KW 13: Ifo-Geschäftsklima im März höher als erwartet, Wirtschaft widersetzt sich Testpflicht in Unternehmen, Blockade im Suezkanal aufgehoben, wirtschaftliche Folgeschäden bleiben

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

Ifo-Geschäftsklima im März höher als erwartet: Der März dürfte rückblickend als Wendepunkt der öffentlichen Meinung über die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung registriert werden. Die stetige Verlängerung des Lockdowns einiger Branchen bei fehlender Langzeitperspektive zermürbt mehr und mehr Menschen und Betriebe. Dennoch fiel der vom Ifo-Institut ermittelte Geschäftsklimaindex deutlich höher aus als erwartet. Demnach stieg der Wert, der monatlich unter Managern deutscher Wirtschaftsunternehmen erhoben wird, von 92,7 Punkten im Vormonat auf nun 96,6. Das entspricht dem höchsten Wert seit Juni 2019. Erwartet worden war lediglich ein Anstieg auf 93,0 Punkte. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe und im Industriesektor setzte das Geschäftsklima seinen Aufschwung fort. Aber auch in den Dienstleistungsbranchen stieg die Zuversicht, so die Studienmacher.
finanznachrichten.de

Wirtschaft widersetzt sich Testpflicht in Unternehmen: Die Stimmen, die mehr verpflichtendes Engagement aus der Wirtschaft für die Bekämpfung der Corona-Pandemie fordern, werden lauter. Am vergangenen Donnerstag kündigte Kanzlerin Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung im Bundestag „regulatorische Schritte“ der Regierung an, sollte der überwiegende Teil der Unternehmen nicht freiwillig zum regelmäßigen Testen ihrer Mitarbeiter übergehen. Man werde sich in den nächsten Tagen genau anschauen, ob ein Anteil von über 90 Prozent der Firmen der Forderung nachkäme. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) sah dafür keinen unmittelbaren Bedarf, da die meisten Unternehmen dies bereits leisten würden. Arbeitgeberpräsident Dulger sprach von „mehr Bürokratie, mehr Kosten, weniger Eigeninitiative und einen Haufen ungeklärter rechtlicher und organisatorischer Fragen“. Markus Jerger, Geschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), forderte die Kanzlerin auf zur Kenntnis zu nehmen, „dass gerade die mittelständischen Betriebe seit Beginn der Pandemie massiv in Hygiene und Arbeitsschutz investiert haben“.
tagesschau.de
rnd.de

ANZEIGE

Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Blockade im Suezkanal aufgehoben, wirtschaftliche Folgeschäden bleiben: Der im Suezkanal auf Grund gelaufene Frachter „Ever Given“ konnte am Montag befreit werden. Nach und nach kann nun der Schiffsverkehr auf der wichtigen Wasserstraße wieder aufgenommen werden. Bis sich der durch die Blockade entstandene Stau an Frachtern auflöst, könnten allerdings noch Tage vergehen. Rund 370 Schiffe warteten zeitweilig darauf, den Suezkanal in beide Richtungen zu durchqueren. Die deutsche und europäische Wirtschaft werden den zwischenzeitlichen Stillstand zu spüren bekommen, ist sich der Technologiedienstleister Transporeon sicher. Es werde kurzfristig nur noch wenig Fracht aus Asien nach Deutschland kommen, bevor in zwei Wochen umso mehr an den Häfen umgeschlagen werden muss. Durch das gleichzeitige Entladen der vielen Container könnte es für einige Zeit zu einem Frachtcontainer-Engpass in ganz Europa kommen, hinzu kommen Lieferengpässe und höhere Frachtgebühren. Bis sich der internationale Warenverkehr vor und nach Asien wieder normalisiert, wird noch etwas Zeit vergehen. Denn schon vor der Havarie standen die Lieferketten unter enormem Druck, der sich nun noch vergrößert hat.
tagesschau.de, handelsblatt.com

Insolvenzanträge steigen durch Corona: Die Bewältigung der Folgeschäden der Corona-Pandemie könnte für Deutschland ab der zweiten Jahreshälfte einen deutlichen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen nach sich ziehen, teilten die Wirtschaftsauskunftei Creditreform und das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in einer gemeinsamen Erklärung mit. Demnach würden derzeit rund 25.000 Unternehmen durch staatliche Hilfsgelder künstlich am Leben gehalten. Allerdings sprechen laut der Studie drei Faktoren für einen Anstieg in diesem Jahr: eine undifferenzierte Verteilung der Hilfsgelder, fehlende Öffnungsperspektiven sowie das andauernde Insolvenzmoratorium. Vor allem kleine Betriebe seien gefährdet.
spiegel.de

ANZEIGE

Berlin Bubble: Was bewegt Berlin-Mitte? In unserem wöchentlichen Podcast „Berlin Bubble“ diskutieren Matthias Bannas, Egon Huschitt und Stefan Mauer, was im politischen Berlin auf der Agenda steht. info-fm.de

IG Metall erzielt Tarifabschluss: Nach sieben Verhandlungsrunden haben sich die Beteiligten in Nordrhein-Westfalen auf einen Tarifkompromiss für die Metall- und Elektroindustrie geeinigt. Zwar wird es in dieser Tarifrunde keine pauschale Lohnerhöhung geben, dafür aber für die Beschäftigten einen Corona-Bonus in Höhe von 500 Euro und ab 2022 die Möglichkeit einer Vier-Tage-Woche mit Lohnausgleich. Hinzu kommen jährliche Sonderzahlungen. In NRW werden rund 700.000 Beschäftigte von dem nun ausgehandelten Tarifvertrag, der rückwirkend zum 1. Januar und für insgesamt 21 Monate gelten wird, profitieren. Kernbestandteile der Einigung sollen auch in anderen Regionen übernommen werden. Die Verhandlungen hatten sich über Monate hingezogen, da Arbeitnehmervertreter und Arbeitgeber sich vor dem Hintergrund der Pandemie noch weniger einig wurden als zu normalen Zeiten.
tagesspiegel.de

