forschungsprogramms „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ möchte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) technologische und soziale Innovationen im deutschen Mittelstand voranbringen. Ziel des Programms soll die Zukunftssicherung der Arbeitswelten in kleinen, mittleren und mittelständischen Unternehmen sein. Förderungsfähig sind Projekte, bei welchen die verbesserte Zusammenarbeit und Arbeit von Menschen mittels innovativer und neuartiger digitaler Werkzeuge im Vordergrund steht. Eine weitere Voraussetzung ist zudem, dass es sich um sogenannte Verbundprojekte mehrerer unabhängiger Partner handelt. „KMU und mittelständische Unternehmen müssen die Mehrheit der im Projekt geförderten Verbundpartner bilden.“ Der erste Stichtag für eventuelle Einreichungen ist der 2. März 2021.
produktion-dienstleistung-arbeit.de

SEO Recruiting und Content Marketing bei der Personalsuche: Die Personalgewinnung ist häufig ein limitierender Faktor für den Mittelstand. Fachkräfte werden händeringend gesucht, Ausbildungsplätze oder andere Positionen bleiben unbesetzt. Herkömmliche Personalgewinnungsstrategien, wie zum Beispiel Stände bei Personalmessen, verlieren an Bedeutung. Doch womöglich kann die Personalsuche mit Recruiting-Suchmaschinenoptimierung (SEO) und ausgeklügelten Content-Marketing-Strategien zur gezielten Vermarktung von Inhalten hier Abhilfe schaffen. Durch die zielgruppenspezifische, gezielte Optimierung karriererelevanter Inhalte für Suchmaschinen, können Unternehmen die gewünschten Bewerber leichter auf sich aufmerksam machen, werden besser und nachhaltiger wahrgenommen und können so langfristig neue Talente anziehen.
businessinsider.de

AUS GESPROCHEN

In der Corona-Krise brechen vielen mittelständischen Unternehmen die Umsätze und Lieferketten weg. In dieser Zeit mit weniger Aufträgen liegt die große Chance, die Digitalisierung sowie Forschung und Entwicklung voranzutreiben und neue Kooperationspartner zu suchen.
Jürgen Schnitzmeier, Geschäftsführer des Zentrums für Innovation und Technik in Nordrhein-Westfalen (ZENIT) über das Innovationspotenzial des Lockdowns.
waz.de

AUS DER REIHE

Bundesnetzagentur: So viel Telefonwerbung wie noch nie: Mehr als 60.000 Beschwerden wegen unerlaubter Werbeanrufe hat die Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr registriert. Das sind so viele wie noch nie – und 9.000 mehr als noch im Vorjahr. Laut der Behörde wurden einige Ermittlungsverfahren eingeleitet und bislang Bußgelder in Höhe vom insgesamt 1,4 Millionen Euro verhängt.
spiegel.de

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