KW 18: Mittelstand sieht politischen Handlungsbedarf, OECD: Arbeit in Deutschland zu sehr belastet, Unternehmen gegen Grundeinkommen

AUS POLITIK UND MITTELSTAND

Mittelstand sieht politischen Handlungsbedarf: Die zehn Mitgliedsverbände der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand (AG Mittelstand) haben ihren Jahresmittelstandsbericht 2018 veröffentlicht. An die Politik werden darin zentrale Forderungen gerichtet. Dazu gehören die Fachkräftesicherung, der analoge wie digitale Infrastrukturausbau, die investitionsfreundliche Ausgestaltung des Steuersystems sowie die generationengerechte Gestaltung der Sozialversicherungssysteme und deren nachhaltige Finanzierung. „Der Mittelstand braucht qualifizierte Fachkräfte, weil sie der unverzichtbare Erfolgsfaktor für mittelständische Betriebe und Unternehmen sind“, erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des deutschen Handwerks.
wirtschaft-regional.net

OECD: Arbeit in Deutschland zu sehr belastet: Einkommensteuer und Sozialabgaben machten im Jahr 2017 bei alleinstehenden Durchschnittsverdienern 49,7 Prozent der Arbeitskosten aus. Damit belastet Deutschland Arbeit so sehr wie kaum ein anderes Land in der OECD. Nur Belgien hat mit 53,7 Prozent einen höheren Wert. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 35,9 Prozent. „Aufgrund des hohen Anteils an Sozialabgaben sind vor allem die Einkommen von Geringverdienern und Alleinerziehenden im internationalen Vergleich stark belastet“, betonte die OECD. „Eine Steuerpolitik, die Arbeitsanreize für Geringverdiener und Bezieher mittlerer Einkommen erhält und fördert, ist für ein inklusives Wachstum von entscheidender Bedeutung“, sagt OECD-Steuerexperte Pascal Saint-Amans. Die Teilhabe möglichst aller Menschen am wirtschaftlichen Aufschwung, da gibt es in Deutschland noch Nachholbedarf.
faz.net, sueddeutsche.de

NRW-Mittelstand lehnt Recht auf Vollzeit ab: Der Mittelstand in NRW lehnt das Recht auf Vollzeit ab. „Die geplante Teilzeitregelung weist auf eine ganz erhebliche Erfahrungsdistanz zwischen Politik und Unternehmenspraxis hin. Der Bundesarbeitsminister gibt vor, mit dem gesetzlich verbrieften Recht auf Rückkehr in Vollzeit Brücken in eine Vollzeitbeschäftigung bauen zu wollen“, so NRW-Landesgeschäftsführer Herbert Schulte vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft. Stattdessen würde die Politik zahlreiche Brücken einreißen, wie durch einen flexibleren Arbeitsmarkt Wege in die Beschäftigung aufgezeigt werden könnten. Leidtragende dieser ideologischen Politik der Überregulierung seien neben Betrieben mit starken Kapazitätsschwankungen in erster Linie Berufsanfänger und Menschen mit Zugangsschwierigkeiten zu regulärer Arbeit.
suedwestfalen-nachrichten.de

Unternehmen gegen Grundeinkommen: In deutschen Unternehmen sieht man ein bedingungsloses Grundeinkommen kritisch. Von 301 Personalverantwortlichen, Inhabern und Geschäftsführern von Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeitern, die an einer Umfrage der Unternehmensberatung EY teilnahmen, sind 42 Prozent der Ansicht: Die Nachteile überwiegen. Ebenso viele glauben, dass sich Vor- und Nachteile die Waage halten würden. Nur 14 Prozent würden eine Realisierung befürworten. Viele der Führungskräfte fürchten negative Auswirkungen auf die Motivation ihrer Beschäftigten. 37 Prozent erwarten, dass die Leistungsbereitschaft nach der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens sinken würde, wohingegen nur fünf Prozent von einer höheren Einsatzbereitschaft ausgehen.
tagesspiegel.de

FDP Thüringen will Ausbildungsberufe stärken: Der Vorsitzende der FDP in Thüringen, MdB Thomas L. Kemmerich, spricht sich für eine grundlegende Verbesserung der Ausbildungsberufe im Freistaat aus. „Thüringen sollte eine Vorreiterrolle einnehmen und Ausbildungsland Nummer eins werden in Deutschland“, so Kemmerich. Hintergrund ist der Antrag der CDU „Duale Ausbildung stärken, Unternehmertum fördern“, der letzte Woche im Thüringer Landtag debattiert wurde. Im Grundsatz stimme man mit der Union überein, allerdings ginge der Entwurf nicht weit genug. Die FDP wolle Ausbildungsberufe kompromisslos stärken und den Fachkräftemangel aktiv bekämpfen. So sollen mittelfristig die Kosten der Meisterausbildung abgeschafft werden, Lehrinhalte müssten schneller an aktuelle Entwicklungen angepasst werden. Neu entstehende Berufsbilder und Ausbildungspläne müssten vor dem Hintergrund der Digitalisierung deutlich schneller vom Land aktualisiert werden.
fdp-thueringen.de

