KW 13: Volkwagen meldet Kurzarbeit an, Bundestag beschließt Nachtragshaushalt, Vapiano und Maredo zahlungsunfähig


Liebe Mittelständler,

Corona und kein Ende. Jetzt kommen die staatlichen Hilfen, aber dabei drohen kleine und mittlere Unternehmen vergessen zu werden. Aus den mittelständischen Unternehmensverbänden wie dem Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) heißt es schon jetzt, dass ohne passgenaue Hilfen für den kleinteilig organisierten Mittelstand, der gerade auch im ländlichen Raum Arbeitsplätze sichert, erhebliche Teile die Pandemie nicht überstehen werden: „Noch in den nächsten Tagen werden die ersten Unternehmen untergehen.“

Die Politik muss jetzt sicherstellen, dass kleine und mittlere Unternehmen bei den Hilfsmaßnahmen nicht leer ausgehen. Von den Soforthilfen profitieren zunächst nur Solo-Selbstständige, Kleinstunternehmer und Großkonzerne. Mittelständische Betriebe mit 50 oder 100 Mitarbeitern werden jedoch überhaupt nicht berücksichtigt. Bislang werden Firmen dieser Größenordnung lediglich Kredite in Aussicht gestellt. Eine weitere Verschuldung durch die Auswirkungen der getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, also vor allem Betriebsstilllegungen, hilft aber weder Arbeitgebern noch Arbeitnehmern. Hier muss dringend nachgebessert werden. Der Weg aus der Corona-Krise kann nicht nur mit Großkonzernen und Kleinbetrieben gelingen. Wir brauchen dafür das Rückgrat unserer Wirtschaft, den Mittelstand.

Ihr
Thomas Philipp Reiter

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Volkswagen schickt 80.000 Mitarbeiter in die Kurzarbeit Um das Infektionsrisiko zu verringern und den Umsatzeinbruch aufgrund des Corornavirus abzufedern, schickt Volkswagen 80.000 Mitarbeiter in die Kurzarbeit. Die Maßnahme soll vorerst bis zum 3. April anhalten, danach wolle man den weiteren Umgang mit der Krise planen. Die Werke in Deutschland, Russland, Amerika und anderen europäischen Ländern sind geschlossen. Nicht nur die Kernmarke, sondern auch die Tochterfirmen Porsche, Audi, Skoda sowie die Nutzfahrzeugsparten MAN und Scania sind von der Entscheidung betroffen. Es gibt die Überlegung, dass Volkswagen übergangsweise Beatmungsgeräte produziert oder die notwendigen medizinischen Maschinen erwirbt und dem Gesundheitswesen zur Verfügung stellt. In den USA haben bereits Autohersteller wie GM und Ford die Produktion auf Beatmungsgeräte angekündigt.
n-tv.de, spiegel.de

Bundestag beschließt Nachtragshaushalt: Die Bundesregierung hat ein weitreichendes Paket beschlossen, um die Folgen der Coronakrise für die Wirtschaft und Arbeitnehmer abzufedern. Nachdem der Bund die Rahmenbedingungen für die Kurzarbeit gelockert und Staatshilfen für Unternehmen geplant wurden, ist der entsprechende Nachhaushalt am Mittwoch verabschiedet worden. 156 Milliarden Euro sind für die Maßnahmen gegen die wirtschaftlichen Einschnitte eingeplant – sie sollen Konzernen, Mittelständlern, aber auch Selbstständigen zugute kommen. Auch Arbeitnehmer sollen von dem Budget profitieren – für Familien soll es einen Kindernotzuschlag im Falle von Einkommensauskünften geben. Zusätzlich wurde der Mieterschutz ausgeweitet, sodass Menschen nicht aus ihren Wohnungen gekündigt werden können, sollten sie wegen des Coronavirus nicht mehr imstande sein, ihre Miete zu zahlen. Darüber hinaus können Unternehmer Sozialbeiträge bis maximal Juni zinsfrei bei den Sozialkassen stunden.
rnd.de, stern.de, sueddeutsche.de

