KW 10: IAA zieht nach München, Internationale Handwerksmesse abgesagt, Bundes-Mittelstand für Merz

Liebe Mittelständler,

die Stabilität des Rückgrats der deutschen Wirtschaft, das Mittelstand heißt, zeigt sich gerade auch in der Coronavirus-Krise. Die kleinen und mittelgroßen deutschen Firmen haben sich davon einer Umfrage der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zufolge im Februar weitgehend unbeeindruckt gezeigt, während die großen Betriebe viel stärker betroffen waren. Vor allem die Industriekonsortien seien hinsichtlich ihrer Absatzmöglichkeiten und Lieferketten stark von den Auswirkungen der massiven Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus in China betroffen, heißt es bei der Förderbank. In Ostasien stehen bekanntlich seit Ende Januar weite Teile der Wirtschaft still. Auch wenn wir davon ausgehen müssen, dass die ohnehin nur mäßige Konjunkturdynamik in Deutschland einen zusätzlichen Dämpfer erhält, können wir froh sein über die Anpassungsfähigkeit des deutschen Mittelstandes. Auch und gerade in echten wie in herbei geschriebenen Krisen.

Ihr
Thomas Philipp Reiter

AUS POLITIK UND WIRTSCHAFT

IAA zieht nach München: Die Internationale Automobilausstellung (IAA) zieht nach München. Damit hat die bayerische Landeshauptstadt Berlin und Hamburg im Rennen ausgestochen. Im September, wenige Wochen vor dem Oktoberfest, wird die Automesse zum ersten Mal die Tore öffnen. Auch, wenn ein Vertreter der Autoindustrie vorab klarstellte: „Wir machen doch nicht die Vorgruppe für das Oktoberfest!“ Der Verband der Autoindustrie (VDA) erklärte die Entscheidung damit, dass München die besten Voraussetzungen für „intelligente Verkehrskonzepte und innovative Vernetzung der Verkehrsträger“ biete. Die Stadtverwaltung verfolge seit Jahren die Entwicklung zu einer „Smart City“ in nahezu „allen Bereichen des täglichen Lebens“. Schließlich verfüge München über „eine außerordentlich gute Verkehrsinfrastruktur und Anbindung an globale Ziele“. Zum Thema Geld teilte der Autoverband nichts mit. Allerdings hatte der Freistaat der IAA 15 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Hamburg und Berlin wollten keinerlei finanzielle Geschenke machen. BMW hat derweil angekündigt, das Logo an der BMW-Zentrale überdecken zu wollen, um die Konkurrenten nicht zu verprellen.
tagesspiegel.de

Internationale Handwerksmesse abgesagt: Wegen des Coronavirus musste die Internationale Handwerksmesse (IHM) in München abgesagt werden. Die IHM ist mit 1.000 Ausstellern aus 60 Ländern und mehr als 100.000 Besuchern die wichtigste Leistungsschau des Handwerks in Deutschland. Die Veranstalter hatten lange mit einer Absage gezögert, auch als schon einige Aussteller abgesagt hatten. Ein spezielles Hygieneprogramm sollte Abhilfe schaffen. Staatsregierung und Behörden meldeten jedoch große Bedenken. Für Münchner Hotellerie und Gastronomie bedeutet die Absage entgangene Einnahmen in Millionenhöhe. Messegäste, die über Nacht bleiben, bringen drei- bis vierstellige Umsätze. Die IHM reiht sich damit in eine Abfolge von international abgesagten Messen, darunter die Tourismusmesse ITB in Berlin, der Genfer Automobilsalon und der World Mobile Congress für Handys und andere mobile Geräte in Barcelona.
faz.net

