KW 07: Mittelstand fordert mehr Geld für Bildung, SPD-Wirtschaftsforum fürchtet um den Finanzplatz Deutschland, CDU-Wirtschaftsrat kritisiert Europapolitik

AUS POLITIK UND MITTELSTAND

Mittelstand fordert mehr Geld für Bildung: Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), wettert weiter gegen die sich abzeichnende große Koalition. Diesmal geht es um deren bildungspolitische Pläne. “Die Bildungspläne von Union und SPD sind kein Leuchtturmprojekt, sondern ein Nachtwächterprogramm.“ Ohoven wirft der Politik  vor, den Fachkräftemangel weiterhin nicht realisiert zu haben. Das, was die GroKo plane, sei keine Bildungsoffensive. Der Mittelstand habe in einer aktuellen Umfrage ein Prozentpunkt des bestehenden Mehrwertsteueraufkommens für Bildungsausgaben gefordert. Das seien 10 Milliarden Euro pro Jahr. Davon seien die jetzt anvisierten sechs Milliarden Euro auf vier Jahre meilenweit entfernt.
news4teachers.de

SPD-Wirtschaftsforum fürchtet um den Finanzplatz Deutschland: Das SPD-Wirtschaftsforum kritisierte die Pläne einer möglichen Großen Koalition für die Finanzpolitik. „Deutschland muss der neue Banker Europas werden“, fordert Präsidiumsmitglied Harald Christ. Ein eigenständiger Finanzmarkt sei im nationalen Interesse Deutschlands. Der Koalitionsvertrag lasse ein klares Bekenntnis für einen starken, stabilen und wettbewerbsfähigen Finanzstandort Deutschland vermissen. Das Land drohe den Anschluss und die Mitsprache bei der globalen Finanzmarktregulierung zu verlieren.
wiwo.de

CDU-Wirtschaftsrat kritisiert Europapolitik: Der Wirtschaftsrat der CDU hat sich in einigen Punkten unzufrieden mit den GroKo-Vereinbarungen gezeigt. Generalsekretär Wolfgang Steiger kritisierte die geplante Fortführung der EU-Agrarzahlungen. Der Mehrwert des bislang größten Ausgabenpostens sei nicht zu erkennen. Außerdem sei das gesamte Europakapitel im Koalitionsvertrag eine „Hypothek für die deutsche Europapolitik“. Es drohe ein höherer nationaler Beitrag für den EU-Haushalt. Steiger forderte ferner Kanzlerin Merkel dazu auf, frische Kräfte in das Bundeskabinett zu holen. Nur so sei das miserable Verhandlungsergebnis bei der Vergabe der Ministerien teilweise zu heilen. „Die Besetzung der Ministerien sollte über diese Wahlperiode hinaus weisen“, so Steger.
agrarheute.com (EU-Haushalt), finanznachrichten.de (Ressort)

Petition fordert Digitalministerium: Der Bundesverband Deutscher Start-ups hat unter digitalministerium.org eine Onlinepetition gestartet. Union und SPD sollen darin aufgefordert werden, ihren Ressortzuschnitt noch einmal zu überdenken. Angeschlossen haben sich unter anderem der IT-Branchenverband Bitkom und der Bundesverband mittelständische Wirtschaft. Pikant: der Beirat Junge Digitale Wirtschaft, der das Bundeswirtschaftsministerium berät, unterstützt die Petition und den Aufruf ebenfalls.
faz.net

Deutschland bei Digitalisierung im Mittelfeld: Privat liegen die Deutschen beim Thema Digitalisierung relativ weit vorne, doch weil Politik und Wirtschaft zögern, fällt der Digitalisierungsindikator im internationalen Vergleich mittelmäßig aus. Erstaunlich, denn Industrie 4.0 wurde praktisch in  Deutschland erfunden. Wir gelten als Pilot- oder Leitmarkt und haben prägenden Einfluss auf die weltweiten Standards und die Lebenswirklichkeit der Menschen. Innovationsforscherin Univ.-Prof. Marion A. Weissenberger-Eibl beschreibt im ausführlichen Interview mit der Huffpost auch die internen Faktoren der Digitalisierung in großen und mittelständischen Unternehmen. Nachzulesen gibt es das Gespräch hier:
huffingtonpost.de