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Präzision aus Tradition: Das Uhrenwerk Weimar stellt seit 1950 Präzisionstechnik und Feinmechanik für Zeitmesser her. 2017 feierte die Thüringer Traditionsmarke Wiedergeburt. Mit den Armbanduhr-Modellen „Henry van de Velde“, „Luftbrücke Berlin“ und „Royal Union“ wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen. Erleben Sie 2020 mit der ersten Automatikuhr „Palaemon“, was an Design und Technik aus Weimar möglich ist. Mehr Infos zum Uhrenwerk Weimar und seinen Modellen findet man unter www.uhrenwerk-weimar.de oder per Mail unter palaemon@weimar.watch

Vapiano und Maredo zahlungsunfähig: Die italienisch inspirierte Systemgastronomiekette Vapiano sowie die Berliner Steakhouse-Kette Maredo haben die Folgen der Coronakrise schnell gemerkt: Vapiano kündigte vergangene Woche bereits an zahlungsunfähig zu sein und hofft auf Staatshilfen, um die 10.000 Arbeitsplätze weltweit zu retten. Maredo kündigte ebenfalls an, den Zahlungsaufforderungen nicht nachkommen zu können, man habe bereits in der vergangenen Woche n Düsseldorf einen Insolvenzantrag eingereicht. Sollte die Möglichkeit bestehen Staatshilfen zu erhalten, würde man diesen zurückziehen. Beide Unternehmen gelten seit Jahren als insolvenzgefährdet – nicht erst seit der Coronakrise wird um das Überleben von Gastronomieketten spekuliert, da immer weniger Kunden sich für Franchise-Konzepte begeistern.
handelsblatt.com, tagesschau.de

Airline-Verband schlägt Alarm: Der internationale Airline-Verband IATA befürchtet ein großes Sterben der Fluggesellschaften. Wegen der Flugausfälle aufgrund der Corona-Pandemie würden sie 250 Milliarden Dollar Verlust verbuchen – der Umsatz bricht um 44 Prozent ein. Bereits jetzt meldet die europäische Luftfahrtorganisation, dass 75 Prozent weniger Flüge registriert werden. Die Branche rechnet mit Ausfällen im Personenverkehr von 90 Prozent. Viele Airlines haben bereits Anträge auf Staatshilfen gestellt, darunter EasyJet und Condor. Die stark bedrohte Billigairlines Norwegian hat bereits 25 Millionen Euro erhalten. Lufthansa-Chef Carsten Spohr gab an, dass auch die größte deutsche Airline in die Lage kommen könnte, Staatshilfen zu fordern.
n-tv.de

Digitale Hauptversammlungen für Unternehmen erlaubt: Mehrere Unternehmen und Konzerne mussten ihre Hauptversammlungen wegen des geltenden Versammlungs- und Kontaktverbots bereits absagen. Damit sie dennoch strategische Entscheidungen treffen können, sind digitale Hauptversammlungen über Videokonferenzen gestattet. Normalerweise besteht eine physische Präsenzpflicht für Vorstand, Aufsichtsrat und Eigentümer, jedoch wird diese rechtlich vorerst ausgesetzt. Experten begrüßen den Entschluss, der die Handlungsfähigkeit von Unternehmen weiterhin gewährleisten kann, mahnen allerdings, dass es sich dabei lediglich um eine temporäre Lösung handeln solle.
t3n.de

Umsatz von Airbnb halbiert sich spiegel.de
China macht der Weltwirtschaft neue Hoffnung handelsblatt.com
DGB warnt Klöckner vor Rechtsbruch tagesspiegel.de
Wo die Autobranche brach liegt, wo noch was vom Band läuft manager-magazin.de
Konzernchef Källenius: „Daimler benötigt keine Staatshilfe“ handelsblatt.com