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Präzision aus Tradition: Das Uhrenwerk Weimar stellt seit 1950 Präzisionstechnik und Feinmechanik für Zeitmesser her. 2017 feierte die Thüringer Traditionsmarke Wiedergeburt. Mit den Armbanduhr-Modellen „Henry van de Velde“, „Luftbrücke Berlin“ und „Royal Union“ wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen. Erleben Sie 2020 mit der ersten Automatikuhr „Palaemon“, was an Design und Technik aus Weimar möglich ist. Mehr Infos zum Uhrenwerk Weimar und seinen Modellen findet man unter www.uhrenwerk-weimar.de oder per Mail unter palaemon@weimar.watch

EU und Großbritannien beginnen Verhandlungen: Am Montag begannen die Verhandlungen über einen Handelsvertrag zwischen der EU und Großbritannien. Bereits im Vorfeld hatte Premier Boris Johnson harte Töne angeschlagen, in dem er einen Stopp der Verhandlungen ankündigte, sollte bis Sommer keine Aussicht auf ein erfolgreiches Abkommen bestehen. Die Delegation der EU wurde von den Mitgliedsländern mit einem umfassenden Verhandlungsmandat ausgestattet. Priorität hat demnach ein Freihandelsabkommen mit fairen Wettbewerbsbedingungen sowie gleichen Umwelt-, Sozial-, Steuer- und Subventionsstandards. Für Irritationen sorgte Johnson, weil er gleichzeitig mit Beginn der Verhandlungen, Gespräche mit den USA ankündigte. Diese sollen noch im März beginnen. Die USA sind nach der EU der zweitgrößte Handelspartner Großbritanniens.
zeit.de, handelsblatt.com

Deutsche Post stellt Produktion des E-Streetscooters ein: Die Deutsche Post beendet die Herstellung ihres Elektro-Streetscooters, wie Konzernchef Frank Appel ankündigte. Im vergangenen Jahr habe der Streetscooter für 100 Millionen Euro Verlust gesorgt. Er wurde mithilfe des Aachener Startups eGo hergestellt, das seit 2014 vollständig der Deutschen Post gehört. Die letzten Auslieferungen sollen 2021 erfolgen, die Fahrzeuge sollen für die eigenen Bestandsflotte genutzt werden. Die Deutsche Post hält an ihrem Ziel fest die Auslieferungsflotte auf Elektroantrieb umzustellen. Was die Entscheidung für die Mitarbeiter von eGo bedeutet und welche Folgen sie für die Produktionsstandorte in Aachen und Düren haben wird, verkündete die Deutsche Post nicht.
tagesspiegel.de, tagesschau.de

Bundes-Mittelstand für Merz: Der Bundes-Mittelstand wünscht sich Friedrich Merz als neuen CDU-Chef. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) – vormals Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU – ist mit rund 25.000 Mitgliedern der größte parteipolitische Wirtschaftsverband in Deutschland. Merz sei der richtige, um die „dringend notwendige Neuausrichtung in der CDU“ voranzutreiben. „Mit seinen ordnungspolitischen Grundüberzeugungen, mit seinem überzeugten Kurs zu Fragen der Inneren Sicherheit, Migration und Integration, seinem außenpolitischen Horizont und seiner klaren Sprache ist Friedrich Merz der aus Sicht der MIT am besten geeignete Kandidat“, heißt es in einer Erklärung.
osthessen-news.de

Bundesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren: „Etwas mehr Respekt für junge Unternehmerinnen, bitte!“ marktundmittelstand.de
Wohnungsnot trifft jetzt auch den Mittelstand sueddeutsche.de
Deutsche Unternehmen in China: Nicht nur das Corona-Virus ist eine Belastung marktundmittelstand.de
Fachkräftemangel bekämpfen: Gesetz soll ausländische Fachkräfte locken marktundmittelstand.de