Kurzmeldungen:

  • Mittelstand ganz unterschiedlich von Pandemie betroffen idw-online.de
  • Welche Managertypen im Mittelstand während der Corona-Krise attraktiv sind handelsblatt.com
  • Gothaer Versicherung will Fokus noch stärker auf Mittelstand richten cash-online.de
  • Weniger Non-performing loans erwartet: Risikomanager geben gerade für kleinere Mittelständler düstere Prognose ab finance-magazin.de
  • Studie: Shanghai bietet chinaweit die besten Geschäftsbedingungen für kleine und mittelständische Unternehmen german.china.org.cn

RAT UND TAT

Kabinett beschließt einfachere Gründung von Betriebsräten: Immer weniger Unternehmen besitzen einen Betriebsrat. Nach aktuellen Zahlen hat nur eine von zehn Firmen, bei der das möglich wäre, eine aktive Arbeitnehmervertretung. Die Bundesregierung will deren Gründung nun erleichtern. Dazu hat das Kabinett am Mittwoch einen entsprechenden Gesetzentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil beschlossen. Der sieht unter anderem mehr Schutz für Mitarbeiter vor, die einen Betriebsrat gründen wollen. Zudem soll das Regularium zur Durchführung von Wahlen vereinfacht werden. Allerdings müssen Bundestag und Bundesrat das Gesetz noch bis Ende der laufenden Wahlperiode beschließen.
spiegel.de

Suchmaschinenoptimierung als Erfolgsgeheimnis für Mittelständler: SEO kann für Mittelständische Unternehmen einen enormen Unterschied machen. Mittlerweile ist die Optimierung von Texten und Content für kein Unternehmen mehr zu ignorieren, welches beim Online-Marketing Erfolg haben will. Dabei werden die Suchmaschinen-Algorithmen immer komplexer. Während früher lediglich die Keywortdichte eine wichtige Rolle bei der Platzierung in den Suchergebnissen spielte, kamen im Laufe der Zeit immer weitere Parameter hinzu. Es entstand eine „Erfolgs-Matrix“, die sich aus inhaltlichen Optimierungen, der Homepage-Architektur, Vertrauen und Impulsen aus den sozialen Netzwerken zusammensetzt.
mittelstand-nachrichten.de

Hält der Mittelstand beim Thema KI mit? Künstliche Intelligenz als bestimmende Zukunftstechnologie prägt schon heute die Arbeitswelt. Begriffe wie „Deep Learning“, „Process Mining“ oder „Natural Language Processing“ sind gerade während der Corona-Pandemie zum integralen Bestandteil moderner Unternehmensstrategien geworden. Allerdings nicht für einen großen Teil des deutschen Mittelstandes, so eine aktuelle Studie von Deloitte Private. Dabei wurden über 300 Führungskräfte mittelständischer Unternehmen zu den Herausforderungen, Chancen und Risiken von KI im Mittelstand befragt. Tatsächlich messen ganze 64 Prozent der KI eine lediglich mittlere bis niedrige Relevanz bei. Und auch im Bezug auf das eigene Geschäftsmodell sagen 58 Prozent, Künstliche Intelligenz habe nur geringen Wert. Etwa genau so viele sehen KI aber als relevantes Zukunftsthema. Es zeigt sich also, dass viele Unternehmen KI-Strategien immer noch in eine scheinbar ferne Zukunft verlegen, die allerdings schon da ist.
all-about-security.de

Neue LinkedIN-Features für mehr Attraktivität und Aufmerksamkeit: Die Vernetzungsplattform LinkedIn bietet kostenlose neue Features für Jobsuchende, kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler. So können jetzt Cover Stories erstellt werden, mit denen man seine Geschichte, Fähigkeiten und Ziele per Video auf seinem LinkedIn-Profil teilen kann. Außerdem bietet der neue Creator Mode Unterstützung beim Erstellen eines „Folgen“-Buttons und Hashtags. Eine vor allem für Freelancer und KMU attraktive Service Page im Profil kann eine neue Seite erstellt werden, die alle angebotenen Dienstleistungen übersichtlich auflistet.
wuv.de

AUS GESPROCHEN

Die typischen IT-Probleme des Mittelstands sind über lange Zeit „gewachsene“ IT-Strukturen, die oft zu unzusammenhängenden Datensilos führen. Daten und deren Potenzial bekommen deshalb oft nicht die nötige Zuwendung und aufgrund der verteilten Datenhaltung kann kaum die maximale Wertschöpfung realisiert werden.
Mathias Diener, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Uniserv GmbH, über Herausforderungen und Perspektiven des Mittelstandes bei der Digitalisierung.
it-zoom.de

AUS DER REIHE

ANur ein Marketing-Gag? Aus Volkswagen wird Voltswagen: Der amerikanische Sender CNBC berichtete am Dienstagmorgen über die angebliche Umbenennung des Autokonzerns VW zu „Voltswagen of America“. VW selbst habe dies über eine Pressemitteilung kommuniziert, die aber eigentlich erst in einem Monat publiziert hätte werden sollen. Verschiedene Medien gehen davon aus, dass es sich bei dieser Meldung um einen PR-Gag zum 1. April handelt, womöglich mit einem kleinen Seitenhieb auf Elektroautobauer Tesla. VW selbst löste das Ganze einen Tag darauf tatsächlich als Marketinggag auf.
handelsblatt.com

Newsletter abonnieren

Melden Sie sich bitte hier für unseren kostenlosen, wöchentlichen Newsletter an:

Über uns

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.