RAT UND TAT

Was es bei staatlichen Hilfen für Selbstständige zu beachten gibt: Selbstständige und Unternehmer mit weniger als zehn Mitarbeitern haben Anspruch auf staatliche Unterstützungen durch Bund und Länder. Je nach Anzahl der Mitarbeiter liegen die Hilfen zwischen 9.000 bis 15.000 Euro und können über drei Monate lang vom Bund bezogen werden. Wichtig ist dabei jedoch, dass die wirtschaftlichen Probleme erst mit der Corona-Krise entstanden und keine Altschulden sind – als Stichtag gilt der 11. März. Unternehmen müssen vorweisen können, dass sie vor diesem Tag solvent und mit gesunder Geschäftstätigkeit wirtschafteten. Die Länder haben eigene Programme und Fördermöglichkeiten. Das Land Berlin lässt Anträge für finanzielle Förderung ab dem 27. März zu.
tagesspiegel.de

Management-Tipps in der Krise: Die Corona-Pandemie wird mit einer Rezession einhergehen, die viele Unternehmen schwer belastet. Für Führungspersönlichkeiten beginnt damit eine schwere Zeit. Experten empfehlen sich auf das zu konzentrieren, was beeinflussbar ist. Es sei wichtig sich klarzumachen, dass Verluste kommen werden – um die richtigen Management-Entscheidungen zu treffen reicht es dabei nicht aus, agile Methoden und Effizienzmaßnahmen zu implementieren. Stattdessen müsse man von den bestehenden Ressourcen ausgehen und kalkulieren, an welcher Stelle wie viele Verluste tragbar sind. Die Konzentration muss für die Geschäftsaspekte genutzt werden, die man beeinflussen kann.
projektmagazin.de

Plötzlich im Homeoffice – Mitarbeiter brauchen Sicherheitsbriefings: In vielen Unternehmen ist wegen der Coronakrise unvorbereitet und kurzfristig die moderne Telearbeit eingeführt worden – aus der Not wurde Homeoffice geboren. Allerdings gehen damit Sicherheitsrisiken für die digitale Infrastruktur einher, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht richtig gebrieft werden. Es ist wesentlich, dass sie dazu aufgefordert werden, die Passwort- und Betriebssystemsicherheit zu überprüfen, sollten sie an privaten Endgeräten arbeiten. Antiviren-Programme müssen vorhanden sein, das WLAN-Netzwerk sollte ebenfalls sicher sein. Zusätzlich müssen Arbeitnehmer darauf achten im privaten Raum vorsichtig mit USB-Sticks zu sein – die mehrfache Nutzung an unterschiedlichen Geräten kann Malware in die digitale Infrastruktur eines Unternehmens einschleusen.
it-daily.net

Datengetriebene Marktanalyse kann Corona-Folgen abmildern: Die Ungewissheit ist für Unternehmen eine der herausforderndsten Komponenten in Zeiten der globalen Pandemie. Um diese Ungewissheit zu senken, setzen einige Firmen bereits auf Predictive Market Analytics – einer datengetriebenen Methode, die dabei helfen kann strategische Entscheidungen entsprechend des Marktumfelds zu treffen. Künstliche Intelligenz und große Datenmengen machen dies möglich. Wesentlich ist dabei eine gute Datenbasis – durch das Coronavirus verändern sich Marktdaten aktuell ständig, doch mit digitalen Analysen-Tools können zumindest einige Unsicherheitsfaktoren geklärt werden.
absatzwirtschaft.de

AUS GESPROCHEN

Am Arbeitsmarkt kommt es durch die Krise zu massiven Verwerfungen. Diese stellen die Zustände auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den Schatten.

Ifo-Präsident Clemens Fuest prognostiziert hohe Arbeitslosigkeit wegen der Coronakrise.
welt.de

AUS DER REIHE

Hamsterkäufe werden weniger: Die Sättingskurve bei den Hamsterkäufen scheint erreicht zu sein. Die Lebensmittelhändler bestätigen, dass Produkte wie Nudeln und Reis wieder in großen Mengen in den Regalen verfügbar wären. Lediglich Toilettenpapier und Desinfektionsmittel sind noch nicht vollständig aufgefüllt, allerdings zeichne sich ab, dass dies in den kommenden Tagen geschehe. Ende der vergangenen Wochen hätten die Hamsterkäufe merklich nachgelassen, nachdem zuvor in den Supermärkten und Discountern bis zum doppelten Tagesvolumen gekauft wurde.
spiegel.de