RAT UND TAT

Mangelndes Know-how bremst Mittelstand aus: Für 80 Prozent der Mittelständler in Deutschland ist die Digitalkompetenz der Mitarbeiter wichtig, um den digitalen Wandel voranzutreiben. Allein im Jahr 2017 haben mittlere und kleinere Unternehmen fast 28 Milliarden Euro in Digitalisierungsprojekte und den Ausbau der IT gesteckt. Dabei sind die Unternehmen zumeist auf das digitale Know-how der eigenen Mitarbeiter angewiesen. Doch das reicht oftmals nicht aus. Das geht aus einer Analyse der KfW-Bank hervor. 38 Prozent der Betriebe sehen mangelnde IT-Kenntnisse und fehlende Fachkräfte als Digitalisierungshürde. Zwei Jahre zuvor waren es noch 29 Prozent.
stuttgarter-zeitung.de

Mittelstand und Industrial Internet of Things: Das Industrial Internet of Things ist mittlerweile so ausgereift, dass es auch für den industriellen Mittelstand interessant wird. Dafür müssen die Unternehmen anfangen, sich Technologien wie 5G, smarte Sensoren sowie die Edge-Technologie nutzbar zu machen. Da aber vermutlich in den meisten Fällen das Knowhow in den Firmen selbst fehlt, bietet es sich an Lösung und die anschließende Modifikation entsprechend der Bedürfnisse von externen Dienstleistern einzukaufen. Am besten bieten sich hier kleine, schlagkräftige Dienstleister an.
industry-of-things.de

Weibliche Führungskräfte fehlen im deutschen Mittelstand : Der Anteil von Frauen in Führungspositionen des deutschen Mittelstands ist rückläufig. Das ist das Ergebnis der im zweiten Halbjahr 2019 durchgeführten und nun veröffentlichten internationalen Studie „Women in Business“. Lag der Frauenanteil 2018 noch bei 36 Prozent, so ist er in 2019 auf 30 Prozent gesunken. Weltweit liegt der Frauenanteil unverändert bei 29 Prozent (2018: 29 Prozent), in der Europäischen Union liegt er gleichauf mit Deutschland bei 30 Prozent (2018: 28 Prozent). Nachdem die Studienergebnisse von 2017 (23 Prozent) auf 2018 (36 Prozent) noch ein starkes Wachstum verzeichneten, ist der Frauenanteil in der Führungsebene deutscher Mittelständler in diesem Jahr wieder rückläufig.
wallstreet-online.de

AUS GESPROCHEN

Wir müssen jetzt über Konjunkturpakete nachdenken. Dazu gehören deutlich niedrigere Energiepreise und Unternehmenssteuern, aber auch Investitionen.

CSU-Chef Markus Söder fordert rasche Hilfen für die vom Coronavirus gebeutelte Wirtschaft.
merkur.de

AUS DER REIHE

Jack Welch ist tot: Jack Welch ist im Alter von 84 Jahren gestorben. In seiner Zeit bei General Electric (GE) wurde er zu einer Manager-Ikone. Er schaffte es, den Konzern zu einem der wertvollsten der Welt zu formen. Dafür wurde er von dem Magazin „Fortune“ zum „Manager des Jahrhunderts“ gewählt. Dabei legte er durchaus einen harten Führungsstil an den Tag. Über die Jahrzehnte feuerte er mehr als 100.000 Mitarbeiter, die sein Tempo nicht mitgehen konnten. Dafür erhielt er den Spitznamen „Neutronen-Jack“, in Anspielung auf Neutronenbomben, die Menschen töten, aber Gebäude verschonen. Welch profitierte dabei auch von der Zeit, in der er lebte. Als er bei GE die Führung übernahm, begannen Ronald Reagan und Margret Thatcher gerade damit, den Kapitalismus von den Zügeln zu lassen. Für Welch die idealen Bedingungen, um GE zum Weltkonzern zu formen, ohne dabei Rücksicht auf Verluste zu nehmen. Die Schuld an den Turbulenzen, in die GE später kam, lastete er seinem Nachfolger an. Welch hinterlässt seine Frau und vier erwachsene Kinder.
sueddeutsche.de, welt.de