KW 14: Globale Steuerreform geplant, Fünfter Wirtschaftsgipfel mit Altmaier, Weniger Kurzarbeiter im März

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

G20-Finanzministerplanen globale Steuerreform: Die Finanzministerinnen und -minister der 20 führenden Wirtschaftsnationen wollen noch diesen Sommer eine globale Steuerreform durchführen. Sie soll aus zwei Hauptkomponenten bestehend: Einer globalen Mindeststeuer für international tätige Unternehmen, wie sie zuletzt US-Finanzministerin Janet Yellen erneut vorgeschlagen hatte und eine Digitalsteuer für Techriesen wie Amazon, Facebook und Google, damit solche Großkonzerne künftig nicht nur an ihrem Firmensitz, sondern auch dort, wo sie ihre Umsätze erzielen, Steuern zahlen.
Ein globaler Mindeststeuersatz würde zudem dazu führen, dass dem seit Jahrzehnten bestehenden, globalen Steuerwettbewerb endlich Einhalt geboten werden könnte. Nach der Videokonferenz am gestrigen Mittwoch zeigte sich Finanzminister Olaf Scholz mehr als zufrieden: „Ich bin so zuversichtlich wie schon lange nicht mehr,“ gab Scholz zu Protokoll. Auch der FDP-Vorsitzende Christian Lindner begrüßte die Idee einer weltweiten Steuerreform: „Diese Initiative ist eine große Chance, mehr Fairness in die Steuerpolitik zu bringen. Es darf nicht so bleiben, dass die Familienbetriebe des deutschen Mittelstands zahlen, während die Multimilliardenkonzerne keinen nennenswerten Beitrag leisten.“
tagesschau.de, manager-magazin.de

Fünfter Wirtschaftsgipfel mit Altmaier: Am heutigen Donnerstag lädt der Wirtschaftsminister die Vertreter von mehr als 40 Wirtschaftsverbänden bereits zum fünften Krisengespräch über die Corona-Krise. Gesprächsbedarf besteht vermutlich genug: Beispielsweise die von der Bundesregierung aufgeworfene Testpflicht für Unternehmen. Sie könnte viele Firmen vor enorme Herausforderungen stellen. Bislang gibt es lediglich eine Selbstverpflichtung, in Präsenz arbeitenden Beschäftigten mindestens einmal in der Woche Testangebote zu machen. Doch laut einer Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) geschieht dies in der Praxis nur bei jedem vierten Beschäftigten.
Eine tatsächliche Testpflicht lehnt der Mittelstand ab. BVMW-Chef Markus Jerger, erklärte gegenüber den Funke-Zeitungen, die Kanzlerin sollte sich der Folgen bewusst sein, bevor sie „nach Gutsherrinnenart den Unternehmern neue Vorschriften macht.“ Noch sei nämlich weder geklärt, woher die schätzungsweise rund 60 Millionen benötigten Schnelltests kommen sollen, noch wer ihre Ergebnisse auch kontrollieren oder wo das Geld für sie – nach Schätzungen etwa eine Milliarde Euro im Monat – herkommen soll. Die Bundesregierung will ihre Ergebnisse hierzu bei der nächsten Bund-Länder Konferenz am 12. April vorlegen.
sauerlandkurier.de, sueddeutsche.de

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Bundesregierung will Industrie entlasten: Die Regierung hat angekündigt, zusätzliche Hilfen für Konzerne auszuzahlen, um die deutsche Industrie global wettbewerbsfähig zu halten.
Mit diesen Hilfen soll die Industrie von der neu eingeführten CO2-Steuer auf fossile Brennoffe entlastet werden. Die Entlastugng, diie in der sogenannten Carbon-Leakage-Verordnung festgeschrieben ist, hat ein Volumen von rund 270 Millionen Euro für 2021 und 330 Millionen Euro im kommenden Jahr und wird rund 1.500 mittelgroßen Betriebe aus der Stahl-, Chemie-, Papier- oder Zementbranche zu Gute kommen. Allesamt Branchen, die noch stark auf Gas oder Öl angewiesen sind. Im Gegenzug verpflichten sich die Firmen, bis zum kommenden Jahr mindestens 80 Prozent der Hilfen in den Klimaschutz ihrer Betriebe zu investieren. Auch 2023 und 2024 soll mindestens die Hälfte der Finanzspritze in nachhaltige Projekte fließen. Noch müssen aber sowohl der Bundestag als auch die EU-Kommission den Maßnahmen zustimmen.
spiegel.de, br.de

Zahl der Firmenpleiten sinkt auf tiefsten Stand seit 21 Jahren: Trotz Coronapandemie ist die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland 2020 gesunken: Mit einer Gesamtzahl von 15.841 beläuft sie sich auf den niedrigsten Wert seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999, wie das Statistische Bundesamt vor Ostern mitteilte. Jedoch ist auch die Insolvenzantragspflicht bis Anfang April ausgesetzt. Die Not vieler Unternehmen ist nach einem Jahr Corona sehr groß. Der Kreditversicherer Euler Hermes geht beispielsweise davon aus, dass die Zahl der Firmenpleiten dieses Jahr auf 16.900 und im kommenden Jahr auf rund 19.500 ansteigen wird.
dw.com, handelsblatt.com, sueddeutsche.de