IG Metall stemmt sich gegen Rente mit 67: Die IG Metall hat in Niedersachsen für 40.000 Beschäftigte des Metallhandwerks und des Land- und Baumaschinentechnikerhandwerks einen Tarifvertrag abgeschlossen, der einen Rechtsanspruch auf eine monatliche Zusatzzahlung der Arbeitgeber von 50 Euro an die Rentenversicherung beinhaltet. Damit können Abstriche im Falle eines früheren Rentenbeginns ausgeglichen werden. Für jeden Monat, den man vor der Regelaltersgrenze in Rente geht, werden derzeit 0,3 Prozent gekürzt. Die Gewerkschaft versucht so die gesetzliche Einführung der Rente mit 67 zu umgehen.
handelsblatt.com

Gebühren der Inkasso-Unternehmen steigen an n-tv.de
Rostock eröffnet Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum rtl.de
Start-ups bilden Top-Manager der Zukunft aus wiwo.de

AUS GEZÄHLT

70 Prozent der Mittelständler nennen laut der Studie „Mittelstand meets Startup“ des RKW Kompetenzzentrums die Erschließung neuer Technologien als Top-Argument für eine Zusammenarbeit mit Startups. Es folgen die Entwicklung von Produktinnovationen sowie der Einstieg in neue Märkte.
gruenderlexikon.de

RAT UND TAT

Schlaue Sensoren: Sensoren bilden wie kleine Sinnesorgane die Basis für die vernetzte Produktion. Höhere Flexibilität, individuellere Produkte, weniger Stillstand – so lauten zentrale Versprechen. Doch auf die richtige Bearbeitung der Daten kommt es an. „Sensoren werden immer intelligenter“, sagt Peter Wienzek, Manager Business Development Systems des Herstellers IFM Electronic. Das Leitbild heißt Smart Data: Statt Terabytes von Daten zu liefern, die dann von Analysesoftware durchkämmt werden, findet die Auswertung bereits größtenteils im Sensor statt. Nur relevante Informationen werden weitergegeben.
handelsblatt.com

Musikindustrie offen für Kooperationen mit Mittelstand: Sony Music will in Sachen Kooperationen verstärkt den Mittelstand ansprechen. Vor allem deutsche Künstler wie Mark Forster, Tim Bendzko, Vanessa Mai und Johannes Oerding kämen für nationale wie regionale Kooperationen infrage. „Wir erleben ein großes Interesse an innovativem Musikmarketing auch beim Mittelstand“, sagt Lars Düysen, Vice President für die Unit Brands, Live und Licensing von Sony Music. Weil der Markt mit mit dem Vertrieb von Musik schrumpft sind Labels gezwungen neue Wege zu gehen.
wuv.de

AUS GESPROCHEN

„Der jetzt vorgelegte Haushaltsentwurf wird den wachsenden Herausforderungen Deutschlands und Europas nicht ausreichend gerecht.”

Wolfgang Steiger, Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrates, sieht beim aktuellen Haushaltsentwurf von Minister Olaf Scholz vor allem in den Bereichen Außen- und Sicherheitspolitik Nachbesserungsbedarf.
de.reuters.com

AUS DER REIHE

E-Textilien machen das Smart Home klüger: Künftig sollen intelligente Textilien wie Sofas, Kissen, oder Gardinen Einzug in das vernetzte Smart Home halten. Elektrotextilien können etwa Parameter wie Luftqualität, Temperatur, Licht oder Bewegung messen, und dabei besonders ältere oder technophobe Heimbesitzer von den neuen Technologien überzeugen. Anwendungsbeispiele gibt es viele: Ein Sofakissen als Fernbedienung, ein Teppich, der bei Unfällen Hilfe rufen kann, oder auch ein Textil-Display, das langsamer reagiert und damit weniger aufdringlich wirkt als die traditionelle Variante. Die meisten Ideen sind zwar bislang noch nicht in die Praxis umgesetzt, doch Katharina Bredies, die an der Universität der Künste Berlin zu E-Textilien forscht, ist sich sicher: „Die konkreten, relevanten Anwendungsfälle entscheiden sich im Gebrauch.“
wired.de