Bearbeitungsentgelte von Banken: Unternehmen haben die Möglichkeit, die sogenannten Bearbeitungsentgelte für Kredite von ihren Banken zurückzufordern. Diese sind unzulässig, hat der BGH im vergangenen Jahr entschieden. Allerdings ist darauf zu achten, dass diese Ansprüche nach drei Jahren verjähren, aktuell können also Entgelte zurückgefordert werden, die bis 2015 an die Bank bezahlt wurden. Die Erfolgsaussichten bei einer Rückforderung sind sehr gut, allerdings liegt es an den Firmen, aktiv auf ihre Bank zuzugehen.
marktundmittelstand.de

AUS GEZÄHLT

83 Prozent der in der Diagnose Mittelstand 2018 vom Sparkassen- und Giroverband befragten Unternehmen rechnen für 2018 mit einer unverändert guten Lage, 14 Prozent erwarten sogar Verbesserungen.
lokalkompass.de

RAT UND TAT

Influencer Marketing stößt bei B2B an Grenzen: Das sogenannte Influencer-Marketing ist in den letzten Jahren in aller Munde. Die Wiesbadener Kommunikationsagentur Fink & Fuchs wollte zusammen mit der Hochschule Darmstadt herausfinden, ob das Konzept auch auf die B2B-Welt übertragen werden kann. Das Ergebnis einer Befragung der zuständigen Abteilungen in Unternehmen war jedoch ernüchternd. Die Vorgehensweisen seien kaum vereinbar. Im B2B-Geschäft gehe es eher um die Qualität der Botschaften. Aufmerksamkeit und Reichweite spielten eine untergeordnete Rolle. Dennoch sind sich 70 Prozent der befragten Experten sicher: Influencer-Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil der strategischen Öffentlichkeitsarbeit.
pr-journal.de

Auch First-Line-Arbeiter müssen digitalisiert werden: „Bei Digitalisierung denken die meisten an vernetzte Büroarbeitsplätze, Geräte mit Touchscreen und vielleicht auch noch an Roboter in Fabrikhallen. Das ist ein Fehler“, sagt Peter Geißler von der Dresdner Beratungsfirma Communardo. Doch ein Großteil der produktiven Mitarbeiter würde, so Geißler, gar nicht im Büro arbeiten.  First-Line-Arbeiter nennt Geißler diese „Arbeiter an der Front“. Sie stünden meist im direkten Kontakt mit Kunden, Patienten oder Fahrgästen. Doch auch hier müsse digital gedacht werden. „Vielfältige technische Lösungen sind gefragt. Es geht darum, dass man alle Berufe prüft und schaut, wie die Prozesse laufen, wo man beschleunigen, transparenter machen oder mehr Austausch schaffen kann“, erklärt Digitalcoach Geißler.
karriere.de

Bis 2020 wird sich der Markt selbst bereinigen it-business.de
Erfolgreich Zwitschern: Twitter für den Mittelstand techtag.de
BaWü-FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke: Koalitionsvertrag ist nur Belastung für den Mittelstand liberale.de

AUS GESPROCHEN

„Es werden unnötig Einarbeitungszeit und Ressourcen verbraucht. Wir wollen das Bauchgefühl nicht verdrängen, sondern eine objektive Datenbasis darüberlegen und damit die Entscheidungsbasis abrunden.”
Dr. Verena Schraner ist Geschäftsführerin der Erfolgslabor GmbH und entwickelt Software zur Personaldiagnostik.
pt-magazin.de

AUS DER REIHE

Präsentismus vs. Absentismus: Krankenkassen, Gewerkschaften und die zuständigen Behörden sind sich einig: Wer krank zur Arbeit geht, schadet dem Unternehmen mehr, als wenn er zuhause bleiben würde. Er kann nicht die volle Leistung bringen und steckt auch noch Kollegen an. Nur ganz so einfach ist die Sache auch wieder nicht. Wer nicht zur Arbeit erscheint, lässt Arbeit liegen, die Kollegen machen müssen. Die entgangene Wertschöpfung wird von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) allein für das Jahr 2016 auf nicht weniger als 133 Milliarden Euro beziffert. Die „Präsentismus-Kosten“ aber, so das BAuA, sind „mindestens so hoch wie die Kosten aufgrund krankheitsbedingter Fehlzeiten“.
gruenderszene.de