Weniger Kurzarbeiter im März: Im März 2021 ist die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit laut Angaben des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung um 200.000 gesunken. Nur acht Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten befanden sich im März noch in Kurzarbeit.
Alle Branchen könnten einen Rückgang der Kurzarbeitenden verzeichnen, besonders stark war dieser in der Industrie. Gastronomie und Handel leiden nach wie vor noch stark unter den Corona-Beschränkungen, auch wenn leichte Lockerungen im März den Branchen gut getan haben. Dennoch befinden sich noch 50,8 Prozent der in der Gastronomie Tätigen und knapp 16 Prozent der im Handel Beschäftigten in Kurzarbeit.
wiwo.de

Kurzmeldungen

Automarkt schrumpft im ersten Quartal n-tv.de
Komplexe Vereinfachung der beruflichen Vorsorge für KMU fuw.ch
KMU können Förderung für digitalen Zwilling beantragen bigdata-insider.de
Leserbrief: KMU sind das Rückgrat der Gesellschaft dieostschweiz.ch
Virtuelle Innovationsschau „Industrial Pioneers OWL“ zeigt Entwicklungen für KMU elektrotechnik.vogel.de

RAT UND TAT

Digitalisierung scheitert oft an internen Widerständen: Eigentlich schien es, als hätte die Pandemie dazu begetragen, dass kleine und mittelständische Unternehmen vermehrt auf Digitalisierung setzten. Doch die Digitale Transformation ist längst nicht vollzogen. Laut einer neuen Umfrage des Agenturvermittlers Sortlist unter fast 500 KMU-Geschäftsführenden in fünf europäischen Ländern, gaben über 53 Prozent der Befragten an, dass die Krise auf den Digitalisierungsfortschritt ihrer Unternehmen bislang entweder keine Auswirkung gehabt oder diesen sogar gebremst habe.
Im Interview mit „Springer Professional“ erläutert Unternehmer Peter F. Schmid, woran es im Mittelstand in Sachen digitaler Revolution hapert und stellt klar: Interne Widerstände sind die Hauptgründe.
springerprofessional.de, horizont.net

Kleiner Unternehmen dürfen Cybersicherheit nicht vernachlässigen: Nicht nur Großkonzerne sind von Hackerangriffen bedroht. Kleine und mittlere Betriebe sollten sich nicht in falscher Sicherheit wiegen und an der Sicherheit ihrer Infrastruktur sparen, so Klaus Seidl, Vice President DACH des Cloud-Sicherheitsexperten Mimecast und stellt klar. Mittelständler können im gleichen Maße zum Opfer von Cyberkriminalität werden wie große Unternehmen. Gerade wenn – so wie momentan – viele Angestellte von zuhause aus arbeiteten, muss auf sichere Lösungen für das Homeoffice gesetzt werden. Um für mehr Sicherheit zu sorgen, bedarf es einerseits Investitionen in die Infrastuktur und deren regelmäßige Wartung, besonders wichtig sei jedoch, die Beschäftigten für das Thema Cybersicherheit zu sensibilisieren, damit diese nicht aus Versehen Hackern Tür und Tor des Unternehmensnetzwerks etc. öffnen.
it-zoom.de

Coronakrise bremst Forschung und Entwicklung: Bedingt durch die Pandemie senken viele Unternehmen ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Im Hinblick auf den Innovationsdruck, der insbesondere auf kleinen und mittleren Unternehmen lastet, womöglich eine dramatische Fehlentscheidung. „Gerade jetzt kommt es darauf an, mittelständische Firmen in ihrer Innovationsaktivität gezielt zu unterstützen“, fordert der Präsident des Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF), Sebastian Bauer. Das Mittelstands-Netzwerk baut Brücken zwischen KMU und Forschung. Denn im Gegensatz zu Großkonzernen haben kleinere Firmen eher keine eigene Forschungsabteilung. Bedingt durch die Krise wird nun gerade in diesem Bereich gespart: Laut Angaben des Münchner Ifo-Instituts ist der Anteil der Ausgaben für Forschung 2020 auf 3,2 Prozent gesunken ist – 0,3 Prozentpunkte weniger als im Schnitt der Jahre 2016 bis 2019. Angesichts der Umsatzeinbußen fällt der Rückgang stärker ins Gewicht.
Gerade KMU planen, weiter an Forschung und Entwicklung zu sparen: Laut Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) waren in diesem Segment bereits 2019 die Innovationsausgaben gering (sie verzeichneten ein Plus von 0,4 Prozent). Konzerne legten in diesem Bereich im gleichen Jahr um 2,4 Prozent zu. Auch für 2021 sieht es aus, als würde die Kluft zwischen Großkonzernen und KMU immer größer: Während der Mittelstand fünf Prozent an Innovationsausgaben einsparen möchte, planen Großkonzerne eine Steigerung um zwei Prozent.
absatzwirtschaft.de

AUS GESPROCHEN

Es geht nicht allein darum, ob geöffnet oder geschlossen wird, sondern es muss auch geklärt sein, wann und wie.

BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang fordert gegenüber der deutschen Presseagentur (dpa) einheitliche Regeln und eine verlässliche Politik in der Coronakrise.
sauerlandkurier.de

AUS DER REIHE

Deutscher Mittelständler ist reichster Jung-Milliardär: Der 18-Jährige Kevin David Lehmann ist dieses Jahr zum ersten Mal in der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt gelandet. Der Grund: Sein Vater, der ehemalige dm-Gesellschafter Günther Lehmann, übertrug ihm vor einigen Jahren seine Anteile an der Drogeriemarktkette in Höhe von 2, 8 Milliarden Euro. Mit der Volljährigkeit erhielt er ein Mitspracherecht auf das bis dato treuhänderisch verwaltete Vermögen.
marktundmittelstand.de

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